Die Centaurea pseudophrygia, auch bekannt als Perücken-Flockenblume, ist eine beeindruckende und zugleich pflegeleichte Wildstaude, die sich durch ihre üppigen, auffällig gefiederten Blüten und ihre Robustheit auszeichnet. Sie zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und gehört zur artenreichen Gattung Centaurea, die viele weitere Flockenblumenarten umfasst.
Herkunft und Verbreitung
Die Centaurea pseudophrygia stammt ursprünglich aus Mittel- und Osteuropa. Die Perücken-Flockenblume kommt in weiten Teilen des gemäßigten Europas von Deutschland und Nord-Italien bis Belarus vor. In Deutschland kommt sie natürlicherweise vor allem in Mittelgebirgslagen vor und ist in kalkarmen, oft feuchten Wiesen und lichten Wäldern zu finden. In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt in den zentralen und östlichen Hügel- und Mittelgebirgsregionen.
Beschreibung
Die Perücken-Flockenblume ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die zwischen 40 und 100 Zentimeter hoch werden kann. Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 15-40 (100) cm. Der aufrechte, oft leicht verzweigte Stängel ist behaart und trägt wechselständig angeordnete, lanzettliche bis leicht gefiederte Blätter. Die filzigen Stängel sind aufrecht, kantig und rau. Die wechselständigen Blätter sind feingesägt bis ganzrandig und beiderseits kurz kraushaarig aber nicht weißfilzig behaart.Besonders auffällig sind die Blütenköpfe, die je nach Standort und Sorte in einem kräftigen Purpurviolett, seltener auch in Rosa oder fast Weiß erscheinen können. Die Blüten bestehen aus einer halbkugeligen, bräunlichen Blütenhülle und einer schopfartigen, rosa Blütenkrone. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis September, was die Pflanze zu einem wichtigen Spätblüher für Insekten macht.
Die eikugelige, mehrreihige Hülle besitzt einen Durchmesser von etwa 2 Zentimetern, ist grün bis braunviolett und von den Hüllblattanhängseln perückenartig ganz verdeckt. Die Hüllblattanhängsel sind dunkel bis schwarzbraun und bis auf die ungeteilten innersten aus einer lanzettlichen bis eiförmigen Basis in eine dünne, lange, bogig zurückgekrümmte Spitze verlängert. Die Spitzen der äußeren Anhängsel sind fiedrig gefranst und bis 10 mm lang. Die Röhrenblüten sind hellpurpur-farbig, wobei die randständigen, sterilen verlängert sind. Dieser perückenähnlichen Umhüllung verdankt sie auch ihren umgangssprachlichen Namen.
Standort und Boden
Ideal ist ein Standort, der nicht zu trocken wird, da die Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung eher in feuchteren Bereichen vorkommt. Die Perücken-Flockenblume bevorzugt sonnige Standorte und gedeiht auf trockenen bis mäßig frischen, durchlässigen Böden. Sie ist kalkmeidend und kommt auf kalkarmen, humosen, etwas feuchten, lehmigen Böden vor. Centaurea phrygia besiedelt ein relativ breites Spektrum frischer Magerwiesen, das von den sauren Borstgras-Rasen bis zu basenreichen Glatthafer-Wiesen bzw. in montanen Höhenlagen Goldhaferwiesen reicht.Standorte sind z. B. (sub)montane Wiesen und Silikatmagerrasen, Ruderalstellen, lichte Laubmischwälder und ihre Säume. In Tirol erreicht sie sogar eine Meereshöhe von 2000 Meter. Sie ist eine Charakterart des Verbands Polygono-Trisetion, kommt aber auch im montanen Arrhenatheretum und Poo-Trisetetum oder in Gesellschaften der Ordnung Nardetalia vor.
Standort-Empfehlungen
- Standart: Fr1 Freifläche trocken, Fr2 Freifläche frisch, Gr1 Gehölzrand trocken
- Erweiterte Standorte: Kübel geeignet S2 Sandboden/Steppe frisch, FR1 Freifläche/Wiese trocken, FR2 Freifläche/Wiese frisch, GR-S1 Gehölzrand absonnig tr., GB1 Gebäudenah sonnig
Pflege
Die Pflege beschränkt sich auf das gelegentliche Entfernen verblühter Pflanzenteile zur Förderung neuer Blüten und zur Vermeidung von unkontrollierter Selbstaussaat. Die Centaurea pseudophrygia ist insgesamt sehr robust und wenig krankheitsanfällig. Centaurea phrygia ist vollkommen winterhart und kann auf allen möglichst sonnigen, mehr oder weniger frischen und nicht zu nahrhaften Standorten zuverlässig kultiviert werden. Bei der Pflege ist zu beachten, dass die Art nur mäßig schnittverträglich ist. Der erste Schnitt im Jahr sollte nicht vor Ende Juli erfolgen.
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Pflegehinweise
- Rückschnitt: Nach der Blüte auf 3-4 cm fördert den Neuaustrieb und das Nachblühen der Pflanze
- Gießen: Regelmäßig gießen, besonders in trockenen Perioden
- Düngung: Keine zusätzliche Düngung erforderlich
Vermehrung
Selbstaussaat
Nach der Blüte bildet sie Samenstände, die sich bei günstigen Bedingungen selbst im Garten ausbreiten.
Teilung
Eine sichere Methode der vegetativen Vermehrung ist die Teilung älterer Pflanzen im Frühjahr oder Herbst.
Aussaat
Saatgut keimt bei gleichmäßiger Feuchte und Temperaturen um 20 Grad innerhalb von zwei bis vier Wochen. Frühling oder Herbst sind die besten Zeitpunkte für die Pflanzung. Dabei auf ausreichend Abstand (ca. 40cm) achten.
Krankheiten und Schädlinge
- Echter Mehltau: Tritt gelegentlich in trockenen Sommern auf
- Schneckenfraß: Vor allem bei jungen Pflanzen im Frühling
Verwendung im Garten
Die Perücken-Flockenblume eignet sich hervorragend für die Bepflanzung von Feuchtzonen am Gartenteich, insbesondere im Übergangsbereich zwischen Ufer und höherem Gelände. Dort profitiert sie vom feuchteren Mikroklima und den nährstoffreichen Böden. Die Centaurea pseudophrygia ist eine wahre Bereicherung für naturnahe und insektenfreundliche Gärten. Sie eignet sich hervorragend für Gartenbereiche, die nicht zu trocken sind - besonders in der Nähe von Teichen oder als Bestandteil von Blumenwiesen.Besonders schöne Kombinationen ergeben sich zusammen mit Delphinium elatum (Rittersporn), Anthriscus sylvestris (Gewöhnlicher Wiesen-Kerbel) und Aquilegia alpina (Alpen-Akelei). Kann auch gut als Initialbepflanzung in zu belebende Rasenflächen gesetzt werden. Wirkt in kleinen Gruppen am Schönsten. Die Samenstände bis zur Aussaat stehenlassen.
Bedeutung für die Tierwelt
Die Perücken-Flockenblume ist eine gute Bienenweide. unglaublicher Vielfaltsmagnet, TOP-Insektenpflanze. An die 90 Wildbienenarten wurden an den Blüten beobachtet, davon sind etwa 15 Arten auf die Gruppe der Flockenblumen spezialisiert. Die Blüten öffnen sich im blütenarmen Spätsommer und sind deshalb besonders attraktiv für Schmetterlinge, Hummeln, Wildbienen, Käfer u.a. Die Samen werden von Finkenvögeln geerntet.
Giftigkeit
Die Centaurea pseudophrygia gilt nicht als giftig - weder für Menschen noch für Haustiere. Dennoch sollte wie bei allen Wildpflanzen auf einen übermäßigen Verzehr verzichtet werden.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen
In Deutschland gilt die Perücken-Flockenblume bereits als gefährdet. Auch in Baden-Württemberg ist die Art gefährdet. Sie ist besonders durch die intensive Nutzung der Grünflächen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgegangen. Mit anhaltender Trockenheit hat sie ein Problem.
Gefährdungen
- Kleine, isolierte Vorkommen
- Zuwachsen des Lebensraums
- Ungeeignete Pflege (zu intensive Pflege von Wegrändern (Fadenmäher), zu frühe Mahd)
- Verwechslung mit Centaurea nervosa Willd. bzw. Centaurea pseudophrygia C. A.
Maßnahmen
- Schutz aller Fundstellen (Mikroreservate)
- Regelmässige Bestandeskontrollen (Monitoring)
- Fundstellen offen halten
- Förderung der extensiven Nutzung
- Auf Mahd mit Fadenmäher verzichten
- In den Gebieten mit Vorkommen die Wegarbeiter entsprechend ausbilden und die Pflanze bei Pflegeschnitten schonen
- Späte Mahd (Herbstreinigungsschnitt)
- Früher Schnitt unbedingt verbieten
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#perücken #flockenblume #pflege
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