Was tun, wenn man sich beim Rasieren ein Muttermal verletzt hat?

Muttermale und Leberflecke sind meist kleine Stellen auf der Haut, die sich farblich von der restlichen Haut unterscheiden. Sie können angeboren sein, erst später im Leben auftauchen und auch wieder verschwinden. Manche sind flach, andere leicht erhaben.

Sorgen braucht man sich wegen Muttermalen und Leberflecken aber nicht zu machen. Sie gelten zwar bei Fachleuten als Fehlbildungen in der Haut, sind aber in der Regel harmlos. Allerdings kann ein schwarzer Hautkrebs aussehen wie ein Leberfleck oder in einem Muttermal entstehen. Deshalb ist es ratsam, seine Haut im Blick zu behalten, um auffällige Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Ein Muttermal oder Leberfleck entsteht, wenn sich in der Haut bestimmte Zellen angehäuft haben. Oft sind das Zellen, die das dunkle Farbpigment Melanin enthalten oder an ihre Umgebung abgeben können. Dadurch fallen diese Pigmentmale vor allem auf heller Haut als dunkelbraune Flecken auf.

Fachleute gehen davon aus, dass jeder hellhäutige Mensch etwa 20 solcher Muttermale hat. Auch bis zu 40 solcher Male am Körper gelten noch als normal. Bei Menschen mit dunklerer Haut sind Pigmentmale hingegen seltener.

Ein Muttermal kann von Geburt an zu sehen sein oder erst im Laufe des Lebens erscheinen. Wer wissen möchte, um welche Art es sich genau handelt, kann ärztlichen Rat einholen. Hautmale werden ohnehin kontrolliert, wenn man die Hautkrebs-Früherkennung (Hautkrebs-Screening) in Anspruch nimmt.

Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Muttermal verletzt werden kann, beispielsweise beim Rasieren. Hier sind einige wichtige Informationen und Ratschläge, was zu tun ist, wenn Sie sich beim Rasieren versehentlich in ein Muttermal geschnitten haben.

Muttermalkontrolle gegen Hautkrebs im Hautzentrum Wien

Was tun, wenn man ein Muttermal beim Rasieren verletzt hat?

Ist ein Muttermal ganz oder teilweise erhaben, kann es versehentlich aufgekratzt, abgescheuert oder sogar abgerissen werden - besonders, wenn es in einer Hautfalte sitzt. Oder man verletzt es beim Rasieren.

Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können, wenn Sie sich beim Rasieren ein Muttermal verletzt haben:

  1. Blutung stoppen: Die Standard-Erste-Hilfe für einen blutenden Muttermal besteht darin, die Wunde mit einem sterilen Verband abzudecken und Druck auszuüben, um die Blutung zu stoppen.
  2. Wunde reinigen: Nehmen Sie einen sauberen Waschlappen und halten Sie ihn unter warmes Wasser. Drücken Sie ihn 30 Sekunden lang auf die Wunde. Das warme Wasser hilft, die Wunde zu reinigen, und die Blutung sollte inzwischen nachlassen.
  3. Desinfizieren: Tragen Sie ein Gesichtswasser auf Hamamelis-Basis oder ein anderes alkoholfreies Rasierwasser auf, um die Wunde zu desinfizieren. Hamamelis-Gesichtstoner ist aus diesem Grund ein wichtiges Produkt nach der Rasur: Er neutralisiert Bakterien und beruhigt die Haut.
  4. Kühlen: Halten Sie einen Eiswürfel oder eine kalte Kompresse für 15-30 Sekunden auf die Wunde, um die Blutgefäße zu verengen. Dies sollte die Blutung vollständig stoppen.
  5. Wunde verschließen: Tragen Sie nicht parfümierten Balsam auf die Wunde auf, um die Wunde zu verschließen und zu verhindern, dass Blut austritt und Keime eindringen. Alternativ können Sie für diesen Schritt auch einen antibiotischen Balsam wie Neosporin verwenden. Er fördert die Heilung, desinfiziert und verschließt die Wunde.
  6. Heilung fördern: Lassen Sie die Wunde eine halbe Stunde lang ruhen - nicht anfassen, nicht untersuchen. Wischen Sie dann den überschüssigen Balsam vorsichtig mit Ihren sauberen Fingern weg. Tragen Sie im Laufe des Tages und vor allem abends vor dem Schlafengehen immer wieder eine frische, kaum spürbare Schicht Balsam auf. Dadurch wird die Heilung beschleunigt und die Wunde gleichzeitig vor äußeren Bedrohungen wie Bakterien abgeschirmt.

Ein verletztes Muttermal heilt - genau wie Haut an anderen Stellen - meist von allein wieder ab. Die Wunde kann aber schmerzen, Schorf bilden oder sich entzünden. Je nach Tiefe und Größe der Verletzung können Narben zurückbleiben, die das Muttermal nach dem Abheilen anders aussehen lassen.

Wichtig: Man sollte ein Muttermal aber niemals selbst entfernen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Muttermal oder Leberfleck fällt beim Betrachten der Haut auf. Auch Muttermale, die sich nicht verändern, aber zum Beispiel durch eine ungleichmäßige Form, einen ausgefransten Rand oder erhabene Stellen auffallen, sollte man rasch ärztlich abklären lassen.

Einen Hausarzt aufsuchen solltest du auch auf jeden Fall, wenn dein Muttermal plötzlich häufig juckt und du deshalb daran kratzt oder wenn es ohne ersichtlichen Grund anfängt zu bluten. Denn, ein Juckreiz kann ein Zeichen dafür sein, dass gerade Zellen im Muttermal aktiv sind und dieses sich verändert.

Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Hautstelle genau an und tastet sie ab. Auch die benachbarten Körperregionen werden manchmal abgetastet. Meist wird im Rahmen der Untersuchung die gesamte Haut gründlich angeschaut. Um die Oberfläche eines Muttermals genau betrachten zu können, wird eine spezielle Lupe (Dermatoskop) verwendet.

Wurde ein Muttermal wegen Krebsverdacht entfernt, wird das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop genau untersucht.

Wie kann man Verletzungen von Muttermalen beim Rasieren vorbeugen?

Um Verletzungen von Muttermalen beim Rasieren vorzubeugen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Elektrorasierer verwenden: Mit einem Elektrorasierer ist die Gefahr des Schneidens auf jeden Fall deutlich geringer.
  • Muttermal entfernen lassen: Lass dir das Muttermal doch entfernen; das tut nicht weh, geht ziemlich schnell und du kannst dich etwas später nass rasieren.
  • Vorsicht beim Rasieren: Achten Sie darauf, nicht über Muttermale zu rasieren, insbesondere wenn diese erhaben sind.

Hautkrebsrisiko und Vorbeugung

Muttermale sind in der Regel harmlos, können sich aber mit der Zeit verändern und zu Hautkrebs führen. Vorbeugen kann man aber sogenannten erworbenen Muttermalen, die vor allem entstehen, wenn man häufig ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist. Je mehr solcher Muttermale man hat, desto höher ist auch das Risiko, schwarzen Hautkrebs zu bekommen. Auch das Risiko für weißen Hautkrebs ist durch zu viel UV-Strahlung erhöht.

Im Folgenden finden Sie allgemeine Tipps zur Vorbeugung von Hautkrebs:

  • Bleiben Sie während der hellsten Stunden des Tages im Schatten.
  • Vermeiden Sie das Bräunen in der Sonne und verwenden Sie niemals UV-Solarien.
  • Decken Sie sich in der Sonne mit einem Hut mit breiter Krempe und einer UV-blockierenden Sonnenbrille ab.
  • Verwenden Sie täglich ein Breitspektrum-Sonnenschutzmittel (UVA / UVB) mit einem Lichtschutzfaktor von 15 oder höher.
  • Verwenden Sie bei längerer Sonneneinstrahlung ein wasserbeständiges Sonnenschutzmittel mit breitem Spektrum (UVA / UVB) und einem Lichtschutzfaktor von 30 oder höher.
  • Tragen Sie den Sonnenschutz alle 2 Stunden und unmittelbar nach dem Schwimmen oder übermäßigem Schwitzen erneut auf.
  • Halten Sie Neugeborene von der Sonne fern.

Die 5-Jahres-Überlebensrate für Melanome im sehr frühen Stadium, die sich nicht ausgebreitet haben, beträgt 99 Prozent. Dies bedeutet, dass fast alle Menschen mit dieser Art von Hautkrebs 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben sind.

Die meisten blutenden Muttermale resultieren aus oberflächlichen Schnitten oder Haken. Wenn ein Muttermal ohne ersichtlichen Grund blutet oder wie eine offene Wunde aussieht, wenden Sie sich zur Beurteilung an einen Arzt.

Symptom Mögliche Ursache Empfohlene Maßnahme
Blutendes Muttermal nach Rasur Oberflächlicher Schnitt Wunde reinigen, desinfizieren, Druck ausüben, Pflaster verwenden
Juckendes Muttermal Trockene Haut, Reizung, Veränderung des Muttermals Arzt konsultieren, besonders bei zusätzlichen Symptomen wie Brennen oder Nässen
Blutendes Muttermal ohne ersichtlichen Grund Mögliches Anzeichen für Hautkrebs Sofortige ärztliche Untersuchung
Verändertes Muttermal (Form, Farbe, Größe) Mögliches Anzeichen für Hautkrebs Arzt konsultieren und Muttermal untersuchen lassen

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