Haarausfall bei Bulimie: Ursachen und Behandlungswege

Plötzlicher starker Haarausfall ist für die meisten Menschen ein großer Schock. Man verliert sein gewohntes Äußeres, fühlt sich weniger hübsch und fürchtet vielleicht, eine schlimme Krankheit zu haben. Essstörungen treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Es handelt sich meistens um Bulimie oder Magersucht. Diese Essstörungen sind Verhaltensstörungen, die das Essen betreffen.

Die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Experten für Haarausfallbehandlungen kann lange Leidenswege ersparen. Im Folgenden stellen wir Ihnen Ursache und Behandlungswege für plötzlichen Haarausfall vor.

Essstörungen und ihre Auswirkungen

Essstörungen sind zumeist die Folge von psychischem Stress und treten bei Frauen häufiger als bei Männern auf. Die Hauptformen von Essstörungen sind Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung, aber mindestens genauso häufig und gefährlich sind Mischformen (atypische Essstörungen) wie z.B. eine Magersucht ohne Untergewicht. Daneben gibt es seltenere Essstörungen wie z.B. Orthorexie, oder das Pica-Syndrom. Die Ursachen und Risikofaktoren sind vielfältig und umfassen z.B. gesellschaftliche und biologische Faktoren wie Stigmatisierung von Übergewichtigen, ADHS oder Autismus. Essstörungen werden mit Psychotherapie und ggf. ergänzenden Medikamenten behandelt.

Es gibt verschiedene Arten von Essstörungen, die häufig zu Haarausfall führen können:

  • Magersucht (Anorexie): Betroffene schränken die Nahrungsaufnahme stark ein und nehmen immer weiter ab. Ihre Körperwahrnehmung ist verzerrt.
  • Bulimie (Ess-Brech-Sucht): Es kommt zu regelmäßigen Essanfällen, bei denen oft extreme Nahrungsmengen verzehrt werden. Betroffene ergreifen Gegenmaßnahmen wie Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch.
  • Binge-Eating-Störung: Wiederholte Essanfälle wie bei der Bulimie, aber ohne Gegenmaßnahmen zur Verhinderung einer Gewichtszunahme.
  • Atypische Essstörungen: Überschneidungen zwischen den Symptomen der genannten Formen. Genauso gefährlich wie Anorexie, Bulimie oder die Binge-Eating-Störung.

Haarverlust wegen Essstörung tritt bei Menschen mit Magersucht und Bulimie auf, da der Körper nicht genügend mit Nährstoffen versorgt wird. Da dem Körper kaum Vitamine, Eisen, Zink und andere wichtige Stoffe zugeführt werden, verschlechtert sich das Haarbild. Diese Stoffe können dem Körper durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, doch um den Haarausfall auf Dauer erfolgreich zu behandeln, muss die Essstörung als Ursache behandelt werden.

Besondere Gefahren

Besonders gefährlich sind Essstörungen, wenn sie im Zusammenhang mit Diabetes auftreten. Gleichzeitig kommen Essstörungen bei Diabetes häufiger vor als bei Menschen ohne Diabetes. Das unregelmäßige Essverhalten macht eine gute Einstellung des Blutzuckerspiegels oft unmöglich, was schwere Folgen haben kann.

Alle Essstörungen betreffen häufiger Mädchen und Frauen als Jungen und Männer. Am stärksten ist der Unterschied bei der Magersucht und am schwächsten bei der Binge-Eating-Störung. Bei Jungen und Männern werden Essstörungen deshalb oft später oder gar nicht erkannt, besonders bei Magersucht und Bulimie.

Ursachen von Essstörungen

Die Ursachen für eine Anorexie stecken meist tiefer und sind komplexer. Das können zum Beispiel belastende Erlebnisse sein, wie der Verlust eines geliebten Familienmitglieds, die Trennung vom Partner oder ein Trauma beispielweise durch Gewalt, was häufig mit Machtlosigkeit einhergeht. Die Ursachen sind verschieden und können Bakterien, Parasiten oder Pilze sein.

Essstörungen haben vielfältige Ursachen. Der Charakter der betroffenen Person, das Verhalten der Eltern, gesellschaftliche Einflüsse (z.B. Schönheitsideale, Stigmatisierung und Diskriminierung von übergewichtigen Menschen) und körperlich-biologische Faktoren (z.B. hormonell und / oder genetisch) wirken meist zusammen. Oft ist es eine Mischung aus gesellschaftlichen, individuellen, familiären beziehungsweise partnerschaftlichen Komponenten. Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf seelische Probleme, Unsicherheiten und Belastungen - insbesondere dann, wenn sie sich in bestimmten Entwicklungsphasen und Umbruchszeiten befinden, etwa die Pubertät.

Ein anhaltend hoher Stresspegel oder ein einmaliges schlimmes Ereignis wie ein Unfall, ein Trauma oder eine Operation können ebenfalls plötzlichen Haarausfall verursachen. Der Pathomechanismus ist nicht ganz klar. Es wird vermutet, dass durch die große Menge von Stresshormonen im Organismus Entzündungsreaktionen an den Haarwurzeln ausgelöst werden, die den Haarzyklus stören. Dadurch tritt das Haar frühzeitig in die Ruhephase ein und fällt aus.

Ein Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen kann zu Haarausfall führen. Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts können zu Haarausfall führen, wenn durch eine Resorptionsstörung bestimmte Nährstoffe nicht aufgenommen werden können und es zu Mangelerscheinungen kommt.

Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine Ursache - und auch beim diffusen Haarausfall können vielfältige Gründe für vermehrten Haarausfall sorgen: Hormonstörungen, ein möglicher Nährstoffmangel sowie Krankheiten (z.B. fieberhafte Infektionen) und Stress.

Hormonelle Ursachen für diffusen Haarausfall bei Frauen

Eine hormonelle Umstellung im weiblichen Körper kann zu unterschiedlichen Haarproblemen führen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen nach der Schwangerschaft oder während der Stillzeit vermehrt Haare verlieren. Dies liegt daran, dass in diesen Phasen der Hormonspiegel im Körper schwankt und das Haarwachstum dadurch beeinflusst werden kann. In der Regel normalisiert sich der Hormonspiegel einige Zeit später wieder und der Haarausfall geht zurück.

In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu Haarausfall führen. Auch die Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel kann sich auf den Haarzyklus auswirken und zu diffusem Haarausfall führen. Sprechen Sie hier bei Fragen oder Unsicherheiten mit Ihrem Arzt.

Auch eine Erhöhung des Testosteronspiegels kann den erblich bedingte Haarausfall verschlimmern bzw. der androgenetische Haarausfall auslösen.

Nährstoffmangel als Ursache für diffusen Haarausfall

Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls oftmals die Ursache für diffusen Haarausfall sein. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um dem Körper die benötigten Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum zu liefern. Fehlen dem Körper diese wichtigen Bausteine, kann dies das Haarwachstum negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen.

Besonders wichtig für eine normale Funktion der Haarwurzeln ist eine Versorgung mit Nährstoffen wie Eiweißen (Aminosäuren), B-Vitaminen und Mineralstoffen.

Auch ein Eisenmangel kann sich auf das Haarwachstum auswirken, da Eisen für die Bildung von Hämoglobin - ein Bestandteil der roten Blutkörperchen - notwendig ist.

Zink und Biotin sind ebenfalls wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare. Biotin unterstützt die Bildung von gesunden Hautzellen und Haaren.

Eine gesonderter Fokus beim Thema Mangelernährung liegt auf Essstörungen wie beispielsweise Magersucht oder Bulimie. Bei diesen Störungen wird der Körper nicht ausreichend mit den essenziellen Nährstoffen versorgt, die für das Haarwachstum wichtig sind. Es kommt zu einem Mangel an Eiweiß, B-Vitaminen, Eisen, Zink und anderen wichtigen Nährstoffen, die für das Haarwachstum benötigt werden. Dieser Mangel kann dazu führen, dass die Haarfollikel geschwächt werden und die Haare ausfallen.

Stress als Ursache für diffusen Haarausfall

Auch Stress kann eine mögliche Ursache für den diffusen Haarverlust sein, da der Körper aufgrund der Belastung vermehrt Hormone ausschüttet. Diese Hormone können den normalen Haarzyklus stören und zu einem vermehrten Haarausfall führen bzw. dafür sorgen, dass Haare brüchiger und dünner werden.

Wenn Sie vermehrten Haarausfall bemerken und Stress als Ursache vermuten, können Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training helfen, die Stressbelastung zu reduzieren. Auch regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf können dazu beitragen, den Körper zu entspannen und das Haarwachstum zu fördern.

Haarausfall. Ursachen und Fakten.

Haarwachstumszyklus und Haarausfall

Jeder Mensch hat ungefähr 80.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Jedes Haar durchläuft einen Zyklus, der aus einer Wachstumsphase, einer Übergangs- und einer Ruhephase besteht. In der Ruhephase wird die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels eingestellt und das Haar verkümmert. Dann wird ein neues Haar gebildet, welches während des Wachsens das alte Haar aus dem Haarfollikel heraus schiebt. Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar.

Ein Haarfollikel durchläuft im Laufe seines Lebens verschiedene Phasen, die man Haarzyklus nennt. Die erste Phase ist die Wachstumsphase (Anagenphase), in der sich zu jeder Zeit etwa 85 Prozent der Haarfollikel befinden. Sie dauert zwei bis sechs Jahre. Dann geht es in die Übergangsphase (Katagenphase) über. Hier schrumpft die Haarwurzel, weil sie nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird und die Zellteilung zum Erliegen kommt. In dieser zweiwöchigen Phase befinden sich ein bis drei Prozent der Haarfollikel. In der Ruhephase (Telogenphase) kommt die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels komplett zum Erliegen und das Haar verkümmert. Danach wird ein neues Haar gebildet. Das neu wachsende Haar schiebt in seiner Wachstumsphase das alte Haar aus dem Follikel, sodass es ausfällt. Bis an der Stelle, wo ein Haar ausgefallen ist, ein neues Haar sichtbar wird, vergehen acht bis zwölf Wochen. Bei Haarausfall treten mehr Haarfollikel in die Ruhephase ein, sodass mehr Haare ausfallen.

Bei einem Haarausfall wegen Essstörung werden die Haare nicht genügend mit Nährstoffen versorgt. Die Wachstumsphase der Haare kann sich verkürzen. Die Haarfollikel treten verfrüht in die Ruhephase ein. Die Haare werden immer weniger. Es kann zu kahlen Stellen auf dem Kopf kommen.

Der Haarverlust wegen Essstörung kann auch schnell voranschreiten, indem die Ruhephase hinausgezögert wird. Die Haare fallen aus, während keine neuen Haare nachwachsen. Der Haarverlust wegen Essstörung tritt als diffuser Haarausfall auf.

Diagnose und Behandlung von Haarausfall

Menschen, die unter einer Essstörung und unter Haarausfall leiden, erkennen häufig nicht, dass die Essstörung die Ursache für den Haarverlust ist. Selbst Ärzte erkennen die Essstörung nicht immer als Ursache für den Haarausfall, wenn nicht eindeutige Anzeichen für eine Essstörung bekannt sind. Er nimmt auch eine Blutuntersuchung vor und befragt Sie zur familiären Häufung von Haarausfall, zur Einnahme von Medikamenten, zu bekannten Erkrankungen und zu Ihren Lebensgewohnheiten. Häufig erkennen viele Betroffene nicht, dass sie unter einer Essstörung leiden.

Soll der Haarverlust behandelt werden, gilt es, die Essstörung als Ursache zu behandeln. Das kann ein langer Prozess sein. Zusätzlich kann das Wachstum der Haare gefördert werden. Da die Haarfollikel aufgrund der Essstörung nicht genügend mit Nährstoffen sowie mit Eisen, Zink und Vitaminen versorgt werden, kann das Wachstum der Haare mit Nahrungsergänzungsmitteln gefördert werden, in denen diese Stoffe enthalten sind.

Vor der Therapie eines Haarausfalls steht eine ausführliche Diagnostik. Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig. Dadurch lassen sich sowohl Mangelzustände herausfinden als auch hormonelle Störungen oder bestimmte Erkrankungen. Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie.

Manchmal kommt es vor, dass die Haare trotz Beheben der Ursache nicht komplett so nachwachsen wie vorher. Dann kommen regenerative Therapien infrage. Dabei werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte genutzt, um schonend und ohne relevante Nebenwirkungen wieder zu einer schönen Frisur zu gelangen. Zur Auswahl steht zum Beispiel die PRP-Therapie. Bei der Low-Level-Laser-Therapie wird mit einem medizinischen Laser die Kopfhaut stimuliert, sodass die Durchblutung gesteigert und die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Haarfollikel verbessert wird. Möglich ist auch eine Stammzellen-Therapie, bei der Unterhaut-Fettgewebe gewonnen und aufbereitet wird, sodass ein an Stammzellen reiches Konzentrat entsteht.

Als medikamentöse Therapieoptionen stehen nur wenige Medikamente zur Auswahl. Die Option einer Haartransplantation kommt bei plötzlichem Haarausfall erst einmal nicht infrage. Das Ergebnis ist dauerhaft und kosmetisch sehr ansprechend. Wichtig ist aber, dass der Haarverlust vor der Transplantation gestoppt wurde und nicht weiter voranschreitet.

Behandlung der Essstörung

Um den Haarausfall wegen Essstörung wirksam zu behandeln, muss die Essstörung behandelt werden. Das ist entweder ambulant oder stationär möglich und nimmt einen längeren Zeitraum in Anspruch. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Sie erfolgt zumeist als Gesprächstherapie. Die Ursachen für die Essstörung werden ermittelt. Mit neuen Verhaltensmustern soll das Essverhalten verändert werden.

Eine stationäre Behandlung kann vollstationär mit einem zeitlich begrenzten Klinikaufenthalt, aber auch teilstationär in verschiedenen Tageskliniken erfolgen. Bei der Behandlung von Essstörungen arbeiten Psychotherapeuten mit Internisten oder Allgemeinmedizinern zusammen.

Es gilt, wieder ein gesundes Körpergefühl zu entwickeln. Ziel ist das Erlernen eines gesunden Essverhaltens, das dauerhaft beibehalten wird. War die Behandlung erfolgreich, können die Haare wieder wachsen.

Wichtige Informationen für Betroffene und Angehörige

  • Auch wenn Sie als Betroffene sich nur zum Teil in den Kriterien der Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating-Störung wiederfinden, scheuen Sie sich nicht, medizinische Hilfe zu suchen.
  • Bemerken Sie als Angehörige, dass eine vorher übergewichtige oder noch übergewichtige Person massiv abgenommen hat und weiter abnehmen will, sollten sie vorsichtig mit Lob für die Gewichtsabnahme sein.
  • Wenn der Haarausfall plötzlich einsetzt oder die Haare büschelweise ausfallen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn es kann ein Hinweis auf eine ernstere Grunderkrankung sein, die einer ärztlichen Behandlung bedarf.

Wenn Sie sich hier wiedererkannt haben, wünschen wir Ihnen, dass Sie den Mut finden, sich therapeutische Hilfe und Unterstützung zu suchen, bevor sich die Erkrankung verschlimmert und chronifiziert. Die besten Chancen auf eine Heilung ergeben sich aus einer möglichst früh begonnenen Therapie.

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