Wenn sich Ihre Haare bei jeder Gelegenheit kräuseln oder in alle Richtungen abstehen, leiden Sie unter Frizz. Übersetzt bedeutet der Begriff übrigens "krauses Haar". Statistisch gesehen haben Menschen mit lockigen oder welligen Haaren häufiger Frizz.
Das heißt jedoch noch lange nicht, dass sich Ihre Mähne niemals verselbstständigt, wenn Sie glatte Haare haben - ganz im Gegenteil: Es gibt viele äußere Faktoren, die Ihre Haarstruktur angreifen und diese austrocknen können. Infolgedessen sehen Haare nicht nur spröde aus, sondern verlieren ihren Glanz. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, beginnen sie sich zu kräuseln und/oder stehen vom Kopf ab. Spätestens jetzt sollten Sie sich eingestehen, dass Sie unter Frizz leiden.
Jedes Haar besteht aus drei Schichten: Cuticula, Cortex und Medulla. Die äußerste Schicht (Cuticula) wird auch Schuppenschicht genannt und schützt das gesunde Haar vor äußeren Einflüssen, indem ihre Schuppen bis zu den Spitzen eng zusammenliegen und übereinander greifen. Ist das Haar jedoch beschädigt oder spröde, raut die Schuppenschicht auf - infolgedessen trocknet das Haar aus und es versucht den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen, indem es Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt.
Gelangt diese Luftfeuchtigkeit jedoch unter die Schuppenschicht, beginnt sich das Haar zu kräuseln. Sprich: Frizz ist eine Folge trockener oder spröder Haare.
Zu den häufigsten Gründen für trockene Haare gehören:
Hinzu kommt, dass Menschen mit naturkrausen oder gewellten Haaren bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich anfälliger für Frizz sind als Menschen mit glatten Haaren. Umso wichtiger ist die Nutzung der richtigen Pflegemittel, die Ihre Haare mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen.
Feuchtigkeit sorgt durch die Bildung von Wasserstoffbrücken innerhalb der Eiweißfasern des einzelnen Haars für Elastizität, Frisierfähigkeit und die Haarform. Durch den Wechsel zwischen feuchter und trockener Umgebung werden die Wasserstoffbrücken unterschiedlich ausgeprägt. Austrocknung führt zum Verlust von einzelnen Wasserstoffbrücken.
Zu viele Wassermoleküle haben ein unkontrolliertes Aufquellen des Haares zur Folge. Somit kommt es besonders stark zu Veränderungen der Haarform, also: Frizz! Das Haar kräuselt und verformt sich.
Zusätzlich sorgt bei trockenem Haar die elektrostatische Aufladung dafür, dass das Haar „fliegt“, sich „aufplustert“, auseinandergeht, weil durch die fehlende Feuchtigkeit Spannungspotenziale nicht mehr abgeleitet werden können.
Der Feuchtigkeitsgehalt spielt bei Frizz eine Schlüsselrolle. Der richtige Grad an Hydration kann Frizz bändigen, aber es gibt auch Produkte, Tools und Techniken, die helfen.
Wer sein Haar zu oft wäscht, spült dabei leider wichtige natürliche Öle aus, die das Haar pflegen und vor Austrocknung schützen. Besser: Nur zwei bis dreimal pro Woche waschen und dabei Shampoo und Conditioner verwenden, die Feuchtigkeit spenden.
Frizz beugt man am besten vor, indem man das Haar nicht lufttrocknen lässt, sondern föhnt. Der Grund: Wenn das Haar an der Luft trocknet, ist die Schuppenschicht des Haares geöffnet und kann leichter die Luftfeuchtigkeit aufnehmen. Ergebnis: Es plustert sich auf. Während des Föhnens wird die Schuppenschicht durch die Hitze geschlossen und das Haar hat weniger die Chance, mit der Luftfeuchtigkeit zu reagieren.
Mindestens ein Mal pro Woche solltest du eine feuchtigkeitsspendende Haarmaske benutzen - vor allem in den kühleren Monaten, wenn die Luft besonders trocken ist. Alternativ kannst du auch zwei Mal die Woche nur Conditioner benutzen: statt Shampoo in die Haare massieren, einwirken lassen, ausspülen - fertig.
Verwende Anti-Frizz Haaröle, um das Haar mit Feuchtigkeit zu versorgen und es zu glätten.
Indem du dich bürstest, verteilst du natürliche Öle in deinem Haar, die dafür sorgen, dass die Haare optimal mit Feuchtigkeit versorgt werden.
Grobzinkige Kämme sind bei krausem Haar besser geeignet als feine Bürsten, da sie das Haar nicht so aufplustern. Schonender als Glätteisen ist der Steampod von L’Oréal Professionnel. Neben den zwei beheizten Keramikplatten, basiert die Glättung auf Wasserdampf. Nach dem Prinzip eines Dampfbügeleisens wird jedes Haar schonend geglättet. Clever: Ein integrierter Kamm entwirrt das Haar während der Glättung und ermöglicht so einen natürlichen und nicht platt wirkenden Look.
Ja, man kann sogar in der Nacht etwas gegen Frizzy Hair tun: Seidentücher und Kopfkissen aus Seide wirken antistatisch und beugen Frizz vor.
Es ist schon zu spät und der Frizz hat deine Haare unter Kontrolle? Keine Panik!
Die Struktur unserer Haare kann sich im Lauf des Lebens verändern: Glatte Haare können mit der Zeit lockig werden und umgekehrt. Die Struktur des Haars wird maßgeblich in den Haarfollikeln bestimmt, und die verändern sich mit dem Alter. Diese Veränderungen sind erblich bedingt. Sie können aber auch von inneren oder äußeren Faktoren beeinflusst sein: Kopfhauttinkturen oder ein neues Shampoo können beeinflussen, wie sich Haare auf dem Kopf legen. Auch Hormone spielen eine Rolle.
Hier eine Tabelle, die die Ursachen und Lösungen für Veränderungen der Haarstruktur zusammenfasst:
| Ursache | Lösung |
|---|---|
| Hormonelle Veränderungen (Pubertät, Schwangerschaft, Menopause) | Feuchtigkeitsspendende Pflege, proteinreiche Ernährung |
| Alterungsprozess | Anpassung der Haarpflege, Zufuhr von Feuchtigkeit |
| Mangelernährung | Proteinreiche Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel |
| Luftverschmutzung | pH-Spray oder Anti-Pollution-Mittel, Apfelessigspülung |
| Produktablagerungen | Reduktion der Produkte, klärendes Shampoo |
| Schilddrüsenprobleme | Ärztliche Behandlung, Medikamente |
Generell liegen dünnere Haare eher an der Kopfhaut an, während Haarwirbel und Locken ein Zeichen für kräftigeres Haar sind.
Brüchig, strohig, dünn - wenn Haare sich verändern, steckt oft nur unpassende Pflege dahinter. Aber: Das Haar kann auch Signale aussenden, die auf eine Erkrankung deuten. Achten Sie auf folgende Symptome:
Bei anhaltenden Problemen oder zusätzlichen Symptomen sollte ein Arzt konsultiert werden, um mögliche Erkrankungen auszuschließen.
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