Die Diagnose Krebs stellt Betroffene und Angehörige oft unerwartet vor große Herausforderungen. Während dringlichere Fragen und Sorgen im Vordergrund stehen, rückt das Thema Haarausfall, insbesondere während der Chemotherapie, unweigerlich in den Fokus.
In diesem Artikel möchten wir Ihnen einfühlsam und verständlich zur Seite stehen und über Perücken während und nach der Chemotherapie sprechen, persönliche Erfahrungen teilen und Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob bei einer Chemotherapie eine Perücke das Richtige für Sie ist. Der Gedanke an eine Perücke bei Chemotherapie kann Ihnen helfen, sich während dieser schwierigen Zeit wohler zu fühlen.
Eine der häufigsten Methoden zur Behandlung von Krebs ist die Chemotherapie, die jedoch oft - selbst bei niedriger Dosierung - zu Haarausfall führt. Eine Perücke kann Ihnen während einer Chemotherapie enorm helfen, denn sie schenkt Ihnen Selbstvertrauen und ein Gefühl von Normalität. Viele Krebspatientinnen setzen sich schon vor Beginn ihrer Behandlung aktiv mit dem bevorstehenden Haarausfall und einer passenden Perücke bei der Chemotherapie auseinander. Hier geht es auch immer wieder um die Frage: Sollte ich über eine Perücke bei meiner Chemotherapie nachdenken, ja oder nein?
Kopftücher sind oft keine geeignete Alternative, da sie die Krankheit sichtbarer machen und zusätzliche seelische Belastungen verursachen. Informieren Sie sich bereits kurz nach der Diagnose über Ihre Möglichkeiten - viele Frauen zögern, sich mit dem bevorstehenden Haarausfall auseinanderzusetzen und verdrängen das Thema.
Ebenso wichtig ist in dieser Lebensphase eine einfühlsame, kompetente und diskrete Beratung. Unsere deutschlandweiten Zweithaarstudios sind darauf spezialisiert, Ihnen zu helfen. Gemeinsam und in angenehmer Atmosphäre können Sie sich einen ersten Eindruck über Ihre Möglichkeiten verschaffen und uns so viele Fragen stellen, wie Sie möchten.
Wir wissen, dass der Haarausfall durch eine Chemotherapie eine belastende Erfahrung sein kann. Glücklicherweise wachsen Haare mehr oder weniger sofort wieder nach, sobald das verwendete Zytostatikum im Körper abgebaut ist. In der Regel sind die Kopfhaare etwa 3 Monate nach der letzten Chemotherapie schon wieder lang genug, sodass viele Frauen und Männer wieder ohne Perücke auskommen. Auch ist es dann in vielen Fällen wieder möglich, die Haare zu färben, zu stylen oder sich an eine Dauerwelle zu wagen.
Während der Chemotherapie werden neben Hormonen, Zytokinen und therapeutischen monoklonalen Antikörpern häufig klassische Zytostatika eingesetzt. Leider wirken die Zytostatika auch auf gesunde Zellen wie Blutzellen, Hautzellen, Schleimhautzellen und insbesondere Haarwurzelzellen. Innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Beginn der Chemotherapie fallen die Haare aus, abhängig von der Dosierung der Medikamente.
Jeder Mensch reagiert anders auf eine Chemotherapie - Ihr Haarverlust hängt von den Medikamenten, der Dosis und Ihrer individuellen Veranlagung ab.
Bei der Auswahl Ihrer ersten Perücke bei einer Chemotherapie sollten Sie beachten, dass sie in ihrem Aussehen und in der Haarqualität nicht zu stark von Ihrem Eigenhaar abweicht. Achten Sie bei der Pflege Ihrer ersten Perücke darauf, dass Sie nur Pflegeprodukte für die entsprechende Haarqualität verwenden. Verwenden Sie auch spezielle Conditioner oder Haarmasken, um die Haltbarkeit der Zweitfrisur zu erhöhen und Spliss zu vermeiden.
Es ist zu empfehlen, schon vor Beginn der Chemotherapie einen auf Perücken spezialisierten Friseur aufzusuchen, damit dieser Frisur, Haarfarbe und Haarbeschaffenheit kennt. Manche Frauen sehen die Möglichkeit einer neuen Frisur als positiven Aspekt, andere entscheiden sich für einen Haarersatz, der ihrem natürlichen Haar möglichst ähnlich ist.
Sie haben die Wahl zwischen Kunsthaar oder Echthaar. Kunsthaarperücken sind pflegeleicht und fallen nach dem Waschen automatisch in ihre ursprüngliche Form zurück. Es ist eine hervorragende und kostengünstige Option, die Ihnen wenig Aufwand in der Pflege bereitet und dennoch authentisch aussieht. Echthaarperücken bietet ein natürlicheres Aussehen und die Flexibilität, verschiedene Frisuren zu stylen.
Auch hier fällt die Wahl individuell aus. Je nachdem, wie aktiv Sie Ihren Alltag gestalten, ob noch Eigenhaar vorhanden ist, ob Sie sich für Ihre Perücke langes oder kurzes Haar wünschen und wie Sie die Materialien selbst empfinden, ist hierbei ausschlaggebend. Perücken, bei welchen das Haar einzeln auf das Monofilament und einen tüllähnlichen, sehr feinen Stoff geknüpft werden, sind besonders empfehlenswert.
Beispiele für Perücken-Monturen sind:
Viele unserer Kundinnen suchen nach einer Perücke, besonders bei einer Chemotherapie, die ihre natürliche Frisur und Haarfarbe widerspiegelt, um das gewohnte Aussehen zu bewahren.
Viele Patienten entscheiden sich auch für Tücher, Hüte, Turbane, Baseballkappen, Stirnbänder oder Bemalungen des Kopfes, um den Haarverlust zu kaschieren. Aber auch Schmuck oder die Betonung der Augen oder des Mundes durch Kosmetika kann die Aufmerksamkeit von der Frisur weglenken.
Perücken gelten sozialrechtlich als Hilfsmittel, und Ihre Krankenkasse muss die Kosten für eine Perücke übernehmen, wenn Ihr Arzt diese als notwendig verordnet. Wichtig: Bei der Anfertigung einer Zweitfrisur sind spezialisierte Kenntnisse und eine entsprechende Zertifizierung erforderlich.
Wir sind als zertifizierter Leistungserbringer durch eine Präqualifizierung dazu befugt, medizinisch notwendige Perücken anzubieten. Diese Berechtigung gewährleistet, dass unsere Perücken nicht nur Ihren persönlichen Wünschen gerecht werden, sondern auch den hohen Qualitätsanforderungen der Krankenkassen entsprechen. Sie können sich auf unsere umfassende Erfahrung in dieser schwierigen Zeit verlassen. Deshalb kümmern wir uns um alle notwendigen Formalitäten und arbeiten mit allen Krankenkassen zusammen.
Um eine Perücke von der Krankenkasse (teil-)finanziert zu bekommen, muss zunächst ein Arzt den Haarausfall bestätigen und ein Rezept ausstellen. Danach sollten die Betroffenen einen Termin bei einem niedergelassenen Zweithaar-Spezialisten vereinbaren, wobei man darauf achten sollte, dass der Zweithaar-Spezialist eine Zulassung bei der jeweiligen Krankenkasse hat und ein eingetragenes Mitglied im BVZ, dem Bundesverband für Zweithaar ist, der sich für die Belange von Patienten gegenüber den Verbänden der Krankenkassen einsetzt.
Es ist ratsam sich frühzeitig bei von einem zertifizierten Zweithaar-Spezialisten beraten zulassen. In diesem Fall stellt der Zweithaar-Experte einen Kostenvoranschlag und übernimmt die Abrechnung mit der Krankenkasse, so dass nur die Differenz für einen eventuell höherwertigen Haarersatz an die Zweithaar-Spezialistin zu bezahlen ist.
Seit August 2014 bestehen neue Regelungen rund um die Zweithaarversorgung, an die sich die Krankenkassen anlehnen. Gemäß der Vereinbarung des Verbands der Ersatzkassen e.V. (VdEk) wird die durch die Krebsbehandlung vorübergehend haarlos gewordene Patientin im Regelfall mit 396,27 Euro von der Krankenkasse bezuschusst. Die Patientin erhält nochmals 396,27 Euro, wenn nach sechs Monaten immer noch ein Haarersatz erforderlich ist. Besteht bei der Patientin eine Allergie gegen Synthetikhaar oder weist sie Kopfhauterkrankungen auf, erhält sie 915 Euro für eine Echthaarperücke. Auf dem Rezept für die Perücke sollten Unverträglichkeiten oder Hauterkrankungen des Patienten ausdrücklich vom behandelnden Arzt erwähnt werden.
Die Kosten für eine Perücke können je nach Material und Ausführung variieren. Hier eine Übersicht:
| Perückenart | Ungefährer Preis |
|---|---|
| Einfache Standardperücke (Kunsthaar) | ca. 350 Euro |
| Standardperücke (Echthaar) | ab 700 Euro |
| Maßanfertigung (Echt- oder Synthetikhaar) | ab 1.400 Euro |
Wir legen Ihnen ans Herz, sich auch in unserem Peruecken24 Ratgeber umzusehen. Dort finden Sie wertvolle Tipps zur Befestigung, Pflege und zum Styling Ihrer Perücke. Jeder Ratschlag ist darauf ausgerichtet, Ihnen zu helfen, sich jeden Tag sicher und selbstbewusst zu fühlen.
Ja, selbstverständlich! Wir möchten Ihnen ans Herz legen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, zum Beispiel in bestimmten Selbsthilfegruppen und Krebsberatungsstellen. Dort werden auch Kosmetikkurse für Frauen nach Chemotherapie vermittelt. Auch in unseren Zweithaarstudios bieten wir umfassende Beratung und Unterstützung an. Unsere erfahrenen Haarstylisten helfen Ihnen nicht nur dabei, die perfekte Perücke auszuwählen, sondern geben Ihnen auch wertvolle Tipps und Tricks für den täglichen Umgang damit. Darüber hinaus haben unsere Kosmetiker viele kreative Ideen, wie Sie sich dezent und wirkungsvoll schminken können, um Ihre natürliche Schönheit zu betonen.
Wichtig ist hier, sich möglichst früh an einen versierten Friseur oder ein Perückenstudio zu wenden. So kann die Perücke passend zu Kopfform und Originalhaarfarbe angefertigt und wenn nötig geschnitten werden.
Haare und Kopfhaut können durch Krebstherapien besonders sensibel und empfindlich sein, daher sollten sie vorsichtig gewaschen werden: mit lauwarmem Wasser und sehr mildem Shampoo. Dies gilt auch für die Kopfhaut ohne Haare. Diese kann durch fetthaltige Salben oder auch einfachem Olivenöl vor dem Austrocknen geschützt werden. Im Freien sollte ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eingesetzt oder eine Kopfbedeckung getragen werden, denn Haare bieten auch Schutz vor Umwelteinflüssen.
Im Normalfall wächst das Haar nach dem Ende der Therapie etwa einen Zentimeter im Monat nach, manchmal in einer anderen Haarfarbe oder mit anderer Struktur. Etwa drei Monate nach der letzten Chemotherapie sind die Kopfhaare meist schon wieder so weit nachgewachsen, dass viele Patienten ohne Perücke oder Kopfbedeckung auskommen. Körperhaare brauchen etwas länger, um nachzuwachsen.
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