Viele Faktoren können Spliss auslösen und die Haare strapazieren. Dazu gehören Chlorwasser, die Verwendung von Glätteisen ohne Hitzeschutz oder ausgedehnte Sonnenbäder. Produkte wie Olaplex versprechen hier Abhilfe.
Der achtfach patentierte Wirkstoff von Olaplex hat eine Sonderstellung im Haarpflegeregal - er soll geschädigte Haare wieder reparieren. Laut Hersteller bauen die Produkte gebrochene Disulfidbrücken wieder auf, der Effekt ist dauerhaft. Inzwischen haben auch andere Serien mit Bond-Building im Namen den Markt erobert. Drogerie-Eigenmarken wie auch Produkte im höherpreisigen Segment verfolgen nun eigene Ansätze, geschädigtes und strapaziertes Haar zu stärken.
Drei InStyle-Autorinnen haben den Test gemacht, um herauszufinden, ob sie mithalten können und wie alltagstauglich eine meist mehrstufige Haarschutz-Routine ist. Acht Wochen lang haben die Redakteurinnen ihre Haarpflegeroutine auf den Kopf gestellt und ihre Mähne ganz den Bond-Building-Behandlungen gewidmet. Es folgt ein Fazit: Wie gut schlagen sich Olaplex, Redken, Balea und L'Oréal Paris Elvital?
Haartyp: blondiertes, dünnes und glattes Haar, neigt zu Spliss
Produkte im Test: Pre-Shampoo, Shampoo, Conditioner und Serum von L'Oréal Paris Elvital Bond Repair, sowie Olaplex 0, 3, 4, 4P, 5, 7, 8, 9, 4D
Routine: Haarwäsche alle zwei Tage
Zuerst wurden die Produkte von L'Oréal getestet, die ein Pre-Shampoo, ein normales Shampoo, einen Conditioner und ein Leave-In-Serum umfassen. Die Serie verspricht, dass die enthaltene Zitronensäure „unter die Haaroberfläche in das Innere des Haares“ eindringt, „um dort gebrochene Haarbrücken wieder aufzubauen“. Das Haar soll „stärker“ und „sichtbar gesünder“ aussehen.
Nach der ersten Anwendung fiel der sehr starke Geruch auf. Die Haare fühlten sich plötzlich viel griffiger und kräftiger an, sahen aber immer noch geschmeidig und glänzend aus. Nach etwa zwei Wochen wurden sie stumpf, was sich nach dem Weglassen des Leave-In-Serums besserte.
Anschließend wurden die Produkte von Olaplex getestet. Hier wird das Versprechen gegeben, „geschädigte und gebrochene Haarbücken zu reparieren“. Außerdem soll das Haar gestärkt und die Elastizität wiederhergestellt werden, Olaplex soll den Haarfollikel vor weiterem Bruch schützen. In den vier Wochen wurde eine Vielzahl von Produkten verwendet, was natürlich mehr Zeit in Anspruch nahm.
Einmal pro Woche wurde zuerst No. 0 (Intensive Bond Building Hair Treatment) ins trockene Haar gegeben und gut 10 Minuten einwirken lassen. Danach wurde No. 3 (Hair Perfector) verwendet und ebenfalls 10 bis 15 Minuten einwirken lassen, bevor es gründlich ausgespült wurde. Diese Kombination soll „gebrochene Disulfidbrücken im Haar reparieren und die Haarstruktur nachhaltig stärken“. Für die normale Haarwäsche wurde jedes Mal Shampoo (No. 4) und Conditioner (No. 5) benutzt. Hinzu kamen etwa einmal pro Woche No. 4P (Blonde Enhancer Toning Shampoo), das den Gelbstich entfernte, und No. 8 (Bond Intense Moisture Mask), die „für Glanz, Geschmeidigkeit und Volumen sowie intensive Feuchtigkeit bei der Behandlung von geschädigtem Haar“ sorgen sollte. Nach jeder Haarwäsche wurde das Olaplex Serum (No. 9) in das handtuchtrockene Haar gegeben. Nach dem Föhnen wurde etwas Bonding Oil (Nr. 7) ins Haar gegeben.Nach jeder Anwendung wurde festgestellt, dass weniger Haare in der Bürste waren. Die feinen Haare fühlten sich weich und glänzend an, weniger strohig als vorher. Sie waren leichter zu kämmen und sahen zudem gesünder aus, nicht so frizzy. Es hatte den Eindruck, dass sie etwas länger frisch aussehen als bei anderen Produkten. Wenn die Haare aber mal nicht mehr so gut aussahen, wurde das neue Trockenshampoo (Nr. 4D) benutzt. Es hinterließ überhaupt keine Rückstände im Haar. Ansonsten wurde die Olaplex-Serie empfohlen, besonders bei blondierten und strapazierten Haaren.
Haartyp: blondiertes, dünnes und glattes Haar, splissig und trocken
Produkte im Test: Pre-Treatment, Shampoo, Conditioner und Leave-In-Treatment aus der Acidic Bonding Concentrate-Serie von Redken, sowie Olaplex No. 0, 3, 4, 4P, 8, 5, 9, 7, 4D
Routine: Haarwäsche nach Bedarf
Ein erster Blick in die Pakete, schon war klar: Das wird eine lange Zeit unter der Dusche. Los ging's mit Olaplex. Bei all den Produkten war ich anfangs auf die beigelegte Anleitung angewiesen, doch die Routine kam schnell: Sprayen, Einwirken, Einmassieren, Einwirken, Auswaschen, Einshampoonieren, Auswaschen, Einmassieren und so weiter. Was nach einer Menge Arbeit für eine Haarwäsche klingt, ist eigentlich nur eine kleine Begleitung im Alltag.
Je länger ich mich damit befasste, desto mehr Spaß hatte ich dabei. Die Produkte wurden zur kleinen Wellness-Zeit für mich allein. Und meine splissgeschwächte Mähne fühlte sich mit jeder Wäsche robuster an. Der große Aha-Moment kam aber im Frisiersalon. „Ich merke, dass Sie sich mit Haarpflege auseinandersetzen“, sagte die Friseurin beim Spitzenschneiden. „Ihre Haare sind beim Waschen weicher als die meiner anderen Kundinnen.“ Es hat sich also gelohnt.
Mit frischen Spitzen machte ich mich an die Redken-Serie namens Acidic Bonding Concentrate. Die kommt reduzierter daher, was sie ganz praktisch für eine schnelle Haarwäsche nach dem Sport macht. Der Effekt kann sich sehen (und fühlen) lassen: Meine sonst so trockenen Haare sind auf einmal griffig, dabei völlig unbeschwert. Die mühsam hineingeföhnten Wellen am Morgen halten endlich länger als bis zum Griff nach dem Haustürschlüssel und ich habe das Gefühl, sie seltener waschen zu müssen. Für den Alltag also absolut empfehlenswert.
Haartyp: ungefärbtes, dickes und leicht welliges Haar, neigt zu Frizz
Produkte im Test: Shampoo, Conditioner und Serum von Balea Plex Care, sowie Olaplex 3, 4, 4C, 5, 6, 7
Routine: Haarwäsche alle zwei Tage
Der Vergleich wurde mit den Produkten von Olaplex angefangen. Einen Monat lang wurde jeden zweiten Tag das „Bond Maintenance“-Shampoo und den Conditioner von Olaplex angewendet. Nach der Haarwäsche wurden die Haare zuerst kurz an der Luft getrocknet und dann die Leave-in-Stylingcreme „Bond Smoother“ und das Haaröl von Olaplex einwirken lassen. Einmal die Woche wurde außerdem vor der Haarwäsche das Olaplex-Produkt „Hair Perfector“ und das „Clarifying“-Shampoo benutzt.
Olaplex hat patentierte Treatment-Produkte entwickelt, die die Haare reparieren und stärken sollen - das ist auch bei meinen Haaren bitter nötig, die ich zwar bisher nie gefärbt, aber mit Aufhellungs-Sprays stark geschädigt und mit Hitze-Styling-Produkten wie meinem Glätteisen ständig strapaziert habe.
Es hat circa eine Woche gebraucht, bis sich meine Haare an die Produkte von Olaplex gewöhnt haben. Zu Beginn habe ich zwar sofort gemerkt, dass sie geschmeidiger wurden, sie haben aber auch kurzzeitig an Volumen und Fülle verloren. Ab der zweiten Woche im Test fing ich an, etwas weniger Menge an Shampoo, Conditioner & Co. zu nehmen - et voilà, schon setzte der Olaplex-Effekt ein.
Meine Haare bekamen wieder mehr Fülle und vor allem einen schönen Glanz. Auch mein Langzeit-Gegner - der Frizz - wurde durch den „Bond Smoother“ endlich weniger. Nach nur kurzer Zeit Olaplex-Testphase bekam ich ein Kompliment von einer Freundin, die mich fragte, ob ich etwas an meinen Haaren verändert hätte, da sie so schön glänzen würden. Die Veränderung fiel also nicht nur mir auf.
Nach einem Monat Olaplex ging es mit der „Plex Care“-Serie von Balea weiter. Aus der Produktreihe wurde ein Shampoo, ein Conditioner und ein Serum wie auch zuvor jeden zweiten Tag bei meiner Haarwasch-Routine benutzt. Balea Plex Care ist vor allem auf chemisch behandeltes und geschädigtes Haar ausgerichtet und arbeitet mit einer Intense-Repair-Technologie. Mit einem 3-fach-Protein-Komplex und Aminosäuren sollen Lücken im geschädigten Haar wieder aufgefüllt und die Haare versiegelt und geschützt werden.
Auch Balea Plex Care hat meinen Haaren weiterhin einen schönen Glanz verliehen. Was mir aber sofort negativ aufgefallen ist: Der Frizz kam zurück und meine Haare haben an Volumen verloren. Auch waren sie weniger geschmeidig und ließen sich vor allem nach dem Haare waschen nicht einfach so geschmeidig mit den Fingern durchkämmen. Sie fühlten sich dabei fast schon etwas „klebrig“ an. Nach einem vollen Monat lang „Plex Care“-Test hat mich die Serie von Balea leider nicht so überzeugt wie Olaplex.
Glass Hair ist gerade voll im Trend und über diese Glycolic Gloss Haarlaminierung von L´Oréal Paris spricht ganz Social Media.
Die Haarlaminierung mit Glykolsäure verspricht dein Haar zum Strahlen zu bringen. Bei dauerblondierten Haaren, die eine große Portion Glanz vertragen könnten, wurde die virale Haarlaminierung ausprobiert.
Die Haarlaminierung von L'Oréal ist Teil einer ganzen Reihe, die für glänzendere Haare sorgen soll. Diese besteht aus Shampoo, Spülung, dem 5 Minuten-Glossing und einem versiegelnden Serum. Einen riesigen Hype hat jedoch vor allem die Haarlaminierung, also das Glossing, ausgelöst. Diese soll den größten Effekt erzielen und kann auch alleine angewendet werden. Um keine Verwirrung zu stiften: Hersteller L'Oréal nennt das Glossing lieber Haarlaminierung, der angestrebte Effekt bleibt jedoch gleich.
Wie funktioniert das Ganze? Unsere Haare sind von einer Schuppenschicht umhüllt, die du dir wie eine schützende Ummantelung vorstellen kannst. Bei blondiertem und beschädigtem Haar ist diese Schicht durch die chemischen oder thermischen Behandlungen oft rau und offen - das verhindert Glanz und sorgt für einen spröden, matten Look. Die Formulierung mit Glykolsäure soll die offene Schuppenschicht der Haare schließen und so glanzvoll versiegeln.
Aber wie wirkt die Glykolsäure eigentlich? Das Wort Säure klingt ja erst mal ein bisschen aggressiv für die versprochene Pflegewirkung. Keine Sorge: Der aktive Inhaltsstoff setzt sich zwischen die beschädigten Haarfasern in der Schuppenschicht und lässt diese so angeblich aussehen wie neu.
Nach dem normalen Waschen mit Shampoo, kann das Glossing im gesamten Haar verteilt werden. Anders als bei einer klassischen Haarkur solltest du hier den Ansatz nicht aussparen. Nach einer kurzen Einwirkzeit von nur 5 Minuten kannst du die Laminierung bereits wieder ausspülen.
Nach dem Ausspülen fühlen sich die Haare extrem weich an, noch deutlich weicher als nach der Anwendung eines normalen Conditioners oder einer Haarkur. Um den Effekt möglichst isoliert zu erkennen, lasse ich meine Haare während des Tests lufttrocknen und verwende keinerlei zusätzliche Pflege- und Stylingprodukte. Im trockenen Zustand sind sie immer noch sehr weich und glänzen auch etwas mehr als sonst. Eine weiche Struktur, so wie frisch nach dem Glätten, kann ich jedoch nicht feststellen. Trotzdem fühlen sich meine Haare toll an - Babyhaare und Spliss sind optisch auch etwas geglättet.
Im zweiten Schritt style ich meine Haare ohne Stylingprodukte, um zu prüfen, ob Hitze den Glanzeffekt verstärkt. Ich nutze meine Warmluftbürste, um meine Haare etwas in Form zu bringen. Hier sehe ich einen stärkeren Effekt. Normalerweise brauche ich viel Haaröl, um meinen Haaren nach dem Styling etwas Glanz zu verleihen und sie softer zu machen. Dieses Mal reicht das vorab genutzte Glossing völlig aus.
Aber: Mein Styling hält, anders als normal, nicht besonders lange, da meine Haare durch das Glossing ziemlich weich und wenig griffig sind. Die leichten Wellen lösen sich bereits nach kurzer Zeit wieder. Eine Extraportion Haarspray ist daher sinnvoll. Naja, was soll's!? Dafür sind die Haare so weich wie nie!
Das Ergebnis: Das Haar wirkt griffiger und glänzt leicht. Mein Haar fühlt sich aber gut an und hat auch einen schönen Glanz. Laut Hersteller soll der Glanz-Effekt des Elvital-Produktes fünf Haarwäschen lang halten. Das Hamburger Wetter mit Regen und reichlich Wind sorgt jedoch dafür, dass für mich eine Anwendung nach jeder dritten Haarwäsche nötig ist, um den Effekt zu halten.
Mit den Ergebnissen bin ich alles in allem trotzdem happy und würde das Glossing für das tolle Haargefühl sicherlich erneut kaufen. Richtig gut scheint der versprochene Effekt des Glossings jedoch eher bei bereits glatten (und gesunden) Haaren zu sein.
Selbst Friseur, Haarnerd und bekennender Drogerie-Haarpflege-Skeptiker Dominik Wieland ist von der Wirkung des Glossings begeistert - und als Haar-Experte muss er es ja schließlich wissen. Seine braune Wallemähne glänzt nach der Anwendung so schön wie in den viralen Videos. Die Wirkung scheint also je nach Haarstruktur und Ausgangslage einfach etwas unterschiedlich stark auszufallen. Eine verwöhnende Haarpflege bleibt die 5 Minuten-Haarlaminierung aber auf jeden Fall und damit ist sie definitiv einen Versuch wert und von mir eine klare Empfehlung!
| Produkt | Haartyp | Routine | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| L'Oréal Paris Elvital Bond Repair | blondiertes, dünnes und glattes Haar, neigt zu Spliss | Haarwäsche alle zwei Tage | Starker Geruch, griffiges Haar, nach zwei Wochen stumpf |
| Olaplex | blondiertes, dünnes und glattes Haar, neigt zu Spliss | Einmal pro Woche intensive Behandlung, sonst normale Haarwäsche | Weniger Haare in der Bürste, weiche und glänzende Haare, weniger strohig |
| Redken Acidic Bonding Concentrate | blondiertes, dünnes und glattes Haar, splissig und trocken | Haarwäsche nach Bedarf | Griffige und unbeschwerte Haare, Wellen halten länger |
| Balea Plex Care | ungefärbtes, dickes und leicht welliges Haar, neigt zu Frizz | Haarwäsche alle zwei Tage | Schöner Glanz, aber Frizz kam zurück, weniger Volumen |
Glänzende Haare erwecken sofort den Eindruck, dass sie einiges an Pflege bekommen. Doch dafür sind keine mehrstufigen Pflege-Routinen mit Masken und Conditionern notwendig, sondern nur das richtige Shampoo. Wir haben die besten Produkte ausfindig gemacht und verraten dir Tipps, wie du deine Haare noch mehr zum Glänzen bringen kannst.
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