Nesselsucht der Kopfhaut: Ursachen, Behandlung und Linderung

Nesselsucht, auch Urtikaria genannt, ist eine häufige Hauterkrankung, die durch juckende Quaddeln auf der Haut gekennzeichnet ist. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung erlebt mindestens einmal im Leben eine Episode von Nesselsucht. Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen, wobei die Symptome in Schüben auftreten können. Die Symptome lassen sich in der Regel gut mit Medikamenten lindern.

Was ist Nesselsucht (Urtikaria)?

Als Nesselsucht (Urtikaria) bezeichnen Mediziner einen Haut-Ausschlag (Exanthem) mit juckenden Quaddeln und zum Teil auch Haut-/Schleimhaut-Schwellungen. Zeichen der Urtikaria sind Flüssigkeitsansammlungen in der Haut oder Schleimhaut. Dadurch entstehen stark juckende Quaddeln auf der Haut oder Angioödeme, die sich zum Beispiel als unscharf begrenzte Schwellung der Lippen oder Augenlider zeigen. Ausschlag und Angioödem können auch gemeinsam sichtbar sein. Beide sind außerdem mögliche Symptome anderer Erkrankungen.

An welcher Körperstelle die Haut-Erscheinung auftritt, ist von Patient zu Patient verschieden. Häufig zeigt sich Nesselsucht im Gesicht, an den Händen, am Hals oder in den Armbeugen. Es gibt aber auch Patienten, bei denen sich die Nesselsucht an den Füßen entwickelt. Auch Stellen, an denen die Kleidung zu eng sitzt und scheuert, zeigen oft Urtikaria-Symptome. Eine generalisierte Urtikaria betrifft den ganzen Körper.

Je nach Ausprägung und Dauer der Symptome schränkt eine Nesselsucht die Lebensqualität des Betroffenen erheblich ein. Die Haut-Veränderungen sind mitunter psychisch sehr belastend und beeinträchtigen in manchen Fällen auch den Alltag.

Ist Nesselfieber ansteckend?

Beim Anblick der auffälligen, geröteten Hautstellen fragen sich viele Menschen, ob die Nesselsucht ansteckend ist. Die klare Antwort darauf lautet: Nein. Bei Urtikaria ist keine Ansteckung möglich. Die Hautkrankheit ist für andere Personen ungefährlich und wird nicht durch Kontakt übertragen.

Ist Nesselsucht eine Allergie?

Bei Nesselsucht handelt es sich in der Regel um eine allergieähnliche Reaktion des Körpers auf bestimmte Reize. Ärzte sprechen deshalb auch von einer sogenannten Pseudo-Allergie. Vor allem pseudo-allergische Reaktionen auf Medikamente oder Nahrungsmittel spielen bei der Entstehung von Nesselsucht eine Rolle.

Eine “echte” allergische Reaktion ist nur selten die Ursache für Urtikaria.

Symptome der Nesselsucht

Typische Symptome der Nesselsucht sind juckende Flecken und Quaddeln auf der Haut. Die oberflächlichen Erhebungen der Haut sind fast immer von einer Rötung umgeben und können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Benachbarte Quaddeln können zu großflächigen Schwellungen zusammenfließen, die stark jucken. Je nach Ausbreitung der Urtikaria kann der Juckreiz an einer einzelnen Körperstelle oder an mehreren auftreten.

Bei manchen Betroffenen kommt es zusätzlich zu den Quaddeln zu Wassereinlagerungen, die die Areale anschwellen lassen (Angioödeme), was mit Spannungsgefühlen und Schmerzen verbunden sein kann. Die Angioödeme treten vor allem in den Handflächen oder unter den Füßen auf. Betroffen sind aber auch Hautareale, in denen das Unterhautfettgewebe sehr weich ist - wie Augenlider und Lippen. Betreffen die Schwellungen die Schleimhäute von Zunge, Rachen oder Kehlkopf, besteht die Gefahr von Atemnot.

Wann ist rasche ärztliche Hilfe nötig? Entstehen Angioödeme im Mund-, Rachen-, oder Kehlkopfbereich, kann das die Atmung behindern und lebensbedrohlich werden. Verständigen Sie bei Schwellungen im Mund-Rachen-Berreich den Rettungsdienst unter 112.

Quaddeln und Angioödeme können außerdem Teil einer schweren allergischen Reaktion sein. Wer etwa nach einem Wespenstich plötzlich Quaddeln an anderen Hautstellen als der Einstichstelle entwickelt, sollte, insbesondere wenn noch weitere Symptome wie Atembeschwerden, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Kreislaufschwäche dazukommen, sofort den Rettungsdienst holen. Wer eine bekannte Allergie hat, wendet sein Notfallset an - wie mit Arzt oder Ärztin für solche Fälle besprochen.

Quaddeln bei Nesselsucht: Definition und Symptome

Aussehen: Eine Quaddel ist eine scharf begrenzte oberflächliche Schwellung der Haut, meist umgeben von einer Rötung. Auch die Schwellung selbst kann gerötet sein, die Haut in der Mitte blasser erscheinen. Die Quaddel kann aber auch die gleiche Farbe haben, wie die umgebende Haut. Der dabei entstehende Ausschlag bildet unterschiedliche Formen - sie sind etwa rund, oval oder unregelmäßig geformt. Auch ihre Größe variiert von wenigen Millimetern bis hin zu einem Durchmesser von mehreren Zentimetern.

Ort: Quaddeln können an jeder Stelle des Körpers auftreten. Teilweise sind Hautbereiche, auf die Reibung oder Druck ausgeübt wird, stärker betroffen - etwa die Achseln oder die Haut unter dem Hosenbund.

Weitere Beschwerden: Typischerweise jucken sie stark, manchmal entsteht auch ein brennendes Gefühl. Die Beschwerden können so intensiv sein, dass man sich nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren kann oder nachts schlecht schläft.

Zeitlicher Verlauf: Quaddeln werden als „flüchtige“ Hautveränderungen bezeichnet. Das bedeutet, einzelne Quaddeln bilden und vergrößern sich über Minuten, klingen dann aber schnell ab. Für gewöhnlich bildet sich eine Quaddel innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden zurück.

Ursachen und Auslöser der Nesselsucht

Woher kommt Nesselsucht? Diese Frage treibt viele Betroffene um, ist aber nicht leicht zu beantworten. Die Entstehung von Nesselsucht ist nämlich sehr komplex: Der typische juckende Haut-Ausschlag bildet sich dadurch, dass bestimmte Immunzellen (Mastzellen) gereizt werden und daraufhin entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten. Vor allem das Gewebshormon Histamin ist verantwortlich für die Symptome der Nesselsucht (Quaddeln, Juckreiz, Hautrötung, Schwellung).

Doch wodurch kommt diese Reizung der Mastzellen zustanden? Manchmal handelt es sich um eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel, Pollen oder ähnliches. In vielen anderen Fällen werden die Mastzellen auf anderem Wege aktiviert. Das bedeutet: Nicht jede Nesselsucht ist allergisch bedingt.

Bei Nesselsucht werden bestimmte Entzündungszellen in der Haut (Mastzellen) aktiviert, die den Botenstoff Histamin freisetzen. Diese Aktivierung der Mastzellen findet bei Menschen mit einer IgE-vermittelten Allergie immer dann statt, wenn sie mit den Allergie auslösenden Stoffen in Kontakt kommen. Das können neben Pollen auch Substanzen in Nahrungsmitteln oder Wespen- und Bienengift sein.

Weitere mögliche Ursachen und Auslöser sind:

  • Unverträglichkeit von Arzneimitteln, Nahrungsmitteln oder Lebensmittelzusatzstoffen
  • Autoimmunreaktion
  • Chronische Infekte
  • Physikalische Reize (Druck, Kälte, Wärme, UV-Licht)
  • Körperliche Anstrengung
  • Kontakt mit Wasser
  • Schwitzen
  • Stress

Bei vielen Menschen mit Urtikaria ist keine Ursache feststellbar. Ärzte sprechen dann von idiopathischer Urtikaria beziehungsweise - bei länger anhaltenden Symptomen - von chronisch idiopathischer Urtikaria.

Was passiert bei Nesselsucht Bestimmte Allergene oder andere Reizstoffe führen zu einer Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe (v.a. Histamin). Es entstehen die typischen Nesselsucht-Symptome.

Formen der Nesselsucht

Es gibt verschiedene Unterformen von Nesselsucht. Sie treten nicht immer einzeln auf: Manche Patienten weisen zwei oder mehr dieser Krankheitsformen gleichzeitig auf.

Die verschiedenen Formen von Nesselsucht lassen sich in drei große Gruppen einteilen:

  • Spontane Nesselsucht: Quaddeln und/oder Schwellungen (Angio-Ödeme) bilden sich plötzlich und ohne erkennbaren äußeren Auslöser. Je nach Dauer der Symptome unterscheidet man spontane akute und spontane chronische Nesselsucht. Etwa 80 Prozent aller Nesselsucht-Patienten haben eine spontane Urtikaria, davon zwei Drittel die akute Variante.
  • Physikalische Nesselsucht: Dazu zählen alle Formen von Nesselsucht, die durch physikalische Reize ausgelöst werden (wie Druck, Wind, Kältekontakt etc.). Sie machen nur etwa zehn Prozent aller Fälle von Nesselsucht aus.
  • Andere Formen von Nesselsucht: Ursachen sind hier zum Beispiel körperliche Anstrengung, Kontakt mit Wasser oder Schwitzen. Solche besonderen Formen von Nesselsucht finden sich bei weniger als zehn Prozent aller Patienten.

Spontane akute Nesselsucht

Die Nesselsucht-Symptome halten weniger als sechs Wochen an und treten ganz plötzlich und ohne äußere, für Arzt oder Patient offensichtliche Reize auf.

Ein konkreter Nesselsucht-Auslöser lässt sich hier oft nicht finden. Ebenso möglich ist eine Nesselsucht nach Impfung: Der Nessel-Ausschlag tritt dann einige Stunden bis etwa zwei Tage nach der Impfung auf. Auch Medikamenten-Allergien äußern sich mitunter als Nessel-Ausschlag.

Bedrohlich wird eine akute Nesselsucht, wenn die Schleimhaut der Atemwege (Rachen, Kehlkopf etc.) stark anschwillt (Angio-Ödem). Dann gelangt die Atemluft nur noch schwer oder gar nicht mehr hindurch. Die Betroffenen bekommen Atemnot und es besteht potenziell Erstickungsgefahr!

Bei plötzlicher Atemnot alarmieren Sie immer sofort den Rettungsdienst (Nr. 112)!

Spontane chronische Nesselsucht

Hält eine spontane Nesselsucht länger als sechs Wochen an, wird sie als "spontane chronische Urtikaria" (oder "chronische Urtikaria") bezeichnet. Die Nesselsucht-Symptome bestehen dabei entweder permanent oder treten nach mehr oder weniger langen symptomfreien Phasen wiederholt auf.

Mögliche Auslöser einer chronischen Nesselsucht sind etwa:

  • Chronische Infekte
  • Autoimmun-Reaktion
  • Unverträglichkeiten (Intoleranzen)

Physikalische Nesselsucht

Auch physikalische Reize (wie Druck oder kalte Flüssigkeit) lösen mitunter einen Nessel-Ausschlag aus. Beim direkten Hautkontakt bildet sich an der Stelle der Reiz-Einwirkung und gegebenenfalls auch an einem anderen Körperbereich ein juckender Haut-Ausschlag. Manchmal sinkt zusätzlich der Blutdruck oder das Herz schlägt schneller.

Je nachdem, welcher physikalische Reiz die Beschwerden auslöst, unterscheidet man verschiedene Arten von physikalischer Nesselsucht:

  • Urticaria factitia (Urtikarieller Dermographismus)
  • Verzögerte Druck-Urtikaria
  • Kälte-Urtikaria (Kältekontakt-Urtikaria)
  • Wärme-Urtikaria (Wärmekontakt-Urtikaria)
  • Licht-Urtikaria
  • Vibratorische Urtikaria

Sonderformen der Nesselsucht

  • Cholinergische Urtikaria
  • Anstrengungsinduzierte Urtikaria
  • Kontakt-Urtikaria
  • Aquagene Urtikaria

Physikalische Nesselsucht und die Sonderformen der Erkrankung werden auch als "induzierbare Urtikaria" bezeichnet. Die Haut-Reaktionen werden hier durch den Kontakt mit spezifischen Reizen ausgelöst.

Diagnose der Nesselsucht

Eine akute Nesselsucht ist in der Regel recht einfach festzustellen. Neben einer Untersuchung der Haut werden Auslöser vor allem durch ein ausführliches Anamnesegespräch ermittelt. Dabei wird unter anderem gefragt, wie lange die Symptome schon bestehen, ob sie häufiger auftreten und ob es eine familiäre Veranlagung gibt. Wichtig ist es, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome auslösen. Das sind vor allem entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und auch die seltene Urtikaria-Vaskulitis, bei der es sich um eine Entzündung der Blutgefäße handelt.

Für die Diagnostik einer chronischen Nesselsucht sollten Betroffene sich in die Hände einer erfahrenen Hautärztin oder eines erfahrenen Hautarztes begeben. Diese Erkrankungsform ist zwar recht selten, kann aber die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Nur etwa jeder zehnte Mensch mit einer chronischen Nesselsucht hat seine Erkrankung gut unter Kontrolle.

Helfen kann ein Nesselsucht-Tagebuch oder eine App, mit der Erkrankte zum Beispiel Fotos ihrer Haut an den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin schicken können.

Bei der akuten Urtikaria sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen nötig. „Symptomkontrolle gilt als eines der Ziele in der Therapie von Nesselsucht. Ob und wie das gelingt, hängt von der Art der Urtikaria ab“, so Prof. Dr.

Für induzierbare Formen der Nesselsucht, gibt es je Erkrankung bestimmte Provokationstest. Das sind Test, um die Symptome gezielt auszulösen und so die Diagnose zu bestätigen. Zusätzlich werden häufig sogenannte Schwellentests empfohlen, um festzustellen, wie stark der entsprechende auslösende Reiz sein muss, damit sich eine Urtikaria bildet.

Behandlung der Nesselsucht

Die Nesselsucht-Therapie setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen - angepasst an den individuellen Fall. Eine Rolle spielen dabei die Art der Urtikaria und die Schwere der Symptome. Das Ziel der Urtikaria-Therapie ist aber immer, die Symptome zu lindern und, wenn möglich, die Ursache zu beseitigen.

In vielen Fällen reicht es aus, wenn die auslösenden Substanzen gemieden werden. Das können Nahrungsmittel, Medikamente, Sonnenlicht, Kosmetika oder andere Substanzen sein, die hautreizende Inhaltsstoffe enthalten.

Nesselsucht-Auslöser meiden oder beseitigen Das beste Mittel gegen Nesselsucht besteht darin, den Auslöser möglichst zu meiden oder zu beseitigen. Das geht natürlich nur, wenn sich dieser eindeutig identifizieren lässt. Einige Beispiele:

  • Auf bekannte auslösende Nahrungsmittel verzichten
  • Auslösende Medikamente nach Absprache mit dem Arzt absetzen bzw. durch ein verträgliches Mittel ersetzen
  • Bei Druck-Urtikaria etwa nur Rucksäcke und Taschen mit breiten Trägern nutzen.
  • Angemessene Behandlung chronischer Infekte, etwa mit dem Magenkeim Helicobacter pylori oder chronische Atemwegs-Infekte

Schwieriger ist es, wenn physikalische Reize wie Wärme oder Reibung die Nesselsucht hervorrufen. Hier liegt die Reiz-Schwelle oft sehr niedrig. So entwickeln Menschen mit einer Urtikaria factitia manchmal schon beim Tragen von Kleidung, die nicht völlig locker sitzt, die Nesselsucht-Symptome.

Außerdem ist es kaum möglich, manchen physikalischen Reizen wie beispielsweise kaltem Wind oder UV-Strahlen vollständig aus dem Weg zu gehen.

Beruht eine chronische Urtikaria auf einer chronischen (oder wiederkehrenden) Mandel-Entzündung, empfiehlt der Arzt oftmals die operative Entfernung der Mandeln. Im Anschluss bessert sich dann in der Regel auch der Nessel-Ausschlag.

Medikamentöse Behandlung

Antihistaminika können bei der akuten und der chronischen Form eine gute Wirkung zeigen und die Beschwerden lindern. Manchmal müssen sie in erhöhter Dosis (bis zu 4 x täglich) eingenommen werden, um die Symptome ausreichend zu lindern. Antihistaminika sind Medikamente, die bei Allergien Symptome lindern, indem sie die Wirkung des Histamins hemmen. Dazu besetzen sie Bindungsstellen des Histaminrezeptors, wodurch das vom Körper ausgeschüttete Histamin die Rezeptoren nicht mehr besetzen und keine Allergiesymptome aktivieren kann.

Bei einer leichten Nesselsucht sind etwa Salben oder Cremes mit kühlendem Menthol wohltuend. Gegebenenfalls verschreibt der behandelnde Arzt bei Nesselsucht auch eine Creme mit lokal betäubender Wirkung (zum Beispiel mit Polidocanol).

Was tun aber, wenn solche Cremes oder Salben gegen Nesselsucht-Symptome nicht ausreichend helfen? Dann kommen noch andere Medikamente zum Einsatz.

Manche Nesselsucht-Medikamente sind rezeptfrei erhältlich. So brauchen Sie zum Beispiel für eine kühlende Menthol-Salbe sowie für Cetirizin-Präparate (Anti-Histaminikum) keine ärztliche Verschreibung. Lassen Sie sich vor einer Selbstmedikation aber immer vom Arzt oder Apotheker beraten.

Kortison kommt zum Einsatz, wenn die Gabe von Antihistaminika nicht ausreicht. In besonders akuten Fällen ist auch eine intravenöse Gabe möglich. Kortison sollte bei Urtikaria immer nur kurzzeitig verordnet werden.

Anti-IgE-Antikörper können zum Einsatz kommen, wenn in der Standardtherapie mit Antihistaminika kein zufriedenstellender Rückgang der Quaddeln erreicht wird. Die Therapie erfolgt in Form von subkutanen Spritzen, die der Patient sich ggf. selbst verabreichen kann. Das aktuell für die chronische Urtikaria zugelassene Medikament wird einmal monatlich in den Bauch gespritzt und weist eine sehr gute Wirksamkeit auf.

Immunsuppressiva werden eingesetzt, wenn auch anti-IgE-Antikörper nicht wirksam waren.

Hausmittel gegen Nesselsucht

Es gibt verschiedene Hausmittel, die zur symptomatischen Behandlung von Nesselsucht empfohlen werden. Dabei muss man aber wissen, dass deren Wirkung nicht wissenschaftlich untersucht ist. Wichtig ist immer, bei einer Verschlimmerung der Symptome den Arzt oder die Ärztin aufzusuchen - auch um zu verhindern, dass eine Nesselsucht chronisch wird.

  • Das Tragen von weiter, lockerer Kleidung hilft, den juckenden Ausschlag besser zu ertragen.
  • Backpulver: Zusammen mit Wasser kann das im Backpulver enthaltene Natron helfen, den Juckreiz zu lindern. Dazu können Betroffene das Backpulver mit Wasser vermischen und auf die Haut auftragen. Auch kühle Vollbäder mit einer Tasse Backpulver können den Juckreiz lindern - das empfiehlt sich vor allem bei großflächigem Befall des Körpers.
  • Apfelessig: Beispielsweise Apfelessig kann helfen, den natürlichen pH-Wert der Haut wiederherzustellen, was die Symptome einer Nesselsucht positiv beeinflusst. Dazu feuchte Umschläge mit Essig anfertigen (Wasser und Apfelessig im Verhältnis 1:1 mischen und ein Baumwolltuch darin tränken). Anschließend die feuchten Umschläge auf die betroffenen Hautstellen legen und ein paar Minuten einwirken lassen. Das kann mehrmals am Tag wiederholt werden.
  • Pflanzen: Salben oder Cremes, die Teebaumöl oder Ringelblume enthalten, werden ebenfalls zur Behandlung von Urtikaria empfohlen. Auch andere Heilpflanzen wie Basilikum oder Pfefferminze können die Haut beruhigen und den Juckreiz lindern.
  • Zink: Auch Zinksalbe wird als Hausmittel gegen Nesselsucht eingesetzt.

Um die Wirkung von Medikamenten zu unterstützen, können Betroffene auch selbst aktiv werden. „Weite, lockere Kleidung oder kaltes Duschen kann dabei helfen, den Juckreiz bei bereits bestehendem Ausschlag zu vermindern“, so die Chefärztin. Auch ein Nesselsucht-Tagebuch kann hilfreich sein, um mögliche Auslöser der Quaddeln leichter zu identifizieren und die Wirksamkeit der durchgeführten Therapie zu dokumentieren.

Nesselsucht in der Schwangerschaft

Ursache für eine Nesselsucht während der Schwangerschaft sind häufig hormonelle Umstellungen. Taucht die Urtikaria in der Schwangerschaft erstmalig auf, verschwindet sie nach der Entbindung meist wieder. Im Normalfall ist die Nesselsucht weder für Mutter noch das Kind gefährlich, so lästig der Juckreiz auch ist. Der Einsatz von Medikamenten gegen Nesselsucht sollte sorgfältig geprüft werden. Bei den häufig gegen Nesselsucht eingesetzten Antihistaminika gibt es Wirkstoffe (Loratadin, Cetirizin), die in Studien keine fruchtschädigende Wirkung gezeigt haben.

Vorbeugung von Nesselsucht

Der wichtigste Tipp, um einer Nesselsucht vorzubeugen, ist sicherlich, bekannte Auslöser zu vermeiden. Hat der Arzt oder die Ärztin ein Antihistaminikum oder ein anderes Medikament gegen chronische Nesselsucht verschrieben, sollten Betroffene es regelmäßig wie verordnet einnehmen.

Juckende Kopfhaut und Nesselsucht

Eine juckende Kopfhaut ist meist äußerst unangenehm. Oftmals verschwindet das Symptom nach kurzer Zeit von allein wieder. Wenn die Kopfhaut jedoch häufig juckt, ist das in der Regel mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Die Ursachen einer juckenden Kopfhaut können vielfältig sein. Sie reichen von harmlosen Auslösern wie einer falschen Pflege bis hin zu ernst zu nehmenden Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder anderen Krankheiten.

Es sollte stets darauf geachtet werden, ein schonendes Shampoo für die regelmäßige Haarpflege zu verwenden.

Was können Sie tun, wenn Ihre Kopfhaut entzündet ist?

Bei Haarverlust, der auf Kopfhautentzündungen zurückgeht, sind Hautärzte oder Allgemeinmediziner gewöhnlich die ersten Ansprechpartner. Nicht immer lässt sich der Anlass für den Haarausfall gleich bestimmen. Bei Haarproblemen unklarer Natur helfen die erfahrenen Ärzte von S-thetic Hair Ihnen gerne weiter.

Juckende Kopfhaut: Hausmittel Wer unter einer trockenen Haut und damit verbunden unter juckender Kopfhaut leidet, kann auf verschiedene Hausmittel setzen. Vor allem diverse Öle haben sich gegen Kopfhautjucken bewährt, wie: Olivenöl, Kokosöl, Jojobaöl, Rosmarinöl. Empfohlen wird eine wöchentliche Öl-Kur, die bestenfalls über Nacht einwirken soll. Am nächsten Morgen kann das Öl dann vorsichtig mit einem milden Shampoo ausgewaschen werden. Die Öle spenden trockener Haut Feuchtigkeit, beruhigen eine gereizte Kopfhaut und bewahren sie so vor einer Schuppenbildung und Juckreiz. Übrigens eignen sich diese Öle meist auch bei fettigem Haar.

Auch Teebaumöl hat einen lindernden Effekt bei Juckreiz am Kopf. Wer das Öl als Hausmittel verwenden möchte, sollte es jedoch stets mit Wasser verdünnen, da sonst Hautirritationen möglich sind. Das Öl kann dann mit einem Wattepad vorsichtig auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Ebenso können ein paar Tropfen im Shampoo helfen.

Aber auch Aloe vera hat einen feuchtigkeitsspendenden und kühlenden Effekt. Aufgetragen als Gel oder aber direkter Saft der Pflanze können somit gegen Kopfhautjucken zum Einsatz kommen. Auch Apfelessig eignet sich als Hausmittel trockener, juckender Kopfhaut.

Juckende Kopfhaut: Tipps Neben Hausmitteln gibt es noch einige Tipps, die bei juckender Kopfhaut Linderung erzielen, aber auch einen vorbeugenden Effekt haben: Haarewaschen, Föhnen, Pflegeprodukte, Haare färben, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Kopfkissenbezug, Sonnenschutz, Luftfeuchtigkeit, Kopfhautmassage, Stress reduzieren.

Die Rolle von Doktor.De bei Nesselsucht

Je nach Schwere der Urtikaria und möglichen Begleitsymptomen solltest du einen ärztlichen Rat einholen. Bei Kindern solltest du dies möglichst zeitnah tun, wenn bisher keine ärztliche Abklärung vorgenommen wurde. Die mit Doktor.De kooperierenden Ärzt:innen können dir helfen, die Ursache des Ausschlags festzustellen.

Urtikaria-Zentren in Deutschland

An einigen Universitätskliniken in Deutschland gibt es spezialisierte Urtikaria-Zentren, die eine umfassende Diagnostik und Therapie der Nesselsucht anbieten. Diese Zentren arbeiten interdisziplinär und bieten den Patienten eine optimale Versorgung.

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hat ein Universitäts UrtikariaCentrum (UUC) aufgebaut, um die Versorgung von Urtikaria-Patienten zu optimieren. In diesem Zentrum arbeiten die Kliniken für Dermatologie, für HNO-Heilkunde sowie für Kinder- und Jugendmedizin zusammen.

Urtikaria (Nesselsucht) - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

Form der Nesselsucht Dauer Auslöser Behandlung
Akute Nesselsucht Weniger als 6 Wochen Infekte, Allergien, Medikamente Antihistaminika, Kortison
Chronische spontane Nesselsucht Länger als 6 Wochen Unbekannt, Autoimmunreaktion, chronische Infekte Antihistaminika, Kortison, Anti-IgE-Antikörper, Immunsuppressiva
Physikalische Nesselsucht Variabel Druck, Kälte, Wärme, UV-Licht, Vibrationen Meiden der Auslöser, Antihistaminika

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