Unser Haar besteht hauptsächlich aus Proteinen, die als Keratine bezeichnet werden. Deshalb kann ein Mangel an Proteinen unter anderem auch zu Haarausfall beitragen. Ist der Körper nicht genügend mit Eiweiss versorgt, leidet die für den Haarwuchs notwendige Keratinbildung. Ein gesunder Proteinstoffwechsel ist folglich von grosser Bedeutung für unser Haarwachstum. Bereits eine fehlende Aminosäure kann den Verwertungsprozess stören.
Trotz des Überangebots an tierischen und pflanzlichen Proteinquellen in der westlichen Welt können bei bestimmten Personengruppen Protein-Defizite auftreten. Gewicht und körperliche Aktivität sind für den persönlichen Proteinbedarf ebenso ausschlaggebend wie äussere Einflüsse (z.B. Stress). Ausdauersportler benötigen aufgrund der stärkeren Muskelbelastung laut RDA 1,2 bis 1,4 g/kg.
Doch wie weiss man, ob man zu wenig, genügend oder vielleicht zu viel Protein zu sich nimmt? Welche Art Proteine sind gesund und welche belasten unseren Körper? Alle tierischen Proteine werden sauer verstoffwechselt, weshalb ein Übermass den Organismus übersäuern kann. Unsere Organe sind nicht in der Lage zu grosse Eiweissmengen zu verarbeiten oder auszuleiten. Ein Zuviel an gesättigten Fettsäuren, die ebenfalls in tierischen Proteinquellen vorkommen, belastet zusätzlich.
Wenn man also tierisches Eiweiss verzehrt, sollte man dies nicht im Übermass tun und zudem auf Produkte aus biologischer Landwirtschaft oder Wildfang Wert legen. Das stärkt das Haar und bewahrt den Körper vor belastenden Beistoffen, die konventionelle Produkte mit sich bringen (z.B. Antibiotika).
Man kann den Eiweissbedarf auch sehr gut über pflanzliche Proteinquellen decken - man braucht also auch kein tierisches Protein, um Haarausfall vorzubeugen. Wichtig sei dabei eine optimale Zusammenstellung hochwertiger pflanzlicher Eiweissträger (z.B. Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen).
Als hervorragende Proteinspender aus der Natur bieten sich Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen an. Statt bedenklicher Mengen an Cholesterin überzeugen vor allem Nüsse mit gesunden pflanzlichen Fetten. Doch Vorsicht! Um eine Übersäuerung des Körpers zu vermeiden, sollten auch diese gesunden Eiweisslieferanten in Massen genossen und bestenfalls mit basenbildenden Lebensmitteln kombiniert werden.
Als proteinreiche Fitmacher liefern Nüsse und Mandeln alle nötigen Aminosäuren sowie essentielle Vitamine und Mineralstoffe für kräftige Haare. Insbesondere die hohe antioxidative Wirkung von Walnüssen unterstützt die Haarstruktur, indem es die Zellen vor freien Radikalen schützt. Das hochwertige Eiweiss in Nüssen kommt nicht nur einer aufbauenden Haarkur gleich, sondern könne Forschungsergebnissen der Harvard School of Public Health zufolge auch Herzinfarkte verhindern. Schon einige Portionen Nüsse pro Woche würden das Herzinfarkt-Risiko um 30 bis 50 Prozent verringern.
Eine suboptimale Versorgung mit den Vitaminen A, D und E kann ebenso zu Haarverlust führen wie Hormonschwankungen, unverträgliche Haarpflegeprodukte und manche Medikamente. Geben Sie Ihrem Körper deshalb die bestmögliche Unterstützung: Mit einer gesunden pflanzenbasierten Ernährung, die Ihren Protein- und Vitalstoffbedarf abdeckt sowie individuell passenden Nahrungsergänzungsmitteln reduzieren Sie Ihr Risiko für Haarausfall bereits deutlich.
Vitamine und Mineralstoffe spielen eine wichtige Rolle für gesundes Haarwachstum.
Oft findet man, was man gar nicht sucht. So erging es auch der Arbeitsgruppe um den Immunologen Alexander Steinkasserer vom Universitätsklinikum Erlangen. Steinkasserer leitet dort die Abteilung für Immunmodulation und suchte mit seinem Team eigentlich nach Ansatzpunkten für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Dabei fanden die Forschenden mit CD83 jedoch nicht nur einen potenten Immunmodulator, sondern auch einen Stimulator für „schläfrige“ Haarfollikel. Aber der Reihe nach.
Dass CD83 eine wichtige Rolle bei der zellulären Immunantwort spielen könnte, vermutete die Gruppe um Steinkasserer bereits frühzeitig. Auf der Suche nach einem genetischen Vektor zur Manipulation dendritischer Zellen fiel den Immunologen auf, dass einige der verwendeten Viren spezifisch das CD83-Molekül attackierten. „Ich zitiere da gern den englischen Immunologen Sir Andrew McMichael. Der sagte einst: ‚If something is important, a virus will know about it‘“, erzählt Steinkasserer lachend.Also entschieden sich die Erlanger, das Molekül etwas näher zu untersuchen. Das Protein ist ein Immunmodulator und existiert in einer löslichen und einer membrangebundenen Form. Lösliches CD83 (sCD83) besteht aus einer Immunglobulin-ähnlichen Domäne. Bei der membrangebundenen Variante kommt noch eine Transmembran-Domäne hinzu.
„Interessant an CD83 ist, dass seine lösliche Form die T-Zell-Antwort herunterreguliert und die Ausschüttung proinflammatorischer Zytokine reduziert“, erläutert Steinkasserer. Der Heureka-Moment: Als die Erlanger sCD83 in einem murinen Wundheilungsmodell einsetzten, beobachteten sie, dass der Immunmodulator den Wundverschluss beschleunigte (Front Immunol, 13: 1012647). Dafür träufelten die Forschenden das Protein gelöst in PBS-Puffer auf die kreisförmigen Schnitte.
Als Steinkasserers Gruppe Gewebe aus den mit CD83 behandelten Wunden mikroskopisch untersuchte, trauten sie ihren Augen kaum. „Wir konnten in den Proben mehr Haarfollikel nachweisen als in der Kontrollgruppe.“ Ein Zufallsfund. In weiteren Versuchen, darunter auch In-vitro-Experimente mit humanen Haarfollikeln, konnten die Forschenden die positive Wirkung von sCD83 auf das Haarwachstum bestätigen. Dabei hemmt das Molekül nicht nur Entzündungen und blockiert die Apoptose, sondern stimuliert die Stammzellen der Haarfollikel direkt und induziert deren Wachstum.
Ein bedeutender Fund, existieren doch bisher nur zwei wirksame Präparate gegen den androgenetischen Haarausfall: Minoxidil und Finasterid. Minoxidil ist eigentlich ein Blutdrucksenker, dessen gefäßweitende Wirkung bei topischer Anwendung jedoch auch das Haarwachstum begünstigt. Finasterid hingegen hemmt die 5-alpha-Reduktase und wurde zur Behandlung der Prostatavergrößerung entwickelt. Das Enzym katalysiert den Abbau von Testosteron zu Dihydrotestosteron - dem Hauptauslöser der androgenetischen, also anlagebedingten, Alopezie.
„In den Haarfollikeln induziert Dihydrotestosteron Apoptose. Dies verursacht in Folge eine Mikroentzündung, welche sich ausbreitet, und diese Kombination führt ultimativ zum Haarverlust. Das sCD83-Moleklül ist in der Lage, passiv in den Haarfollikelkanal zu diffundieren und dabei einerseits die Entzündung zu hemmen und andererseits die Stammzellen der Haarfollikel zu aktivieren“, erläutert Steinkasserer den Wirkmechanismus des Proteins.
Auf Basis dieser Erkenntnisse gründeten Steinkasserer, Manfred Groeppel und Dmytro Royzman 2023 die Mallia Therapeutics in Erlangen. Zuvor gelang es Steinkasserer auch, die Juroren des m4-Awards von seiner Idee zu überzeugen. Der mit 500.000 Euro dotierte Preis des bayerischen Biotech-Clusters BioM ermöglichte es dem Team, die Ausgründung vorzubereiten.
„Die Förderung wird über zwei Jahre ausgezahlt. Wir haben den Award 2021 gewonnen und dann 2022 den ersten Förderbetrag erhalten.“ So konnten die Forschenden weitere präklinische Studien an Mäusen und erste Untersuchungen an humanen Zellen durchführen. Zudem wurde das Team von der Translatorik-Förderlinie der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung finanziell unterstützt.
In diesem Jahr sei Mallia noch mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet. Dennoch ist das Erlanger Start-up bereits auf diversen internationalen Messen und Konferenzen präsent, um aus dem berüchtigten „Tal des Todes“ zu entkommen. „Wir haben kürzlich eine erste Seed-Finanzierung abgeschlossen und sprechen derzeit mit vielen Investoren. Wir streben zeitnah eine Serie-A-Finanzierung an.
Gegenwärtig sei man auch mit Auftragsforschungsunternehmen in Kontakt, die die GMP-konforme Herstellung des Proteins ermöglichen sollen. Danach könne man die ersten Toxizitätsstudien durchführen. Steinkasserer zeigt sich hier zuversichtlich: „Wir arbeiten mit dem CD83-Molekül seit den späten 1990er-Jahren und es ist in diversen Tiermodellen auch systemisch eingesetzt worden - bisher ohne nennenswerte Nebenwirkungen.“ Zudem ist bei der Behandlung des Haarausfalls nur eine topische Anwendung geplant, was das Auftreten bisher unbekannter Nebenwirkungen unwahrscheinlicher macht.
Da diese Applikationsform auch einen wichtigen Sicherheitsaspekt darstellt, wolle man sich zunächst darauf konzentrieren. Zwar scheint der medizinische Nutzen einer Haarausfall-Therapie zunächst weniger relevant, doch leiden Patienten aufgrund der Erkrankung oft auch unter psychologischen Symptomen.
Zugutekommt dem Start-up dabei auch sicher die Tatsache, dass der Markt mit Haarausfall-Therapien ein weltweites Volumen von neun bis 13 Milliarden US-Dollar aufweist - und laut Prognosen bis 2032 auf 22 bis 29 Milliarden US-Dollar anwachsen soll.
Bis zum endgültigen Proof-of-Concept will Mallia Therapeutics CD83 selbst weiterentwickeln. Ob die weitere klinische Prüfung dann zusammen mit einem Partner aus der Pharmaindustrie vorangetrieben oder das Unternehmen verkauft werden soll, steht derzeit noch in den Sternen.
Die Forschung arbeitet an neuen Behandlungsmöglichkeiten für Haarausfall.
Für Millionen von Menschen ist Haarausfall kein Stilmittel, sondern ein belastender Zustand - verursacht durch Gene, Hormone, Alter oder Erkrankungen. MCL-1 gehört zur BCL-2-Familie, einer Gruppe von Proteinen, die maßgeblich an der Regulation des programmierten Zelltods (Apoptose) beteiligt sind. Dabei ist es ganz normal, dass Haare ausfallen - solange neue Follikel nachwachsen.
In der neuen Studie untersuchten Forscher an Mäusen, welche Rolle das Protein MCL-1 bei der Aktivität von Haarfollikel-Stammzellen spielt. Die Ergebnisse sind ein bedeutender Schritt für die Forschung, aber bis zu einer klinisch anwendbaren Behandlung ist es noch ein weiter Weg. Das eröffnet neue Forschungsansätze, bei denen statt MCL-1 selbst indirekt über Signalwege die Haarfollikel geschützt werden könnten.
Die Erkenntnisse rund um MCL-1 sind vielversprechend - sie zeigen, wie komplex das Zusammenspiel zwischen Proteinen, Stammzellen und Haarwachstum ist. Die Entdeckung rund um das Protein MCL-1 bringt frischen Wind in die Haarausfall-Forschung - und könnte neue Behandlungsmöglichkeiten ermöglichen. Sind Haarfollikel einmal abgestorben, können sie in der Regel nicht mehr gerettet werden.
Nun geben Forscher Haarausfall-Betroffenen Hoffnung: Ein neuer Wirkstoff soll schon bald dazu in der Lage sein, abgestorbene Haarfollikel wieder zu stimulieren und so Betroffenen zu vollem Haar verhelfen. Haarausfall betrifft immer mehr Menschen. Schätzungen zufolge sind etwa 40 Prozent aller Männer und 20 Prozent aller Frauen in Deutschland von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Auch Krankheiten können die Ursache für den Verlust des Eigenhaars sein. Die bekannteste: Alopecia areata. Allein in Deutschland leiden über eine Million Menschen unter dem kreisrunden Haarausfall. Bislang gibt es kein Heilmittel gegen die tückische Autoimmunkrankheit. Der Leidensdruck ist für die Betroffenen immens.
Schon lange versuchen Forscher, ein Medikament zu entwickeln, dass den Haarausfall nicht nur stoppt, sondern auch weitestgehend rückgängig macht - das heißt abgestorbene Haarfollikel zu stimulieren, sodass kahle Stellen wieder zuwachsen können. Neue Erkenntnisse einer Studie der University of California geben Betroffenen nun Hoffnung.
Im Rahmen von Forschungsarbeiten hat das Team ein Protein im Haarfollikel identifiziert, das schon bald dazu in der Lage sein könnte, Haarausfall am Haaransatz zu heilen. Das Molekül mit dem Namen „SCUBE3“ soll abgestorbene Haarfollikel wieder stimulieren können - das zeigen zumindest Tests, die im Rahmen der Forschungsarbeiten an genetisch modifizierten Mäusen ohne Fell durchgeführt wurden.
Die Funktionsweise des Proteins erklären die Forscher mithilfe einer Verbildlichung: Demnach gleiche das System der Haarfollikel einer gigantischen Fabrik an 3D-Druckern. Alle Follikel auf der Kopfhaut würden ständig „drucken“, um einen vollen Haarschopf zu garantieren. Im Falle von erblich-, hormonell- oder krankheitsbedingtem Haarausfall, werden die Follikel „stillgelegt“. Es kommt so zu irreversiblem Haarausfall und Glatzenbildung.
Wie die Forschenden erklären, könne das neue entdeckte Protein „SCUBE3“ die Stammzellen auf der Kopfhaut jedoch reaktivieren, sodass die „stillgelegten“ Haarfollikel ihre Arbeit wieder aufnehmen. Für die Forschenden ist die Identifikation des Proteins ein Meilenstein. Zwar sei es noch ein weiter Weg, bis ein passendes Medikament auf Basis von „SCUBE3“ entwickelt werden kann, dennoch bilde die Erkenntnis die Basis für zukünftige Behandlungsmethoden von chronischem Haarausfall.
Die Entwicklung einer passenden medikamentösen Methode mithilfe der neuen Erkenntnisse schätzt auch Maria Kasper, Professorin für Zell- und Molekularbiologie am Karolinska Institut in Schweden, als realistisch ein. Dennoch sei es noch zu früh, um genaue Aussagen über den Behandlungserfolg treffen zu können. Ein möglicher Vorteil der Behandlung sieht die Expertin in den Kosten, die deutlich geringer sein werden als bei einer Haartransplantation. Der Nachteil: Die Behandlung müsste zwei- bis dreimal jährlich wiederholt werden, um ein stetiges Haarwachstum zu garantieren.
Das Verfahren gleiche laut Kasper zudem einer bereits entwickelten Methode von Turn Biotechnologies, ein Unternehmen für Zellverjüngung. Der Konzern hat erst kürzlich ein neuartiges mRNA-Medikamente zur Heilung unbehandelbarer, altersbedingter Krankheiten wie dem des Haarausfalls entwickelt. Aktuell werde an einer Methode gearbeitet, die genetische Anweisungen zur Stimulierung von Wachstumsprozessen an Zellen sende.
Als Wirkstoff fundiere „TRN-001“, ein Molekül, das abgestorbenen Haarfollikel in Form von flüssigen Nanopartikel im Rahmen der Behandlung stimuliere und sie somit verjünge. Im Jahr 2024 soll sie erstmals an Menschen getestet werden.
Laut Kasper seien aber weitere wissenschaftliche Untersuchungen notwendig, um Menschen mit irreversiblem Haarausfall zukünftig vollständig helfen zu können. Ein wichtiger Schritt seien Studien, die untersuchen, wie neue Haarfollikel in der Kopfhaut selbst erzeugt werden können. Denn bei Menschen mit starken Verbrennungen, Wunden oder vernarbter Alopecia sind in der Regel nur noch wenige Follikel vorhanden, die stimuliert werden können.
Die neuen Erkenntnisse zu „SCUBE3“ können dennoch als Meilenstein in der Behandlung von Haarausfall bezeichnet werden. Bislang wirken zugelassene Medikamente gegen Haarausfall wie Finasteride oder Minoxidil nur unzureichend. Zudem müssen sie täglich eingenommen werden und können zahlreiche Nebenwirkungen wie Depressionen oder eine Abnahme der Libido mit sich bringen. Die Alternative - eine Haartransplantation - ist in der Regel extrem teuer, erfolgt operativ und kann ebenfalls Nebenwirkungen mit sich bringen.
So sind Betroffene hinsichtlich des Haarverlustes in der Regel machtlos. Stressbedingter Haarausfall betrifft vor allem Männer. Laut Harvard-Forschenden könnte bald ein Heilmittel in Sicht sein. Gemeint ist ein bisher kaum beachtetes Protein, welches das Haarwachstum selbst unter starken Stressbedingungen wieder in Gang bringt. Stressreaktionen wie Sorgen, Wut und Ängste können auf Dauer Haarausfall begünstigen. Auch Umwelteinflüsse werden immer häufiger als Ursache angesehen. Und es wird sogar geschätzt, dass jede(r) vierte Covid-19-Genesene als Schockreaktion auf die Infektion mit Haarausfall zu kämpfen hat. Der Grund: Bestimmte Stresshormone, die Haarfollikel in der Regeneration hemmen.
Forschende der Harvard Universität haben sich in einer Studie mit Mäusen mit einem Protein beschäftigt, welches das Haarwachstum fördern und so vielleicht bald Grundlage für eine wirksame Therapie gegen Haarausfall bilden kann. Das Leben eines Haares umfasst drei Zyklen. Die Wachstumsphase, in der auch neue Follikel entstehen. Die Übergangsphase, der in die Zellteilung langsam zum Erliegen kommt sowie die Ruhephase, beziehungsweise Ausfallphase. Das Haar verkümmert, fällt aus und der ganze Kreislauf beginnt von vorn.
Massiv zu stören scheint diesen Zyklus ein speziell das in der Nebennierenrinde produziertes Stresshormon namens Corticosteron, welches bei Nagern eine wichtige Funktion im Glukose-Stoffwechsel einnimmt (fördert Umwandlung von Eiweiß in Glykogen und Glucose). Im Versuch verlängerte Corticosteron stark die Ruhephase der Haarfollikel, bis eine Regeneration nicht mehr möglich war.
Um die Rolle von Corticosteron beim Haarausfall besser zu verstehen, entfernten die Forscher*innen die Nebennieren von Mäusen. Laut der in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Untersuchung entdeckten sie bereits kurze Zeit später, dass sich die Ruhephasen ihrer Haarfollikel extrem verkürzten. Im Gegenzug wurden Mäusen, die ihre Nebennieren behalten durften, über einen Zeitraum von neun Wochen konstant Corticosteron injiziert. Wie zu erwarten wurde bei diesen Nagern ein verringertes Haarwachstum, Haarausfall und die damit verbundene gestörte, verlängerte Ruhephase der Follikel beobachtet.
Die Tortur der Mäuse (mit Nebennieren) ging weiter: Kippen des Käfigs, Isolation, Gedränge, feuchte Schlafecken, schnelle Lichtwechsel und so weiter. Doch nachdem die Forschenden den gestressten Tieren das Protein GAS6 verabreichten, verstärkte sich das Haarwachstum wieder. Und das bei anhaltendem Stress.
„Sowohl unter normalen als auch unter Stressbedingungen war die Zugabe des Proteins GAS6 ausreichend, um die in der Ruhephase befindlichen Haarfollikelstammzellen wieder zu aktivieren und das Haarwachstum zu fördern“, erklärt Ya-Chieh Hsu, leitender Autor der Studie in der offiziellen Pressemitteilung. Diese ersten, vielversprechenden Ergebnisse müssen weiter untersucht werden, bevor sie sicher auf den Menschen angewendet werden können, heißt es.
Sicher ist, dass das Protein GAS6 eine Schlüsselrolle spielt, auch unter Stress weiter sein volles Haar behalten zu können. Denn wir leben nunmal in einer Zeit, in der Stress sich nicht einfach ausschalten lässt. Ob GAS6 schon bald in der Beauty-Industrie Anwendung findet - sei es als Creme oder Injektion - bleibt abzuwarten.
Stress kann eine wesentliche Ursache für Haarausfall sein.
Eine neue Studie macht Millionen Menschen, die unter Haarausfall leiden, Hoffnung. Ein Forschungsteam aus den USA hat ein Protein als Ursache für Haarverlust gefunden. Seit Langem ist die Wissenschaft auf der Suche nach einem Mittel gegen Haarausfall, ein Leiden, das Millionen Menschen weltweit belastet.
Doch nicht nur für das Wachstum, sondern auch für das Absterben der Haarfolikel sei das Protein verantwortlich, so die Forscherinnen. "TGF-beta hat zwei entgegengesetzte Funktionen. Es hilft Haarfollikelzellen, neues Leben zu produzieren, und später hilft es, die Apoptose, den Prozess des Zelltods, zu steuern", wird die Biologin Qixuan Wang in einer Mitteilung der Universität zitiert. Wie bei vielen anderen Chemikalien auch, macht demnach die Menge den Unterschied: Ist die Konzentration des Proteins genau richtig ist, lässt sie neue Haare wachsen.
Die Entdeckung des Proteins macht vielen von Haarausfall Betroffenen Hoffnung. Denn mithilfe dieses Wissens könnte sich zukünftig nicht nur Haarausfall behandeln lassen, sondern letztendlich auch die Wundheilung beschleunigt werden, da Haarfollikel Stammzellen enthalten.
Wissenschaftlern der University of California scheint ein Durchbruch in der Forschung zu Haarausfall gelungen zu sein. In einer neuen Studie behaupten sie, das Protein TGF-beta sei für das Abtöten von Haarfollikeln verantwortlich. Die Haarfollikel sind die Strukturen, welche die Haarwurzel umgeben und das Haar in der Haut verankern. Das Protein TGF-beta sei sowohl für das Wachstum als auch für das Absterben der Haarfollikel zuständig.
In einer Mitteilung der Universität erklärte die Co-Autorin Qixuan Wang: "TGF-beta hat zwei entgegengesetzte Funktionen. Es hilft Haarfollikelzellen, neues Leben zu produzieren, und später hilft es, die Apoptose, den Prozess des Zelltods, zu steuern." Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine zu hohe Konzentration des Proteins die Haarfollikel abtötet. Während zu viel des Proteins die Haare ausfallen lässt, kann die genau richtige Konzentration dazu führen, dass Haare wachsen.
Aus diesem Grund sind die Forscher zuversichtlich, dass eine Heilung möglich ist. Denn Haarfollikel enthalten Stammzellen, die, selbst wenn das Haarfollikel abstirbt, nicht verloren gehen. Damit das passieren kann, müssen die Wissenschaftler den dafür benötigten TGF-beta-Spiegel genau bestimmen. Dafür wird weitere Forschung nötig sein. Und die ist nicht nur wichtig wegen der Millionen von Menschen, die weltweit von Haarausfall betroffen sind. Denn Haarfollikel spielen auch bei der Wundheilung eine gewisse Rolle. Ein besseres Verständnis ihrer Regeneration könnte also auch hier Verbesserung bringen.
Warum sich die Haarfollikel selbst abtöten, ist übrigens unklar. Einige Hypothesen deuten darauf hin, dass es sich um eine vererbte Eigenschaft von Tieren handelt, die ihr Fell abwerfen, um heiße Sommertemperaturen zu überleben, oder die versuchen, sich zu tarnen.
Eine suboptimale Versorgung mit den Vitaminen A, D und E kann ebenso zu Haarverlust führen wie Hormonschwankungen, unverträgliche Haarpflegeprodukte und manche Medikamente.
Die Rolle von Vitaminen und Mineralstoffen bei Haarausfall ist komplex und vielfältig. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an essentiellen Nährstoffen ist, kann dazu beitragen, das Haarwachstum zu fördern und Haarausfall vorzubeugen. Im Folgenden eine Übersicht der wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe und deren Einfluss auf die Haargesundheit:
| Nährstoff | Funktion für die Haare | Mögliche Folgen bei Mangel | Natürliche Quellen |
|---|---|---|---|
| Vitamin A | Fördert das Zellwachstum und die Talgproduktion | Trockenes, brüchiges Haar, Haarausfall | Süßkartoffeln, Karotten, Spinat |
| Vitamin D | Spielt eine Rolle bei der Bildung neuer Haarfollikel | Haarausfall, insbesondere bei Autoimmunerkrankungen | Fetter Fisch, Eier, Sonnenlicht |
| Vitamin E | Antioxidative Wirkung, schützt die Haarfollikel vor Schäden | Trockenes, glanzloses Haar | Nüsse, Samen, Pflanzenöle |
| Eisen | Transportiert Sauerstoff zu den Haarfollikeln | Haarausfall, dünnes Haar, brüchige Nägel | Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse |
| Zink | Wichtig für das Zellwachstum und die Reparatur von Gewebe | Haarausfall, trockene Kopfhaut | Austern, rotes Fleisch, Nüsse |
| Selen | Antioxidative Wirkung, schützt vor Schäden durch freie Radikale | Haarausfall, Schuppen | Paranüsse, Fisch, Eier |
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