Die Wirkung von Propecia (Finasterid) bei Frauen mit Haarausfall

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sind etwa 95% aller Fälle von Haarausfall durch Androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica, kurz "AGA") verursacht. Dieser Anlagebedingte Haarausfall ist damit bei beiden Geschlechtern die häufigste Ursache einer Alopezie.

Der Begriff "Androgenetische Alopezie" bedeutet frei übersetzt "Haarausfall durch männliche Hormone". Darunter versteht man eine Form des Haarausfalls, die durch eine veranlagungsbedingt erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Sexualhormonen (Androgenen) ausgelöst wird.

Dabei handelt es sich um einen genetisch vorbestimmten Haarverlust, bei dem das Lebensalter eine wichtige Rolle spielt. Mit steigendem Alter nimmt bei Betroffenen der Grad der Alopecia androgenetica in der Regel zu. Er ist auch von typbedingten und familiären Veranlagungen abhängig.

Die Haarwurzeln entwickeln eine Überempfindlichkeit gegenüber DHT (Dehydrotestosteron), das aus dem körpereigenen Hormon Testosteron stammt. DHT verkleinert dabei die Haarfollikel, die dadurch eingeschränkt produzieren. Die Haare fallen schneller aus. Dies gilt gleichermaßen für Mann und Frau.

Normalerweise beginnt diese Veränderung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem androgenetischen Haarausfall des Mannes - auch männliche Glatzenbildung genannt - und der AGA der Frau.

Bei Männern bewirken die Hormone einerseits ein gesteigertes Wachstum im Bartbereich andererseits die Vermehrung von Talgdrüsen auf dem Kopf. Die Vermehrung der Talgdrüsen ist mit dem Verlust der Haare verbunden. Bei Männern kann es im Endzustand zu einer völligen Glatzenbildung kommen, bei Frauen entsteht nur eine Lichtung des Haupthaares.

Bei der Frau ist die androgenetische Alopezie häufig mit einem maskulinen Behaarungstyp verbunden. Wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung einer Androgenetischen Alopezie gibt es nicht. Wie Sie Ihre Haare pflegen und reinigen, beeinflusst in keiner Weise den anlagebedingten Haarausfall.

Kosmetische Haarwuchsmittel und scheinbare "Wunderwässerchen" wecken große Hoffnungen, die Wirksamkeit dieser Lotionen, Kuren, Haarwasser, Cremes etc. zur Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls ist jedoch nicht ausreichend belegt.

Je früher Haarausfall erkannt wird, desto eher hat die Behandlung Erfolg. Denn der Erfolg wird oft erst drei Monate nach Beginn der Behandlung sichtbar. Ein Wiederwachstum der Haare an bereits kahlen Stellen kann nur zum Teil erreicht werden, weil die Verkleinerung der Haarfollikel im Rahmen der Alopecia androgenetica im Allgemeinen nicht rückgängig zu machen ist.

Allerdings ermöglichen es neue Medikamente, den Haarausfall zu stoppen. Die Behandlungsmethoden sind für Männer und Frauen unterschiedlich. Alopezie kann bei der Frau mit Hormonpräparaten, wie z.B. hormonellen Verhütungsmitteln oder örtlich aufgetragenen, östrogenhaltigen Mitteln behandelt werden.

Prof. Dr. Ulrike Blume-Peytavi, 49. DDG-Tagung: Therapie der androgenetischen Alopezie

Beim Mann kann die genetische Veranlagung zum Haarverlust mit einem noch relativ neuen Wirkstoff behandelt werden. Das verschreibungspflichtige Medikament enthält den Wirkstoff Finasterid, der bei über neunzig Prozent der Männer in der Lage sein soll, den Haarausfall zu stoppen - wenn es regelmäßig eingenommen wird.

Finasterid hemmt das DHT und blockt damit den androgenetischen Haarausfall ab. Zu diesem Medikament stehen Langzeitbeobachtungen noch aus. Es steht aber im Verdacht, Potenzprobleme hervorzurufen.

Frauen dürfen Finasterid nicht einnehmen. Relativ erfolgreich können in Haarwässern enthaltene Östrogene wirken. Sie neutralisieren die Wirkung von DHT im Haarboden. Setzt man die Mittel allerdings ab, gehen die Haare wieder aus. Außerdem gibt es jetzt auch eine hormonfreie Lösung gegen anlagebedingten Haarausfall.

Die allermeisten Betroffenen brauchen sie nicht, doch müssen Perücke, Toupet oder Haartransplantationen in Betracht gezogen werden, wenn sonst nichts hilft und der Leidensdruck hoch ist. Bei der Transplantation werden verschiedene Techniken angewendet, z.B. die so genannte autologe Haarwurzeltransplantation.

Dabei wird in örtlicher Betäubung ein behaartes Hautareal entnommen. Dieses wird dann an lichten oder kahlen Stellen wieder eingesetzt.

Was ist Finasterid?

Finasterid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der 5-alpha-Reduktasehemmer und wird in Form von Tabletten zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopecie) bei Männern eingesetzt. In anderen medizinischen Abteilungen findet Finasterid auch zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) Anwendung.

Finasterid ist verschreibungspflichtig. Da systemische Therapien mit Finasterid-Tabletten mit regelmäßigen Blutkontrollen einhergehen, werden sie ausschließlich durch eine niedergelassene dermatologische Praxis verschrieben.

Wie wirkt Finasterid?

Finasterid hemmt das Enzym 5-alpha-Reduktase und wird deshalb als 5-alpha-Reduktasehemmer bezeichnet. Dieses Enzym spielt eine wichtige Rolle im Testosteron-Stoffwechsel, indem es Testosteron in 5-alpha-Dihydrotestosteron umwandelt, welches an der Entstehung von erblich bedingtem Haarausfall beteiligt ist. Durch die Hemmung des Enzyms wird diese Umwandlung gestört und der Haarausfall gestoppt.

Die häufigsten Nebenwirkungen unter der Therapie mit Finasterid umfassen eine Verminderung der Libido (verminderter Sexualtrieb), Potenzstörungen, Erektions- und Ejakulationsstörungen. Seltener treten Unverträglichkeitsreaktionen der Haut wie Ekzeme oder Juckreiz auf. Bei längerfristiger Anwendung wurden Veränderungen der Brust, genauer eine Vergrößerung der Brustdrüsen, beobachtet. Diese Nebenwirkungen sind in den allermeisten Fällen jedoch nur vorübergehend.

Frauen in der Schwangerschaft oder Stillzeit dürfen Finasterid unter keinen Umständen einnehmen und sollten nicht in Kontakt mit dem Sperma von Finasterid-behandelten Partnern kommen. Grund dafür ist, dass Finasterid zu Fehlbildungen von ungeborenen Jungen führen kann.

Für Frauen ist Finasterid nicht offiziell zugelassen. Unter bestimmten Umständen und nach ärztlicher Absprache kann jedoch ein Off-Label-Use sinnvoll sein. Finasterid ist in Tabletten zu je 1mg oder 5 mg verfügbar. Für die Therapie des erblich bedingten Haarausfalls (androgenetische Alopecie) wird die Einnahme von 1 mg pro Tag empfohlen.

Die Wirkung tritt in der Regel nach frühestens 8 Wochen ein. Die Therapiedauer beträgt meist mehrere Monate. Wichtig ist die kontinuierliche Anwendung, damit der Haarausfall reduziert wird und neue Haare nachwachsen können. Wird die Einnahme beendet, so geht auch die Wirkung von Finasterid wieder verloren.

Schwangere Frauen dürfen nicht in Kontakt mit dem Sperma von Finasterid-behandelten Partnern kommen.

Das Medikament wirkt nicht akut. Achtung: Als Frau dürfen Sie das Medikament nicht einnehmen! Propecia® enthält einen Wirkstoff namens Finasterid.

Die Standarddosierung für Propecia® beträgt 1 mg Finasterid. Es ist keine andere Dosis verfügbar. Die 1mg-Tabletten gibt es in Packungsgrößen mit 28 oder 84 Tabletten. Jede Propecia® 1mg-Tablette enthält 1 mg Finasterid.

Es ist wichtig, dass Sie die empfohlene Dosierung Ihres Arztes befolgen, selbst wenn Sie keine Wirkung bemerken, da die volle Wirkung der täglichen Einnahme von Propecia® erst nach drei Monaten oder mehr eintreten kann. Die Packungsbeilage des Medikaments empfiehlt die Einnahme einer 1-Milligramm-Tablette einmal täglich, mit oder ohne Mahlzeiten. Dabei sollte die maximale Tagesdosis von einer Tablette keinesfalls überschritten werden.

Die Tabletten können vor oder nach der Mahlzeit mit etwas Wasser geschluckt werden. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie die Tablette jeden Tag zur gleichen Uhrzeit schlucken. Wenn Sie aus Versehen die Dosis überschritten haben und z. B. zwei oder mehrere Tabletten innerhalb eines kurzen Zeitraumes geschluckt haben, sollten Sie ein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen.

Viele Medikamente haben potenzielle Wechselwirkungen, die auftreten können, wenn die Einnahme mit anderen Wirkstoffen kombiniert wird. Es sind bislang keine Wechselwirkungen der Propecia® Filmtabletten bekannt.

Bezüglich der Fruchtbarkeit besteht noch Forschungsbedarf. Es gibt keine Langzeitdaten zur Fertilität, da männliche Patienten mit einem Kinderwunsch von den klinischen Studien ausgeschlossen wurden. In Tierstudien konnte kein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Propecia® und der Fertilität der Tiere ermittelt werden.

Es gibt jedoch Patientenberichte, in denen über Infertilität und/oder schlechte Samenqualität berichtet wurde. Die Aufbewahrung von Propecia® ist relativ unkompliziert, denn es sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Finasterid bei Frauen: Studien und Erkenntnisse

Die Frage nach der Anwendung von Finasterid bei Frauen wird oft gestellt, und das mit Recht. Wie ist die wissenschaftliche Datenlage? Die Wirksamkeit von Finasterid gegen die androgenetische Alopezie bei Männern wurde an Männern zwischen 18 und 40 Jahren bewiesen.

Eine Unwirksamkeit von Finasterid bei Frauen wurde bei älteren, postmenopausalen Frauen, meist ab 50 Jahren, beobachtet (Price et al., ""Lack of efficacy of finasteride in postmenopausal women with androgenetic alopecia"" J Am Acad Dermatol 43: 768-776, 2000). Nicht studiert wurde bisher, ob Finasterid nicht doch bei jüngeren Frauen mit beginnendem Haarausfall wirksam sein könnte.

Einige Haarexperten glauben an eine Wirksamkeit von Finasterid bei jüngeren Frauen. Die Substanz müsste dann genauso wie die Antiandrogene Cyproteronacetat (in Diane 35 oder Androcur) oder Chlormadinonacetat (in Neo-Eunomin oder Belara) immer zusammen mit einer sicheren Verhütung gegeben werden.

Ich selbst würde bei der derzeitigen Daten- und Rechtslage zunächst auf jeden Fall die Möglichkeiten der dafür zugelassenen Antiandrogene (Belara, Neo-Eunomin, Diane-35, Androcur) ausschöpfen.

Finasterid und Dutasterid haben den gleichen Ansatzpunkt (die Hemmung des Enzyms 5-alpha-Reduktase) und die gleiche Wirkung (Senkung des Dihydrotestosteron im Körper, Finasterid um 70%, Dutasterid um 90%). Daher gelten für Dutasterid die gleichen Kontraindikationen wie bei Finasterid. Dazu gehört, dass das Präparat nicht bei Frauen angewendet werden darf, da es zur Schädigung der Genitalwentwicklung bei männlichen Föten kommen kann.

Zudem scheinen die 5-alpha-Reduktase-Hemmer bei Frauen nicht gut zu wirken: Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass Finasterid bei älteren, postmenopausalen Frauen nicht hilft (Price et al., ""Lack of efficacy of finasteride in postmenopausal women with androgenetic alopecia"" J Am Acad Dermatol 43: 768-776, 2000). Die Wirkung bei jüngeren Frauen ist nicht untersucht.

In der Arbeit von Trüeb wurden 5 ältere, postmenopausale Frauen mit 2,5 bzw. 5 mg Finasterid pro Tag über 18 Monate hinweg behandelt. Bei allen Frauen wurden Verbesserungen des Haarwachstums beobachtet. Dies belegen auch eindrucksvolle Fotos im Artikel. Nebenwirkungen traten keine auf.

Ich halte den Ansatz für interessant und vielversprechend. Allerdings weise ich darauf hin, dass eine solche Therapie vorher gründlich erwogen werden sollte, da es dafür (noch?) keine Zulassung gibt. Es handelt sich also um einen individuellen Heilversuch. Noch ein Hinweis: Auf keinen Fall darf eine Frau unter Finasteridbehandlung schwanger werden! Daher wurden die bisherigen Therapien vorwiegend bei älteren Frauen in der Menopause durchgeführt.

Auch zur Therapie mit Finasterid gibt es keine Studien, nur Fallserien. So wurden in einer Arbeit von Prof. Trüeb aus Zürich 5 ältere, postmenopausale Frauen mit 2,5 bzw. 5 mg Finasterid pro Tag über 18 Monate hinweg behandelt. Bei allen Frauen wurden Verbesserungen des Haarwachstums beobachtet. Dies belegen auch eindrucksvolle Fotos im Artikel.

Ich halte den Ansatz für interessant und vielversprechend. Allerdings weise ich darauf hin, dass eine solche Therapie vorher sehr gründlich erwogen werden sollte, da es dafür keine Zulassung gibt. Noch ein Hinweis: Auf keinen Fall darf eine Frau unter Finasteridbehandlung schwanger werden!

Eine Suche in der elektronischen Zeitschriften-Bibliothek PubMed ergab am 30.5.2005 zur Suchkombination "Finasteride AND Women" insgesamt 233 Treffer! Die meisten dieser Artikel beschäftigten sich mit dem Potenzial von Finasterid in der Behandlung von Hirsutismus, Akne und Haarausfall bei Frauen.

Finasterid ist ein Enzym-Blocker, der die Aktivität der 5-alpha-Reduktase Typ II hemmt. Als Folge wird im Körper wesentlich weniger Testosteron in das stärkere Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt.

Finasterid ist als 1-mg-Tablette (Propecia) zur Behandlung der androgenetischen Alopezie des Mannes zugelassen und dort sicher mit sehr gutem Nebenwirkungsprofil einsetzbar. Eine Zulassung zur Behandlung bei Frauen gibt es nicht. Ein Grund war wohl die in einer Studie festgestellte fragliche Wirksamkeit bei postmenopausalen, älteren Frauen (Price et al: Lack of efficacy of finasteride in postmenopausal women with androgenetic alopecia, J Am Acad Dermatol.

Andererseits mehren sich die Fallberichte zu guten Wirkungen. Warum gibt es Finasterid trotzdem nicht für Frauen in Deutschland?

  • Finasterid kann wegen der DHT-Senkung zu Fehlbildungen am Genitale von männlichen Föten führen.
  • Für fast alle Ärzte in Deutschland ist die wissenschaftliche Datenlage noch zu gering, um Finasterid bei androgenetischer Alopezie einzusetzen.

Für fast alle Ärzte in Deutschland ist die wissenschaftliche Datenlage noch zu gering, um Finasterid bei androgenetischer Alopezie bei Frauen einzusetzen. Spezielle Ausnahmefälle sollte man auf keinen Fall generalisieren.

Bis eventuell weitere Berichte vorliegen, wird es individuelle Heilversuche mit Finasterid bei Frauen wohl nur vereinzelt in spezialisierten Sprechstunden an (Universitäts)-Hautkliniken geben.

Das Präparat darf nicht von Frauen eingenommen werden, da im Fall einer Schwangerschaft Fehlbildungen der äußeren Geschlechtsorgane bei männlichen Feten möglich sind.

Die Rolle von Androgenen (Testosteron und Dihydrotestosteron) bei männlichem androgenetischen Haarausfall ist klar. Welche genaue Rolle Androgene dagegen bei weiblichem kreisrunden Haarausfall spielen, ist weniger bekannt, da viele Frauen, die unter weiblichem androgenetischem Haarausfall leiden, keine hohen Testosteronwerte oder klinische Anzeichen von Hyperandrogenämie aufzeigen.

Antiandrogene Therapien mit mehreren Wirkstoffen, wie beispielsweise Androgen-Rezeptorblockern wie Cyproteroneacetat und Spironolacton konnten bereits erfolgreich bei Frauen angewendet werden.

Typ II 5α-Reduktase ist ein Enyzm, welches hauptsächlich in der Prostata und in den Haarfollikeln vorkommt und das Testosteron in das stärkere Dihydrotestosteron umformt. Finasterid wurde erstmals 1992 mit einer Dosierung von 5 mg/Tag für die Behandlung von beginnender Prostatavergrößerung bei Männern erlaubt.

1998 wurde Finasterid dann mit einer Dosierung von 1 mg/Tag (als Propecia®) genehmigt und für die Behandlung von androgenetischem Haarausfall bei Männern eingesetzt. Langfristige Behandlungen mit Finasterid zeigten eine Stabilisierung bzw. eine Stagnation des Haarverlustes bei mehr als 80% der betroffenen Männer. Bei 50% bis 75% der Männerkonnte das Haarwachstum sogar gesteigert werden.

Der früheste und größte Bericht über Finasterid bei Behandlung des weiblichen Haarausfalls war eine kontrollierte Studie mit postmenopausalen Frauen in den Wechseljahren mit normalem Testosteronserum. Ergebnismessungen umfassten Haarzählungen, patienteigene Beobachtungen einschließlich derer Zufriedenheit mit dem Gesamterscheinungsbild des Haares, Bewertung des Haarwuchses im Vergleich zum Ausgangszustand und die fotografische Dokumentation und Beurteilung.

Biopsien der Kopfhaut in Bereichen, die vom Haarausfall betroffen sind, wurden ebenfalls verwendet um die Wirkung von Finasterid auf das Haarwachstum zu bestimmen. Nach der 12-monatigen Behandlung zeigte sich Finasterid nicht wirkungsvoller als das Placebopräparat. Trotz erheblicher Reduktion im Dihydrotestosteronserumsspiegel berichteten weniger als 20% der behandelten Patienten von einer Zufriedenheit mit dem Aussehen ihrer Haare.

Jedoch wurde anschließend eine erfolgreiche Behandlung vom Haarausfall bei weiteren postmenopausalen Frauen gemeldet, wenn auch mit teilweise höheren Dosierungen und über einen längeren Behandlungszeitraum.

Eine Finasteridbehandlung mit 5 mg einmal wöchentlich wurde gestartet und nach 12 Monaten berichtete die Patientin von einer erhöhten Haardichte und eine standardisierte umfassende Fotografie von ihrer Kopfhaut zeigte ein signifikantes Haarwachstum. Ähnliche Erfolge zeigten sich bei einer 51-jährigen Patientin mit einer 8-monatigen Krankengeschichte von progressivem Haarverlust und keinerlei im Labor oder der Klinik nachweisbarem Hyperandrogenismus.

Eine Behandlung mit aktuellem Minoxidil 2% zeigte keinerlei Wirkung. Ahn et al berichtet von der Zufriedenheit der Patienten und Verbesserung durch Fotoanalyse bei neun von zehn postmenopausalen Frauen, die für 52 bis 82 Wochen mit 1 mg Finasterid täglich behandelt wurden.

Frauen vor der Menopause wurden ebenfalls untersucht. Iorizzo et al berichtet von einer Verbesserung bei 23 von 37 Frauen vor der Menopause, die auf einer fotografischen Beurteilung in einer 12-monatigen Studie mit Finasterid 2,5 mg täglich (zusammen mit einem oralen Kontrazeptivum mit Drospirenon) basiert.

Es wurde vorgeschlagen, dass Frauen mit Hyperandrogenismus eher von Finasterid-Behandlung profitieren könnten. Bei der kombinierten Behandlungsform mit 2,5 mg Finasterid/Tag und 30 ug Ethinylöstradiol/Tag für die Dauer von zwei Jahren, berichten 75 von 89 Patienten mit dauerhaftem Adrenarchsyndrom (offensichtlich durch Seborrhoe, Akne, Hirsutismus und Alopezie verursacht) von einer Verbesserung hinsichtlich ihres Haarverlustes.

Die selben Beobachtungen wurden auch bei einer täglichen 2,5 mg bis 5 mg starken Finasterid-Behandlung gemacht, sowie bei einer zeitgemäßen Minoxidil-Behandlung bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Androgenspiegel, sowie bei androgenetischem Haarausfall im Stirn- und Schläfenbereich.

Tägliche Einnahme von 1,25 mg Finasterid förderte erfolgreich das Kopfhaarwachstum bei vier Frauen (im Alter von 36-66 J.) mit erhöhten Testosteronwerten (im Bereich von 3,4 bis 5,8 nmol/L) und klinischem Hyperandrogenismus.

Eine Stabilisierung des Haarverlustes war bereits nach 6 bis 12 Monaten sichtbar, sichtbares Haarwachstum benötigte 6 Monate bis 2,5 Jahre. Weitere Merkmale von Hyperandrogenismus wie zum Beispiel Damenbart (Hirsutismus) verbesserten sich auch. Die Patienten wurden noch 24 bis 30 Monate weiter behandelt.

In den ersten 3 Monaten kam es zu keiner Reaktion auf die Behandlung, jedoch traten nach 6 Monaten zufriedenstellende, signifikante Unterschiede hinsichtlich der Haardichte auf im Vergleich zum Haarverlust bei dem mit Placebo behandelten Haar. Obwohl die Ergebnisse nicht nach Geschlecht getrennt wurden, zeigten alle Patienten am Ende der Studie eine sichtliche Reduzierung der kahlen Stellen auf und alle berichteten von wahrnehmbaren Erfolgen und bewerteten ihre Behandlung als mäßig (27%) oder sehr effektiv (73%).

Die Behandlung wurde gut angenommen, ohne dass von örtlichen oder systemischen Nebenwirkungen berichtet wurde und ohne merklich das Testosteron - oder Dihydrotestosteronplasma zu beeinflussen.

Die Rolle von Finasterid bei Frauen mit androgenetischem Haarausfall ist immer noch umstritten. Teils gibt es Erfolgsmeldungen und dann wieder Berichte über Misserfolge. Manche Frauen mit weiblichem genetischem Haarausfall können von Finasterid profitieren, obwohl ein besseres Verständnis der Erkrankung und mehr Forschung hinsichtlich der optimalen Dosierung von Finasterid sowie mehr geeignete Kandidaten für die Behandlung notwendig sind.

Die verwendeten Dosierungen variieren von 5 mg pro Woche bis 5 mg pro Tag, über einen Zeitraum von 6 Monaten bis zu mehr als 2 Jahren.

Die Hauptwarnung hierbei ist, dass Finasterid zur Verweiblichung von männlichen Föten führen kann. Eine Schwangerschaft sollte also vor Beginn der Behandlung mit Finasterid ausgeschlossen werden und während der Behandlung durch eine wirksame Empfängnisverhütung gewährleistet sein.

Zusammenfassung

Die Anwendung von Finasterid bei Frauen mit Haarausfall ist ein komplexes Thema. Während es bei Männern eine etablierte Behandlung für androgenetische Alopezie ist, gibt es bei Frauen weniger eindeutige Ergebnisse. Studien haben gezeigt, dass Finasterid bei postmenopausalen Frauen möglicherweise nicht wirksam ist, während es bei jüngeren Frauen positive Ergebnisse geben könnte, insbesondere in Kombination mit Verhütungsmitteln. Es ist wichtig zu beachten, dass Finasterid während der Schwangerschaft vermieden werden muss, da es zu Fehlbildungen bei männlichen Föten führen kann. Weitere Forschung ist erforderlich, um die optimale Dosierung und die am besten geeigneten Kandidaten für die Behandlung mit Finasterid bei Frauen zu bestimmen.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Aspekte der Finasterid-Behandlung bei Frauen zusammen:

Aspekt Details
Wirksamkeit bei postmenopausalen Frauen Weniger eindeutig, Studien zeigen oft keine Wirksamkeit
Wirksamkeit bei jüngeren Frauen Potenziell wirksam, insbesondere in Kombination mit Verhütungsmitteln
Dosierung Variiert von 1 mg pro Tag bis 5 mg pro Woche
Risiken Fehlbildungen bei männlichen Föten, Schwangerschaft muss vermieden werden
Forschung Weitere Forschung erforderlich, um optimale Dosierung und Kandidaten zu bestimmen

tags: #propecia #wirkung #bei #frauen #haarausfall

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