Öl gegen Haarausfall bei Männern: Ein umfassender Test

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Männer betrifft. Mindestens 40 % aller Männer und 20 % aller Frauen sind davon betroffen. Es gibt viele Produkte, die versprechen, Abhilfe zu schaffen, aber was wirkt wirklich? Dieser Artikel befasst sich mit verschiedenen Ölen und anderen Mitteln gegen Haarausfall bei Männern, beleuchtet ihre Wirksamkeit und gibt Empfehlungen.

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Von genetischen Veranlagungen über hormonelle Veränderungen bis hin zu Nährstoffmangel und Stress spielen viele Faktoren eine Rolle. Ein häufig weniger beachteter Faktor ist die Gesundheit der Kopfhaut. Stress, bestimmte Medikamente oder eine Unterversorgung mit Nährstoffen können verantwortlich sein. Meist steckt bei Männern aber genetisch bedingter Haarausfall hinter der drohenden Glatze.

DHT und hormonelles Ungleichgewicht

DHT (Dihydrotestosteron) ist ein Sexualhormon, das im menschlichen Körper vorhanden ist und bei Männern zur Ausprägung des männlichen Phänotyps dient. DHT wird durch die Umwandlung aus Testosteron produziert, bei Männern in den Hoden und der Prostata und bei Frauen in den Eierstöcken. Bei erblich bedingtem Haarausfall befindet sich zu viel DHT an den Rezeptoren für Androgene, was eine zu starke Reaktion des Körpers hervorruft. Durch das entstehende hormonelle Ungleichgewicht werden Blutgefäße, vor allem in der Kopfhaut, reduziert. Als Folge können die Haarwurzeln nicht mehr mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Ihre natürliche Reaktion ist es, sich zurückzubilden und kleiner zu werden. Durch erhöhten DHT-Gehalt in der Kopfhaut werden zudem auch die Wachstumsphasen gestört und verkürzt.

Natürliche Öle gegen Haarausfall

Natürliche Hausmittel, Lebensmittel und Superfoods sind meistens günstig und nebenwirkungsfrei, aber ihre Wirkung ist meistens nicht so gut belegt. Natürliche Haaröle können sich auf verschiedenen Ebenen positiv auf die Gesundheit der Kopfhaut auswirken. Sie dringen tief in die Haarstruktur ein, spenden Feuchtigkeit und reparieren geschädigtes Haar. Gleichzeitig pflegen sie die Kopfhaut und können das natürliche Gleichgewicht wiederherstellen.

Hier sind einige natürliche Öle, die bei Haarausfall helfen können:

  • Kokosöl: Durch seine Ölsäuren, Myrinsäuren und Laurinsäure ist das Kokosöl in der Lage, die 5-AR-Aktivität zu lindern. Durch die Hemmung der 5-AR-Aktivität wird angenommen, dass es die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmt.
  • Kürbiskernöl: In einer koreanischen Studie wurde herausgefunden, dass Kürbiskernöl bei erblich bedingtem Haarausfall helfen kann. Im Jahr 2014 wurden koreanischen Männern mit erblich bedingtem Haarausfall über den Zeitraum eines Jahres täglich 400 ml Kürbiskernöl oral verabreicht.
  • Rizinusöl: Rizinusöl wird aus dem Samen des tropischen Wunderbaums Rizinus gewonnen. Durch seinen hohen Gehalt an Omega-9-Fettsäuren stärkt, kräftigt und nährt es das Haar und beugt Haarausfall vor.
  • Rosmarinöl: Rosmarinöl ist bekannt für seine Fähigkeit, die Durchblutung der Kopfhaut zu fördern, was die Nährstoffversorgung der Haarfollikel verbessert. wurde festgestellt, dass Rosmarinöl bei der Behandlung von androgenetischer Alopezie, einer häufigen Form des Haarausfalls, ebenso wirksam sein kann wie Minoxidil, ein häufig verwendetes Medikament gegen Haarausfall.
  • Arganöl: Arganöl, oft als "flüssiges Gold" bezeichnet, ist reich an essentiellen Fettsäuren und Vitamin E. Es bietet tiefenwirksame Feuchtigkeit und Nährstoffe für Haar und Kopfhaut. Arganöl kann die Elastizität der Haare verbessern, Spliss reduzieren und dem Haar einen natürlichen Glanz verleihen.

Ein gut formuliertes Haaröl enthält oft eine Kombination der oben genannten Öle, um mehrere Vorteile gleichzeitig zu bieten. Zum Beispiel könnte ein Haaröl eine Basis aus Arganöl und Jojobaöl haben, um Feuchtigkeit zu spenden und die Ölproduktion der Kopfhaut zu regulieren, während Rosmarinöl hinzugefügt wird, um die Durchblutung zu fördern und das Haarwachstum anzuregen.

Megatrend Hair Oiling mit Rosmarin Öl, funktioniert das wirklich?

Weitere natürliche Mittel

Neben Ölen gibt es auch andere natürliche Mittel, die helfen können, DHT zu blockieren und Haarausfall zu bekämpfen:

  • Grünkohl: Grünkohl eignet sich hervorragend als natürlicher Blocker von DHT.
  • Grüner Tee: Grüner Tee kann verhindern, dass Testosteron in DHT umgewandelt wird, durch seinen hohen Gehalt an Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG).
  • Brennnesseln: Der Verzehr von Brennnesseln kann bei vielen Erkrankungen helfen.
  • Bananen: Bananen gelten als die perfekte Frucht gegen Haarausfall, als natürliche Quelle von Biotin, Kalium und Magnesium.
  • Weiße Champignons: Durch ihren hohen Gehalt an DHT blockieren die weißen Champignons die 5-AR-Aktivität und somit die Umwandlung von Testosteron zu DHT.
  • Nüsse: Nüsse können auch helfen, das DHT zu blockieren und so Haarausfall bekämpfen.
  • Tomaten: Tomaten sind reich an Lycopin, das nicht nur DHT, sondern auch Krebs bekämpfen kann. Besonders die dunkleren Tomaten sind reich an Lycopin.

Medikamentöse Behandlungen

Ist der Haarausfall bereits fortgeschritten, können auch Medikamente in Betracht gezogen werden:

  • Minoxidil: Minoxidil gehört eigentlich zu den Bluthochdruck-Medikamenten, wird aber auch als Mittel gegen Haarausfall benutzt. Als Schaum oder Lösung aufgetragen auf die Kopfhaut kann Minoxidil helfen, den Haarwuchs zu steigern.
  • Dutasterid: Dutasterid hilft vor allem gegen erblich bedingten Haarausfall, es hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase. Laut verschiedenen Studien wurde gezeigt, dass es die Länge und den Wachstum der Haare positiv beeinflussen kann.
  • Finasterid: Finasterid ist ein beliebtes Mittel gegen erblichen Haarausfall und hemmt das 5-Alpha-Reduktase Enzym, das für die Umwandlung von Testosteron in DHT verantwortlich ist.

Im Gegensatz dazu stehen die Medikamente, die allerdings direkt auf den hormonellen Haushalt wirken, zwar Ergebnisse hervorbringen, aber auch Nebenwirkungen und Langzeitfolgen haben können.

Alternative Behandlungen

Neben natürlichen Mitteln und Medikamenten gibt es auch alternative Behandlungen:

  • PRP-Therapie: Bei der PRP-Therapie wird konzentriertes und angereichertes Blutplasma in die Kopfhaut injiziert.
  • Haartransplantation: Bei der Haartransplantation werden Haarfollikel in die Kopfhaut transplantiert.

Um aber wieder langfristig ohne große Nebenwirkungen volles Haar zu haben, sind die operativen Eingriffe am sinnvollsten.

Weitere Tipps und Maßnahmen

Schon kleine Maßnahmen im Alltag können der Haargesundheit zuträglich sein und das Haar kräftigen:

  • Shampoos und Tinkturen: Shampoos oder Tinkturen mit Alfatradiol sind für die Behandlung von hormonell bedingtem Haarausfall bei Männern und Frauen zugelassen und können helfen, den Haarausfall zu verlangsamen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen ist nur dann sinnvoll, wenn auch ein nachgewiesener Mangel eines Nährstoffs besteht.
  • Kopfhautmassage: Die Kopfhautmassage ist primär gut zur Entspannung und kann nützlich sein, wenn Stress eine der Ursachen für Haarausfall ist.
  • Richtige Frisur: Sogar die falsche Frisur kann zu Haarausfall führen. Durch lockere Frisuren oder offene Haare lässt sich die Traktionsalopezie vermeiden.
  • Sport: Sport kann einen wichtigen Beitrag zur Haargesundheit leisten.
  • Gesunde Ernährung: Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor für die Haargesundheit.

Es ist wichtig, die Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, bevor man eine Behandlung beginnt. Ein Arzt oder Spezialist kann Ihnen helfen, die richtige Therapie zu finden.

Bewertung von Haarölen durch Stiftung Warentest

Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich? Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen. Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil. Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt.

Ein weiteres bewertetes Haarwasser enthält 17-alpha-Estradiol, das zu den Östrogenen gehört, aber nur sehr schwach hormonell wirkt. Die Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb wenig geeignet. Der Alkoholanteil in dem Haarwasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut sich rötet und brennt.

Haaröle im Test: Eine Übersicht

Haaröle sind eine beliebte natürliche Lösung, da sie die Kopfhaut pflegen, die Haarwurzeln stärken und Haarschäden reparieren. Hier ist eine Übersicht einiger getesteter Haaröle:

Produktmodell Enthaltene Öle Positive Eigenschaften
Oil Treatment von Moroccanoil Arganöl, Leinsamenöl, Silikonöl Macht das Haar geschmeidig und weich
Intensiv Haaroel von Weleda Erdnussöl, Rotkleeöl, Klettenwurzelöl Schützt das Haar vor Feuchtigkeitsverlust, wirkt regenerierend
Sebastian_dark von Sebastian Professional Arganöl, Jojobaöl Kräftigt das Haar und spendet ihm Feuchtigkeit, passt zu allen Haartypen
100% Reines Rizinusöl von Bionoble Rizinusöl Macht das Haar glatt und glänzend
Thrive Haaröl von Forest & Shore Rosmarinöl, Rizinusöl, Kaffeeöl, Arganöl Stimuliert Haarwachstum

Die Auswahl des richtigen Haaröls hängt stark vom jeweiligen Haartyp ab. Ein großer Vorteil von Haarölen gegenüber Haarmasken und -kuren ist, dass sie sich als Leave-in-Pflege eignen und trotzdem intensiv wirken.

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