Prograf (Tacrolimus) und Haarausfall: Was Sie über Nebenwirkungen wissen sollten

Prograf 1mg Kapseln B enthält den Wirkstoff Tacrolimus, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten (Macrolid-)Immunsuppressiva. Tacrolimus ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden. Nach einer Organtransplantation (z.B. Leber- oder Nierentransplantation) versucht Ihr Immunsystem, das neue Organ abzustoßen. Tacrolimus soll Ihr Immunsystem unter Kontrolle halten und Ihrem Körper die Annahme des transplantierten Organs erleichtern und ermöglichen. Tacrolimus wird oft in Verbindung mit anderen Arzneimitteln verwendet, die das Immunsystem ebenfalls unterdrücken.

Was ist Prograf und wofür wird es angewendet?

Tacrolimus wird angewendet zur:

  • Vorbeugung der Transplantatabstoßung bei erwachsenen Nieren- oder Lebertransplantatempfängern.
  • Behandlung einer Transplantatabstoßung, die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als therapieresistent erweist.

Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?

Tacrolimus zum Einnehmen gibt es üblicherweise als:

  • Granulat enthaltend 0,2 mg oder 1 mg Tacrolimus
  • Hartkapseln enthaltend 0,5 mg, 0,75 mg, 1 mg, 2 mg oder 5 mg Tacrolimus
  • Retardierte Hartkapseln enthaltend 0,5 mg, 0,75 mg, 1 mg, 3 mg oder 5 mg Tacrolimus
  • Retardtabletten enthaltend 0,75 mg, 1 mg, 4 mg Tacrolimus

Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.

Was müssen Sie vor der Einnahme von Prograf beachten?

Prograf darf nicht eingenommen werden:

  • wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Tacrolimus oder einen der sonstigen Bestandteile von Prograf sind.
  • wenn Sie allergisch gegen Sirolimus oder irgendein anderes Makrolid-Antibiotikum sind (z.B. Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin).

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn:

  • Sie eines der unter Abschnitt 2.3 genannten Arzneimittel nehmen.
  • Sie Leberprobleme haben oder gehabt haben.
  • Sie Durchfall für mehr als einen Tag gehabt haben.

Informieren Sie auch Ihren Arzt, wenn eine Impfung erforderlich ist. Sie sollten in regelmäßigem Kontakt mit Ihrem Arzt bleiben. Von Zeit zu Zeit möchte Ihr Arzt vielleicht Blut-, Harn-, Herz- Augenuntersuchungen durchführen, um die Dosis von Prograf richtig einzustellen.

Sie sollten während der Einnahme von Prograf die Einwirkung von Sonne und UV-(ultraviolettes)-Licht beschränken, da Immunsuppressiva das Risiko für Hautkrebs erhöhen könnten. Tragen Sie geeignete Kleidung und verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit einem hohen Schutzfaktor.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn bei Ihnen während der Behandlung Folgendes auftritt: Probleme mit Ihrem Sehvermögen, wie z.B. verschwommenes Sehen, Veränderungen des Farbsehens, Schwierigkeiten beim Erkennen von Einzelheiten oder Einschränkungen Ihres Gesichtsfeldes. Ihr Arzt kann es für erforderlich halten, die Dosis anzupassen.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung von Retardkapseln bzw. Retardtabletten wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen. In der Regel werden bei Kindern vergleichbare Blutspiegel erst nach Gabe von von höheren Dosen erreicht.

Ältere Patienten

Es gibt bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass bei älteren Patienten eine Dosisanpassung erforderlich ist.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie denken, dass sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, fragen Sie vor der Einnahme von Prograf Ihren Arzt um Rat.

Tacrolimus geht in die Muttermilch über. Deshalb sollten Sie während der Einnahme von Prograf nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen, wenn Sie sich nach Einnahme von Prograf schwindelig oder schläfrig fühlen oder verschwommen sehen. Diese Wirkungen sind bei Konsum von Alkohol häufiger zu beobachten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Tacrolimus darf nicht zusammen mit Ciclosporin eingenommen werden. Andere Arzneimittel können die Konzentration von Tacrolimus im Blut beeinflussen, wie Prograf die Blutkonzentration anderer Arzneimittel verändern kann. Möglicherweise muss die Dosierung von Prograf dann erhöht oder herabgesetzt werden.

Insbesondere müssen Sie Ihren Arzt verständigen, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen bzw. vor Kurzem eingenommen haben:

  • Antimykotika und Antibiotika, vor allem sogenannte Makrolid-Antibiotika zur Behandlung von Infektionen, z.B. Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol, Clotrimazol und Isavuconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin und Rifampicin
  • HIV-Protease-Hemmer (z.B. Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir), den Wirkungsverstärker Cobicistat und Kombinationstabletten, die zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt werden
  • HCV-Protease-Inhibitoren (z.B. Telaprevir, Boceprevir und die Kombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir), die zur Behandlung von Hepatitis-C-Infektionen angewendet werden
  • Nilotinib und Imatinib, die zur Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt werden
  • Mycophenolsäure, angewendet zur Unterdrückung des Immunsystems, um eine Transplantatabstoßung zu verhindern
  • Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwüren und Reflux von Magensäure (z.B. Omeprazol, Lansoprazol oder Cimetidin)
  • Antiemetika, angewendet zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen (z.B. Metoclopramid)
  • Cisaprid oder das Antazidum Magnesium-Aluminium-Hydroxid, angewendet zur Behandlung von Sodbrennen
  • die Empfängnisverhütungs-Pille oder andere Hormonbehandlungen mit Ethinylestradiol, Hormonbehandlungen mit Danazol
  • Arzneimittel, die zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzbeschwerden angewendet werden (z.B. Nifedipin, Nicardipin, Diltiazem und Verapamil)
  • als Statine bezeichnete Arzneimittel, die zur Behandlung erhöhter Cholesterin- und Triglyceridspiegel angewendet werden
  • Phenytoin oder Phenobarbital, angewendet zur Behandlung der Epilepsie
  • die Kortikosteroide Prednisolon und Methylprednisolon, die zur Gruppe der Kortikosteroide gehören und zur Behandlung von Entzündungen oder zur Unterdrückung des Immunsystems (z.B. bei Transplantatabstoßung) eingesetzt werden
  • Nefazodon, angewendet zur Behandlung von Depressionen
  • pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten
  • Metamizol, ein Arzneimittel zur Behandlung von Schmerzen und Fieber.
  • Cannabidiol (Anwendungsgebiete umfassen unter anderem die Behandlung von Krampfanfällen): Vorsicht ist geboten, wenn Tacrolimus gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet wird, die das P-Glykoprotein hemmen, da es zu einem Anstieg der Tacrolimus-Spiegel kommen kann. Die Tacrolimuskonzentration im Vollblut und der klinische Zustand des Patienten sind engmaschig zu überwachen.

Ihr Arzt muss auch wissen, ob Sie während einer Behandlung mit Prograf kaliumhaltige Nahrungsergänzungsmittel oder bestimmte Diuretika, die zur Behandlung von Herzinsuffizienz, Bluthochdruck und Nierenerkrankungen eingesetzt werden, nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAID bzw. NSAR wie Ibuprofen), die gegen Fieber, Entzündung und Schmerz eingesetzt werden, Antikoagulanzien (Blutverdünnungsmittel) oder orale Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes mellitus einnehmen.

Wenn Sie Impfungen benötigen, sprechen Sie bitte vorher mit Ihrem Arzt.

Einnahme von Prograf zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken

Nehmen Sie Prograf auf den leeren Magen oder 2 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit ein. Warten Sie mindestens 1 Stunde vor Einnahme der nächsten Mahlzeit.

Vermeiden Sie Grapefruit (auch als Saft) während Sie Prograf einnehmen, da es den Tacrolimus-Blutspiegel beeinflussen kann.

Wie ist Prograf einzunehmen?

Nehmen Sie Prograf immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Stellen Sie sicher, dass Sie immer dasselbe Tacrolimus Arzneimittel erhalten, wenn Sie Ihr Rezept einlösen, es sei denn Ihr Facharzt hat ausdrücklich einem Wechsel des Tacrolimus Präparates zugestimmt. Die retardierten und nicht retardierten Arzneimittel sind nicht austauschbar.

Art und Dauer der Anwendung

Retardkapseln: Die Retardkapseln sollen 1-mal täglich am Morgen auf leeren Magen oder 2 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit eingenommen werden. Warten Sie mindestens 1 Stunde bis zur nächsten Mahlzeit Nehmen Sie die Kapseln unmittelbar nach der Entnahme aus der Blisterpackung ein. Die Kapseln sind unzerkaut mit einem Glas Wasser zu schlucken. Das in dem Folienbeutel enthaltene Trockenmittel darf nicht geschluckt werden.

Retardtabletten: Das Arzneimittel soll 1-mal täglich, in der Regel auf leeren Magen eingenommen. Nehmen Sie die Tabletten unmittelbar nach der Entnahme aus der Blisterpackung ein. Die Tabletten sind unzerkaut mit einem Glas Wasser zu schlucken. Das in dem Folienbeutel enthaltene Trockenmittel darf nicht geschluckt werden.

Bei normaler Wirkstofffreisetzung (Kapseln, Granulat) wird empfohlen, die Tages-Dosis in 2 Gaben zu verabreichen (z.B. morgens und abends). Eine Einnahme im Nüchternzustand oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit wird empfohlen. Die Kapseln müssen nach der Entnahme aus der Blisterpackung sofort mit etwas Flüssigkeit (am besten mit Wasser) eingenommen werden. Das Trockenmittel sollte nicht geschluckt werden. Granulat wird in Wasser suspendiert und kann, falls erforderlich, über eine Nasensonde eingeleitet werden.

Sie müssen Prograf jeden Tag so lange einnehmen, wie Sie zur Verhinderung einer Abstoßung Ihres Organes eine Immunsuppression benötigen. Bleiben Sie dabei bitte regelmäßig mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung. Über die Dauer der Anwendung entscheidet der Arzt.

Wenn Sie ein Arzneimittel erhalten, dessen Aussehen vom gewohnten abweicht oder die Dosierungsanweisungen verändert sind, sprechen Sie bitte so schnell wie möglich mit Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker, damit gewährleistet ist, dass Sie das richtige Arzneimittel bekommen haben.

Übliche Dosis

Die Dosis von Tacrolimus hängt von Ihrem Allgemeinzustand und von der Art der gleichzeitig gegebenen anderen Immunsuppressiva ab. Nach Beginn Ihrer Behandlung mit diesem Arzneimittel wird Ihr Arzt häufig Blutkontrollen durchführen, um die korrekte Dosis festlegen zu können.

Damit Ihr Arzt die richtige Dosis ermitteln und von Zeit zu Zeit einstellen kann, muss er anschließend regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen. Sobald sich Ihr Zustand stabilisiert hat, wird Ihr Arzt gewöhnlich die Dosis herabsetzen.

Retardkapseln: 1 Kapsel der verordneten Wirkstärke 1-mal morgens täglich. Die Anfangs-Dosis zur Verhinderung einer Abstoßung Ihres Transplantats wird von Ihrem Arzt unter Berücksichtigung Ihres Körpergewichts berechnet. Die Anfangsdosen unmittelbar nach der Transplantation liegen gewöhnlich im Bereich von 0,10 bis 0,30 mg pro kg Körpergewicht und Tag je nach dem transplantierten Organ.

Retardtabletten: 1 Tablette der verordneten Wirkstärke 1-mal täglich. Die Anfangs-Dosis zur Verhinderung einer Abstoßung Ihres Transplantats wird von Ihrem Arzt unter Berücksichtigung Ihres Körpergewichts berechnet. Die Anfangsdosen unmittelbar nach der Transplantation liegen für Retardtabletten gewöhnlich im Bereich von: 0,11 bis 0,17 mg pro kg Körpergewicht und Tag, abhängig vom transplantierten Organ. Bei der Behandlung von Abstoßungen können die gleichen Dosierungen eingesetzt werden.

Kapseln, Granulat: Morgens und Abends je 1 Dosis der verordneten Wirkstärke. Die Anfangs-Dosis zur Verhinderung einer Abstoßung Ihres Transplantats wird von Ihrem Arzt unter Berücksichtigung Ihres Körpergewichts berechnet. Die Anfangsdosen gleich nach der Transplantation liegen je nach dem transplantierten Organ gewöhnlich im Bereich von 0,075 bis 0,30 mg/kg Körpergewicht/Tag. In der Regel werden bei Kindern vergleichbare Blutspiegel erst nach Gabe von von 1,5 - bis 2-mal höheren Dosen erreicht.

Methotrexat (MTX): Therapie bei Krebs & Autoimmunerkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Psoriasis)

Haarausfall als Nebenwirkung von Prograf

Haarausfall ist eine bekannte, wenn auch unerwünschte, Nebenwirkung von Tacrolimus. Viele Patienten berichten über dünner werdendes Haar nach Beginn der Behandlung mit Prograf. Die gute Nachricht ist, dass sich dies oft nach einer gewissen Zeit wieder normalisiert.

Einige Patienten berichten, dass das Haar anfangs sehr dünn wurde, sich aber wieder gegeben hat. Es ist auch möglich, dass neue Haare nachwachsen. Eine Kurzhaarfrisur kann eine Option sein, um mit dem dünner werdenden Haar besser umzugehen, aber einige Patienten finden, dass längere Haare besser geeignet sind, um schütteres Haar zu kaschieren.

Was können Sie gegen Haarausfall tun?

Hier sind einige Tipps, die Patienten helfen können, mit Haarausfall umzugehen:

  • Geduld: Oft pegelt sich der Haarausfall nach etwa einem halben Jahr ein.
  • Haarpflege: Verwenden Sie milde Shampoos und vermeiden Sie aggressive Behandlungen wie Färben oder Dauerwellen.
  • Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Kaschieren: Haarbänder oder Extensions können helfen, dünnes Haar zu kaschieren.
  • Gespräch mit dem Arzt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit einer Dosisanpassung oder alternativen Behandlungen.

Weitere Nebenwirkungen von Prograf

Neben Haarausfall kann Prograf auch andere Nebenwirkungen verursachen, darunter:

  • Anstieg des Blutzuckers
  • Schlaflosigkeit
  • Zittern
  • Kopfschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Durchfälle
  • Übelkeit
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Juckreiz
  • Hautausschlag
  • Akne
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Allgemeine Schwäche
  • Fieber
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

tags: #Prograf #Haarausfall #Nebenwirkungen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen