Pferd Schuppen, Mähnenkamm & Sommerekzem: Ursachen und Behandlung

Viele Pferdebesitzer kennen das Problem: Ihr Pferd leidet unter Schuppen, Juckreiz oder gar einem Sommerekzem. Umso wichtiger ist es, die Ursachen zu erkennen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Schuppenbildung, Mähnenkämmen und Sommerekzemen bei Pferden.

Schuppenbildung beim Pferd

Ursachen der Schuppenbildung

Schuppen entstehen, wenn größere Verbände abgestorbener Hautzellen abgestoßen werden. Wie bei uns Menschen gibt es auch bei Pferden eine genetische Prädisposition zur Schuppenbildung. Das bedeutet: der eine neigt zu Schuppen, der andere nicht.

Auslöser für Schuppenbildung können aber unter anderem auch Stress, Hormonschwankungen, falsche oder übertriebene Pflege oder auch Nährstofffehlversorgungen sein. Letztere sollte man sich genauer anschauen, wenn das Problem insbesondere im Fellwechsel auftritt.

Denn in dieser Zeit werden ja verstärkt neue Haare gebildet und alte Haare werden abgeworfen.

Nun gehen viele daher und machen bei ihrem Pferd erst einmal prophylaktisch eine Zink-Kur zum Fellwechsel. Das ist jetzt auch nicht ganz verkehrt; denn Zink ist an der Bildung von Keratin (woraus Haare u.a. bestehen) beteiligt, fördert die Zellteilung und damit auch das Haarwachstum.

Dennoch empfinde ich die Zink-Kur-Geschichte doch ein bisschen zu kurz gedacht.

Denn neben Zink sind z.B. auch Selen, Kupfer, Mangan sowie verschiedene B-Vitamine an der Neubildung der Haare und am Zellwachstum beteiligt. Zusätzlich spielen Vitamin A und E eine Rolle. Und auch der Bedarf an essentiellen Aminosäuren ist während des Fellwechsels erhöht.

Mit der bedarfsdeckenden (Nährstoff-)Versorgung steht und fällt die Gesamtgesundheit unserer Pferde. Mit bedarfsdeckend meine ich: weder über- noch unterversorgt.

Die wenigstens Pferde sind mit sämtlichen Nährstoffen über- oder unterversorgt. Sehr viele Pferde hingegen sind nährstoffFEHLversorgt, was bedeutet, dass einige Nährstoffe im Überfluss aufgenommen werden, während andere Nährstoffe in nicht ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Dieser Überschuss bestimmter Nährstoffe führt darüber hinaus dazu, dass andere Nährstoffe, die eventuell sogar in ausreichender Menge angeboten werden, nicht aufgenommen werden können, weil ihre Andockstelle im Darm bereits „besetzt“ ist.

Die beste Unterstützung, damit euer Pferd gut durch den Fellwechsel kommt, ist, es ganzjährig bedarfsdeckend zu versorgen!

Bedarfsdeckende Versorgung im Einzelnen

  • Qualitativ hochwertiges Raufutter zur Verfügung stellen
  • Eine passende Mineralisierung wählen
  • Ggf. Eiweiß-/Energiebedarf durch Kraftfutter decken

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten gesunden erwachsenen Pferde, die entsprechend ernährt werden, mit dem Fellwechsel keine Schwierigkeiten haben. Sicherlich sollte man beachten, dass der Energiebedarf während des Fellwechsels bei vielen Pferden erhöht ist.

Hier arbeite ich gern mit dem Einsatz von Ölen wie z.B. Leinöl. Dieses enthält zudem Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für die Zellelastizität sind und zum Haarwachstum beitragen.

Vitamin A können wir beispielswiese über die Fütterung von Karotten zuführen. Diese enthalten ß-Karotin, eine Vorstufe, aus der im Darm Vitamin A gebildet werden kann.

Den erhöhten Aminosäurenbedarf können wir z.B. durch die Zufütterung von Bierhefe decken. Hier sind praktischerweise auch eine Reihe an B-Vitaminen enthalten.

Sicherlich können wir unsere Pferde mit einer temporären Zufütterung von Zink beim Fellwechsel unterstützen. Bitte überprüft aber zuvor einmal die Zinkmenge in eurem Mineralfutter. Immer mehr Produkten wird nämlich bereits eine große Menge zugesetzt.

Denn durch einen Zinküberschuss kann die Aufnahme andere Spurenelemente (z.B. Kupfer) gestört sein. Und dann sind wir wieder am Anfang des Problems: der Nährstofffehlversorgung.

Wenn die Schuppenbildung ausschließlich im Fellwechsel auftritt, ist davon auszugehen, dass sie mit dem einhergehenden erhöhten Nährstoffbedarf im Zusammenhang steht. Schritt 1 sollte trotzdem immer sein: Grundration überprüfen.

Wenn hier alles stimmt, kann die Ration des Pferdes mit den oben genannten Futtermitteln schrittweise ergänzt werden.

Sommerekzem beim Pferd

Das Sommerekzem, auch als Sweet Itch, Queensland Itch oder Insect Bite Hypersensitivity (IBH) bekannt, ist die häufigste allergische Hauterkrankung bei Pferden. Das Sommerekzem ist eine allergische Hautkrankheit bei Pferden, die durch den Speichel bestimmter Insekten (z.B. Kriebelmücken) ausgelöst wird.

Beim Sommerekzem handelt es sich um eine allergische Reaktion auf Insektenstiche bei Pferden. Die Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Inhaltsstoffe im Speichel von Mücken verursacht starken Juckreiz. Deswegen scheuern sich die Pferde die Haut oft wund.

Die Hautveränderungen zeigen sich vor allem während der „Mückensaison“ von Frühling bis Herbst und klingen im Winter wieder ab.

Die allergischen Reaktionen treten beim Sommerekzem vor allem an der Mähne und der Schweifrübe auf. Zusätzlich sind oft der Bauch, die Hüfthöcker sowie der Kopfbereich betroffen, insbesondere die Augenpartie, die Stirn und das Kinn.

Die Veranlagung, am Sommerekzem zu erkranken, ist zumeist erblich bedingt. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Pferd tatsächlich erkrankt, da viele Faktoren als Auslöser infrage kommen.

Die Ursachen des Sommerekzems sind Stiche von Culicoidesmücken und Kriebelmücken. Auslöser der allergischen Reaktion ist der Speichel der Mücken, auf den die Pferde reagieren. Welche Allergene aus dem Speichel der Insekten die allergische Reaktion auslösen, ist nicht bekannt.

Die Überreaktion des Immunsystems wird durch den Stich von befruchteten Mückenweibchen verursacht. Mit ihrem Speichel übertragen sie bestimmte Eiweiße, auf die ein sensibilisiertes Pferd mit starken allergischen Symptomen reagiert.

Bestimmte Rassen, wie beispielsweise Isländer, sind häufiger betroffen. Man vermutet eine genetische Prädisposition, grundsätzlich können jedoch Pferde und Ponys aller Rassen erkranken.

Neben der genetischen Veranlagung gelten Umweltfaktoren wie steigende Temperaturen oder Luftverschmutzung als mögliche Auslöser. Auch eiweißreiche Weiden oder schadstoffbelastetes Futter erhöhen das Risiko.

Weitere Faktoren, die das Sommerekzem begünstigen, sind die Art und Häufigkeit des Weidegangs sowie der Weideort. Da die Insekten insbesondere in den Morgen- und Abendstunden aktiv sind, sollten die Weidezeiten möglichst in die Mittagsstunden verlegt werden.

Zudem ist es ratsam, Weiden in der Nähe von Gewässern, Misthaufen und Futterresten zu meiden, da sich dort vermehrt Insekten aufhalten. Auch Bewegungsmangel oder eine unausgewogene Ernährung schwächen das Immunsystem und begünstigen allergische Reaktionen.

Sommerekzem beim Pferd – Was kann ich tun?

Symptome des Sommerekzems

Die häufigsten Symptome eines Sommerekzems sind Juckreiz sowie allergische Hautreaktionen in Form von Pusteln sowie offenen und kahlen Stellen.

  • Pusteln: Beim Sommerekzem bilden sich unter der Haut kleine, stecknadelkopfgroße Knoten, sogenannte Papeln.
  • Unruhe: Durch den Juckreiz sind Ekzemer-Pferde stets unruhig, sie wandern umher, schlagen mit dem Schweif, wälzen sich vermehrt und scheuern sich.
  • Sekretbildung: Durch das ständige Kratzen entstehen offene, blutige Stellen, die Sekret, Blut oder Wundwasser absondern.
  • Krusten: Der durch das Sommerekzem verursachte Juckreiz führt dazu, dass die Haut aufgekratzt wird.
  • Verdickte Haut: Durch das Scheuern und Kratzen an den betroffenen Stellen verdickt sich die Haut der Pferde.
  • Haarlose Stellen: Das übermäßige Kratzen führt zu Haarausfall und Haarbruch beim Pferd.
  • Sekundärinfektionen: Durch das ständige Schubbern der Pferde entstehen offene Wunden, die anfällig für weitere Infektionen sind. Die Wunden locken zudem weitere Insekten an und begünstigen bakterielle Entzündungen.

Besonders anfällig für das Sommerekzem beim Pferd sind Körperstellen mit senkrecht stehender Behaarung, da die Haut dort besonders empfindlich ist. Dazu zählen Mähne, Schweifrübe, Kruppe und Kopf.

Diagnose des Sommerekzems

Die Diagnose des Sommerekzems bei Pferden erfolgt in erster Linie anhand des klinischen Bildes. Charakteristisch ist ein starker Juckreiz, der zu intensiven Scheuerstellen an Mähne, Schweif und am Unterbauch führt. Durch das Scheuern entstehen Hautverletzungen, die nässen und bluten.

Ob tatsächlich eine allergische Ursache vorliegt, lässt sich mit einem funktionellen Invitro-Test (FIT) überprüfen. Der Test analysiert die Reaktionsbereitschaft des Immunsystems gegenüber bestimmten Antigenen. Wenn ein bestimmtes Antigen ein negatives Ergebnis liefert, ist eine allergische Reaktion auf das Insekt ausgeschlossen. Ein positives Ergebnis zeigt eine Sensibilisierung, aber keine zwingend bestehende Allergie. Der Test ist unabhängig von der Jahreszeit durchführbar.

Ein weiteres Diagnoseverfahren für das Sommerekzem ist der In-vivo-Intrakutantest. Dabei werden verschiedene Testsubstanzen in ein geschorenes Hautareal am Hals des Pferdes injiziert. Anschließend werden die Hautreaktionen mit Positiv- und Negativkontrollen verglichen, um Hinweise auf eine allergische Reaktion zu erhalten.

Ein anderes Diagnosverfahren ist der In-vitro-Fc-Rezeptor-Test, mit dem sich allergenspezifisches IgE im Serum nachweisen lässt. IgE bezeichnet Immunglobulin E, einen Antikörpertyp, der maßgeblich an allergischen Reaktionen beteiligt ist. Der Test ist nur während der aktiven Saison durchführbar, da ein Allergenkontakt erforderlich ist. Auch hierbei kommt es häufig zu falsch positiven Ergebnissen.

Der CAST-Test ist unabhängig von der Jahreszeit durchführbar. Dabei werden basophile Granulozyten, eine kleine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, aus dem Blut isoliert und mit relevanten Allergenen in Kontakt gebracht. Die dabei gebildete Menge Botenstoffen gibt Aufschluss über das Ausmaß der Sensibilisierung.

Behandlung des Sommerekzems

Die Behandlung des Sommerekzems bei Pferden läuft in der Symptomlinderung und der Verhinderung weiterer Insektenstiche ab.

  • Reinigung: Eine gründliche Reinigung von Haut und Fell ist ein wichtiger Schritt bei der Behandlung von Sommerekzem. Bei starker Verschmutzung, Krustenbildung oder verklebten Haaren wird anstelle von Wasser physiologische Kochsalzlösung verwendet. Hautschuppen und Verkrustungen werden mithilfe von pflegenden Shampoos oder Ölen schonend gelöst und anschließend mit einer Auskämmhilfe entfernt.
  • Pflegeprodukte: Bei noch nicht stark ausgeprägtem Sommerekzem helfen Lotionen, Sprays oder Öle mit pflegenden Wirkstoffen. Sie lindern den Juckreiz, fördern die Regeneration von Haut und Mähne und stärken die natürliche Schutzbarriere der Haut. Zur lokalen Behandlung eignen sich verschiedene Pflegeprodukte wie rückfettende Cremes oder leichte Shampoos. Auch antiseptische Salben wie Betaisodona helfen, die betroffenen Hautareale zu schützen. Bei akuten oder nässenden Hautstellen kommt Zinkoxid zum Einsatz, während bakterielle Infektionen desinfizierende Salben erfordern.
  • Cortison: In schweren Fällen werden kortisonhaltige Lotionen oder systemisch verabreichte Glucocorticoide eingesetzt, um den Juckreiz zu lindern und die Heilung der Haut zu fördern. Die Medikamente unterdrücken die Entzündungsreaktion. Zu Beginn erfolgt in der Regel eine intravenöse oder intramuskuläre Injektion mit Dexamethason oder Prednisolon. Sobald eine Wirkung eintritt, ist auf eine orale oder lokale Behandlung mit Cortison umzustellen.
  • Antihistaminika: Zur Behandlung des Sommerekzems kommen zudem Antihistaminika zum Einsatz, die allergische Reaktionen und den verbundenen Juckreiz unterdrücken. Die Medikamente hemmen die Freisetzung von Histamin. Histamin ist eine Substanz, die für Entzündungen und Juckreiz verantwortlich ist.
  • Antibiotika: Bei der Behandlung des Sommerekzems kommen Antibiotika zum Einsatz, wenn sich aufgrund des ständigen Scheuerns Hautverletzungen mit bakteriellen Sekundärinfektionen entwickeln.
  • Repellentien: Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung des Sommerekzems ist die Insektenabwehr. Hierfür eignen sich verschiedene Repellentien. Sprays und Spot-On-Präparate mit den Wirkstoffen Deltamethrin oder Permethrin werden dabei zur Abwehr von Mücken eingesetzt. Deltamethrin wird alle 10 bis 14 Tage als Spot-On-Präparat aufgetragen, während Permethrin alle 14 Tage direkt auf das Fell aufgebracht wird.
  • Desensibilisierung: Eine weitere mögliche Behandlungsoption ist die Desensibilisierung. Bei der allergenspezifischen Immuntherapie wird die überschießende Reaktion des Immunsystems behandelt. Zunächst erfolgt eine Blutentnahme sowie ein Allergietest. Der Test untersucht, auf welche Insekten das Pferd allergisch reagiert. Auf Basis der Testergebnisse wird eine Injektionslösung mit den relevanten Allergenen hergestellt. Die Lösung wird anfangs einmal wöchentlich und später alle zwei bis vier Wochen unter die Haut injiziert. Durch die Hyposensibilisierung wird das Immunsystem schrittweise an die Allergene gewöhnt, um eine überschießende Reaktion zu verhindern.
  • Pilzimpfung: Tierärzte bieten die Pilzimpfung speziell zur Linderung der Auswirkungen des Sommerekzems an. Der verwendete Impfstoff enthält Bestandteile von Hautpilzen, die hautberuhigend und entzündungshemmend wirken. Der Impfstoff Insol-Dermatophyton erfolgt zweimal im Abstand von 14 Tagen.
  • Akupunktur: Eine weitere Behandlungsmöglichkeit für das Sommerekzem ist die Akupunktur. Laut der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin entsteht das Sommerekzem durch das Eindringen äußerer Faktoren, wie Mückenstiche, die einen energetischen Kampf mit der Wei-Qi-Hitze (Immunsystem-Hitze) auslösen. Das Immunsystem wird geschwächt und das Gift des Stichs kann nicht ausgeleitet werden.
  • Alternative Maßnahmen: Zur Behandlung des Sommerekzems bei Pferden werden auch homöopathische und phytotherapeutische Mittel eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Kokosöl lindert den Juckreiz und wirkt abschreckend auf Mücken. Teebaumöl hat eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung, ist jedoch nur vorsichtig anzuwenden, da es die Haut austrocknen kann. Kamille wird als kühlende Kompresse verwendet. Sulfur entlastet den Stoffwechsel und unterstützt die Ausscheidung von Abbauprodukten. Verdünnter Knoblauch wirkt bei eitrigen Hautinfektionen.
Pferd mit Ekzemerdecke

Vorbeugung des Sommerekzems

Zur Prävention eines Sommerekzems bei Pferden kann man den Kontakt mit den Mücken verhindern und die Haut vorbeugend pflegen, um eine Ausbreitung der allergischen Symptome zu vermeiden.

  • Anpassung der Weidezeiten und des Weideorts: Die Weidezeiten liegen idealerweise zwischen 10 und 16 Uhr, da Insekten insbesondere in den Morgen- und Abendstunden aktiv sind. In dieser Zeit sind Orte in der Nähe von Gewässern, Misthaufen und Futterresten zu meiden.
  • Rückzugsmöglichkeiten: Das Pferd hat jederzeit die Möglichkeit, sich in einen insektenfreien Unterstand oder Stall zurückzuziehen.
  • Hygiene und Pflege: Die regelmäßige Reinigung der Haut mit mildem Shampoo sowie d...

Weitere Hauterkrankungen beim Pferd

Neben Schuppenbildung und Sommerekzem gibt es noch weitere Hauterkrankungen, die bei Pferden auftreten können:

  • Ekzeme: Hauterkrankungen, die durch eine Überreaktion des Organismus auf Umwelteinflüsse oder Unverträglichkeiten ausgelöst werden.
  • Regenekzem: Hat einen bakteriellen Ursprung und wird durch das Bakterium Dermatophilus congolensis verursacht.
  • Mauke: Eine häufige und sehr gefürchtete Hauterkrankung bei Pferden, die durch eine ansteckende Hautinfektion bakteriellen Ursprungs verursacht wird.
  • Nesselfieber (Urticaria): Bestimmte Reize sorgen hier für die Bildung von Quaddeln auf der Pferdehaut.
  • Hautpilz: Bei einer starken Vermehrung der Pilzsporen kann es zu einer Hautpilzerkrankung kommen, die sofort behandelt werden muss.
  • Parasitenbefall: Hautprobleme können durch Parasiten wie Läuse, Milben und Haarlinge entstehen.
  • Equines Sarkoid: Der bekannteste Hauttumor ist das Equine Sarkoid, eine tumoröse Hauterkrankung.

Juckreiz beim Pferd

Juckreiz beim Pferd ist ein ernstzunehmendes Symptom, das vielfältige Ursachen haben kann. Besonders typisch sind Anzeichen wie starkes Scheuern an Mähne und Schweif, Unruhe oder sogar kahle Hautstellen.

Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten belegen, dass die häufigsten Ursachen für Juckreiz beim Pferd parasitär oder allergisch bedingt sind, wobei die Culicoides-Hypersensibilität (Sommerekzem) als wichtigste allergische Hautkrankheit gilt (WAVD-Konsensus).

Die Bandbreite reicht von Parasitenbefall über allergische Reaktionen bis hin zu Stoffwechselstörungen. Um eine wirksame Behandlung einzuleiten, ist es entscheidend, die Auslöser möglichst genau zu identifizieren.

Ursachen für Juckreiz

  1. Parasitenbefall: Milben, Läuse und Haarlinge sorgen ebenfalls vorwiegend bei Pferden für Juckreiz im Winter. Sie ernähren sich vom Blut oder von Hautschuppen und führen zu starker Schuppenbildung, Haarausfall und auffälligem Kratzen.
  2. Allergische Reaktionen: Die bedeutendste allergische Hautkrankheit beim Pferd ist die Culicoides-Hypersensibilität, besser bekannt als Sommerekzem. Auslöser sind winzige Gnitzen oder Kriebelmücken, deren Stiche bei empfindlichen Pferden eine überschießende Immunreaktion hervorrufen.
  3. Stoffwechselstörungen: Ein gesunder Stoffwechsel ist entscheidend für Haut und Fell. Übergewicht, falsche Energieversorgung oder Erkrankungen wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS) können die Hautbarriere schwächen und Entzündungsprozesse fördern.
  4. Infektionen: Bakterielle Infektionen, etwa durch Staphylokokken, entstehen häufig sekundär nach Verletzungen oder aufgekratzten Stellen. Pilzerkrankungen lösen ebenfalls Juckreiz aus.
  5. Fellwechsel: Nicht immer steckt eine Erkrankung hinter dem Juckreiz. Fellwechsel im Frühjahr und Herbst beansprucht die Haut stark.

Symptome von Juckreiz

Pferde mit Juckreiz zeigen häufig auffälliges Verhalten wie intensives Scheuern an Stallwänden, Zaunpfosten oder Bäumen, besonders im Bereich von Mähne und Schweif. Das Haar wirkt dadurch stumpf, brüchig oder ausgerissen. Viele Pferde beißen oder knabbern zudem an Bauch, Flanken oder Beinen, um den Juckreiz zu lindern, und wirken insgesamt unruhig. Sie wälzen sich häufiger oder schlagen vermehrt mit dem Schweif.

Diagnose von Juckreiz

Eine gezielte Diagnose ist entscheidend, um die passende Behandlung einzuleiten. Leichter Juckreiz mag zunächst harmlos wirken, doch ohne Ursachenklärung drohen chronische Hautprobleme. Die Abgrenzung zwischen Parasiten, Allergien, Stoffwechselproblemen und infektiösen Hauterkrankungen ist komplex. Daher ist eine professionelle Untersuchung unverzichtbar.

Behandlung von Juckreiz

Die Behandlung von Juckreiz beim Pferd richtet sich immer nach der Ursache. Wird der Juckreiz durch Parasiten ausgelöst, sind antiparasitäre Mittel das Mittel der Wahl. Um gereizte Haut zu beruhigen und die Regeneration zu fördern, eignen sich pflegende Lotionen, Salben oder Shampoos. Liegt die Ursache in einer Stoffwechselstörung oder in einer unausgewogenen Fütterung, sollte der Ernährungsplan überprüft werden.

Vorbeugung von Juckreiz

Am besten ist es, Juckreiz beim Pferd gar nicht erst entstehen zu lassen. Viele Ursachen lassen sich durch konsequente Pflege, gute Haltungsbedingungen und eine angepasste Fütterung vermeiden. Gründliches Putzen entfernt Staub, Schweiß und Hautschuppen, die die Haut reizen könnten. Besonders während des Fellwechsels sollte das Pferd regelmäßig gestriegelt und bei Bedarf mit mildem Shampoo gewaschen werden. Eine saubere Stallumgebung mit regelmäßig gewechselter Einstreu, desinfizierten Putzutensilien und sauberen Decken beugt einem Befall vor. Besonders im Sommer ist der Schutz vor Insekten wichtig, um Sommerekzem und allergischen Juckreiz zu vermeiden.

Haltungsfehler, die Sommerekzem begünstigen

  • Die Pferde bei kalten Temperaturen in den warmen, geschlossenen Stall stellen.
  • Bei Kälte, Nässe und Matschwetter immer gleich eindecken.
  • Zu viel Kraftfutter und zuckerhaltiges Müsli bei zu wenig Bewegung füttern.
  • Versuchen, mit Decken, Fliegensprays, Insektenfallen jedes Ungeziefer fern zu halten.
  • Zu schnell und zu oft Medikamente wie Antibiotika, Wurmmittel, Impfungen verabreichen.
  • Das natürliche Schutzschild der Haut durch "zu gut gemeinte“ Pflege zerstören.
  • Zu wenig freie Bewegung und mangelnde soziale Kontakte.
  • Das Pferd bei der Nutzung zu hohen physischen und psychischen Belastungen aussetzen.
  • Die Haltungs- und Fütterungsbedingungen nicht pferdegerecht gestalten.

Die häufigen Folgen: Unsere Pferde reagieren empfindlicher auf Umwelteinflüsse, Wetterbedingungen und Insekten. Daraus entwickeln sich leichter Allergien. Neben dem Speichel der Mücken können also ein geschwächtes Immunsystem, zu viel Eiweiß und Kohlehydrate, Bewegungsmangel, Mineral- und Spurenelementmangel, Umweltgifte, Leberüberlastung, ein geschwächtes Darmmilieu und andere Parasiten Ursachen für Allergien sein.

Verwechslungsgefahr: Krankheiten, die dem Sommerekzem ähneln

  • Äußere Parasiten, vor allem Haarlinge und Milben
  • Sommerräude
  • Andere Wurmerkrankungen
  • Dermatophilose, auch Regenekzem
  • Vitamin- und Mineralmangel
  • Hautpilzerkrankung

Stress verstärkt das Sommerekzem

Durch Stress intensivieren sich die Symptome des Sommerkezems. Daher gilt es bei betroffenen Tieren, Belastungen unbedingt zu vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Behandlung von Hautproblemen bei Pferden eine umfassende Herangehensweise erfordert. Es ist wichtig, die Ursachen zu erkennen, die Symptome zu lindern und die Hautbarriere zu stärken. Eine angepasste Fütterung, gute Haltungsbedingungen und eine konsequente Pflege sind entscheidend für die Gesundheit der Pferdehaut.

tags: #Pferd #Schuppen #Mähnenkamm #Ursachen #Behandlung

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen