Natürliche rote Haarfarbe: Ursachen, Genetik und Mythen

Die natürliche Haarfarbe ist ein faszinierendes Merkmal, das von vielen Faktoren beeinflusst wird. Besonders die rote Haarfarbe ist etwas Besonderes, da sie relativ selten vorkommt und oft mit Mythen und Klischees verbunden ist. In diesem Artikel werden die Ursachen der natürlichen roten Haarfarbe, die genetischen Grundlagen und einige interessante Fakten rund um dieses Thema beleuchtet.

Die Genetik der Haarfarbe

Genetiker haben die Grundlagen der Haarfarben erforscht und dabei Überraschendes entdeckt. Ein großes Forscherteam hat 111 neue Erbgutstellen entdeckt, die für Haarfarben verantwortlich sind. Bislang seien erst 13 bekannt gewesen, jetzt 124, schreiben die Genetiker aus sieben Ländern im Journal "Nature Genetics". Insgesamt hatten die Forscher Daten von rund 300 000 Menschen analysiert.

Die Daten stammen je etwa zur Hälfte von der US-amerikanischen Firma 23andMe, bei der Privatkunden ihr Erbgut untersuchen lassen können, und von der britischen Biobank (UKBB). Bis zu 97 Prozent der Variation in der Haarfarbe seien erblich, schreiben die Wissenschaftler mit Verweis auf frühere Zwillingsstudien. Nur wenige Prozent der Haarfarbe werden nicht durch genetische Faktoren, etwa durch Umwelt oder Alter bestimmt.

Dabei ist die Genetik nicht für alle Haarfarben gleich: Aus Studien weiß man, dass rote Haare einzigartige genetische Faktoren zur Grundlage haben. Insgesamt könnten die nun entdeckten Gene je nach Haarfarbe 25 bis 35 Prozent der Erblichkeit erklären, schreiben die Forscher. Die Studie zeigt auch, dass es noch viele weitere Gene für die Haarfarbe geben muss.

Die Rolle von Melanin

Die natürliche Haarfarbe wird von der Menge der eingelagerten Pigmente, vor allem dem Melanin, bestimmt. Dieses wird in den Zellen des Haarfollikels gebildet. Es gibt zwei Typen von Melanin die für die verschiedenen Farbvarianten unseres Haares verantwortlich sind:

  • Eumelanin: Das Schwarz-Braun-Pigment
  • Phäomelanin: Das Rot-Pigment, das für die Färbung von hellblonden, blonden und roten Haaren verantwortlich ist.

Die Verteilung dieser Melaninarten bestimmt die Haarfarbe:

  • Blonde Haare: enthalten wenig Eumelanin und viel Phäomelanin
  • Dunkle Haare: enthalten viel Eumelanin und wenig Phäomelanin
  • Rote Haare: enthalten wenig Eumelanin und sehr viel Phäomelanin

Die dazwischenliegenden Haarfarben entstehen aus individuellen Mischungsverhältnissen der beiden Melanintypen. Wenn diese zwei Pigmente komplett fehlen, sind die Haare bleich und man spricht dann von Albinismus.

Das MC1R-Gen

Die Vererbung von roten Haaren findet nur dann statt, wenn beide Elternteile eine Genmutation des Chromosoms 16 in sich tragen. Dabei wird das für die roten Haare verantwortliche Gen „Melanocortinrezeptor 1” (MC1R) verändert und erzeugt die rötliche Färbung.

Rothaarige: Mythen und Fakten um die seltenste Haarfarbe der Welt

Forschungsergebnisse und forensische Anwendung

Bereits 2013 hatte Kayser einen DNA-Test zur Haarfarbe veröffentlicht, der nach seinen Angaben inzwischen auch in der forensischen Fallarbeit zum Beispiel in den Niederlanden eingesetzt wird. Er hilft dabei, unbekannte Straftäter, die mittels herkömmlicher forensischer DNA-Profilanalyse allein nicht identifizierbar sind, ausfindig zu machen.

Kayser: "Wir konnten im direkten Vergleich zeigen, dass die genetische Information der neu entdeckten zusammen mit den bisher bekannten Genen die Genauigkeit von Haarfarbenbestimmung aus DNA signifikant erhöht. In Zukunft können die neuen Erkenntnisse nach Angaben der Forscher genutzt werden, um die Genauigkeit, mit der die Haarfarbe aus Tatortspuren ermittelt wird, weiter zu erhöhen.

Mythen und Realität rund um rote Haare

Spätestens seit Kendall Jenner, Schauspielerin Sophie Turner und die Euphoria-Stars Barbie Ferreira und Sydney Sweeney stolz zu ihren frisch gefärbten, roten Haaren stehen, liegt die auffällige Haarfarbe voll im Trend. Insbesondere natürliche Rottöne, wie Kupfer oder Mahagoni, sind auf unseren Köpfen total gefragt.

Im Mittelalter wurden rothaarige Frauen automatisch zu Hexen erklärt, da die rote Haarfarbe mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurde. Diese Zeiten sind zum Glück lange vorbei - doch bis heute ranken sich um die Haarfarbe Rot so einige Mythen. Kein Wunder eigentlich, denn nur rund ein bis zwei Prozent der Menschen weltweit sind mit naturroten Haaren gesegnet - im Gegensatz zu Blond, Braun und Schwarz also eine echte Seltenheit.

Verschiedene Studien beweisen außerdem, dass rote Haare bei Frauen attraktiver auf Männer wirken. Vielleicht gerade weil die Haarfarbe so ungewöhnlich ist, fragen Sie sich bestimmt, ob Ihnen ein Rotton überhaupt steht. Die gute Nachricht: Es gibt unzählige Rottöne mit verschiedenen Untertönen und somit auch für Ihren Typ die richtige Haarfarbe.

Verschiedene Rottöne und ihre Wirkung

Ob helles, dunkles oder intensiv rotes Kupfer - kupferfarbene Haare, aktuell auch unter dem Trend „Ginger Haare” oder „Copper Haare“ zu finden, wirken besonders natürlich, elfenhaft und etwas zurückhaltender als das klassische Rot. Die Kupfer-Haartöne liegen farblich zwischen einem Dunkelblond und Hellbraun und zeichnen sich durch ihren warmen, rotgoldenen Schimmer aus. Noch natürlicher wirkt das softe Erdbeerrot, welches dank seiner kühlen Pigmente einen leichten Rosé-Schimmer besitzt.

Möchten Sie Ihrer blonden Mähne einen leichten Rotschimmer verpassen, eignen sich erdbeerrote Haare für den Einstieg. Auch dieser Rotton harmoniert wunderbar mit hellen Hauttönen, blauen und grünen Augen - insbesondere dann, wenn Sie einen rosigen Haut-Unterton haben. So richtig aus der Menge herausstechen können Sie dagegen mit einem knalligen Rot.

Feuerrote Mähnen passen zu sehr hellen Hauttypen und hellen Augenfarben - bei dunklerer Haut wirkt die Haarfarbe dagegen schnell künstlich. Entscheiden Sie sich für knallrote Haare gibt es allerdings einiges zu beachten: Da knallige Farben auf sprödem Haar schnell matt und glanzlos wirken, sind gesunde und gepflegte Haare hier ganz klar von Vorteil.

Elegant, subtil und für fast jeden Hauttyp geeignet - dunkelrote Haare, die mit kühlen oder warmen Untertönen erhältlich sind, gelten als absoluter Klassiker. Die Haarfarbe Mahagoni, die ihren Namen vom edlen Mahagoni-Holz hat, ist eine Mischung aus Braun, Schwarz und Rot und schimmert in der Sonne wunderschön kupfern.

Tipps zur Haarpflege bei roten Haaren

Da rote Haarfarbe mit jeder Haarwäsche an Leuchtkraft und Intensität verliert, sollten Sie Ihr Haar mit spezieller Pflege verwöhnen. Um rote Haare zu pflegen, eignen sich Color-Shampoos und -Conditioner mit Farbschutz, welche Ihre neue Haarfarbe langanhaltend versiegeln und gleichzeitig für mehr Glanz und Leuchtkraft sorgen.

Shampoos für rote Haare, wie unser Elvital Color Glanz Farbschutz Pflege-Shampoo, sind speziell auf die Bedürfnisse von rot gefärbtem Haar abgestimmt und sorgen für Farbintensität, Farbtreue und Glanz. Verwenden Sie passend dazu einen Conditioner und gönnen Sie Ihrem Haar eine regelmäßige Extraportion an Pflege in Form von Haarmasken und Kuren.

Da die roten Farbpigmente besonders lichtempfindlich sind und in der Sonne schnell ausbleichen, sollten Sie auf Pflegeprodukte mit integriertem UV-Filter zurückgreifen. Um die Kopfhaut und Ihr Haar zu schonen, sollten Sie mindestens sechs Wochen bis zum nächsten Ansatz färben abwarten.

Unerwünschter Rotstich im Haar

Ein lästiger Rotstich im Haar kann unterschiedliche Ursachen haben. Wie stark er jedoch ausgeprägt ist, hängt hauptsächlich an den im Haar vorhandenen natürlichen Farbpigmenten. Einer der häufigsten Gründe für unerwünschte Rotpigmente sind eine inkorrekte Aufhellung der Haare. Aber auch natürliche Umwelteinflüsse wie etwa starkes Sonnenlicht oder Chlorwasser können den rötlichen Schimmer im Haar verursachen.

Egal ob Blond, Braun oder auch Schwarz - jede Haarfarbe ist ein Mix aus verschiedenen Farbpigmenten mit unterliegenden Grundtönen. Bei blonden Haaren ist der Grundton meist Gelb, bei brünettem Haar zunehmend Orange und bei schwarzem Haar Rot. Werden die Haare dann chemisch behandelt, kommen diese Pigmente oftmals zum Vorschein und ändern die natürliche Farbe.

Was hilft gegen Rotstich im Haar?

  • Rotstich entfernen mit Tönung: Bei einem dezenten Rotstich kann man auf eine regelmäßige Tönungswäsche setzen.
  • Rotstich entfernen mit blauem Shampoo: Um dem vorzubeugen, sollten mindestens einmal die Woche (oder alle zwei Wochen je nach Dringlichkeit) ein blaues Shampoo verwendet werden.
  • Natürliche Hausmittel: Apfelessig, Kokosöl und schwarzer Tee können helfen, den Rotstich zu reduzieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die natürliche rote Haarfarbe ein faszinierendes genetisches Merkmal ist, das von der Menge und Art des Melanins in den Haaren bestimmt wird. Die Vererbung erfolgt über das MC1R-Gen, und es gibt viele verschiedene Rottöne, die jeweils ihre eigene Wirkung haben. Mit der richtigen Pflege können rote Haare lange ihre Leuchtkraft und Intensität behalten.

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