Juckreiz am Körper und Haarausfall: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine juckende Kopfhaut ist eine Belastung. Manchmal steckt nur ein falsches Shampoo dahinter - es können aber auch ernstere Ursachen verantwortlich sein. Beginnt die Kopfhaut zu jucken und zeigt weitere Anzeichen von Irritationen, ist es wichtig, die Ursache zu finden. Das gilt besonders, wenn zusätzlich starke Schuppenbildung oder Entzündungen auftreten.

Die Kopfhaut besteht aus mehreren Schichten. Die Epidermis (Oberhaupt) bildet die oberste Schicht, gefolgt von der darunterliegenden Dermis (Lederhaut) und der Subkutis (Unterhaut). Eingebettet in die verschiedenen Hautschichten liegen Nerven, Haarfollikel und Schweiß- sowie Talgdrüsen.

Die Rolle der Kopfhaut

Normalerweise befindet sich der Feuchtigkeitsgehalt der Kopfhaut im Gleichgewicht. Auch der schützende Talg wird gleichmäßig über die Haarfollikel abgegeben, um Haar und Kopfhaut geschmeidig zu halten. Die Kopfhaut ist durch ihre schützende Barriere vor äußeren Einflüssen gut geschützt. Wird dieses fein abgestimmte System jedoch durcheinandergebracht, schwächt das die natürliche Schutzfunktion der Kopfhaut. Sie verliert Feuchtigkeit, produziert zu wenig oder auch zu viel Talg, bildet vermehrt Schuppen und wird empfindlicher.

Ursachen für Juckreiz und Haarausfall

Die Ursachen für juckende Kopfhaut sind vielfältig und nicht immer ohne Weiteres ersichtlich. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Stress: Stehen wir unter Stress, löst das im Körper eine vermehrte Ausschüttung bestimmter Botenstoffe aus. Stresshormone wie Cortisol können dazu beitragen, dass die Kopfhaut zu viel Talg produziert. Gleichzeitig verringert sich ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern.
  • Hormonelle Umstellungen: Neben Stresshormonen wirken noch weitere Hormone auf die Kopfhaut ein. Dabei geht es hauptsächlich um ein Ungleichgewicht zwischen den weiblichen Östrogenen und den männlichen Androgenen. Hormonelle Umstellungen - wie beispielsweise die Pubertät, das Absetzen der Pille, eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre - kurbeln die Talgproduktion in der Kopfhaut an oder verringern sie.
  • Hauterkrankungen:
    • Neurodermitis: Bei Neurodermitis (atopisches Ekzem) bilden sich juckende, schuppende Ekzeme nicht selten auch auf der Kopfhaut. Diese sind oft trocken, können sich aber entzünden und nässen.
    • Seborrhoisches Ekzem: Das seborrhoische Ekzem geht mit Entzündungen und fettigen Schuppen auf der Kopfhaut einher.
    • Schuppenflechte: Bei einer Schuppenflechte (Psoriasis) erneuern sich die Hautzellen in den betroffenen Bereichen schneller als gewöhnlich. Allerdings werden die abgestorbenen Hautschüppchen nicht rechtzeitig vollständig abgestoßen und sammeln sich an der Hautoberfläche. Es kommt zu einem rötlichen und teils juckenden Ausschlag, der mit trockenen, silbrigen Schuppen bedeckt ist.
  • Allergien: Juckende Kopfhaut ist oft eine Begleiterscheinung von Allergien. Die potenziellen Allergene reichen von kosmetischen Inhaltsstoffen über Pollen bis hin zu bestimmten Lebensmitteln. Der Juckreiz kann auch in Verbindung mit einem sogenannten Kontaktekzem auftreten.
  • Jahreszeiten: Die verschiedenen Jahreszeiten mit ihren typischen Temperaturen können Juckreiz auf der Kopfhaut ebenfalls begünstigen. Im Sommer sind Hitze und die Sonne mögliche Gründe, da die verstärkte UV-Strahlung die Kopfhaut austrocknet und irritiert. Im Winter wird juckende Kopfhaut oft durch die trockene, kalte Außenluft ausgelöst.
  • Falsche Haarpflege: Oft sind ungeeignete Haarpflegeprodukte der Auslöser für eine juckende Kopfhaut. So kann etwa das falsche Shampoo die Kopfhaut austrocknen und reizen. Auch Styling Produkte, wie beispielsweise Haarspray, können zu Irritationen führen. Diese äußern sich unter anderem durch Rötungen oder juckende Pickel auf der Kopfhaut.
  • Nährstoffmangel: Fehlt es dem Körper an bestimmten Nährstoffen, kann das unter anderem die Kopfhaut beeinflussen und zu Juckreiz führen. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang Vitamin C, B-Vitamine, Eisen und Zink. Auch Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für eine ausgeglichene, widerstandsfähige Kopfhaut.

Prof. Dr. Abeck: Juckende Kopfhaut, was man dagegen tun kann und warum Shampoos häufig nicht helfen

Juckende Kopfhaut bei Babys und Kindern

Juckende Kopfhaut betrifft nicht nur Erwachsene, sondern kommt auch bei Babys und Kindern vor. Bei Säuglingen ist Juckreiz ein typisches Symptom von Milchschorf - ein Hautzustand, der häufig bei Babys ab dem dritten Lebensmonat auftritt. Dabei zeigt sich zunächst eine entzündliche Stelle im Bereich des Scheitels, auf der sich im weiteren Verlauf nässende Bläschen und gelbliche Schuppen bilden. Weitere denkbare Ursachen für juckende Kopfhaut bei Kindern sind Ekzeme (beispielsweise Neurodermitis), Allergien oder Unverträglichkeiten.

Der Zusammenhang zwischen Juckreiz und Haarausfall

Eine juckende Kopfhaut ist kein direkter Auslöser für Haarausfall. Geht der Juckreiz jedoch mit Entzündungen einher, begünstigt dieser Zustand der Kopfhaut einen verstärkten Haarverlust. Haarausfall kann jedoch zu Juckreiz führen. Denn dem Haarausfall geht in den meisten Fällen eine Reaktion der Haarwurzel voraus, z.B. eine Entzündung. Dadurch wird die Umgebung der Haarwurzel gereizt: Gewebe, Gefäße, Nerven usw., was zu Juckreiz führen kann.

Formen von Haarausfall

Es gibt drei Hauptformen, zwischen denen die Medizin unterscheidet.

  • Androgenetische Alopezie: Die androgenetische Alopezie, auch anlagebedingter oder männlicher Haarausfall genannt, ist die häufigste Form des Haarausfalls.
  • Diffuser Haarausfall: Bei plötzlich auftretendem Haarausfall, der durch ein Jucken der Kopfhaut begleitet wird, kann eine Infektion mit einem nicht ansteckenden Kopfhautpilz zugrunde liegen.
  • Kreisrunder Haarausfall: Der kreisrunde Haarausfall (Alopezia arreata) beginnt meist mit einzelnen kahlen Stellen am Kopf, die sich schnell ausbreiten.

Behandlung und Pflege bei juckender Kopfhaut

Um den unangenehmen Juckreiz auf der Kopfhaut nachhaltig mildern zu können, ist Ursachenforschung der erste Schritt. Ist diese erfolgreich verlaufen, können geeignete Maßnahmen ergriffen werden - gegebenenfalls auch mit ärztlicher Unterstützung. Darüber hinaus ist vor allem eine Sache besonders wichtig: die Kopfhaut richtig zu pflegen.

Wirkstoffe in Pflegeprodukten

Bei der Pflege von Haar und Kopfhaut liegt der Fokus vor allem auf den verwendeten Wirkstoffe:

  • Lipohydroxysäure (LHA): LHA zeichnet sich durch seine peelende und damit zellerneuernde Wirkung aus.
  • Glycerin: Als Wirkstoff in Haut- und Haarpflegeprodukten wird Glycerin bei L’Oréal aus pflanzlichen Quellen gewonnen.
  • Thermalwasser: Das besondere Quellwasser zeichnet sich insbesondere durch seine mineralreiche Zusammensetzung aus.
  • Zink: Auch für die Kopfhaut ist Zink wichtig. Kommt es zu einem Mangel, begünstigt dies Irritationen, Entzündungen und die Bildung von Schuppen.
  • Menthol: Menthol ist ein beliebter Wirkstoff in Anti-Schuppen-Shampoos für juckende Kopfhaut.

Die richtige Haarpflege

Das passende Shampoo ist die Grundlage der Pflegeroutine bei juckender Kopfhaut. Berücksichtige dabei vor allem die Bedürfnisse der Kopfhaut. Wähle generell ein Shampoo für empfindliche Kopfhaut und stimme die Formel darüber hinaus auf trockene, fettige und/oder zu Schuppen neigende Kopfhaut ab. Das Shampoo sollte zudem beruhigende, juckreizmildernde Wirkstoffe enthalten. Feuchtigkeitsspendende und stärkende Shampoos sowie milde Anti-Schuppen-Shampoos sind ideal, um das natürliche Gleichgewicht der Kopfhaut zu unterstützen.

Neigst du jedoch zu trockener, schuppender und juckender Kopfhaut, kann das Auftragen von Haarkuren und Haarmasken am Ansatz durchaus sinnvoll sein. Sie versorgen die trockene Kopfhaut mit Feuchtigkeitsspendern, wohltuenden Ölen oder auch Vitaminen.

Weitere Tipps für eine gesunde Kopfhaut

  • Kein heißes Wasser: Vermeide das Haarewaschen mit heißem Wasser, damit die Kopfhaut nicht zusätzlich ausgetrocknet und gereizt wird.
  • Nicht kratzen: Versuche, das Kratzen zu vermeiden, um die Kopfhaut zu schonen. Wiederholtes Kratzen führt schnell zu kleinen Blessuren, die sich entzünden können.
  • Luftige Kopfbedeckungen: Hüte, Mützen, Kappen oder Tücher für den Kopf sollten aus atmungsaktiven Materialien bestehen. Hier eignen sich zum Beispiel weiche Baumwolle und Leinen. Meide hingegen Kopfbedeckungen aus Polyester.

Hausmittel gegen juckende Kopfhaut

Deine Haarroutine gegen juckende Kopfhaut kannst du mit verschiedenen Hausmitteln ergänzen. Dabei solltest du jedoch zunächst vorsichtig testen, wie deine Kopfhaut auf das von dir ausgewählte Hausmittel reagiert. Ist deine Kopfhaut beispielsweise sehr empfindlich, kann es zu Irritationen kommen. Auch allergische Reaktionen können auftreten.

  • Olivenöl: Olivenöl ist reich an wichtigen Fettsäuren und hilft insbesondere bei trockener, juckender Kopfhaut. Es spendet viel Feuchtigkeit und mildert Juckreiz sowie Schuppen. Bei fettiger Kopfhaut kann die Anwendung ebenfalls sinnvoll sein, da es beruhigend und ausgleichend wirkt. Da Olivenöl die Öffnungen der Haarfollikel verstopfen kann, solltest du die Kopfhaut aufmerksam beobachten.
  • Kokosöl: Ähnlich wie Olivenöl schenkt auch Kokosöl trockener Kopfhaut Feuchtigkeit und wirkt Juckreiz entgegen. Es ist für ohnehin fettige Kopfhaut nur bedingt geeignet.
  • Apfelessig: Apfelessig soll Entzündungen und Juckreiz mildern, ist bei empfindlicher und trockener Kopfhaut allerdings oft zu scharf.
  • Aloe vera: Zur Anwendung kommt hierbei das Gel der Aloe vera, das Haut, Kopfhaut und Haaren wichtige Feuchtigkeit spendet.

Ernährung und Kopfhautgesundheit

Häufig wird unterschätzt, welchen Einfluss unsere Ernährungsgewohnheiten auf die Kopfhaut haben. Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und „guten“ Fetten (beispielsweise aus Nüssen und Leinsamen) ist essenziell für eine ausgeglichene Kopfhaut. Verarbeitete, stark zuckerhaltige Lebensmittel sollten hingegen nur in sehr geringem Maß verzehrt werden. Eine einseitige Ernährung führt früher oder später zu Mangelerscheinungen, die sich wiederum im Hautbild und Zustand der Kopfhaut widerspiegeln.

Spezielle Produkte für die Kopfhautpflege

Die richtige Pflege für Haar und Kopfhaut zu finden, kann eine Herausforderung sein. La Roche Posay bietet daher eine Vielfalt an Produkten, die jeweils speziell für ein bestimmtes Hautbedürfnis entwickelt wurden. So kannst du ganz unkompliziert genau das Pflegeprodukt bestimmen, das zu deiner Haut passt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ärztliche Hilfe bei juckender Kopfhaut ist notwendig, wenn der Juckreiz Ihr tägliches Leben beeinträchtigt, länger anhält (über mehrere Tage bis Wochen) oder immer wieder auftritt und Sie die Beschwerden nicht selbständig beherrschen können. Abhängig von der jeweiligen Ursache wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie beraten oder eine Behandlung mit Ihnen besprechen. Außerdem gut zu wissen: Auch Parasiten und viele andere Krankheiten können hinter den Symptomen stecken.

Optiderm® Creme / Fettcreme / Lotion

Anwendungsgebiete: Zur Feuchtigkeitsregulierung der Hornschicht, Fettung und Juckreizstillung als unterstützende Behandlung bei Hauterkrankungen mit trockener und/oder juckender Haut, wie z.B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), Exsikkationsekzem (Austrocknungsschäden durch Waschmittel etc.), sowie zur Weiter- und Nachbehandlung der genannten Hauterkrankungen.

Tannosynt® Creme gegen Entzündung und Juckreiz, flüssig, Lotio

Wirkstoff: Phenol-Methanal-Harnstoff-Polykondensat, sulfoniert, Natriumsalz (Synthetischer Gerbstoff). Anwendungsgebiete: Synthetischer Gerbstoff hat eine entzündungshemmende und juckreizlindernde Wirkung und lässt sich bei folgenden Erkrankungen einsetzen: Creme: Unterstützende Behandlung von Hauterkrankungen mit Entzündung, Nässen und Juckreiz. Flüssig: Symptomatische Behandlung von akuten, entzündlichen, nässenden und juckenden Hauterkrankungen an schwer zugänglichen Hautpartien, z. B. in den Körperfalten und im Anal- und Genitalbereich; unterstützende Behandlung bei Hautentzündungen im Windelbereich (Windeldermatitis) und bei übermäßiger Schweißabsonderung (Hyperhidrosis). Lotio: Akut entzündlichen, nässende und juckende oberflächliche Hauterkrankungen, insbesondere in Hautfalten; Hautentzündungen im Windelbereich (Windeldermatitis) beim Säugling und Kleinkind; Lokalbehandlung juckender Hautausschläge, z. B. Windpocken oder übermäßiger Schweißabsonderung (Hyperhidrosis).

Balneum Hermal®, Balneum Hermal® F, Balneum Hermal® Plus

Anwendungsgebiete: Balneum Hermal: Zur unterstützenden Behandlung von Hautkrankheiten mit trockener, leicht juckender Haut, wie z.B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), Psoriasis (Schuppenflechte), Ichthyosis (Fischschuppenerkrankung), Pruritus senilis (Altersjuckreiz), Ekzeme wie Windelekzem, Waschekzem. Balneum Hermal F: Zur unterstützenden Behandlung bei trockener, schuppender, juckender und empfindlicher Haut wie z. B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), Schuppenflechte (Psoriasis), Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis).Balneum Hermal Plus: Zur unterstützenden Behandlung aller Hauterkrankungen, die mit Austrocknung einhergehen, insbesondere wenn diese von Juckreiz begleitet sind, wie z. B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), chronisches Ekzem, Altersjuckreiz. Zur unterstützenden Behandlung der Schuppenflechte.

Zusammenhang zwischen Juckreiz, Haarausfall und Kopfhauterkrankungen
Ursache Symptome Behandlung
Trockene Kopfhaut Juckreiz, Spannungsgefühl, Rötungen Feuchtigkeitsspendende Shampoos, Öle
Fettige Kopfhaut Juckreiz, Talgansammlung Milde Shampoos, Vermeidung von fettigen Produkten
Neurodermitis Juckende, schuppende Ekzeme Cortison, Feuchtigkeitscremes, Trigger vermeiden
Schuppenflechte Rötlicher Ausschlag, silbrige Schuppen, Juckreiz Spezielle Shampoos, Medikamente
Allergien Juckreiz, Rötungen, Ausschlag Allergene vermeiden, Antihistaminika

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