Schuppen in Verbindung mit Kopfhautpilz treten häufiger auf, als du vielleicht denkst. Doch wie kommt es dazu und wie wird man Pilzbefall wieder los? Hier erfährst du alles über Pilz auf der Kopfhaut, wirksame Therapieansätze und die richtige Haar- sowie Kopfhautpflege.
Eine Pilzinfektion der Kopfhaut (sowie Augenbrauen, Bartbehaarung oder Wimpern) kann sehr belastend sein. In ausgeprägten Fällen entstehen kahle Stellen (ähnlich wie bei der Alopecia areata), da die Haare abbrechen und erst nachwachsen können, wenn die Infektion beseitigt wurde. Wir erklären Dir, was diese Pilzerkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man gegen eine Tinea capitis tun kann.
Kopfpilz, medizinisch Tinea capitis genannt, ist eine ansteckende Pilzerkrankung (Mykose), die den behaarten Bereich des Kopfes (z.B. Kopfhaare, Augenbrauen, Wimpern, Bart) befällt. Sie ist eine Unterform der Hautpilzerkrankungen und wird durch Hautpilze wie Fadenpilze (Dermatophyten), selten auch Schimmelpilze (Aspergillus) und Hefepilze (Candida) verursacht.
Bei der Tinea capitis handelt es sich um eine durch Fadenpilze (= Dermatophyten) ausgelöste, ansteckende Pilzinfektion der Kopfhaut. Die Infektion erfolgt meist im Kindesalter.
Die Tinea capitis wird auch als Ringelflechte bezeichnet und betrifft vor allem Kinder. Dieser Pilz ist hochansteckend. Dabei bilden sich kreisförmige, gerötete Areale, die meist stark jucken. Gräuliche Schuppen sowie lokal begrenzter Haarausfall treten ebenfalls häufig auf.
Auslöser der Tinea capitis sind Fadenpilze. Diese können durch Tiere, Menschen oder infizierte Kleidungsstücke sowie Gegenstände übertragen werden. Vor allem Erreger aus der Gattung Trichophyton und Mikrosporum verursachen die meisten Pilzinfektionen an der Kopfhaut. Die Hauptüberträger der Pilze sind Tiere. Insbesondere spielen Katzen und Meerschweinchen bei der Übertragung eine wichtige Rolle.
Kopfpilz entsteht, wenn Hautpilze wie Fadenpilze (Dermatophyten), Schimmelpilze (Aspergillus) sowie Hefen (Candida) die Kopfhaut befallen und in die Haarfollikel eindringen. Häufig lösen Fadenpilze, zum Beispiel Microsporum canis, Trichophyton tonsurans, seltener Trichophyton violaceum, die Erkrankung aus. In Deutschland ist eine zunehmende Ausbreitung des Erregers Microsporum canis zu beobachten, den meist Katzen und Hunde übertragen. Auch die Infektionen mit Trichophyton tonsurans nehmen immer mehr zu.
In den meisten Fällen geschieht die Ansteckung durch Tiere wie Hunde, Katzen, Hamster, Hasen und Meerschweinchen. Auch Kälber auf Bauernhöfen sind potenzielle Überträger. Die Tiere sind mit den Erregern infiziert, die bei direktem Kontakt auf den Menschen übertragen werden.
Steckt man sich bei einem Besuch im Friseursalon oder Barbershop an, geschieht dies meist über nicht ausreichend desinfiziertes Werkzeug wie Rasierer und Kämme.
Das Mikrobiom der Kopfhaut beherbergt neben nützlichen Bakterien auch verschiedene Pilze. Die Mikroorganismen sind wichtig für das natürliche Gleichgewicht und die Schutzfunktionen der Kopfhaut. Dazu gehört auch der Hefepilz Malassezia. Unter bestimmten Bedingungen kann er sich jedoch übermäßig vermehren und zu Schuppenbildung, Juckreiz und nässenden Stellen auf der Kopfhaut führen.
Übrigens: Der Hautpilz ist kein Phänomen von Friseuren und Barbershops. Früher kannte man den Hautpilz aus dem Ringsport. Hier haben die Sportler engen Hautkontakt, über den sich der Pilz verbreiten kann.
Die Symptome bei Kopfpilz sind sehr unterschiedlich. Zu Beginn bilden sich meist gerötete Knötchen (Papeln) um den Haarschaft. Nach wenigen Tagen werden die Papeln blasser und schuppig. Das Haar wird spröde und bricht ab. Auf der Kopfhaut bilden sich dadurch anschließend eine oder mehrere scharf abgegrenzte, kreisförmige, kahle Stellen (Alopezie). Die betroffenen Hautstellen sind meist mit gräulichen Schuppen bedeckt.
Unterschieden wird zwischen einer oberflächlichen und einer tiefen Tinea capitis. Das bedeutet, dass die Pilzerreger entweder nur oberflächlich die Haut infizieren, oder in die Tiefe eindringen und die Entzündung in den unteren Hautschichten stattfindet.
Auf dem Kopf bilden sich kreisrunde, scharf begrenzte, haarlose Areale (ähnlich wie bei der Alopezia Areata). Durch die Pilzinfektion kann ein trockener, schuppiger und juckender Ausschlag entstehen. Bei tiefen Kopfpilzinfektionen kommt es zu schweren Entzündungsreaktionen. Die Betroffenen leiden häufiger zusätzlich zu den Hautveränderungen unter Fieber und Abgeschlagenheit. Die Herde am Kopf sind stark entzündet und es kann zur Ausbildung von Abszessen (= Eiteransammlungen) kommen.
Nicht immer steckt hinter Schuppen, Rötungen und Juckreiz auf der Kopfhaut eine Pilzinfektion. So kann es sich zum Beispiel um eine vorrübergehende Irritation oder auch um ein Ekzem handeln. Wenn du unsicher bist, aber auch, wenn die Symptome besonders ausgeprägt sind, ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Damit es durch den Kopfpilz zu keinem dauerhaften Haarverlust oder Narben kommt, ist es wichtig, bei ersten Anzeichen möglichst frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Bei Verdacht auf Kopfpilz ist erster Ansprechpartner der Hausarzt. Dieser überweist bei Bedarf oder für weitere Untersuchungen an einen Hautarzt (Dermatologen).
Viele andere Hauterkrankungen (z.B. Psoriasis, atopische Ekzeme, Seborrhöe, Kontaktekzeme) haben ähnliche Symptome, sind jedoch meist grundlegend anders zu behandeln. Deshalb nimmt der Arzt eine genaue Untersuchung vor.
Ärzte empfehlen zur Behandlung von Kopfpilz meist eine Kombination aus einer lokalen Therapie (z.B. in Form von Shampoos, Salben oder Cremes) und einer innerlichen (systemischen) Behandlung (z.B. in Form von Tabletten). Die Ziele der Behandlung sind, den auslösenden Erreger zu beseitigen, die Symptome zu lindern und einen bleibenden Haarverlust sowie eine weitere Ansteckung zu verhindern.
Die Behandlung der Tinea capitis beinhaltet ein Antimykotikum (= Antipilzmittel), das je nach Ausprägung eine topische Behandlung erforderlich macht. Dabei wird eine Creme oder Salbe auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Eine systemische Therapie kann ggf. notwendig sein. Hierbei werden Tabletten eingenommen.
Bei starkem Pilzbefall kommt in der Regel eine systemische Therapie in Form von antimykotischen Tabletten zum Einsatz. Zusätzlich ist die Anwendung von Shampoos mit pilzreduzierenden Wirkstoffen unverzichtbar.
Wichtig bei der Behandlung ist, dass Kopfpilz so schnell wie möglich und ausreichend lange behandelt wird. Denn häufig lassen die Symptome durch die Behandlung rasch nach, wodurch viele Patienten die Therapie frühzeitig abbrechen. Dadurch ist es allerdings möglich, dass sich der Pilz erneut ausbreitet. Sind Haustiere die Überträger des Pilzes, ist es außerdem notwendig, auch diese zu behandeln, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.
Um die Reizung der Kopfhaut und den Juckreiz bei Kopfpilz zu lindern, sollen auch manche Hausmittel helfen. Kalte Kompressen, ein Aloe-Vera-Gel oder Hamamelis-Gel wirken kühlend und können helfen, den Juckreiz zu lindern.
Kratzen Sie nicht an juckenden Hautstellen. Dies verstärkt die Symptome und führt unter Umständen zu einer Infektion mit Bakterien und Entzündungen.
Beim Haarewaschen ist es wichtig, dass Sie nicht zu heißes Wasser verwenden. Dies reizt die bereits gestresste Kopfhaut zusätzlich und verstärkt den Juckreiz. Um die Behandlungsdauer zu verkürzen, ist es häufig sinnvoll, lange Haare kurz zu schneiden.
Hausmittel können die schulmedizinische Behandlung von Kopfpilz allenfalls ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie selbst die Therapie bestmöglich unterstützen können. Mit Hausmitteln alleine lässt sich Kopfpilz nicht behandeln!
Unser Vichy DERCOS Anti-Schuppen Intensiv-Shampoo für normale bis fettige Kopfhaut mildert Juckreiz und wirkt Schuppen langfristig entgegen. Das sanfte, aber tiefenreinigende Shampoo mit Selendisulfid besitzt eine fungistatische Wirkung. So kann es Pilzbefall sowie die Häufung des Malassezia Hefepilzes auf der Kopfhaut verringern und das kopfhauteigene Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht bringen.
Beginnende oberflächliche und unkomplizierte Infektionen können mit einem Antimykotikum in einer Creme und im Shampoo gut behandelt werden.
Zusätzlich empfiehlt sich die gleichzeitige Verwendung eines antimykotischen (gegen Pilze wirkend) Shampoos.
Um eine Ansteckung mit Kopfpilz zu vermeiden, gilt es, einige Dinge zu beachten. Pilzerreger können in Kämmen, Bürsten, Rasierern, Handtüchern, Plüschtieren oder auf Bettlaken lange lebensfähig bleiben. Ist ein Familienmitglied an Kopfpilz erkrankt, sollten Sie diese Dinge daher nicht gemeinsam nutzen und regelmäßig desinfizieren. Dies gilt auch für die Ablageflächen und Schubladen, wo die Gegenstände liegen.
Waschen Sie Wäsche (z.B. Kopfpolster, Handtücher, Mützen) am besten bei 95 Grad Celsius oder verwenden Sie spezielle Hygiene-Waschmittel, um die Pilze sicher abzutöten.
Meiden Sie den Kontakt zu Tieren, die kahle, kreisrunde, schuppige Flecken am Körper haben.
Solange Sie Kopfpilz haben, sollten Sie den Besuch beim Friseur oder in einem Barbershop vermeiden.
Auch wenn Haarschneideutensilien zu einer Verbreitung von Trichophyton tonsurans beitragen können, bedeutet das nicht, dass Sie aus Sicherheitsgründen auf Ihren Friseurbesuch verzichten müssen - viele Geschäfte nehmen die Hygiene sehr ernst.
Infizierte Kinder sollten frühestens eine Woche, nachdem der Arzt bei ihnen mit einer Therapie begonnen hat, wieder in die Schule oder in den Kindergarten gehen. Informieren Sie unbedingt die Schule oder den Kindergarten, um Eltern und Lehrer auf eine mögliche Ansteckung hinzuweisen.
Durch die starke Entzündung nehmen die Haarwurzeln unter Umständen dauerhaften Schaden. In schweren Fällen bleibt die Kopfhaut an diesen Stellen nach der Abheilung für immer kahl. Auch Narben auf der Kopfhaut bleiben häufig zurück.
Vor allem ein starker Befall mit Kopfpilz beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Betroffener. Sie schämen sich wegen der kahlen Stellen am Kopf und sind daher nicht selten auch psychisch belastet.
Unbehandelter Kopfhautpilz kann zu Entzündungen, Haarausfall und in schweren Fällen zu Narbenbildung führen.
Wie lange es dauert, Pilz auf der Kopfhaut loszuwerden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unbehandelt kann er Wochen bis Monate anhalten.
Unbehandelter Kopfhautpilz kann zu Entzündungen, Haarausfall und in schweren Fällen zu Narbenbildung führen.
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit pilzreduzierenden Shampoos und Tabletten.
In der Regel ist die Tinea capitis ungefährlich und heilt nach medikamentöser Behandlung folgenlos wieder ab. Jedoch können bei einer tief liegenden Infektion, die lange nicht behandelt wurde, Narben entstehen. An diesen Arealen können dann keine neuen Haare mehr wachsen und es entstehen kahle Stellen.
Ja, Kopfpilz ist ansteckend. Er wird normalerweise durch Kontakt von Mensch zu Mensch, beispielsweise durch direkten Hautkontakt mit einer infizierten Person oder über kontaminierte Gegenstände übertragen.
Kopfpilz entwickelt sich meist im Verlauf weniger Tage und klingt, frühzeitig behandelt, nach einigen Wochen wieder ab. Wird der Kopfpilz allerdings nicht behandelt und sind die betroffenen Stellen bereits mit Pilzen bzw. Bakterien befallen, bleiben diese unter Umständen nach Abheilung der Entzündung für immer haarlos (kahl).
Auch, wenn Kopfpilz erfolgreich abheilt, ist es möglich, dass man sich erneut ansteckt!
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Definition | Ansteckende Pilzerkrankung der Kopfhaut |
| Ursachen | Fadenpilze (Dermatophyten), Übertragung durch Tiere oder Menschen |
| Symptome | Kahle, schuppige, juckende Stellen, Haarausfall, Rötungen |
| Diagnose | Ärztliche Untersuchung, Pilzkultur, UV-Licht-Analyse |
| Behandlung | Antimykotische Shampoos, Cremes, Tabletten |
| Vorbeugung | Hygiene, Vermeidung von Kontakt zu infizierten Tieren/Personen |
| Komplikationen | Haarausfall, Narbenbildung |
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