Jede*r, der schon einmal von Haarausfall betroffen war, weiß, wie belastend es ist, wenn die Haare immer lichter werden und die Kopfhaut durchschimmert. Auf dem Markt gibt es daher unzählige Mittel, die den Haarausfall stoppen und gleichzeitig das Haarwachstum anregen sollen. Doch gerade bei anlagebedingtem Haarausfall wirken Koffeinpräparate, Haarvitamine und Co. leider oft kaum bis gar nicht.
Stiftung Warentest hat diverse Mittel gegen Haarausfall unter die Lupe genommen, die vor allem bei einem anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) eingesetzt werden. Dabei soll eine regelmäßige und dauerhafte Anwendung den Haarausfall nicht nur stoppen, sondern das Haarwachstum anregen und die Haardicke positiv beeinflussen.
Koffeinshampoos, Lösungen und Seren sowie Nahrungsergänzungspräparate: Es gibt unzählige Mittel gegen Haarausfall und die meisten von ihnen versprechen bei einer regelmäßigen Anwendung bzw. Einnahme eine vollere Haarpracht, widerstandsfähigere Haare und eine gesunde Kopfhaut. Doch ist das auch beim weit verbreiteten anlagebedingten Haarverlust der Fall?
Wir stellen euch nachfolgend die vier Präparate vor, die am besten abgeschnitten haben:
Hier ist eine tabellarische Übersicht der von Stiftung Warentest bewerteten Präparate:
| Produkt | Anwendung bei | Enthaltener Wirkstoff | Art | Menge | Für | Rezeptfrei | Verfügbar bei |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Regaine Frauen Lösung | anlagebedingtem Haarausfall | 2 % Minoxidil | Lösung | 3 x 60 ml | Frauen | Ja | Aponeo |
| Regaine Männer Schaum | anlagebedingtem Haarausfall | 5 % Minoxidil | Schaum | 3 x 60 g | Männer | Ja | Aponeo |
| Finasterid-ratiopharm 1 mg | anlagebedingtem Haarausfall | 1 mg Finasterid | Filmtabletten | 28 Stück | Männer | Nein | Shop Apotheke |
| Propecia 1 mg | anlagebedingtem Haarausfall | 1 mg Finasterid | Filmtabletten | 28 Stück | Männer | Nein | Shop Apotheke |
Stiftung Warentest hat im September 2023 insgesamt zehn Mittel gegen Haarausfall im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und mithilfe von Arzneimitteltester*innen beurteilt - darunter sechs rezeptfreie Arzneimittel sowie vier Präparate, die verschreibungspflichtig sind. Diese enthalten entweder Minoxidil, Finasterid, 17-alpha-Estradiol oder eine Wirkstoffkombination aus Glukokortikoiden und Östrogenen.
Berücksichtigt wurden neben diversen Studien auch der aktuelle Forschungsstand sowie Literatur zum Thema Haarausfall.
Das Thema Haarausfall wirft bei Betroffenen verständlicherweise viele Fragen auf. Laut einer Studie tritt sogar bei rund 80% der Männer und 50 % der Frauen im Laufe des Lebens ein anlagebedingter Haarausfall auf.
Im Test konnten lediglich zwei Wirkstoffe - und das auch nur bedingt - bei einem anlagebedingten Haarausfall bzw. einer sogenannten androgenetischen Alopezie therapeutisch wirksam sein: Minoxidil und Finasterid.
In Lösungen sowie Schaum zum Auftragen auf die betroffene Kopfhaut ist häufig Minoxidil enthalten. Mittel gegen Haarausfall mit diesem Wirkstoff sind ohne Rezept erhältlich und werden ausschließlich äußerlich auf der Haut angewendet.
Sowohl bei Frauen als auch Männern kann mit Minoxidil erblich bedingter Haarausfall gestoppt werden, da der Wirkstoff bei einer regelmäßigen Anwendung die Blutgefäße auf der Kopfhaut erweitert und die Haarwurzeln wieder besser mit Blut und Nährstoffen versorgt werden. Auf diesem Wege werden vorhandene Haare gestärkt und gleichzeitig wird der Haarausfall reduziert.
Doch Vorsicht: Mittel gegen Haarausfall mit Minoxidil müssen permanent angewendet werden, um den Haarausfall langfristig zu stoppen.
Der Wirkstoff Finasterid ist ausschließlich für Männer geeignet und soll den DHT-Spiegel senken. So werden verkrümmte Haarwurzeln wieder aktiviert und das Fortschreiten von erblich bedingtem Haarausfall verlangsamt.
Um seine Wirkung zu entfalten, müssen die Tabletten täglich und langfristig eingenommen werden. Zudem sind Präparate mit Finasterid nur auf Rezept erhältlich. Bei Frauen konnte mit Finasterid keine positive Wirkung festgestellt werden, im Gegenteil: In der Schwangerschaft kann die Einnahme von Finasterid unter anderem zu Fehlbildungen beim ungeborenen Baby führen.
Bei Männern kann die Einnahme hingegen Nebenwirkungen wie dem Verlust der Libido oder Depressionen hervorrufen.
Neben Minoxidil und Finasterid hat Stiftung Warentest unter anderem Mittel gegen Haarausfall mit dem Wirkstoff 17-alpha-Estradiol (ein synthetisches Östrogen) sowie rezeptpflichtige Kombi-Präparate aus Glukokortikoiden und Östrogenen getestet. Diese wurden im Test allerdings nur mit „Wenig geeignet" beurteilt.
Um Haarausfall und lichter werdenden Haaren den Kampf anzusagen, wird häufig zu Präparaten mit Koffein gegriffen. Das enthaltene Koffein soll die Haarfollikel unter anderem stimulieren und vor dem DHT-Hormon (Dihydrotestosteron) schützen, das maßgeblich für erblich bedingten Haarausfall verantwortlich ist.
Ob Koffein wirklich Haarverlust stoppen und vorbeugen kann, ist laut Stiftung Warentest nicht bestätigt, da hierzu schlicht und ergreifend keine ausreichenden Studien vorhanden sind und wissenschaftlich fundierte Belege fehlen. Schaden tun Koffeinshampoos bzw. Tonika mit Koffein jedoch auch nicht und bekanntlich geht Probieren über Studieren!
Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben, doch in vielen Fällen führt der anlagebedingte Haarausfall zum Verlust der Haarpracht. Hierfür sind in erster Linie männliche Sexualhormone, die sogenannten Androgene, verantwortlich. Nichtsdestotrotz können natürlich nicht nur Männer, sondern auch Frauen vom genetischen Haarausfall betroffen sein.
Die männlichen Hormone, allen voran das DHT-Hormon, verkürzen unter anderem die Wachstumsphase, die Haare fallen also früher und vermehrt aus, und die Haarfollikel werden aufgrund einer unzureichenden Durchblutung überempfindlich. Bei Männern erkennt man eine ausgeprägte androgenetische Alopezie oft am berüchtigten Haarkranz.
Zudem können folgende Ursachen Haarausfall auslösen:
Stellt ihr bei euch über einen länger anhaltenden Zeitraum einen unüblichen Haarverlust (deutlich mehr als 100 Haare pro Tag) fest, solltet ihr zuallererst euren Hausarzt oder eine Dermatologin bzw. einen Dermatologen aufsuchen. Denn die Therapieform richtet sich danach, ob es sich um einen genetischen, diffusen oder kreisrunden Haarausfall handelt.
Aufgrund von unterschiedlichen Diagnoseverfahren, wie Blutuntersuchungen sowie eine Analyse der Kopfhaut, kann zum Beispiel ein Nährstoffmangel oder ein Hautpilz festgestellt und demensprechend behandelt werden.
Das ultimative Wundermittel gegen Haarausfall gibt es zwar leider (noch) nicht, allerdings könnt ihr eure Haare von innen heraus stärken und die Haargesundheit mit Vitaminen sowie altbewährten Hausmitteln unterstützen:
Tipp: Wollt ihr kurzfristig eine durchschimmernde Kopfhaut und schütteres Haar verdecken, könnt ihr sogenanntes Streuhaar aus der Dose zur Haarverdichtung verwenden. Dieses gibt es in vielen verschiedenen Haarfarben und zaubert sichtbar volleres Haar in Sekundenschnelle.
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