Plötzlicher Haarwuchs im Gesicht bei Frauen: Ursachen und Lösungen

Überflüssige Haare, egal wo am Körper, sind lästig. Doch besonders ärgerlich sind jene, die plötzlich auftauchen und dort eigentlich gar nicht hingehören - zum Beispiel am Kinn. Natürlich kann man sie wegzupfen, aber stellt sich die Frage: Muss da nicht etwas faul sein, wenn plötzlich einfach Haare auftauchen? Soviel sei vorweg gesagt: Es kann, muss aber nicht.

Sind Haare am Kinn normal?

Alle Frauen haben am Kinn eine gewisse Menge Haare. Meistens sind die sehr dünn und hell. Es kann aber auch vorkommen, dass ab und zu ein paar große, dunkle Härchen sprießen - die sind auch völlig normal. Sie werden übrigens umgangssprachlich Hexenhaare genannt. Verantwortlich für letztere sind männliche Hormone, zum Beispiel Androgene oder Testosteron, die wir Frauen ganz natürlich in geringen Mengen herstellen. Das muss so sein.

Aber: Wenn die Haare am Kinn übermäßig anfangen zu wachsen und sie dazu auch noch dunkler und dicker sind als sonst, kann das bedeuten, dass irgendetwas nicht stimmt.

In der Medizin wird plötzlicher Bartwuchs im Gesicht einer Frau als Hirsutismus bezeichnet und kann verschiedene Ursachen haben. Er äußert sich durch ein ähnliches Behaarungsmuster, wie es normalerweise bei Männern auftritt, dazu zählen dichte, dunkle Haare im Gesicht, am Hals, auf der Brust, dem Bauch, dem unteren Rücken, dem Gesäß oder an den Oberschenkeln.

Ein schneller, dichter Bartwuchs im Gesicht und am Körper einer Frau ist oftmals ein Zeichen dafür, dass etwas im Hormonhaushalt nicht stimmt und die Hormone aus der Balance geraten sind. Dabei kann Hirsutismus jeden treffen, unabhängig von Herkunft, Alter oder Vorerkrankungen.

Es ist ein hartnäckiger Mythos, dass nach dem Rasieren die Haare dicker nachwachsen. Es ist ein Mythos, dass durch das Rasieren die Haare dicker nachwachsen.

Ursachen für Hirsutismus und Behandlungsmöglichkeiten

Die sechs wichtigsten Gründe für vermehrtes Haarwachstum am Kinn

Übermäßiger Haarwuchs bei Frauen ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern kann auf eine ernsthafte gesundheitliche Erkrankung hinweisen.

1. Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2

Abgesehen davon, dass zu viel Zucker dick macht, kann er richtig gefährlich für unsere Gesundheit werden. Nämlich dann, wenn die Bauchspeicheldrüse anfängt zu zicken. Dort wird Insulin gebildet, das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senken kann. Es funktioniert wie ein Schlüssel, der die Körperzellen aufsperrt und den Zucker hineinlässt. Reizt man dieses System durch dauerhaften, viel zu hohen Konsum zu sehr, verringert die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion zuerst, bis sie sie im schlimmsten Fall ganz einstellt. Die Folge: Der Zucker gelangt nicht mehr in die Zellen und konzentriert sich im Blut. Herzprobleme, Entzündungen und Krankheiten wie Diabetes Typ 2 können auftreten.

Anderes Szenario: Die Zellen reagieren nicht mehr auf Insulin - dann bleibt der Zucker ebenfalls im Blut. Und die Folgen sind mehr oder weniger die gleichen. Außerdem: Eine Insulinresistenz kann auch den Testosteronspiegel im Blut erhöhen. Je nachdem, wie weit dieser in die Höhe steigt, sprießen die dunklen Härchen. Anzeichen für Diabetes Typ 2 oder eine Insulinresistenz sind extremer Durst und übermäßiges Wasserlassen.


Diabetes Typ 2

2. Syndrom der polyzystischen Eierstöcke, kurz PCOS

Laut dem Amt für Frauengesundheit (OWH) sind circa zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter von Zysten betroffen, die an den Eierstöcken wachsen und die Reifung von Eiern verhindern. Zudem kann sich PCOS auf den Hormonspiegel auswirken und nicht nur zu einer Gewichtszunahme und zu Akne, sondern auch zu erhöhtem Haarwachstum führen. Besonders betroffen sind in diesem Fall „androgenabhängige“ Bereiche wie das Kinn.


PCOS

Die häufigste Ursache für Bartwuchs bei Frauen ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS). Dabei handelt es sich um eine Störung der Eierstöcke mit vermehrten Zysten, die auch Symptome wie Akne und unregelmäßige Menstruation verursachen kann. Sie ist für 85 Prozent der Fälle von Hirsutismus verantwortlich. Eine familiäre Vorbelastung führt wie auch Übergewicht zu einem erhöhten Risiko an PCOS zu erkranken.

3. Eierstock- oder Nebennierentumore

Beides kann eine Ursache sein. Denn: Obwohl man die Auslöser von diesen Tumoren nicht kennt, weiß man, dass sie oft die Produktion von Androgenen im Körper steigern. Zusätzliche Symptome können auch Beckenschmerzen und extrem unregelmäßige Periodenblutungen sein. Also: Lieber einmal mehr zum Arzt, kann ja nicht schaden.

4. Cushing-Syndrom

Diese hormonelle Störung kann das Ergebnis eines dauerhaft zu hohen Cortisolspiegel im Blut sein. Letzteres wird in der Nebenniere produziert und ist ein Stresshormon. Nimmt man Cortison, zum Beispiel gegen eine Entzündung, in Tablettenform zu sich, könnte das Cushing-Syndrom auch als Komplikation auftreten. Ein Hinweis wären viele dunkle und borstige Haare am Kinn. Weitere Symptome sind Pergamenthaut, also eine sehr dünne Haut, Akne und eine extreme Gewichtszunahme.

5. Schwangerschaft

Ist man schwanger, spielen die Hormone erstmal verrückt. Neben dem Östrogen- steigt auch der Testosteronspiegel. Hält sich das die Waage, ist alles in Ordnung. Überwiegt letzteres, kann es wieder zu vermehrtem Haarwuchs kommen.

6. Häufig harmlos

Wie oben beschrieben: In den meisten Fällen entstehen Hexenhaare bei Frauen durch hormonelle Veränderungen. Wechseljahre, starke Gewichtsabnahme oder -zunahme können den Östrogenspiegel durcheinanderbringen. Die gute Nachricht: Abhängig vom Grad der Gesichtsbehaarung gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sie wieder loszuwerden.

Was ist Hirsutismus?

Unter Hirsutismus versteht man eine ungewöhnlich starke, androgenabhängige Körperbehaarung bei Frauen.

Von Hirsutismus spricht man, wenn Frauen dichte Körperbehaarung an Stellen aufweisen, die normalerweise eher bei Männern stark behaart sind. Dazu zählen zum Beispiel der Bereich zwischen Nase und Oberlippe (“Damenbart“), Kinn und Wangen, die Oberschenkel oder die Region zwischen den Brüsten.

Bei einem Hirsutismus treten statt der Vellushaare hingegen an den „typisch männlichen Stellen“ Terminalhaare auf, sodass die Behaarung deutlich kräftiger ist.

Typisches Symptom von Hirsutismus: Bei der Frau sind Körperstellen stark behaart, an denen in der Regel nur bei Männern kräftige Haare zu sehen sind.

Auch Frauen haben männliche Geschlechtshormone (Androgene) im Körper, aber in der Regel deutlich weniger als Männer.

Nimmt der Anteil an Androgenen im Körper der Frau zu, kann es zu einer solchen eher für Männer typischen Ausprägung der Körperbehaarung kommen.

Diagnose von Hirsutismus

Die Diagnose Hirsutismus ergibt sich für den Arzt unmittelbar aus dem charakteristischen männlichen Behaarungstyp einer Patientin: An Stellen wie Kinn, Oberlippe oder Brust finden sich vermehrt die kräftigen Terminalhaare.

Der Arzt oder die Ärztin wird im nächsten Schritt herausfinden wollen, ob bestimmte Erkrankungen oder Medikamente den Hirsutismus hervorgerufen haben.

Behandlungsmöglichkeiten gegen Hirsutismus

Abhängig vom Grad der Gesichtsbehaarung gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sie wieder loszuwerden.

Bei einem mild ausgeprägten Hirsutismus ist eine Behandlung - rein medizinisch betrachtet - meist nicht nötig. Ob der übermäßige Haarwuchs stört oder nicht, ist individuell sehr unterschiedlich. Viele Frauen fühlen sich aber wohler damit, die Haare zu entfernen.

Zur Haarentfernung gibt es Produkte und Methoden, die man selbst anwenden kann, zum Beispiel:

  • Blondierungscremes mit Wasserstoffperoxid („Bleichen“)
  • Enthaarungscremes
  • Rasieren
  • Wachsen
  • Auszupfen, entweder mit einer Pinzette oder einem elektrischen Epiliergerät

Bei diesen kosmetischen Verfahren wachsen die Haare nach einer gewissen Zeit wieder nach, da die Haarwurzeln intakt bleiben. Es ist möglich, dass bei der Anwendung Hautreizungen auftreten.

Um die Haare dauerhaft und sachgerecht entfernen zu lassen, kann man eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsuchen. Hier kommen zwei Methoden infrage: die Photoepilation und die Elektrolyse.

Bei der Photoepilation werden Haarfollikel mithilfe von Licht geschädigt, bei der Elektrolyse mit Strom. In beiden Fällen wachsen die Haare weniger oder gar nicht mehr nach. Auch bei diesen Verfahren sind Nebenwirkungen möglich.

Auch eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich, dies dauert aber eine längere Zeit.

Hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen wie die Antibabypille können die Menge männlicher Geschlechtshormone im Körper senken. Sie eignen sich jedoch nur für Frauen, die aktuell nicht schwanger werden möchten.

Andere Arzneimittel hemmen die Aufnahme von Androgenen im Körper. Alle diese Medikamente können Nebenwirkungen haben. Es ist daher wichtig, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt den möglichen Nutzen und die Risiken abzuwägen.

Frauen mit Hirsutismus wird empfohlen, die Medikamente mindestens 6 Monate lang zu nehmen. Erst dann zeigt sich, ob die Behandlung anschlägt oder nicht.

Methoden zur Haarentfernung im Detail

Für eine schnelle und unkomplizierte Entfernung einzelner Härchen eignet sich die Pinzette. Sie ist präzise und ermöglicht das Entfernen der Haare samt Wurzel. Da dieser Vorgang die Haarfollikel reizt, können sich Rötungen oder kleine Irritationen bilden.

Wachsen und Sugaring sind besonders effektiv, um mehrere Haare auf einmal zu entfernen. Beide Methoden reißen die Haare samt Wurzel heraus, was das Nachwachsen unerwünschter Haare verlangsamt. Wachs kann die Haut jedoch stark beanspruchen, insbesondere wenn sie mit den Wechseljahren trockener oder empfindlicher geworden ist.

Haarentfernungscremes sind eine weitere Option dem vermehrten Haarwachstum in den Wechseljahren Herr zu werden. Sie enthalten chemische Wirkstoffe, die die Haarstruktur auflösen, sodass sich die Haare einfach abwischen lassen. Diese Methode ist schmerzfrei, allerdings können einige Produkte aggressive Inhaltsstoffe enthalten, die Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen können. Da chemische Methoden die Haut empfindlicher machen können, ist eine milde Pflege wie die MINÉRAL 89 72h Feuchtigkeitscreme mit beruhigenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen ratsam.

Wer eine langfristige Lösung sucht, kann eine Laserbehandlung oder Elektroepilation in Betracht ziehen. Beim Laser wird Lichtenergie verwendet, um die Haarfollikel zu schädigen und das Nachwachsen zu minimieren. Diese Methode ist besonders effektiv bei dunklen Haaren, da der Laser auf das Melanin in den Haaren reagiert.

Es gibt auch einige natürliche Mittel, um Gesichtsflaum zu entfernen. Aber sei vorsichtig mit allen natürlichen Masken oder Rezepten, da sie die Haut reizen können.


Haarentfernung

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Methoden zur Haarentfernung zusammenfasst:

Methode Beschreibung Vorteile Nachteile
Pinzette Einzelne Haare werden mit einer Pinzette entfernt. Präzise, entfernt Haare samt Wurzel. Kann Rötungen und Irritationen verursachen.
Wachsen/Sugaring Mehrere Haare werden auf einmal samt Wurzel entfernt. Verlangsamt das Nachwachsen. Kann die Haut stark beanspruchen.
Haarentfernungscremes Chemische Wirkstoffe lösen die Haarstruktur auf. Schmerzfrei. Kann Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen.
Laserbehandlung Lichtenergie schädigt die Haarfollikel. Langfristige Lösung. Besonders effektiv bei dunklen Haaren.

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