Ein Muttermal (Nävus, Naevus) ist eine umschriebene, gutartige Veränderung der Haut oder (seltener) Schleimhaut. Meist unterscheidet sie sich farblich von der umgebenden Haut. Erfahren Sie hier alles Wichtige zum Thema: Was sind Muttermale genau? Wie entstehen sie? Welche verschiedenen Arten gibt es? Was ist der Unterschied zwischen Muttermal und Leberfleck? Was tun, wenn man ein Muttermal aufgekratzt hat?
Kurzübersicht:
"Muttermal" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Naevus (Nävus). Das ist eine umschriebene, gutartige Haut- oder (seltener) Schleimhautveränderung, die sich farblich meist von seiner Umgebung abhebt.
Manchmal werden die Begriffe "Leberfleck" und "Muttermal" synonym - also ohne Unterschied - verwendet. Eigentlich steht "Leberfleck" aber nur für ein pigmentiertes Muttermal (siehe unten: Pigmentnävi), zum Beispiel einen Café-au-lait-Fleck.
Form, Größe, Farbe und das sonstige Aussehen von Nävi können erheblich variieren:
Groß ist auch die Farbpalette: Ein helles (weißes, farbloses) Muttermal ist ebenso möglich wie ein sehr dunkles bis fast schwarzes Muttermal - oder ein weißer Kreis um ein dunkles Muttermal (Halo-Nävus). Dazwischen reihen sich unterschiedlich braune, rote und blaue Muttermale (Leberflecke) ein.
Manchmal ist ein Muttermal (Leberfleck) schon beim Baby ab der Geburt vorhanden. Andere Muttermale (Leberflecke) entwickeln sich erst später bei Kindern oder sogar erst im Erwachsenenalter. Dabei sind Nävi nicht immer von Dauer - manche Muttermale können spontan wieder verschwinden, zum Beispiel die sogenannten Spider-Nävi. Auch ein erworbener Pigmentfleck (Leberfleck) verschwindet manchmal von allein wieder.
Es gibt ganz verschiedene Muttermal-Arten. Sehr oft gehen sie von Pigmentzellen der Haut aus. Mediziner sprechen dann von Pigmentnävi. Daneben gibt es Muttermale, die sich von anderen Zellen (wie Fettzellen) ableiten.
Pigmentnävi ("Leberflecke") sind pigmentierte Muttermale. Sie gehen von pigmentbildenden Zellen (v.a. Melanozyten) aus. Mediziner unterscheiden verschiedene Unterformen von Pigmentnävi, zum Beispiel:
Muttermale, die nicht von Pigmentzellen, sondern anderen Zellen ausgehen, sind zum Beispiel:
Es gibt verschiedene Hauterscheinungen, die einem Muttermal ähneln können und so eine Verwechslungsgefahr darstellen. Hier einige Beispiele:
ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen.
L81 Q82 D28 D29 I78 D22 Q38
Sie haben sich ein Muttermal oder einen Leberfleck aufgekratzt? Die Stelle blutet eventuell sogar? Im Allgemeinen besteht zunächst kein Grund zur Sorge. Wichtig ist es, ein aufgekratztes Muttermal zu säubern, zu desinfizieren und vor Verschmutzung zu schützen, wie man das auch bei anderen Wunden macht. So können Sie verhindern, dass sich das wunde Muttermal entzündet.
Wenn das doch passiert oder die Wunde nicht richtig abheilt, sollten Sie zum Arzt gehen. Falls Sie sich das Muttermal aufgekratzt haben, weil es gejuckt hat, oder das Muttermal von allein blutet, sollten Sie grundsätzlich immer einen Arzt aufsuchen (siehe unten: Wann zum Arzt?).
Die gleichen Empfehlungen (Säubern, Desinfizieren, vor Schmutz schützen, evtl. zum Arzt) gelten, wenn man sich abstehende Muttermale oder Leberflecke abgerissen hat.
Muttermale entstehen durch die Vermehrung (seltener Verminderung) von bestimmten Zellen:
Manchmal bestehen Muttermale von Geburt an, etwa Feuermale und Fettgewebsnävi. Die Ursache dieser angeborenen Nävi ist unbekannt. An ihrer Entstehung können unter anderem erbliche und hormonelle Faktoren beteiligt sein.
Solche Faktoren können auch bei erworbenen Nävi eine Rolle spielen. So treten viele Muttermale (Leberflecke) familiär gehäuft auf, was für eine erbliche Veranlagung spricht. Dass während der Pubertät und Schwangerschaft oft neue Muttermale entstehen, weist auf eine Beteiligung von hormonellen Faktoren hin.
So finden sich etwa Spider-Nävi oft bei Schwangeren sowie Menschen unter Östrogentherapie, aber auch bei Kindern. Nicht selten ist bei diesen spinnenförmigen "Leberflecken" die Ursache auch eine chronische Leber-Erkrankung wie Leberzirrhose.
Bei pigmentierten Muttermalen (Leberflecken) bei Kindern haben Wissenschaftler einen Zusammenhang mit der UV-Bestrahlung durch die Sonne nachgewiesen: Die meisten Leberflecke entstehen schon in der Kindheit. Als wichtigster Risikofaktor dafür galten früher vor allem Sonnenbrände in der Kindheit.
Inzwischen hat man herausgefunden, dass auch eine UV-Bestrahlung der Haut, die keinen Sonnenbrand verursacht, pigmentierte Muttermale begünstigt. Das heißt: Entscheidend ist, wie viel UV-Strahlung die Kinderhaut im Laufe der Zeit abbekommen hat (kumulierte UV-Dosis). Helle Hauttypen erwiesen sich dabei als besonders anfällig für Leberflecke.
Ein möglicher Einflussfaktor ist zudem die Unterdrückung der Körperabwehr (Immunsuppression). Wenn zum Beispiel nach einer Organtransplantation Abwehrreaktionen medikamentös unterdrückt werden, können vermehrt pigmentierte Muttermale entstehen oder bestehende Nävi sich verändern. Das Gleiche kann bei einer Chemotherapie in der Kindheit oder bei einer HIV-bedingten Immunschwäche passieren.
Viele Entstehungsfaktoren lassen sich nicht beeinflussen, besonders nicht bei angeborenen Muttermalen (Leberflecke). Die Entstehung neuer pigmentierte Male lässt sich aber vielfach verhindern, wenn man die Haut vor zu viel UV-Licht schützt.
Als Entstehungsort der Nävi kommt grundsätzlich die gesamte Körperoberfläche in Betracht. Ein Muttermal (Leberfleck) am behaarten Kopf, Finger, Bauch oder Bein ist also ebenso möglich wie eines an der Brustwarze, unter den Achseln, im Bauchnabel, in der Pofalte oder unter den Zehennägeln. Gelegentlich findet sich ein Muttermal auch auf der Handinnenfläche oder Fußsohle. Sehr auffallend kann ein Muttermal am Auge, Augenlid oder an anderen Stellen im Gesicht sein, zum Beispiel ein großer, dunkler Leberfleck oder ein leuchtend rotes Feuermal.
Während manche Muttermal- bzw. Leberfleck-Arten wenig wählerisch sind, was ihren Entstehungsort betrifft, bevorzugen andere bestimmte Körperregionen oder treten überhaupt nur an bestimmten Stellen auf:
Manchmal tritt ein Muttermal / Leberfleck sogar im Auge auf. Relativ häufig ist etwa der sogenannte Aderhautnävus. Das ist ein pigmentiertes oder unpigmentiertes Muttermal im Auge, das von der Aderhaut ausgeht - dem innersten Abschnitt der mittleren Augenhaut. Oft entdeckt es der Augenarzt nur zufällig bei einer Untersuchung. Aderhautnävi sind normalerweise gutartig.
Selten entsteht ein Muttermal / Leberfleck im Mund, zum Beispiel ein Pigmentnävus (pigmentiertes Muttermal). Solche dunklen Leberflecke sind an der Lippen- und Wangenschleimhaut sowie am harten Gaumen am häufigsten anzutreffen.
Ein orales Muttermal kann aber auch weiß sein wie im Fall des weißen Schleimhaut-Nävus (Naevus spongiosus albus mucosae). Dieser Muttermal-Typ geht vom Epithel aus und zeigt sich als Anhäufung teigiger weißer Plaques in der Mundhöhle.
Ein weißer Schleimhaut-Nävus kann nicht nur im Mund, sondern auch an anderen Schleimhäuten auftreten, zum Beispiel in der Nase, im Anus oder in der Scheide (Vagina).
Gelegentlich bilden sich Nävi in der Genitalregion. Manche Mädchen und Frauen haben zum Beispiel ein oft sehr dunkles Muttermal im Bereich der Schamlippen. Ebenso auffällig kann ein Muttermal / Leberfleck am Penis oder Hoden sein.
Weitere Zonen im Intimbereich, die betroffen sein können, sind etwa die Region rund um den Anus sowie die Brustwarzen.
Muttermale sind in der Regel harmlos: Sie verdrängen zwar umliegendes Gewebe, zerstören es aber nicht und bilden auch keine Absiedelungen (Metastasen). Damit sind sie gutartige Hauttumoren, die aus medizinischer Sicht meist kein Problem darstellen.
Dennoch sollten Sie Ihre Muttermale regelmäßig von einem Arzt kontrollieren lassen - und zwar am besten im Rahmen der Hautkrebsvorsorge! Denn in seltenen Fällen kann sich ein Muttermal zu einem bösartigen Hauttumor entwickeln, etwa einem Melanom (Schwarzer Hautkrebs). Je eher dieser erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Allgemein empfiehlt es sich, bei allen unklaren Hautveränderungen oder Symptomen (z. B. auch Juckreiz!) lieber früher als zu spät den Hautarzt aufzusuchen.
Laut alternativer Medizin hat jedes Muttermal eine bestimmte Bedeutung. Diese Bedeutung hängt vom Hauttyp ab: für Menschen mit bräunlicher Haut sind schwarze Muttermale von größerer Bedeutung, für Menschen mit heller Haut haben gewölbte Muttermale mehr Bedeutung.
Falls Muttermale ihre Größe ändern oder neue Muttermale entstehen, spiegelt dies die menschlichen Handlungen wider. Viele unverstandene Ereignisse würden klarer sein, wenn die Menschen auf ihre Muttermale achten würden.
Muttermale im Gesicht sind von der größten Bedeutung. Mit Muttermalen beschäftig sich die Lehre über das "Lesen" der Gesichtszüge, die so genannte Physiognomie. Solche Ansichten sind weitgehend im Osten verbreitet.
Hier eine Übersicht über die Bedeutung von Muttermalen an verschiedenen Stellen im Gesicht:
| Platzierung | Bedeutung |
|---|---|
| Zwischen den Augenbrauen | Intuition, Vernunft, Drang nach mystischem Wissen. Dieser ist einem Stirnpunkt ähnlich, welche Inderinnen in ihren Gesichtern tragen. |
| Äußerer Augenwinkel des rechten Auges | Leidenschaft, Eifersucht und Reizbarkeit. |
| Rechtes Augenlid | Künstlerisch begabte Persönlichkeit mit Neigung zu geistiger Arbeit und Dichtung. |
| Unter dem rechten Auge | Starke Liebe, Treue, Sinnlichkeit und Großzügigkeit. |
| Unter dem inneren Augenwinkel des rechten Auges | Wechselnder und schwieriger Charakter, Neigung zu kurzfristigen Liebesaffären. |
| Nasenwurzel | Kreative Persönlichkeit, die reisen und fantasieren mag. |
| Unter dem äußeren Augenwinkel des linken Auges | Eifersucht und Egoismus. |
| Unter dem linken Auge | Sinnlichkeit und eine unruhige Ehe. |
| Am äußeren Augenwinkel des linken Auges | Grundloses Schuldgefühl in Liebesbeziehungen sowie die Neigung zum Streiten. |
| Am linken Oberlid | Gutes Gedächtnis, Verhandlungssicherheit und Bodenständigkeit. |
| An der Nasenspitze | Das Verlangen nach verbotenen Früchten und Verschärfung der Beziehungen. |
| Auf der rechten Wange | Keine Klarheit in Beziehungen, sehr sentimental, und geben sich den Gefühlen voll und ganz hin. |
| Im rechten Kieferbereich | Kurze Streite und schnelle Versöhnungen, sowie für überwiegende körperliche Liebe. |
| Unten am rechten Nasenflügel | Hohe Intelligenz, Neigung zur Mystifizierung und Weltenliebe, sowie ein ungewöhnliches Schicksal. |
| Direkt unter der Nase | Unabhängigkeit und Verlangen nach Vergnügen und Reisen. |
| Links über der Oberlippe | Der Wunsch Mutter zu sein, sowie außergewöhnliche Großzügigkeit und Treue in der Ehe. |
| Am linken Nasenflügel | Neigung zur Verführung, Streiten und Beeindrucken. Eine solche Frau nimmt die Ehe sehr ernst und kann keine Abwechslungslosigkeit aushalten. |
| Rechts über der Oberlippe | Große Fantasie und Kreativität. In diesem Fall herrscht Sinnlichkeit über anderen Gefühlen. |
| Unten am rechten Mundwinkel | Eifersucht und Verlangen nach großer Liebe. |
| Am linken Wangenknochen | Schwieriger Charakter und Depressionen. |
| Auf der linken Wange im Kieferbereich | Veränderlichkeit des Charakters und Liebesbeziehungen. |
| Am rechten Mundwinkel | Attraktivität, Anziehungskraft und Untreue. |
| Am unteren Kieferbereich | Vernunft, Streben nach Ordnung, sowie Wille zu geistiger und materieller Entwicklung. |
| An der mittleren Partie der Unterlippe | Ein instabiler emotionaler und körperlicher Zustand. |
| Kinngrübchen | Starke Familie gründen möchten. Solche Menschen sind nett, ausgeglichen und konservativ und mögen ein ruhiges Leben. |
Wählen Sie die Stelle für den zukünftigen Schönheitsfleck sehr ernsthaft aus. Beachten Sie dabei, dass der Schönheitsfleck an den Lippen Sie anziehender macht, wobei dieser an den Augen mehr Tiefe Ihrem Blick verleiht.
Es ist anzumerken, dass ein Schönheitsfleck sich nicht nur im Gesicht, sondern auch am Hals, Dekolleté oder Bauch befinden kann. Der Schönheitsfleck auf dem Dekolleté betont ihre Attraktivität.
Ein Muttermal im Gesicht kann sehr auffällig sein.
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