Die Frisuren der Fußball-Stars sind vielleicht einer der interessanteste Nebenschauplätze der WM. Zottelige Dreadlocks, einrasierte Botschaften und buschige Bärte - die WM ist eine ziemlich haarige Angelegenheit.
Viele WM-Spieler wollen in Brasilien nicht nur durch Leistung auffallen, sondern auch durch ihre ungewöhnliche Haarpracht. Deshalb wird gegeelt, geflochten und rasiert - und das mit größtmöglichem Überraschungseffekt.
Die Haarpracht sei ein „Topinstrument“ der Selbstdarstellung, erklärt der Stuttgarter Trendforscher Mathias Haas. Mit immer wieder neuen Frisuren bleiben die Spieler im Gespräch, und darauf kommt es an. „Die Körper sehen eh bei allen geil aus, aber die Frisur bietet die Fläche, sich von anderen abzusetzen,“ sagt Haas. Immer nur etwas über die Spieltaktik zu lesen, sei auf Dauer langweilig. Nicht nur für Frauen. „Wir alle wollen Geschichten hören“, meint Haas.
Es gab Zeiten, da waren Fußballer eher markante Typen als Marken. Doch die sind vorbei. „Ein Herr Mesut Özil ist am Ende kein Mensch mehr, sondern ein Produkt“, sagt Haas. Heute haben die Spieler Stylisten und immer schon den nächsten Werbevertrag im Hinterkopf.
Brasiliens Stürmer Neymar trägt jetzt blond. Ein paar helle Strähnen und dazu rasierte Seitenpartien. So lief er gegen Mexiko auf den Platz. Ein paar Tage vorher beim Eröffnungsspiel sah Neymar noch ganz anders aus. Abrasierte Seiten zwar, aber dazu ein Voll-Pony und Vokuhila-Matte im Nacken. Offenbar hatte er zwischen den Spielen die Zeit gefunden, sich eine neue Frisur verpassen zu lassen.
Neymar ist längst nicht der Einzige, der mit immer neuem Styling auf sich aufmerksam macht.
Auch Brasiliens Spieler Neymar gibt zu, sich seine Frisur 2002 bei Ronaldo abgeguckt zu haben.
Brasiliens Superstar Neymar hat im Spiel gegen Mexiko seine neue Frisur gezeigt. Der 22-Jährige zeigte sich als Goldköpfchen, mit blondierten Strähnen oben und vorne und rasierten Seitenpartien.
Neymar war in der Vergangenheit öfter mit extravaganten Frisuren aufgefallen, trug schon dünne Zöpfchen am Hinterkopf und einen Hahnenkamm. Auch sein Klubkollege Dani Alves lief gegen Mexiko mit einem kräftigen Silberschimmer im gekürzten Haar auf. Auch der Abwehrspieler hatte sich den Friseur der Selecao ins Quartier "Granja Comary" bestellt. Schon im Training waren die beiden mit ihrer neuen Frisur zu sehen.
Fest steht, Neymar ist nicht so richtig en vogue mit seinen aufwendig gegelten Strähnchen und dem Bogenpony. Angesagt ist bei dieser WM das, was wirklich wild ist: Nämlich Locken wie die von Jimi Hendrix, die bei manchem so voluminös daherkommen wie ein aufgeplatztes Sofakissen.
Die vielleicht ungewöhnlichste Frisur dieser WM trägt der Amerikaner Kyle Beckerman. Und „tragen“ muss der 32-Jährige mit der Rastamähne tatsächlich eine Menge: Angeblich war er neun Jahre lang nicht beim Friseur.
Als Beckerman zum ersten Mal im Spiel der USA gegen Ghana auf den Platz lief, überschlugen sich die Kommentare in den sozialen Netzwerken.
Beckerman ist dank seiner Frisur zum Rebell unter den Fußballern geworden, weil er lässiger wirkt als andere. Und Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder fragt: „Gibt es eigentlich einen krasseren Gegenentwurf zu Ronaldo als Kyle Beckerman? :)“
Vermutlich nicht. Denn Portugals Spieler Cristiano Ronaldo gilt als makelloser Schönling. Egal, was er auf dem Kopf trägt, die Friseure müssen sich darauf einstellen, dass bald alle so aussehen möchten.
US-Boy Kyle Beckerman hat die wildeste Frisur bei der WM.
Der Amerikaner aus dem Team des brav gescheitelten Blondschopfs Jürgen Klinsmann war neun (!) Jahre lang nicht beim Friseur und trägt Dreadlocks. In Brasilien kam er mit seiner Gitarre auf dem Rücken an. "Er ist unser Bob Marley", sagte Kollege Brad Davis über Beckerman.
Viel zu spießig erscheint dieser Look wohl den Vertretern der ganz verwegenen Haarpracht-Zunft. Allen voran dem WM-Debütanten Kyle Beckerman.
Dabei ist er längst nicht der einzige Spieler mit abrasierten Seitenpartien. Der sogenannte Undercut scheint in dieser WM den Spitzenplatz der Frisuren zu belegen. Auch Marco Reus trägt ihn - immer wieder neu gestylt.
Und nicht nur Ronaldo nutzt die freirasierte Fläche: Bei Ghanas Kapitän Asamoah Gyan prangt die Nummer Drei nicht nur auf dem Trikot. Der Fußballer hat sich die Zahl auch direkt über dem rechten Ohr einrasieren lassen.
Und Paul Pogba, französischer Nationalspieler, trägt goldengefärbte Streifen in den abrasierten Seitenpartie. So wie Kameruns Torwart Charles Itandje oder der Portugiese Raúl Meireles, der damit wie ein fußballspielender Punk wirkt.
Und dann gibt es noch jene Spieler, die sich die Haare an den Seiten abrasieren und versuchen, den Verlust mit buschigen Bärten auszugleichen.
So wie Belgiens Joker Marouno Fellaini beim 2:1 gegen Algerien. Dessen Haarpracht erinnert irgendwie an eine Fastnachts-Perücke - ist aber echt.
Der größte Konkurrent der wilden Mähne ist der Irokesen-Schnitt. Paradebeispiel für den "Punk": Italiens Bad Boy Mario Balotelli.
Wie unter anderem auch der Ex-Leverkusener Arturo Vidal (Chile) oder Paul Pogba. Der Franzose setzte dem ganzen noch die Krone auf und ließ sich oben drauf noch goldene Strähnchen einarbeiten.
Bei der WM 2002 war es eindeutig Ronaldo mit seiner denkwürdigen Kopf-Markise, die selbst Oliver Kahn im Finale entscheidend beeindruckte.
Hier sind die Kandidaten:
Die Liste der extravaganten Frisuren im Fußball ist lang. Hier einige Beispiele:
Die Frisuren der Fußballstars sind ein Spiegelbild der aktuellen Trends und ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Sie sorgen für Gesprächsstoff und machen die WM zu einer haarigen Angelegenheit.
| Spieler | Frisur | Besonderheit |
|---|---|---|
| Neymar | Blonde Strähnen mit rasierten Seiten | Wechselte seine Frisur während der WM |
| Kyle Beckerman | Dreadlocks | War angeblich neun Jahre nicht beim Friseur |
| Cristiano Ronaldo | Undercut | Gilt als Schönling und Trendsetter |
| Asamoah Gyan | Rasierte Nummer Drei | Trägt seine Trikotnummer im Haar |
| Paul Pogba | Goldene Streifen im Undercut | Extravagantes Styling |
tags: #neymar #frisur #hinterkopf
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