Viele Pferdebesitzer bemerken, dass die Schuppenbildung bei ihren Pferden während des Fellwechsels zugenommen hat. In den meisten Fällen ist dies harmlos, aber es können auch ernstzunehmende gesundheitliche Probleme dahinterstecken.
Schuppen entstehen, wenn größere Verbände abgestorbener Hautzellen abgestoßen werden. Wie bei Menschen gibt es auch bei Pferden eine genetische Prädisposition zur Schuppenbildung. Auslöser können Stress, Hormonschwankungen, falsche oder übertriebene Pflege oder Nährstofffehlversorgungen sein.
Es gibt verschiedene Ursachen für Schuppenbildung bei Pferden. Hier sind einige der häufigsten:
Die Erreger sind Hautpilze (Dermatophyten), meist Schlauch- oder Fadenpilze, aber auch Hefepilze sind möglich. Sie leben auf der Haut und ernähren sich von Kohlenhydraten, Keratin und Elastin, wodurch die Hautstruktur zerstört werden kann. Die Verbreitung wird durch Wärme, Feuchtigkeit und Schmutz gefördert. Schmierig fettige Haut kann ebenfalls eine Basis zur Vermehrung von Pilzen sein. Meist sind die Gurtlage, die Flanken, Kopf und Hals betroffen.
Der Tierarzt diagnostiziert die sogenannte "Dermatomykose" und verschreibt Mittel, mit denen das Pferd dann abgewaschen wird.
Die Haarlinge zählen zu den Kieferläusen (Werneckiella equi) und ernähren sich von Haaren, obersten Hautschichten bzw. Hautschuppen, Gewebeflüssigkeiten und deren Verkrustungen. Feuchtigkeit, enger Raum und wenig Luft fördern die Entwicklung von Haarlingen. Auch wenn die Übertragung direkt erfolgt, werden immungeschwächte Pferde bevorzugt befallen. Erkennbar ist ein Befall an extremer Unruhe und Juckreiz. Das Fell kann löchrig und zerfressen wirken. Eine Vermehrung erfolgt rasant über eine Larvenbildung vor Ort (sogenannte Nissen) und eine Übertragung der adulten hellbraunfarbenen Haarlinge erfolgt über Putzzeug und Decken.
Milben können das Wohlbefinden von Pferden erheblich beeinträchtigen. Es gibt verschiedene Milbenarten, die Pferde befallen können:
Ein Milbenbefall führt zu starkem Juckreiz, Haarausfall und Hautirritationen. Betroffene Pferde kratzen, scheuern und benagen sich vermehrt. Unbehandelt können sich Wunden bilden, was das Risiko von Sekundärinfektionen erhöht.
Raspe zeigt sich durch eine verstärkte Schuppenbildung. Die akute Raspe ist entzündlich, blutig und krustig und ähnelt der Mauke. Die Veranlagung scheint genetisch zu sein. Sehr häufig leiden diese Pferde unter Milbenbefall. Durch den Milbenbefall kann es zu Sekundärinfektionen kommen, die zu chronischen Hautveränderungen führen können.
Ekzeme sind Hauterkrankungen, die durch eine Überreaktion des Organismus auf Umwelteinflüsse oder Unverträglichkeiten ausgelöst werden. Es gibt verschiedene Arten von Ekzemen:
Ein Sommerekzem äußert sich durch starken Juckreiz, während ein Regenekzem eher Schmerzen verursacht.
Bestimmte Reize sorgen für die Bildung von Quaddeln auf der Pferdehaut. Die Ursachen sind vielfältig und gelten als eine Reaktion des Immunsystems. Die Quaddeln sind rund, mit Flüssigkeit gefüllt und treten vor allem im Bereich des Halses, an den Schultern und dem Brustbereich auf. In manchen Fällen kommt es zur Bildung von Nesselstreifen, deren Quaddeln parallel zueinander verlaufen. In den der Regel leiden Pferde mit Nesselfieber nicht unter Juckreiz oder Schmerzen.
Bei einer starken Vermehrung der Pilzsporen kann es zu einer Hautpilzerkrankung kommen, die sofort behandelt werden muss. Die Ursachen für eine Hautpilzerkrankung finden sich häufig in der Haltung des Pferdes. Wenn es warm und feucht ist, fühlen sich Pilze wohl. Kleine, kreisrunde und haarlose Stellen überall auf der Pferdehaut deuten auf eine Hautpilzerkrankung hin. Hautpilz setzt sich vermehrt an Hals, Kopf und Schulterregion fest.
Hautprobleme bei Pferden können durch Parasiten wie Läuse, Milben und Haarlinge entstehen, die sich im Fell des Pferdes eingenistet haben. In langen Mähnen- und Schweifregionen halten sich die Parasiten gerne auf. Einen Parasitenbefall erkennst du an weißen Nissen und bräunlichen Haarlingen im Fell. Die Symptome sind mit denen des Sommerekzems vergleichbar.
Der bekannteste Hauttumor ist das Equine Sarkoid, eine tumoröse Hauterkrankung, die an verschiedenen Stellen am Pferdekörper auftreten kann. Als Erreger des Equine Sarkoid gilt der Bovine Papillomavirus, welcher zu den Herpesviren gehört. Bei einem Equine Sarkoid bilden sich unter der Haut des Pferdes viele Bindegewebeschwülste. Die Tumore sehen unterschiedlich aus, ähneln jedoch oft gewöhnlichen Warzen.
Als Räude bezeichnet man eine Hauterkrankung, ausgelöst durch Milbenbefall. Das Kardinalsymptom ist der Juckreiz und die daraus resultierende Unruhe des Pferdes, ausgelöst durch den Befall mit Milben. Symptome der Räude beim Pferd erkennen und Ursachen vorbeugen. Es werden zwar verschiedene Milbenformen als Ursache dieser Pferdekrankheit beschrieben; alle vereinen als prägnantestes Symptom jedoch den Juckreiz.
Krankheitsbilder der verschiedenen Räude-Arten
Sarkoptesräude Der Juckreiz bei dieser Art des Milbenbefalls beginnt im Kopfbereich des Pferdes und befällt Hals, Schultern und Sattelgegend. Die Symptome sind vor allem als kleine Knötchen, Bläschen und Hautverkrustungen zu erkennen, begleitet von starkem Haarausfall des Pferdes. Psoroptesräude Diese Form der Räude beginnt an den Haaransätzen von Mähne und Schweif des Pferdes, da dicht behaarte Körperstellen bevorzugt werden. Die Symptome reichen von Haarausfall, über Krustenbildung und Hautverdickung bis hin zu bakteriellen Sekundärinfektionen. Die von Milbenbefall betroffenen Hautstellen sind außerdem gut zu erkennen, da sie austrocknen und papierartig aussehen. Chorioptesräude Dies ist die häufigste Form der Räude. Meistens entsteht sie an der Fesselbeuge des Pferdes und kann sich von dort bis zum Röhrbein ausbreiten. Ein häufiges Symptom ist das ständige Aufstampfen des Pferdes auf den Boden, da die Chorioptesmilben einen starken Juckreiz auslösen.
Die Behandlung hängt von der Ursache der Schuppenbildung ab. Hier sind einige allgemeine Tipps:
Anwendung von CXEVALO Fellpflegespray gegen Schuppen:
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Schuppenbildung bei Pferden vorzubeugen:
Wichtige Spurenelemente und Fettsäuren:
Zur Stabilisation der Haut sind auch weitere Spurenelemente und essentielle Fettsäuren notwendig. Als Basis für eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung des Pferdes empfehlen wir z.B. Nr. 1 Alles fliesst oder Nr.
Eine hochwertige und art- und bedarfsgerechte Fütterung ist ebenfalls sehr wichtig. Bei einem Nährstoffmangel kann sich eine gezielte Supplementierung empfehlen.
Einem immunstarken Pferd können Milben tendenziell weniger anhaben. Um das Immunsystem des Pferdes zu stärken, gilt es, für ein stressfreies Umfeld zu sorgen und auf genügend Bewegung zu achten, es jedoch auch nicht zu überlasten.
Ein Milbenbefall ist für Pferde nicht nur unangenehm, sondern kann auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, wenn er unbehandelt bleibt. Eine frühzeitige Diagnose durch den Tierarzt oder die Tierärztin kombiniert mit gezielten Behandlungsmaßnahmen und konsequenter Hygiene sind entscheidend für eine schnelle Genesung. Prävention beginnt bei der richtigen Pflege, Haltung und Fütterung.
Milben können von Pferd auf Mensch und umgekehrt übertragen werden. Jedoch ist das eher selten der Fall. Parasitäre Milben können ohne Wirt mehrere Tage bis Wochen überleben - im Falle der Choriptesmilben sind es bis zu zehn Wochen. Bei einem Milbenbefall sollten Sattelzeug, Putzzeug und Decken gründlich gereinigt und möglichst desinfiziert werden - und zwar nach jeder Benutzung.
Tabelle: Ursachen und Maßnahmen bei Schuppenbildung
| Ursache | Maßnahmen |
|---|---|
| Hautpilz | Antimykotische Mittel, gute Hygiene |
| Haarlinge | Verbesserte Hautpflege, Grundfutterqualität |
| Milben | Antiparasitika, Hausmittel (Umschläge, Öle) |
| Raspe | Gute Pflege, Beobachtung, Paraffinöle |
| Ekzeme | Juckreizlinderung, Behandlung der Ursache |
| Nesselfieber | Cortisonpräparaten, kaltem Wasser |
| Parasiten | Spezielle Waschmittel |
| Equines Sarkoid | Salben Behandlungen |
| Räude | Vitaminen versorgen, die Haltungsbedingungen optimieren und auf regelmäßige Wurmkuren achten |
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