Viele Menschen suchen nach Wegen, um Schuppen loszuwerden, und Olivenöl wird oft als Hausmittel genannt. Doch hilft Olivenöl wirklich gegen Schuppen? Und was sind die Ursachen für Schuppenbildung?
Dass die Kopfhaut abschuppt, ist ein natürlicher Prozess. Diese Erneuerung der Haut findet bei jedem Menschen statt. „In der Regel dauert es 28 Tage von der Entstehung bis zur Ablösung der Hautzellen“, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Bilden sich allerdings zu schnell neue Hornhautzellen, also beschleunigt sich der Prozess, ballen sie sich zusammen. Die Zellen lösen sich dann in größeren Verbänden. Das sind dann sichtbare Schuppen, die die meisten Betroffenen optisch stören dürften.
Schuppen sind nicht gleich Schuppen: Unterscheiden muss man zwischen der trockenen und der fettigen Variante:
Generell gilt: Gehen die Schuppen mit Juckreiz und Rötungen einher, sollte man unbedingt ärztlichen Rat einholen. Gleiches gilt für nässende Stellen, Bläschen oder Krusten auf der Kopfhaut.
Viele Menschen versuchen, ihre Schuppen mithilfe von Olivenöl loszuwerden. Wer etwas gegen schuppige Kopfhaut durch trockene Kopfhaut unternehmen möchte, kann auf Olivenöl zurückgreifen. Dazu einige Tropfen Olivenöl auf den Kopf pipettieren und einmassieren. Lassen Sie das Öl über Nacht einwirken. Sie können auch über Nacht ein Handtuch über Ihren Kopf wickeln, um Flecken auf deinem Kopfkissen zu vermeiden.
Es ist wichtig zu beachten, dass Olivenöl zwar bei trockener Kopfhaut helfen kann, aber nicht die Ursache des Problems bekämpft. Schuppige, trockene Kopfhaut wird häufig vom Mikroorganismus namens Malassezia globosa ausgelöst, der auf der Kopfhaut aller Menschen angesiedelt ist. Wenn Sie also Ihre Schuppen loswerden möchten, dürfen Sie die Symptome nicht nur kurzfristig mit Olivenöl behandeln, sondern müssen die Ursache der Irritation angehen.
Bei fettiger Kopfhaut und damit fettigen Schuppen hilft kein Olivenöl. Hier sollten Sie ein speziell für fettige und zu Schuppen neigende Kopfhaut entwickeltes Shampoo verwenden. Dieses Shampoo sorgt dafür, dass überschüssiges Fett weggespült wird und sich keine fettigen Schuppen bilden.
Neben Olivenöl gibt es noch weitere Hausmittel, die bei Schuppen helfen können:
Von welchen Hausmitteln raten die Expertinnen ab? Sellerberg rät allerdings zur Vorsicht bei der Anwendung von Teebaumöl. „Bei der Anwendung von Teebaumöl besteht ein hohes Risiko für allergische Reaktionen, da Teebaumöl ein Kontaktallergen ist“, sagt Pharmazeutin Sellerberg. Hautärztin Moers-Carpi rät zudem von Apfelessig als Hausmittel bei Schuppen ab. „Apfelessig wirkt zu aggressiv auf der Kopfhaut - und es riecht auch nicht angenehm.“
Gefühlt alle Hausmittel und Shampoos aus der Drogerie ausprobiert, doch die Schuppen sind immer noch da? Dann können Ärzte spezielle Mittel verordnen. Ein Beispiel: „Shampoos mit dem Wirkstoff Ketoconazol helfen gegen fettige Schuppen“, sagt Moers-Carpi. Betroffene sollen damit über mehrere Wochen alle drei bis vier Tage ihre Haare waschen und dabei das Shampoo mehrere Minuten einwirken lassen, ehe sie es ausspülen.
Sind es richtig feste fettige Schuppenplatten, kann eine Kopfhautkur über mehrere Wochen zweimal pro Woche über Nacht helfen: „Bei der Kur handelt es sich um ein in der Apotheke angefertigtes Gemisch aus Olivenöl, Rizinusöl und Salicylsäure; es wird vor dem Zubettgehen aufgetragen und wirkt über Nacht“, so die Medizinerin. Auch hier gilt: Damit die Kur keine Spuren im Bett hinterlässt, sollte man mit Plastikhaube oder Mütze schlafen. Am nächsten Morgen ist Haarewaschen mit einem Ketoconazol-Shampoo angesagt.
Bei trockenen Schuppen hilft ein feuchtigkeitsspendendes Kopfhaut-Tonikum. „Das wirkt wie Mineralwasser für die Kopfhaut“, sagt Dermatologin Moers-Carpi. Das Tonikum trägt man zwei- bis dreimal pro Woche abends vor dem Schlafengehen mit Hilfe eines Applikators auf und massiert es leicht in die Kopfhaut ein. Das Tonikum wirkt über Nacht ein und wird bei Bedarf am nächsten Morgen mit Shampoo ausgewaschen.
„Wenn sich die Schuppen hartnäckig halten und gar nichts hilft, dann muss gegebenenfalls eine cortisonhaltige Lösung aufgetragen werden“, so Moers-Carpi.
Früher wurden häufig Teerprodukte bei Schuppen verschrieben. „Das ist aber überholt, solche Erzeugnisse können krebserregende Nebenwirkungen haben“, erklärt Apothekerin Sellerberg.
Ein guter Anfang: nicht täglich die Haare waschen und am besten lauwarmes Wasser dafür nutzen. „Zu heißes oder zu kaltes Wasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut gereizt wird“, sagt Ursula Sellerberg.
| Schuppenart | Ursachen | Behandlung |
|---|---|---|
| Trockene Schuppen | Zu häufiges Waschen, trockene Heizungsluft, zu wenig Trinken | Olivenöl, Aloe vera, Kokosöl, feuchtigkeitsspendendes Kopfhaut-Tonikum |
| Fettige Schuppen | Erhöhte Talgproduktion, Wachstum des Hefepilzes Malassezia furfur | Anti-Schuppen-Shampoo mit Ketoconazol |
Olivenöl kann bei trockenen Schuppen helfen, indem es die Kopfhaut mit Feuchtigkeit versorgt. Es bekämpft jedoch nicht die Ursache der Schuppenbildung. Bei fettigen Schuppen ist Olivenöl nicht geeignet. In hartnäckigen Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um spezielle Shampoos oder Mittel zu erhalten.
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