Pferdefrisuren: Ideen für Mähne und Schweif

Pferdefrisuren sind vielfältig und bieten zahlreiche Möglichkeiten, das Aussehen Ihres Pferdes zu verschönern. Neben den ästhetischen Aspekten können Frisuren auch praktische Gründe haben. Manche schützen vor Verfilzung und Schmutz, während andere speziell für Turniere geeignet sind.

Pferdefrisuren im Pferdesport

Das Einflechten der Mähne und des Schweifes hat neben den ästhetischen Vorlieben oftmals auch andere Gründe. Manche Pferdefrisuren schützen vor Verfilzung und Schmutz, andere eigenen sich besonders für Turnierteilnahmen und wiederum welche werden rein aus optischen Zwecken verwendet. Neben den praktischen und beliebten Turnierfrisuren gibt es eine Vielzahl an Flechttechniken, die überwiegend im Freizeitbereich oder zu speziellen Bräuchen angewendet werden. Der Fantasie sind bei den Pferdefrisuren keine Grenzen gesetzt. Mithilfe einfacher Anwendungstechniken, Beachtung nützlicher Tipps und ausreichend Übung gelingen die Flechtfrisuren ganz leicht.

Vorbereitung zum Flechten

Bevor mit dem Flechten der Mähne oder dem Schweif begonnen werden kann, sollten die einzelnen Haare vorsichtig verlesen werden. Ein zu häufiges Kämmen mit dem Mähnenkamm oder der Schweifbürste kann zu unnötigem Haarverlust führen und sollte weitestgehend vermieden werden. Ebenso sollte von übermäßigem Waschen abgesehen werden, um das natürliche Rückfetten des Körpers nicht zu beeinflussen.

Die ausgelesenen Haare sollen nun keinesfalls mit einem Glanzspray oder einem vergleichbaren Produkt eingesprüht werden, weil das die Haftung der Flechtfrisur negativ beeinflussen kann. Die Pferdefrisur wird dann nicht besonders lange oder kaum ihre Form behalten. Zunächst sollte die Mähne bzw. der Schweif gut ausgelesen werden. Anschließend wird an den Ohren zu flechten begonnen.

Früher wurden die meisten Pferdefrisuren mit Nähgarn und klassischer Nadel fixiert, um die Arbeit in der Ursprungsfort zu behalten. Je nach Pferdegröße sollte ein Tritt oder Hocker zur Verfügung stehen, um die Mähne auf Augenhöhe zu erreichen. Das dauerhafte Heben der Arme und die permanente Belastung des Nackens werden dadurch verhindert. Nachdem die Mähne bereits ausgelesen ist und entwirrt sein sollte, können ein Mähnenkamm oder diverse Bürsten zur Hilfe genommen werden, um ein gleichmäßiges Flecht-Ergebnis zu erzielen. Während der Flechtarbeit sollten zudem Mähnengummis verwendet werden, um die einzelnen Zwischenschritte zu fixieren.

Diese sind in vielen Farben erhältlich und sogar teils mit Strass besetzt zu finden. Selbst in der Festigkeit gibt es bei den Mähnengummis gravierende Unterschiede, auf die geachtet werden sollte. Unterstützend dazu kann ein Einflechtband verwendet werden, das die Haftung der Gummis fördert. Um Mähnenzöpfe anschießend zu fixieren, kann wiederum auf wiederverwendbare kleine Spangen zurückgegriffen werden. Wer sein Flecht-Kunstwerk abschließend mit Strass, Schleifen oder Blumen dekorieren möchte, der kann auf diverse Mähnenringe und Ziergummis zurückgreifen. Weiterer Mähnenschmuck in Form von Perlen mit Spirale runden das Bild einer perfekt gebundenen Mähne ab. Anschließend kann noch etwas Schaumfestiger auf der Mähne verteilt werden.

Zu Beginn sollte die komplette Mähne in mehrere Strähnen aufgeteilt werden. Anschließen können die Strähnen entweder geflochten oder zu einem Netz zusammengebunden werden.

Typgerechte Flecht-Pferdefrisuren

Nicht jede Pferdefrisur ist für jede Mähnenart geeignet, aber es gibt dennoch für jeden Pferdehals die passende Technik, um deren Optik zu unterstreichen. Grundsätzlich sollte das Pferdehaar stets gepflegt werden, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Neben dem bereits erwähnten Auslesen der Haare sollte beim Bürsten darauf geachtet werden, dass so wenig wie möglich Haare ausgerissen werden. Ein Mähnenspray kann helfen, die Kämmbarkeit zu fördern. Jedoch werden anschließend die Flechtfrisuren schlechter halten, weshalb ein Mähnenspray im Alltag zwar empfehlenswert ist, jedoch für Turnierfrisuren eher kontraproduktiv wirkt. Der Haarausfall kann außerdem verringert werden, wenn die Mähne regelmäßig in locker geflochtenen Zöpfen eingebunden ist.

Nun sollte sich Gedanken um die passende Flechtfrisur gemacht werden. Zunächst muss beurteilt werden, welche Haarstruktur die Mähne aufweist und welche geeignete Flechttechnik zur Länge der Haare passt. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, die Haare nicht zu streng einzuflechten, damit es dem Pferd keinen unangenehmen Zug auf den Haarwurzeln hinterlässt. Flechtfrisuren wie der spanische Zopf eignen sich hervorragend für üppige Mähne. Mit etwas Übung klappt der Spanische Zopf immer besser und wird gleichmäßiger.

FISCHGRÄTENZOPF FLECHTEN - Einfache Anleitung

Frisuren für Pferde mit dicker Mähne

Eine sehr dicke Mähne ist oftmals nur schwer zu bändigen. Es bedarf hier an hoher Fingerfertigkeit, die Mähne ordentlich einzubinden. Empfehlenswert bei viel Mähne sind jegliche Formen des spanischen Zopfes. Dieser wird ähnlich geflochten wie der französische Zopf beim Menschen. Die Flechtfrisur kann entweder direkt am Mähnenkamm entlang verlaufen oder ab dem Kopf bis zum Hals immer weiter nach unten gezogen werden. Zu Beginn werden drei gleich dicke Strähnen der Mähne direkt an den Ohren ausgemacht. Die rechte Strähne wird über die Mittlere gelegt, sodann wird die linke Strähne über die Mittlere gelegt. Die wieder folgende rechte Strähne fasst ab dann jedoch jedes Mal eine weitere Strähne von der noch offenen Mähne mit hinein. Ein besonders ansprechendes Ergebnis wird bei einer üppigen langen Mähne erzeugt, da der Zopf schließlich einen stolzen Durchmesser bekommt. Diese Technik des Flechtens erfordert Fingerspitzengefühl und Übung, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten. Sobald die nötigen Erfahrungen angeeignet sind, lässt sich diese Frisur auf verschiedene Weisen nach allen Vorstellungen gestalten.

Frisuren für Pferde mit dünner Mähne

Eine dünne Mähne lässt sich zwar wesentlich einfacher handhaben, jedoch wird das Ergebnis oftmals nicht derart pompös. Als klassische Turnierzöpfe gelten kleine Dutts am Mähnenkamm. Warmblüter neigen beispielsweise grundsätzlich eher zu knapper Mähne, weswegen auf vielen Spring- und Dressurturnieren die Knotenfrisur häufig zu sehen ist. Die Knotentechnik ist für Pferde mit wenig Mähnenhaar perfekt geeignet. Die Mähne wird hierzu gleichmäßig am Haaransatz unterteilt. Es werden Strähnen mit einer Breite von etwa 10 cm zusammengefasst und mit einem Mähnengummi fixiert. Diese Strähnen werden jeweils einzeln klassisch nach unten geflochten und wiederum mit einem Gummi verschlossen. Die geflochtene Haarsträhne wird nun sauber zusammengerollt und am Mähnenkamm mit weiteren Gummis oder Einflecht-Helfern fixiert. Im Grunde entstehen so viele kleine Dutts. Für Pferde mit tendenziell wenig Mähnenhaar eigenen sich außerdem auch die Kreuzzöpfe. Hierzu werden wieder Strähnen in der Breite von etwa 10 cm klassisch heruntergeflochten. Jedoch wird das Gummi hier bereits nach einem Drittel der Haarlänge fixiert. Der untere Teil nach dem Gummi bleibt offen. Nachdem alle Zöpfe derart geflochten sind, wird jeweils immer zwei Zöpfe mit einem Gummi zusammengebunden. Dabei wird jedoch stets ein geflochtener Zopf ausgelassen, welcher sich mit dem nächsten ausgelassenen Zopf verbindet. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die ausgelassenen Zöpfe einheitlich entweder unter den restlichen Verbindungen entlangführen oder eben darüber. Es ergibt sich schließlich eine Art Netzreihe, die an der oberen Halshälfte verläuft.

Frisuren für Pferde mit langer Mähne

Bei einer langen Mähne eignet sich das Mähnennetz besonders gut. Hierzu werden am Mähnenansatz gleichmäßige Haarsträhnen mit ein paar Umschlägen geflochten und sodann mit einem Gummi verschlossen. Am Ende sollten zwischen 10 bis 15 fingerdicke Zöpfchen offen herunterhängen. Diese Zöpfchen werden anschließend jeweils halbiert und mit dem Nachbarzöpfchen wieder mit ein paar Umschlägen zusammengeflochten. Das neu entstandene Zöpfchen wird wieder mit einem Gummi befestigt. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis man an den Spitzen der Mähne angekommen ist. Nun sollte sich das Bild eines gleichmäßigen Netzes über den Hals des Pferdes legen. Ob bei dieser Frisur nun die vollständige Mähne eingearbeitet wird oder nur das Deckhaar auf dem ansonsten offenen Haaren aufliegen soll, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Bei extrem dichter und üppiger Mähne empfiehlt es sich beide Varianten auszuprobieren und anschließend nach dem eigenen Empfinden zu entscheiden. Das Netz kann anschließend mit diverser Dekoration optimiert werden.

Turnierfrisuren für das Pferd

Für Turnierteilnahmen gibt es keine bestimmten Vorgaben welche Frisur das Pferd tragen muss. Je nach Sportart sind aber spezielle Vorlieben zu erkennen. Es ist regelrecht eine Tradition die Mähne zur Turnierteilnahme einzuflechten, um einen guten und gepflegten Eindruck beim Punktrichter zu hinterlassen. Das gilt sowohl für Springpferde als auch für Dressurpferde. Nachdem sich in diesen Disziplinen überwiegend Warmblüter mit tendenziell eher wenig Mähne wiederfinden, eignet sich hier die beliebte Knotenfrisur. Für den Polosport gelten Pferdefrisuren, die gründlich eingebundene Schweif- und Mähnenhaare sogar verpflichtend vorgegeben, damit sich kein Schläger darin verfangen kann.

Frisuren für den Schweif

Für den Schweif können etliche Varianten der Flechttechniken angewendet werden. Häufig wird die Schweifrübe im französischen Stil geflochten. Der restliche Schweif wird offengelassen oder locker bis zum Ende hinab geflochten. Begabte Frisierkünstler können sogar herzförmige Formationen oder Schlangenlinien einarbeiten. Neben dem bekannten dreisträhnigen Muster entsteht beim zweisträhnigen Flechten ein sogenanntes Fischgrätenmuster, das durch feine Strähnen sehr filigran in der Optik ist. Sehr dichter und üppiger Schweif kann sogar im Stil des Mähnennetzes geflochten werden. Weitere Verzierungen mit Schmuck oder Blumen werden auch hier gerne verwendet.

Hier ist eine Tabelle mit verschiedenen Pferdefrisuren und ihren Anlässen:

Frisur Geeignet für
Turnierzöpfe Turniere, Kontrolle von Rosshaar
Mähnennetz Pferde mit viel Haar
Französischer Zopf (Schweif) Klassische Pferdefrisur

Pferdefrisuren - Nach dem Flechten

Sollten die Pferdefrisuren zu lange ungelöst bleiben, können sich die Pferdehaare schnell verfilzen. In Kombination mit Schmutz und anderen Ablagerungen kann daraus ein hartnäckiges Nest entstehen, das womöglich nur noch mit Hilfe einer Schere entfernt werden kann. Um dies zu vermeiden, sollte die Frisur zeitnah nach dem Turnier oder einem anderen Anlass wieder geöffnet werden. Schopf und Schweif einflechten rundet die Frisur für einen besonderen Anlass oder dein Turnierpferd perfekt ab. Selbst die etwas voluminösere Haarpracht von Haflingern oder Friesen kannst du mit den richtigen Tricks elegant bändigen.

Im ersten Schritt teilst du den Schopf in drei gleichmäßig dicke Strähnen auf. Anschließend fügst du zu den jeweils äußeren Strähnen die Haare von rechts und links hinzu, die bislang noch nicht in den Zopf integriert waren. Sind alle Haare in den Zopf aufgenommen, flichtst du ihn im vierten und fünften Schritt gleichmäßig nach unten weiter. Die Stränge sollten möglichst straff sein, sodass sie sich nicht lösen können. Nun muss aus dem Zopf ein Knoten werden. Dazu biegst du den Zopf nach unten um, sodass sein Ende unter seinem Ansatz liegt. Mit einem eingeflochtenen Schopf lernst du das Gesicht deines Pferdes noch einmal neu kennen und nimmst vielleicht Details wahr, die ansonsten unter den Haaren verborgen bleiben. Das ist mir bei meiner Stute wirklich so aufgefallen. Vielleicht entsteht auch für dich ein ganz neuer Anblick.

Nicht nur die Mähne, sondern auch der Pferdeschweif kann hübsch frisiert werden, wenn es aufs Turnier geht oder eine Veranstaltung ansteht. ggf. Als Vorbereitung verliest du den Schweif deines Pferdes sorgfältig und kämmst ihn vorsichtig gut durch, um eventuelle Knötchen zu beseitigen. Da Schweifhaare nur sehr langsam nachwachsen, solltest du bei allen Pflegeschritten darauf achten, möglichst wenig Haare zu verlieren. Außerdem ist es hilfreich, auf Schweifsprays zu verzichten. Sie erleichtern zwar das Durchkämmen, aber die Haare werden glatt und die Frisur hält nicht lange.

Im nächsten Schritt nimmst du eine Strähne aus der Schweifmitte hinzu. Nun fügst du zu den außen liegenden Strähnen jeweils eine neue Strähne des Schweifhaares von rechts und links hinzu und wiederholst diesen Flechtvorgang einige Male, bis du etwa ein Viertel des Schweifs eingeflochten hast. Achte darauf, die einzelnen Strähnen nicht zu straff zu ziehen. Da das Pferd durch eine Frisur nicht in seinen natürlichen Bewegungen eingeschränkt werden sollte, flicht man den Schweif lediglich im oberen Bereich ein. Um den Zopf zu beenden, nimmst du irgendwann keine neuen Haare mehr von den Seiten hinzu. Im letzten Schritt fixierst du das Ende des Zopfs mit einem oder zwei Mähnengummis. Er liegt nun dekorativ auf den nicht eingeflochtenen Haaren auf.

Nicht nur die Mähne, auch Schopf und Schweif einflechten bietet wieder zahlreiche Möglichkeiten, kreativ zu gestalten und abzuwandeln. Wir würden uns freuen, wenn du deine Ideen mit uns teilst. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

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