KLIER Friseur: Preisliste, Mindestlohn und die Folgen für die Branche

Die Friseurbranche in Deutschland steht seit Jahren unter Druck, insbesondere durch ruinösen Preiswettbewerb. Viele Jahre lang kritisierten Friseure die niedrigen Preise von Trockenhaarschnitten im Discountbereich, die oft kaum mehr als 15 € kosteten. Nun hat der größte deutsche Discounter, KLIER, fast unbemerkt sein Preisgefüge geändert.

Die neue Preisliste von KLIER

Die Preisliste von KLIER hat sich verändert. Früher gab es Angebote wie "Trockenhaarschnitt 15,- €" und "Waschen, Schneiden, Föhnen 22,- €". Jetzt sieht es anders aus:

  • Haarschnitt: 20,- €
  • Haarschnitt ohne Föhnen: 22,50 €
  • Haarschnitt mit Waschen/Föhnen: 25,- €

KLIER begründet diese Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten durch den gesetzlichen Mindestlohn und der Notwendigkeit, kostendeckend zu arbeiten. Dies führt zu deutlichen Preissteigerungen. Im Beispiel Düsseldorf beträgt die Preissteigerung gut 33 %.

Auswirkungen des Mindestlohns

Die Preiserhöhungen verdeutlichen, welche Differenzen zuvor zum Mindestlohn oder den tariflichen Vorgaben bestanden haben müssen. Es wird ersichtlich, mit welchen Summen die Löhne vorher subventioniert wurden. Pro Männerhaarschnitt sind es 5,- €uro, was eine erhebliche Summe darstellt. Durch diesen Preisvorteil konnten KLIER und andere Discountanbieter fair arbeitenden Friseuren Kunden abwerben.

Noch im Frühjahr 2014 appellierte KLIER über die Presse an Verbraucher und Mitbewerber: „Männerhaarschnitte unter 20,- €uro sind nicht mehr machbar!“ Dies geschah vor dem Hintergrund der Einführung des Mindestlohns, obwohl das Unternehmen zuvor Männerhaarschnitte für 11,- und 13,- €uro anbot und gleichzeitig „Spitzenlöhne“ versprach. Der Gedanke war wohl eher die eigene notwendige Preisanhebung zu verschleiern.

Mindestlohn steigt deutlich – Was sich dadurch ändert | BR24

Fusion und Kosteneinsparungen

KLIER, ein Familienunternehmen, scheint noch nicht ganz zufrieden zu sein. Nach einer Phase destruktiven Wettbewerbs, der zum Aus vieler kleiner Salons beigetragen hat, plant das Unternehmen nun eine Fusion. Der Hauptgrund dürften weitere Kosteneinsparungen im Verwaltungsbereich sowie die Möglichkeit sein, Sonderkonditionen der Industrie beim Einkauf zu nutzen.

Die Herausforderungen

Als große Herausforderung wird vom Unternehmen die stufenweise Einführung des gesetzlichen Mindestlohns genannt, der in diesem August flächendeckend 8,50 Euro erreichen soll. Dies erscheint als Hohn, wenn man an die Werbung vergangener Jahre denkt, in der Arbeitssuchenden „Spitzenlöhne und beste Bedingungen“ suggeriert wurden.

Die bereits erfolgten Preiserhöhungen hätten zu einer spürbaren Zurückhaltung der Kunden und Minderung des Gewinns geführt, teilt man mit. Dieser wird voraussichtlich auf 3,5 Millionen (vor Steuern) sinken, weshalb man auf ein Wachstum von 3 bis 5 Prozent hofft.

Die Friseurbranche in Deutschland

Die rund 80.000 Friseurbetriebe in Deutschland setzen jährlich etwa 6 Milliarden Euro um. KLIER strebt einen Umsatzanteil von 5% der Branche an. Diese leidet bekanntermaßen seit Jahren unter einem ruinösen Preiswettbewerb. Eine der Ursachen sind die Discountbetriebe, aber auch der hohe Anteil der Schwarzarbeit.

Diskussionen und Meinungen

Die Vorhaben von KLIER lösen Diskussionen aus. So schreibt Herr G.M. auf der Homepage der FAZ, dass es schwer vorstellbar sei, dass dieses Unternehmen betriebswirtschaftlich gesunde Gewinne erwirtschaftet. Bei genanntem Umsatz und 1600 Betrieben entfallen auf jede Filiale 162.500 € Umsatz (vor Steuer). Dies dürfte bei den Mieten in Einkaufszentren plus bekannten Kosten sowie 3-4 Mitarbeitern pro Filiale kaum rentabel sein.

Eine mögliche Antwort darauf ist, dass die Friseure und Friseurinnen sich freiberuflich in die Filialen einmieten könnten, deren Lohn dann nicht mehr in den Bilanzen der Ketten auftauchen würde. Woher dieses Wissen stammt, ist unklar, aber es könnte die zukünftige Richtung anzeigen, die für Mitarbeiter nur bedingt empfehlenswert wäre.

Die Klier Hair Group

Die Klier Hair Group vereint heute die Friseurmarken KLIER, essanelle, Super Cut, Styleboxx, HairExpress sowie die Shopmarke COSMO und den Onlineshop www.klier-hair-world.de unter einem Dach. Damit gibt es für jeden Kundentyp eine eigene Salonmarke sowie Shops, die stationär und auch online alle Kundenbedürfnisse bedienen. KLIER und essanelle stehen für bestes Know-how aus traditionellem Friseurhandwerk, erstklassige Beratung und moderne sowie renommierte Friseur-Services. Super Cut spricht Kund*innen mit kreativem Anspruch an und ist die Nr. 1 bei Schnitt und Farbe - mit einer eigenen Schnitttechnik, die für den ganz persönlichen Stil der Kund*innen sorgt.

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