Nassrasierer im Test: Welcher Rasierer sorgt für glatte Haut?

Egal ob Drei­tagebart oder tägliche Rasur: Gegen Haare im Gesicht gehen viele Männer mit Nass­rasierern vor. Der Test zeigt: Gute Rasierer gibt es viele. Wir haben 20 Modelle getestet.

Die Stiftung Warentest hat Nassrasierer getestet. Das Fazit ist klar: Die Qualitätsunterschiede sind gering, die Preisunterschiede aber gross. Für eine Überraschung sorgen die Rasierhobel.

Für das letzte «Test»-Heft des Jahres 2024 hat die deutsche Stiftung Warentest einen grossen Aufwand betrieben. 160 Männer haben 20 Nassrasierer getestet und beurteilt. Neben Systemrasierern mit einer bis sechs Klingen kamen auch klassische Rasierhobel zum Einsatz.

Ob täglich oder alle drei Tage: Ein Nassrasierer sollte möglichst keine Stoppeln zurücklassen und die Haut nicht unnötig irritieren. Das rundum positive Ergebnis: Alle Mehrklingensysteme im Test und alle Rasierhobel schneiden insgesamt «gut» ab.

Hier finden Sie die besten Nassrasierer für Männer:

  1. Der Beste für empfindliche Haut: Gillette "SkinGuard Sensitive"
  2. Extra glatt und schonend zur Umwelt: Wilkinson Sword Hydro 5
  3. Der nachhaltige Rasierer: "Rytmo" von Mühle

Systemrasierer vs. Rasierhobel: Was ist besser?

Für den Test haben wir zwei Produkt­gruppen ausgewählt: Systemrasierer mit Klingen­block und Rasierhobel mit einer Klinge. Einwegrasierer haben wir aus Gründen der Nach­haltig­keit nicht untersucht.

Moderne Systemrasierer: Ihre Griffe sind aus hartem und weichem Kunststoff, vereinzelt mit metallenen Elementen. Der austausch­bare Kopf enthält je nach Modell drei bis sechs Klingen und einen Gleit­streifen, der für eine schonendere Rasur sorgen soll.

Klassische Hobel: Alle Rasierhobel bestehen aus Metall. Sie haben einen geschlossenen Kamm und eignen sich daher auch für Einsteiger, weil die Rasier­klinge mehr zurück­gesetzt liegt als in einem offenen Kamm. Hobel sind zeitlos, sie setzen nicht auf Schnick­schnack.

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Allerdings fahren Hobel ihre durchschnittlich höheren Anschaffungskosten den Testern zufolge mit geringeren laufenden Kosten für neue Rasierklingen wieder rein. Denn gerade die gehen beim Rasieren auf lange Sicht ins Geld, kostet eine Ersatzklinge für Systemrasierer doch bis zu 5 Euro.

Und: Rasierhobel überzeugen in puncto Umweltfreundlichkeit. Ihre Klingen bestehen aus reinem Metall und sind vollständig recycelbar. Die Wechselköpfe der Systemrasierer bestehen hingegen aus einem Materialmix, der schlecht verwertbar ist.

Sie empfehlen sich den Testern zufolge vor allem für Menschen, die es bequem mögen und eher eilig unterwegs sind: Circa eine Minute lag zwischen der langsamsten täglichen Rasur mit einem Hobel und der schnellsten mit Systemklingen.

Wer mit dem Hobel rasiert, sollte außerdem darauf achten, diesen im passenden Winkel zur Haut anzusetzen, nämlich bei circa 30 Grad. Ist der Winkel zu steil, besteht die Gefahr, sich zu schneiden. Ist der Winkel zu flach, werden die Haare nicht richtig erfasst.

Rasierhobel bieten eine klassische, umweltfreundliche Rasur und sind ideal für erfahrene Nutzer:innen. Ein Systemrasierer bietet hingegen mehr Komfort und besonders für Anfänger:innen eine geringere Verletzungsgefahr. Beide Rasierer haben ihre Vorteile: Der Rasierhobel ist auf Dauer kostengünstiger, während der Systemrasierer eine sanftere Rasur bietet.

Ob Wechsel­kopf mit mehreren Schneiden oder klassische Rasier­klinge: Ist die Klinge stumpf, muss sie ausgetauscht werden. Das kann teuer werden.

Die durch­schnitt­liche Halt­barkeit der Rasier­klingen im Test lag bei sieben bis 15 Rasuren. Die Kostenspanne bei Ersatz­klingen ist riesig.

Quelle: Stiftung Warentest

Testergebnisse und Kostenvergleich

Im Test gab es kaum Unterschiede zwischen den Modellen. Alle 20 Rasierer haben das Qualitätsurteil «gut» erhalten. Du kannst dir also kaufen, was dir am besten passt. Es spielt auch keine Rolle, ob eine oder mehrere Klingen parallel zum Einsatz kommen.

So hat im Test etwa der Vier-Klingen-Rasierer von Aldi besser abgeschnitten als die Version mit sechs Klingen. Mehr Klingen bedeuten auch nicht unbedingt längere Haltbarkeit: Mit vier Klingen konnten die Tester im Schnitt zwölfmal das Gesicht gründlich rasieren, bei sechs Klingen waren es nur acht Durchgänge, bis die Klingen stumpf wurden. Maximal waren mit Systemrasierern fünfzehn Rasuren möglich, bei den Hobeln schwanken die Resultate von sieben bis elf Durchgängen.

Die Modelle Fusion 5 und Labs von Gillette sowie die Modelle Sword Hydro 5 Skin Protection Advanced und Sword Hydro 5 Skin Protection Regular von Wilkinson lieferten sich ein Rennen um den Testsieg. Alle erreichten eine deutsche Schulnote 1,8.

Der Fusion 5 schaffte es schlussendlich an die Spitze, weil er etwas hautschonender ist als die anderen Modelle und auch sonst überall sonst gute Noten erhielt. Der Wilkinson Advanced schaffte am meisten Rasuren mit einer Klinge. Aber wie erwähnt, sind insgesamt die Unterschiede sehr gering.

Für den Vergleich hat die Stiftung Warentest auch eine Vollkostenrechnung erstellt: Was kostet tägliches Rasieren pro Jahr? Der Gillette Labs liegt hier mit 157 Euro an der Spitze. Der Testsieger Fusion 5 ist mit 114 Euro ebenfalls noch teuer. Die beiden Wilkinson-Modelle sind mit 81 Euro (Advanced) und 59 Euro (Regular) bereits deutlich günstiger.

Der Balea Men Precision5 Flex-Pro liegt mit der Note 1,9 ganz nahe an den besten vier Modellen, und die Kosten sind mit 45 Euro pro Jahr nochmals geringer. Nur ein Modell von Aldi ist mit Kosten von knapp 20 Euro nochmals deutlich günstiger.

Vier traditionelle Rasierhobel haben die Tester parallel dazu ausprobiert. Auch sie erhielten alle das Qualitätsurteil «gut». Trotz weniger Klingenschutz und vermeintlich komplizierterer Handhabung benötigten die Tester übrigens im Schnitt nur eine Minute länger für die Rasur als mit einem Systemrasierer.

Zwei grosse Vorteile haben Rasierhobel: Die Klingen sind standardisiert, sodass du jeden Hobel mit Klingen aller Marken kombinieren kannst. Ausserdem sind die Klingen deutlich günstiger, wodurch sich die relativ teuren Hobel schnell amortisieren. Wer sich beispielsweise mit den Klingen von Mühle täglich rasiert, zahlt nur knapp über 10 Euro pro Jahr - nochmals deutlich weniger als mit dem Aldi-Rasierer.

Tipps für die perfekte Nassrasur

Eine gründliche Rasur braucht Zeit. Das gilt insbesondere für die Rasurvorbereitung. Egal, ob Sie sich für Rasierschaum, Rasiergel, Rasieröl oder Rasierseife entscheiden - lassen Sie das Produkt Ihrer Wahl ein bis zwei Minuten einwirken, um Ihre Barthaare vor der Rasur aufzuweichen. Die kurze Wartezeit wird mit einer deutlich flüssigeren Rasur belohnt und beugt gleichzeitig Rasurbrand vor.

Eine Rasur bedeutet Stress für die Haut - trotz des besten Nassrasierers und einer guten Vorbereitung. Ohne die anschließende Hautpflege kommt es deshalb fast immer zu Hautirritationen. Um dem vorzubeugen, sollten Sie anschließend eine Pflege verwenden, die intensiv Feuchtigkeit spendet und auf reizende Inhaltsstoffe wie Parfum, Alkohol und Co. verzichtet. So bringen Sie Ihre Haut nach der Nassrasur wieder ins Gleichgewicht.

In einem ähnlichen Preisbereich liegen auch viele andere Eigenmarken der deutschen Discounter, die wir aber nicht im Sortiment haben.

Die richtige Klingenanzahl

Drei, vier oder fünf? Die richtige Anzahl der Klingen gehört zu den meistgestellten Fragen. Sie ist abhängig von Hauttyp und Bartdichte, für die meisten ist ein Nassrasierer mit drei bis fünf Klingen optimal. Mehr Klingen rasieren gründlicher, können aber auch Hautirritationen verursachen. Wichtig ist, dass der Rasierer gut zur eigenen Haut passt.

Achten Sie auf Flexibilität des Kopfes und Gleitstreifen, um an besonders empfindlichen Stellen Schnitte zu vermeiden.

Wie oft sollte man die Klingen wechseln?

Die Klingen eines Nassrasierers sollten je nach Häufigkeit der Rasur und Hauttyp etwa alle fünf bis zehn Rasuren gewechselt werden. Stumpfe Klingen erhöhen das Risiko von Hautirritationen und führen zu einer weniger gründlichen Rasur. Wenn Sie merken, dass der Rasierer ziept oder Ihre Haut nach der Rasur gereizt ist, ist es Zeit für einen Wechsel. Eine regelmäßige Kontrolle der Klingen sorgt für eine bessere Rasur und gesunde Haut.

Weitere Tipps und Hinweise

  • Finger weg von Einwegrasierern, denn sie sind weder nachhaltig noch hautfreundlich.
  • Wählen Sie einen Rasierer mit schmalem Scherkopf, Präzisionstrimmer oder Konturenklinge sowie einem flexiblen Klingenkopf.
  • Für bessere Kontrolle, ohne abzurutschen, ist ein ergonomischer oder Anti-Rutsch-Griff essenziell.
  • Achten Sie außerdem auf Gleitstreifen mit hautberuhigenden Inhaltsstoffen wie Aloe vera, die vor Irritationen und Schnittwunden schützen.

Für den Test haben sich insgesamt 160 Männer im Prüf­institut oder zu Hause rasiert. Sie beur­teilten entweder, wie gründlich die Modelle arbeiten, wie schonend sie zur Haut sind und wie gut sie sich hand­haben lassen, oder sie verwendeten die Klingen so lange wie möglich, um ihre Lang­lebig­keit zu prüfen.

Zusätzlich bewerten wir, wie die Rasierer verpackt sind und, ob die Anbieter Hinweise zur richtigen Müll­entsorgung und -trennung geben.

Systemrasierer für Damen passen sich mit ihren abge­rundeten Rasierköpfen besonders gut an Körperkonturen an. Das erleichtert die Rasur an Stellen wie Bikinizone und Achselhöhle. Dennoch bevor­zugen manche die eher kantigen Systemrasierer für Männer - auch weil die meist schwerer sind als die Frauenmodelle.

Körperhaare - etwa an den Beinen - lassen sich auch mit dem Hobel rasieren.

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