Haaröl selber machen: Rezepte für gesundes Haarwachstum und eine gepflegte Kopfhaut

Haaröle sind seit Generationen ein beliebtes Mittel zur Haarpflege. Schon unsere Großmütter wussten um die wohltuende Wirkung natürlicher Öle. Statt auf fertige Produkte aus dem Drogeriemarkt zurückzugreifen, rührten sie ihre Haaröle selbst an. Diese Tradition erlebt heute eine Renaissance, denn DIY-Haaröle liegen voll im Trend. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du hast die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe und kannst dein Haaröl optimal auf deine Bedürfnisse abstimmen.

Die Vorteile von selbstgemachtem Haaröl

Ein selbstgemachtes Haaröl bietet zahlreiche Vorteile:

  • Kontrolle über die Inhaltsstoffe: Du bestimmst selbst, welche Öle und Zusätze in dein Haaröl kommen.
  • Natürliche Pflege: Du vermeidest schädliche Chemikalien und setzt auf die Kraft der Natur.
  • Individuelle Anpassung: Du kannst dein Haaröl auf deinen Haartyp und deine spezifischen Bedürfnisse abstimmen.
  • Nachhaltigkeit: Du reduzierst Plastikmüll und schonst die Umwelt.

Was kann Haaröl für dich tun?

Haaröl kann eine ganze Menge für deine Haare und Kopfhaut tun. Es spendet Feuchtigkeit, versorgt sie mit Nährstoffen und kann bei verschiedenen Problemen helfen. Trockene, stumpfe, kaputte, fettige, lange, kurze, gefärbte, gelockte und glatte Haare profitieren von der Anwendung von Haaröl. Die Nährstoffe im Haaröl wirken an der Haarwurzel und können so das Haarwachstum fördern und die Kopfhaut beruhigen.

Du kannst dir sicher sein, dass du nach der Anwendung seidiges, gesund aussehendes Haar hast. Du kannst dir aber auch sicher sein, dass deine Kopfhaut nicht von fragwürdigen Chemikalien belastet, sondern mit natürlichen Nährstoffen versorgt wird.

Innere Nährstoff-Pflege für starkes Haar

Schon beim Entstehen kannst du deine Haare mit wichtigen Nährstoffen kräftigen. Wie? Indem du sicherstellst, dass deine Ernährung die Stoffe enthält, die Einfluss auf die Neubildung von Haarwurzeln haben. Dazu zählt ganz besonders Biotin. Das kennst du vielleicht als Vitamin B7, viele nennen es aber auch - Überraschung - Vitamin "H(aar)". Warum? Weil es die Keratinproduktion maßgeblich unterstützt. Keratin ist das Protein, aus dem deine Haare bestehen und das dem Haar Struktur und Festigkeit verleiht. Biotin spielt also eine große Rolle für deine Haarpracht.

Um eine ausreichende Biotin-Zufuhr zu gewährleisten, solltest du Leber auf deinem Einkaufszettel notieren - die viele nicht wirklich mögen. Aber auch gekochte Eier, Haferflocken, Spinat, Champignons, Linsen und Nüsse liefern Biotin, gerade wenn Leber verständlicherweise nicht dein Fall ist. Übrigens: Da Biotin wasserlöslich ist und der Körper es nicht speichert, ist regelmäßiger Nachschub über die Nahrung und bei Bedarf ergänzend über Nahrungsergänzung wichtig.

Anwendung von selbstgemachtem Haaröl

Die Anwendung des selbst gemachten Haaröls ist denkbar einfach für trockenes oder nasses Haar. Willst du dein Haaröl als kurzfristige Kur anwenden, trägst du es ein bis zwei Stunden vor dem Waschen aufs nasse Haar auf und massierst es dabei angenehm in die Kopfhaut. Oder du nutzt deine Kreation für die Haarlängen und -spitzen als "Leave-in"-Anwendung. Ein paar Tropfen reichen hier völlig aus.

Oft wird empfohlen, Haaröl vor dem Schlafen über Nacht ins trockene Haar zu geben und ein Handtuch um den Kopf zu schlingen. Mittlerweile gibt es hierzu auch gegenteilige Meinungen - es besteht der Verdacht, dass das Haar durch ein Zuviel an Pflege über einen langen Zeitraum irgendwann brüchig wird. Unser Tipp: Falls du dein Haaröl über Nacht einwirken lassen willst, solltest du bei der Dosierung des Öls in jedem Fall etwas sparsamer sein. Dann hast du auch länger etwas von deiner selbst gemachten Haarpflege.

Grundlagen für die Herstellung von Haaröl

Die Grundlage eines jeden guten Haaröls sind hochwertige Basisöle. Die Wahl des passenden Basisöls hängt von Ihrem Haartyp und den gewünschten Effekten ab. Neben den Basisölen dürfen die ätherischen Öle in keinem DIY-Haaröl fehlen. Diese konzentrierten Öle dienen nicht nur als Duftgeber, sondern besitzen auch spezifische Pflegewirkungen. Je nach Haartyp können unterschiedliche Rezepturen den gewünschten Effekt erzielen.

Denken Sie daran, Ihr selbstgemachtes Haaröl kühl und lichtgeschützt aufzubewahren - am besten in einem dunklen Glasbehälter. Unter optimalen Bedingungen bleibt Ihr selbst hergestelltes Haaröl bis zu sechs Monate frisch.

Grundsätzlich ja, jedoch sollten Sie darauf achten, dass einige Öle eine stärkere Reizung verursachen können. Für beste Ergebnisse empfehlen wir die Anwendung 2-3 Mal pro Woche. Falls Ihr Haar zu fettig erscheint, spülen Sie es mit einem milden Shampoo aus.

Beliebte Basisöle und ihre Wirkung

Welche Öle eignen sich um Haaröl selber zu machen?

  • Arganöl: Reich an Nährstoffen und Vitamin E, ideal für trockenes und brüchiges Haar, wirkt gegen Spliss.
  • Mandelöl: Enthält Biotin, fördert das Haarwachstum, schützt vor Umwelteinflüssen, gibt Glanz.
  • Avocadoöl: Macht spröde Haare geschmeidig, schützt vor dem Austrocknen, pflegt trockene Kopfhaut.
  • Rizinusöl: Zieht gut ein, unterstützt den Haarwuchs, enthält Vitamin E.
  • Olivenöl: Spendet Feuchtigkeit, fördert das Haarwachstum, regeneriert kaputte Spitzen.
  • Jojobaöl: Reguliert Talkproduktion und reduziert damit fettige Haare, stärkt Elastizität des Haares und verhindert Haarbruch.

Haaröl-Rezepte für verschiedene Haartypen

Hier sind einige Haaröl-Rezepte für verschiedene Haartypen:

Haaröl gegen Spliss

Mische 4 Esslöffel Arganöl mit 1 Esslöffel Zitronensaft. Trage die Mischung auf das trockene Haar auf, wickle es in Frischhaltefolie und ein Handtuch. Nach 20 Minuten mit einem milden Shampoo ausspülen.

Haaröl für trockene Haare

Mische 3 Esslöffel Jojobaöl mit 3 Esslöffel Walnussöl. Gib die Mischung in einen Flakon und schüttle sie gut. Nach dem Waschen in die feuchten Haarlängen einkneten, mit Folie umwickeln und nach einer Stunde auswaschen.

Haaröl gegen Haarausfall

Hacke getrocknete Bio-Klettenwurzeln klein und gib sie in ein Glas. Übergieße die Wurzeln mit Sonnenblumenöl, verschließe das Glas und schüttle es. Lasse die Mischung drei Wochen an einem dunklen Ort ziehen und schüttle sie mehrmals wöchentlich. Massiere das leicht erwärmte Öl nach dem Waschen in die Kopfhaut ein.

Haaröl für spröde Haare

Mische 20 ml Avocadoöl mit 20 ml Arganöl. Schüttle die Mischung gut und verteile sie nach dem Waschen in das feuchte Haar. Wickle die Haare in Folie und ein Handtuch und spüle das Öl nach 20 Minuten wieder aus.

Haaröl für trockene und kaputte Spitzen

Mische 2 EL Arganöl, 2 EL Mandelöl, 2 EL Jojobaöl und 2 Tropfen Teebaumöl. Massiere die Mischung in die Spitzen der trockenen Haare ein und spüle sie idealerweise nicht aus.

Haaröl für geschmeidige und glänzende Haare

Schmelze 2 EL Kokosöl über einem Wasserbad und gib 2 EL Sesamöl und 2 EL Amla-Pulver dazu. Vermische alle Zutaten gut und fülle sie in ein Fläschchen. Massiere das Öl in die Kopfhaut und die Haarlängen ein, bedecke den Kopf mit Folie und einem Handtuch und wasche das Öl am nächsten Morgen aus.

Haaröl gegen trockene und schuppige Kopfhaut

Hänge zwei Teebeutel Früchtetee in ein Glas und übergieße sie mit Olivenöl. Verschließe das Glas luftdicht und bewahre es vier Tage an einem dunklen Ort auf. Entferne die Teebeutel und das duftende Haaröl ist einsatzbereit.

Rosmarinöl für die Haare

Rosmarinöl ist ein vielversprechendes Mittel, um das Haarwachstum zu fördern und Haarausfall entgegenzuwirken. Es enthält Inhaltsstoffe, die die Durchblutung der Kopfhaut anregen und die Haarfollikel mit Nährstoffen versorgen. Rosmarinöl wirkt zudem entzündungshemmend und antibakteriell.

Rosmarinöl selber machen - Rezept & Anleitung:

Zutaten:

  • 3-4 getrocknete Rosmarinzweige
  • 100 ml Öl Deiner Wahl (Olivenöl, Jojobaöl, Kokosöl, Pfefferminzöl oder Rizinusöl)
  • Einmachglas (ca. 200 ml. Fassungsvermögen)
  • Tee- oder Kaffeefilter
  • Dunkle Glasflasche (z.B. Seifenspender oder eine Pipetten-Flasche)

Anleitung:

  1. Spülen Sie das Einmachglas mit kochendem Wasser aus, um Keime abzutöten und trocknen Sie es anschließend mit einem sauberen Tuch.
  2. Hacken Sie die getrockneten Rosmarinzweige in kleine Stücke und füllen Sie sie in das Einmachglas.
  3. Übergießen Sie den Rosmarin nun mit dem Öl, bis dieser vollständig bedeckt ist und verschließen Sie das Glas anschließend.
  4. Setzen Sie ein Wasserbad auf und stellen Sie das Einmachglas hinein. Das Glas sollte für mindestens eine Stunde in dem Wasserbad bleiben. Achten Sie darauf, dass die Wassertemperatur nicht über 60 Grad steigt, damit die Wirkstoffe erhalten bleiben.
  5. Gießen Sie das fertige Rosmarinöl durch den Tee- oder Kaffeefilter und füllen Sie es in die dunkle Glasflasche ab.

Rosmarinwasser als Alternative zum Rosmarinöl:

Zutaten:

  • 500 ml Wasser
  • 2 EL getrockneter Rosmarin
  • Sprühflasche

Anleitung:

  1. Geben Sie das Wasser und den Rosmarin in einen Topf und lassen Sie das Ganze für etwa 30 Minuten köcheln.
  2. Lassen Sie das Wasser vollständig abkühlen.
  3. Geben Sie den Sud anschließend durch ein Sieb und gießen Sie es in die saubere Sprühflasche.

So wenden Sie Rosmarinöl für Haare und Kopfhaut richtig an:

Verreiben Sie etwa 10 Tropfen des Öls zwischen den Händen oder tragen Sie es direkt auf die Kopfhaut auf. Verteilen Sie das Haaröl gleichmäßig auf Ihrer Kopfhaut und massieren Sie es sanft auf Ihrem gesamten Kopf ein. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit. Lassen Sie das Rosmarinöl anschließend für etwa 20 Minuten einwirken und spülen Sie es dann gründlich aus. Alternativ können Sie das Rosmarinöl auch kurz vor dem Schlafengehen in die Kopfhaut einmassieren und über Nacht einwirken lassen. So können die natürlichen Inhaltsstoffe ihre Wirkung voll entfalten. Diese Art der Anwendung sollten Sie 1-2 Mal in der Woche durchführen.

Weitere Anwendungstipps für Rosmarinöl:

  1. Es kommt auf die Ursache an, ob Sie mit Rosmarinöl erfolgreich gegen Haarausfall vorgehen können. Damit Rosmarinöl bei Haarausfall helfen kann, müssen die Haarwurzeln noch intakt sein. Bei starkem Haarausfall sollten Sie am besten professionellen Rat einholen.
  2. Wie bei allen Wirkstoffen kann auch Rosmarinöl unter Umständen eine allergische Reaktion hervorrufen. Bevor Sie das Öl auf der gesamten Kopfhaut anwenden, sollten Sie zunächst einige Tropfen an einer unauffälligen Stelle verreiben. Wenn nach 24 Stunden keine Nebenwirkungen wie Hautreizungen auftreten, vertragen Sie das Öl gut.
  3. Auch wenn es oft als solches angepriesen wird - Rosmarinöl ist kein Wundermittel, das Ihnen bereits nach 2 Anwendungen volles Haar verleiht. Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis eine Wirkung eintritt. Haarwachstum braucht Zeit.
  4. Das reine ätherische Rosmarinöl ist sehr potent. Eine pure Anwendung kann zu Hautreizungen und Unverträglichkeiten führen. Sie sollten es daher unbedingt verdünnen, indem Sie es zum Beispiel mit Jojobaöl oder Kokosöl vermischen.

ROSMARINÖL SELBER MACHEN (Rezept)

Weitere Hausmittel für die Kopfhaut

Wenn du gerne auf Hausmittel zurückgreifst, kannst du deine Kopfhaut mit einfachen Mitteln stärken.

  • Essig: wirkt ausgleichend auf den pH-Wert der Kopfhaut, wodurch ein gesundes Kopfhautmilieu gefördert wird. Er hilft, Rückstände abgestorbenen Hautschuppen zu entfernen und beugt somit der Schuppenbildung vor. Es sorgt für Glanz in den Haaren. Zudem regt er die Durchblutung an, was die Versorgung der Haarwurzeln verbessern kann.
  • Bier-Haarmaske: kombiniert die nährenden Eigenschaften von Bier und Eigelb, um das Haar zu kräftigen und zu pflegen. Bier enthält Vitamine und Mineralstoffe wie Biotin und Silizium, die das Haar stärken, während das Eigelb Feuchtigkeit spendet und die Haarstruktur glättet.
  • Kaffee: hat eine stimulierende Wirkung auf die Kopfhaut, da das enthaltene Koffein die Durchblutung fördert und die Haarwurzeln besser mit Nährstoffen versorgt. Dies kann das Haarwachstum anregen und Haarausfall reduzieren.
  • Bockshornklee: hat mehrere Vorteile bei Haarausfall, die ihn zu einem beliebten natürlichen Mittel machen. Es fördert das Haarwachstum, durch die enthaltenen Proteine. Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Bockshornklee beruhigen die Kopfhaut und helfen, Irritationen oder Schuppenbildung zu vermindern. 2 Esslöffel Bockshornkleesamen über Nacht einweichen.
  • Aloe Vera: beruhigt die Kopfhaut, spendet Feuchtigkeit und hilft bei Juckreiz oder Irritationen.
  • Kokosöl: nährt das Haar und schützt es vor Haarbruch.

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