Perücke, Fasching und die Geschichte von Hilde Müller-Tamm

Der Fasching ist eine Zeit des ausgelassenen Feierns, der Verkleidung und des fröhlichen Miteinanders. Kostüme spielen dabei eine zentrale Rolle, und oft sind es gerade die kleinen Details wie Perücken, die den Look perfekt machen. In diesem Artikel tauchen wir ein in die Welt des Faschings, beleuchtet durch die Erinnerungen von Hilde Müller-Tamm und ergänzt durch die Vorstellung eines authentischen Müller-Kostüms für Kinder.

Müller Kostüm für Kinder. Bildquelle: Amazon

Erinnerungen an Würzburg vor der Zerstörung

Hilde Müller-Tamm, geboren 1927 in Würzburg, teilt ihre Erinnerungen an eine Zeit, in der die Stadt noch von der Harmonie und Schönheit steinerner Zeugen vieler Jahrhunderte geprägt war. Ihre Erzählungen bieten einen Einblick in das kulturelle und gesellschaftliche Leben der damaligen Zeit.

Kindheit und musikalische Früherziehung

Hilde Müller-Tamm wurde als Tochter des Rechtsanwalts Justizrat Dr. Adam Klemmert und seiner Frau Hella, einer Starsopranistin der Operette, geboren. Ihre Mutter hatte 1924 ein Engagement am Stadttheater Würzburg. Die Eheschließung mit ihrem Vater im Jahr 1925 bedeutete für ihre Mutter den Abschied von der Bühne, da dies damals von der Ehefrau eines Anwalts erwartet wurde. Bei Familie Klemmert war immer viel Musik im Haus. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt Hilde bei Frau von Horn, deren Mann Geiger im Theaterorchester war. Später wurde sie bei Prof. Knettel vorgestellt, um den Unterricht zu intensivieren.

Durch einen Zufall lernte die Familie Frau Dina Rieth-Grossberg kennen, die Hilde fortan im Klavierspiel unterrichtete. Eine prägende Erinnerung an diesen Unterricht war, dass Frau Rieth-Grossberg sie mit Terzen durch sämtliche Dur- und Moll-Tonarten "gejagt" hat. Für Schüler aus dem Konservatorium wurde Harmonielehre angeboten. Obwohl sie nicht eigentlich Schülerin des Konservatoriums war, hat Hilde Müller-Tamm aus Interesse daran teilgenommen.

Erlebnisse und Begegnungen

In den letzten Kriegsjahren lernte Hilde Müller-Tamm den Komponisten Armin Knab kennen. Er war in den Zwanziger Jahren als Richter am Landgericht Würzburg tätig gewesen und hatte sich in dieser Zeit mit ihrem Vater angefreundet. Die Familie Zilcher wohnte in der oberen Keesburgstraße. Daneben gab es eine Straße, den Lärchenhain, da lebte eine Malerin namens Alida Kisskalt. In dem Atelier wurden schöne Faschingsfeste gefeiert.

Einmal kam Geheimrat Prof. Dr. h. c. Hermann Zilcher im Kostüm als Primadonna: mit Perücke, Dekolleté und üppigem Schmuck. Das war damals schon exzeptionell, aber es zeigt auch, dass ein Mann mit solch vielfältigen und großen Begabungen in keine der üblichen Schubladen passt.

Hermann Zilcher. Bildquelle: Wikipedia

Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte Hilde Müller-Tamm im Jahr 1932, als im Rahmen der Nachtmusik auf der Wiese ein Kinderballett aufgeführt wurde. Sie und ihre Nachbarfreundin wurden mit Perücken und Kostümen ausgestattet und studierten Menuette ein.

Schule und Zeitgeschehen

1937 kam Hilde Müller-Tamm in die Höhere Schule zu den Englischen Fräulein. Alle drei wurden an Ostern 1938 von der NS-Führung aufgelöst, und von da an gab es nur noch eine Städtische Höhere Mädchenschule. Ihre Musiklehrerin war eine Frau Großhauser, eine wunderbare Altistin.

Um die Zeit zu charakterisieren, möchte ich ein Erlebnis schildern: In unserer Klasse war ein Mädchen, Sidonie Penners. Wir sind zu dritt zu Direktor Falkenmeier gegangen, um die Lage zu erklären. Daraufhin hat der Direktor buchstäblich einen Tobsuchtsanfall bekommen.

Die Schlaraffia

Durch ihren Vater erhielt Hilde Müller-Tamm Einblicke in die Schlaraffia, einem Treffpunkt für Männer aus verschiedenen beruflichen Bereichen. Dort wurde alles ironisiert und verhohnepiepelt. In der Schlaraffia wurde auf musische Beiträge sehr großer Wert gelegt, daher waren viele Professoren des Konservatoriums Mitglied. Nachdem die Schlaraffia von den Nationalsozialisten aufgelöst worden war, musste jedes Mitglied den ihm gehörenden Holzsessel mit der eingeschnitzten Eule vom Treffpunkt in der Bahnhofstraße abholen.

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Das Müller-Kostüm für Kinder

Passend zur Faschingszeit gibt es ein authentisches Müller-Kostüm für Kinder. Dieses Kostüm beinhaltet Hosen, Hemd, Schürze und Hut und verwandelt Ihr Kind in einen charmanten Müller. Es ist ideal für Schulaufführungen und thematische Veranstaltungen und verbindet traditionelles Design mit Komfort.

Details zum Kostüm

  • Bestandteile: Hosen, Hemd, Schürze, Hut
  • Material: Komfortabel und strapazierfähig
  • Ideal für: Schulaufführungen, thematische Veranstaltungen, Fasching

Das Kostüm ist in verschiedenen Größen erhältlich und bietet eine originalgetreue Darstellung eines traditionellen Müllers. Es ermöglicht Kindern, in eine andere Rolle zu schlüpfen und die Faschingszeit in vollen Zügen zu genießen.

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