Rasierer mit Klingen hinter Gittern: Sicherheit und Innovation in der Nassrasur

Die Herausforderung der Bartrasur hat die Ingenieurskunst seit jeher beflügelt. Von scharf geschlagenen Steinen in der Steinzeit bis zur Metallverarbeitung vor über 3500 Jahren, um die Rasur zu verbessern, hat sich viel getan. Fast hundert Jahre nach der Erfindung der Sicherheits-Selbstrasur mit Wegwerfklingen erleben wir nun eine neue Epoche.

Die Rasiergiganten Gillette und WilkinsonSword haben mit grossem Aufwand jeweils ein Rasiergerät für die Nassrasur des 21. Jahrhunderts entwickelt.

Die Innovationen von Gillette und Wilkinson

Gillette arbeitete zehn Jahre lang an dem Produkt »Mach3«, das jetzt im deutschen Handel erhältlich ist. Im Verlauf der Entwicklungsarbeit beantragten die Gillette-Rasierforscher 35 Patente und investierten 1,2 Milliarden Dollar, einschliesslich Werbeetat und Fertigungsanlagen in Berlin und Boston.

Die Solinger Firma Wilkinson verpflichtete einen Stardesigner für ihr Produkt »Protector 3D«. Bis zur Markteinführung vor einigen Monaten waren zahllose Computeranimationen, Lasermessungen, Schnittkraft-Analysen und Studien unter dem Interferenzmikroskop notwendig.

Beide Firmen wollen ihre Produkte nicht als blosse Rasierklingen verstanden wissen. Sie verkaufen »Rasiersysteme«, die Männern »maskuline Rasiererlebnisse« vermitteln und im maskulinen Bereich von High-Tech beheimatet sind.

Wer sich gründlich rasieren möchte, kann nicht verhindern, dass seine Haut extrem scharfem Stahl extrem nahe kommt. Der Preis für ein glattes Antlitz ist daher immer eine Vielzahl winziger Schnitte in die Epidermis. Sicherheit hingegen ist nur für den zu haben, der restliche Bartstoppeln in Kauf nimmt: Die Haut bleibt unverletzt, ist dafür aber übersät mit Haarstümpfen, nicht unähnlich einem abgeernteten Feld von Weihnachtsbäumen.

Diesen Urkonflikt sind die Ingenieure von Gillette und Wilkinson findig angegangen - jeder auf seine Weise:

Im »Protector 3D« sind die Klingen verriegelt. Feine Drähte zwischen den nur Nanometer starken Schneiden weisen eindringende Haut ab. Die Klingen selbst sind in ihrem Gehäuse beweglich aufgehängt: Bei zu grossem Gegendruck weichen sie nach hinten aus. Zwei weitere Gelenke machen den Rasierkopf in jede Richtung beweglich, so dass der Rasierer Hindernissen ausweichen kann.

Der auf dem Weltmarkt übermächtige Konkurrent Gillette hingegen hat sich zur tiefsten Veränderung seit 1972 entschlossen, als die Firma die Doppelklinge einführte. Eine dritte Schneide hat sich nun hinzugesellt, und der dreifache Stahl ist stufenweise so angeordnet, dass erst die längeren, dann die kürzeren Haare abgeschnitten werden.

Soviel Innovation, da sind sich beide Konkurrenten einig, ist nicht umsonst zu haben. Vier Ersatzklingen für den »Protector 3D« kosten 8,99 Mark, ein Viertel mehr als für das Vorgängermodell »Protector«. Soviel Aufpreis können sich die Hersteller furchtlos gönnen, denn die Angst, von Elektrorasierern verdrängt zu werden, haben sie nicht mehr.

Mittlerweile stutzt gut die Hälfte der deutschen Stoppelträger den Bart wieder mit Seife und Klinge, und diese Männer sind die glücklicheren, wie Wilkinson in Studien festgestellt haben will: Sie seien neugieriger, vitaler, aktiver und in der Ehe treuer. Von solchen Studien lässt der Erzkonkurrent Gillette die Finger weg, denn er verdient auf beiden Seiten des Grabenkampfes um die richtige Rasur.

Wilkinson Sword Hydro 3 Klingen versus Hydro 5 Klingen

Technische Neuerungen im Überblick

Eine gründliche und sichere Rasur will Gillette mit verbessertem Schwingkopf und drei stufenweise angeordneten Klingen erreichen. Wilkinson ist bei zwei Klingen geblieben, hat sie aber zum Schutz der Haut hinter einem Drahtgitter platziert. Der Kopf ist um zwei Achsen beweglich.

System- oder Einwegrasierer?

Um Nassrasierer tobt ein Konkurrenzkampf. Es gibt Einwegrasierer, Systemrasierer und klassische Rasierhobel in unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen. Scheinbar immer neue Technologien kommen auf den Markt, manche gefeiert als Revolution im Gefecht um die beste Nassrasur.

Die Rasur wird als Erlebnis inszeniert, wobei Systemrasierer besonders beliebt sind. Bei gleichbleibender Technik werben Nassrasierer mit immer attraktiveren Details. So wurde zum Beispiel die Klingenanzahl von zwei Stück auf nunmehr fünf bis sieben Stück erhöht.

Die Hersteller sprechen von einer noch dichteren Lagerung der einzelnen Klingenblätter und einer noch gründlicheren Rasur, vom Vermeiden mehrfacher Nachrasuren und vom Schutz vor Entzündungen. Auf ihren Webseiten preisen die Anbieter ihre Klingen-Techniken als bahnbrechend und die Rasur als „klügste“, individuelle oder gar als „Erlebnis“.

Immer häufiger wird Rücksicht auf die sensible Haut genommen - bei Produkten für Frauen wie für Männer. Dabei helfen sollen beispielsweise stossdämpfende Technologien oder Schutzkissen an den Enden des Rasierkopfs. Eine Besonderheit ist der Heated Razor von Gilette, der über ein kleines Metallplättchen verfügt, das sich beim Rasieren erhitzt und dem Anwender das Gefühl eines warmen Handtuchs vermitteln soll.

All dies hat viel mit Wohlfühlwerten zu tun. Für die Frage nach der besten Rasur sind solche Maßnahmen unerheblich. Das angenehmere Gefühl bei der Rasur sei aber teuer erkauft, notiert Guter Rat und verweist auf herkömmliche 5-Klingen-Rasierer, die ihre Sache nicht schlechter machen.

Der Damen-Nassrasierer Gilette Venus Embrace seziert Haare chirurgisch exakt und erzielt auch an kniffligen Stellen wie Achseln und in der Bikinizone gute Rasierergebnisse.

Auch beim Systemrasierer müssen Sie den Klingenblock wechseln. Vorgelagerte Gummilamellen sollen zudem die Haare vor den Klingen aufrichten und so das Nachrasieren überflüssig machen. Viele der Klingen sind federnd gelagert, wodurch die Gefahr, sich zu schneiden, auf ein Minimum reduziert werden soll. Einige sind speziell gehärtet, um ausdauernder zu rasieren.

Auch dass Rasierköpfe hinter Gittern (aus „Sicherheitsgründen“) nicht die Qualität der Klingen erhöhen, liegt auf der Hand. Daher sollten Sie auch die ausgefeiltesten Klingenblöcke von Systemrasierern nur acht bis maximal zwölfmal verwenden. Anschliessend sollten Sie sie gegen neue austauschen.

Kostenvergleich: Einwegrasierer vs. Systemrasierer

Einwegrasierer und Rasurhobel der ersten Generation kommen im Unterhalt günstiger. Bei den Rasurhobeln müssen Sie nur zwei einfache Rasierblätter austauschen, bei den Wegwerfrasierern wird kurzerhand das ganze Gerät nach der Rasur entsorgt.

Zum Vergleich: Der Fünferpack günstiger Balea-Einwegrasierer kostet um die 65 Cent, während Sie in einem Systemrasierer der unteren Preisklassen das Zehnfache davon unterbringen können - eine Wechselklinge dagegen bekommen Sie für rund 2 Euro. Der Preisvorteil gilt aber nicht in jedem Fall: Mit rund 2 Euro pro Stück kann ein guter Einwegrasierer so viel wie eine Ersatzklinge für einen guten Systemrasierer kosten.

Wenn Sie auf den Preis schauen müssen, sollten Sie grössere Packungen an Ersatzklingen kaufen. Deren Stückpreis ist oft geringer.

Was sagt Stiftung Warentest?

Mehr Klingen bedeuten nicht unbedingt ein besseres Ergebnis. Die Stiftung Warentest führt mit dem Isana Pace 6 Lady von Rossmann den Beweis. Das 6-Klingen-Modell schneidet im Test schlechter ab als der 3-Klingen-Rasierer und Testsieger Gilette Venus Embrace.

Liegt die Klingen-Anzahl unter drei, werde es aber schwierig, wie der Warentest offenlegt. Denn die meisten Modelle mit nur zwei Klingen verlieren sich im Urteil Rasieren und Hautschonung, einige auch bei der Handhabung im Mittelmass.

Hinterlassen sie Schürfstellen an Schienbeinen oder Hautirritationen, verlieren sogar die guten Marken ob ihrer Schwächen im Urteil Hautschonung. Als „Stoppelbruder“ oder „Raspelrudi“ getaufte Versager rückten die Tester ausgerechnet den „Damenbeschützer“ Sword Lady Protector von Wilkinson ganz ans hintere Ende des Testfelds.

Alternativen zur Rasur

Wenn Sie sich mit einem Epilierer anfreunden können, haben Sie bis zu vier Wochen glatte Haut. Die elektrischen Geräte rupfen die Haare direkt an der Wurzel aus - über ein rotierendes Pinzetten-System. Mit etwas Übung wird der Schmerz erträglicher. Manche Epilierer bieten auch Techniken zur Schmerzlinderung.

Herren- oder Damenrasierer?

Zumindest die „sehr guten“ Damen-Nassrasierer von Gilette und die beiden Wilkinson-Modelle Sword Quattro For Women und Sword Quattro For Women Bikini Sensitive rasieren so gut wie das Männer-Referenzmodell Gilette Mach3.

Ganz und gar für die weibliche Anatomie ausgelegt, belohnen reine Damen-Modelle die Nutzerinnen aber mit mehr Komfort: Dank abgerundeter Schwingköpfe und ergonomisch geformter Griffe kommt man besser an schwer erreichbare Stellen. Herren-Nassrasierer sind im Vergleich kantiger, was sie diffiziler zu führen macht, wenn es an Achselhöhlen, Knöchel oder Bikinizonen geht.

Probandinnen, die man zum Warentest eingeladen hatte, fanden zudem das Hautgefühl nach der Rasur angenehmer als mit einem Männer-Rasierer.

Die richtige Intimenthaarung

Geht es Ihnen vorwiegend um eine glatte bzw. getrimmte Intimzone, können Sie auf Tipps zu den besten Intimrasierern im Test zurückgreifen. In diesem Ratgeber haben wir das Wichtigste für die problemlose Intimenthaarung mit verschiedenen Methoden für Sie zusammengestellt. Auch typische Probleme kommen dabei nicht zu kurz.

Ein Wärmestreifen im Gilette Heated Razor soll das Rasurerlebnis verbessern.

Der Normalmann will es meist schnell und praktisch, schreibt die Stiftung Warentest in ihrem Test zu Rasierschäumen & Co., er stehe auf Dosenschaum rund ums Kinn. Doch der Test ist schon älter und viele Männer zieht es zum Barbier - und einer genussreichen Rasur mit Rasieröl, Rasiermesser und Barbiertiegel.

Die Werkzeuge für die Rasur deiner Kontur

Um deine Konturen sauber und klar zu rasieren brauchst du eines: die richtigen Rasiertools. Im ersten Schritt hast du nun schon die grundlegenden Tipps für die Rasur der Konturen erfahren und bei welchem Bartstil welche Kontur gut rasiert sein sollte oder sogar muss, damit der Bart entsprechend wirkt. Hier spielt primär natürlich dein persönlicher Geschmack eine grosse Rolle. Du musst dich mit deinem Rasierapparat wohlfühlen und ihn sehr gut beherrschen, denn hier geht es nun um Millimeterarbeit. Eine Sekunde nicht aufgepasst - Mist, die ganze Kontur verhunzt.

Der Bart-Trimmer

Immer gut, einen zuhause zu haben: einen Bart-Trimmer. Selbst wenn du dir einen mächtigen Vollbart züchten willst, musst du deine Barthaare in regelmässigen Abständen auf dieselbe Länge bekommen, damit er gepflegt aussieht. Barthaare wachsen schneller als die Haare auf deinem Kopf, zudem wachsen sie auch noch unterschiedlich schnell.

Im Kontext dieser Anleitung zur perfekten Kontur deines Bartes aber verraten wir dir einen hilfreichen Trick, der dir dein Bartträger-Leben ungemein erleichtert. Ohne jeden Aufsatz nutzt du deinen Bart-Trimmer, um die Kontur grob vor zu rasieren. Nimm deinen Trimmer in die Hand, mach ihn an, dreh ihn um und setze ihn so an, dass du von deinem Bart weg die Barthaare mit dem Strich wegrasierst.

Das Rasiermesser

Ein Rasiermesser hat - wenn du es gut pflegst - eine enorm lange Lebensdauer, du kannst es also deinen Thronfolgern vererben. Insofern kann man die hohen Erstanschaffungskosten zwar als Contra Rasiermesser aufzählen, sie amortisieren sich aber bereits nach einigen Monaten. Die laufenden Kosten tendieren gegen Null, du brauchst nur einen Streichriemen, um dein Rasiermesser vor jeder Rasur abzuledern - das war’s.

Sobald du die Konturen deines Bartes mit deinem Trimmer grob vorgegeben hast, beginnst du deine ausführliche Rasurvorbereitung und bereitest deine Haut so auf die Nassrasur vor.

Der Rasierhobel, der Sicherheitsrasierer

Schneiden kannst du deine zarte Gesichtshaut damit nicht, wenn du nur von oben nach unten mit dem Strich oder eben andersrum gegen den Strich rasierst, ansonsten ist das wie mit einem Rasiermesser: seitlich rasieren bedeutet: Aua! Vermeide ausserdem zu viel Druck. Wie auch bei einem Rasiermesser liegt der perfekte Winkel für eine Rasur bei circa 30 Grad. Diesen Winkel stellen Systemrasierer automatisch ein, schau dir das bei deinen Rasierklingen mal genauer an. Mit einem Rasierhobel musst du das selbst machen.

Das Wechselklingenmesser

Die perfekte Symbiose aus Rasiermesser und Rasierhobel. Der Umstand, dass man die Klinge bei einem Rasiermesser nicht austauschen kann, wurde durch eine wechselbare Rasierklinge getauscht, ohne dabei das hervorragende Handling und Gefühl eines Rasiermessers zu verlieren.

Wechselklingenmesser sind, je nach Ausführung, besonders leicht und sehen dazu auch noch sehr schick aus. Männer, die bisher nur einen Rasierhobel gewohnt waren, müssen sich vielleicht zunächst an das (vergleichsweise) Leichtgewicht gewöhnen. Prinzipiell funktioniert die Rasur aber genauso, wie mit einem Rasiermesser oder einem Rasierhobel.

Schön an sowohl einem Wechselklingenmesser als auch einem Rasierhobel ist, dass du die jeweils für deine aktuellen Bedürfnisse passende Rasierklinge jederzeit einsetzen und gegen die bisher vorhandene Rasierklinge austauschen kannst. Ist deine Haut gereizt, solltest du eher zu einer sanften Klinge greifen, steht der Bart schon etwas länger und sind die Barthaare entsprechend fest und hart, wirst du womöglich eine aggressivere Klinge bevorzugen.

Zusammenfassung der Rasierwerkzeuge

Werkzeug Vorteile Nachteile
Bart-Trimmer Einfache Vorbereitung, ideal für Konturen Nicht für glatte Rasur geeignet
Rasiermesser Lange Lebensdauer, geringe laufende Kosten Hohe Anschaffungskosten, erfordert Übung
Rasierhobel Präzise Rasur, einstellbarer Winkel Erfordert Übung, Verletzungsgefahr bei falscher Anwendung
Wechselklingenmesser Kombiniert Vorteile von Rasiermesser und -hobel, flexible Klingenwahl Gewöhnung an das geringe Gewicht erforderlich

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