Minoxidil ist ein Wirkstoff, der sowohl oral zur Therapie von refraktärer Hypertonie als auch topisch bei androgenetischer Alopezie eingesetzt wird. Ursprünglich in den 1970er Jahren als orales Medikament gegen schweren Bluthochdruck eingeführt, bemerkten Ärzte zufällig verstärkten Haarwuchs bei Patienten mit Haarausfall. Dies führte zur Entwicklung einer topischen Minoxidil-Formulierung zur Behandlung von androgenetischer Alopezie, zuerst für Männer und später auch für Frauen.
Die 2-prozentige Minoxidil-Lösung wurde erstmals 1986 auf den Markt gebracht, gefolgt von der 5-prozentigen Lösung im Jahr 1993.
Anwendung von Minoxidil Lösung für Frauen
Hier sind die wichtigsten Schritte, die Sie beim Auftragen der REGAINE® FRAUEN Lösung beachten sollten:
- Verwenden Sie REGAINE® FRAUEN Lösung 2x täglich - am besten morgens und abends.
- Tragen Sie 1 ml der REGAINE® FRAUEN Lösung mit Hilfe eines Applikators auf die trockene Kopfhaut auf. Selbst für größere Flächen ist 1 ml pro Anwendung die richtige Dosierung.
- Verteilen Sie die Lösung auf den betroffenen Stellen der Kopfhaut.
- Waschen Sie nach dem Auftragen Ihre Hände.
Gut zu wissen:
- Bis zu 4 Stunden nach dem Auftragen die Haare nicht waschen, damit der Wirkstoff gut aufgenommen werden kann.
- Unmittelbar nach der Anwendung die Haare nicht föhnen, damit der Wirkstoff nicht verdunstet.
- Die zusätzliche Anwendung von Haarstyling Produkten beeinträchtigt die Wirkung von REGAINE® FRAUEN nicht.
- Vor dem Zubettgehen trocknen lassen, um eine optimale Aufnahme des Wirkstoffs zu gewährleisten.
- REGAINE® FRAUEN - Lösung sollte nicht in Ihre Augen gelangen! Falls doch, spülen Sie sie mit viel Wasser aus.
Die Wahl des geeigneten Applikators: Sie können aus drei verschiedenen Applikatoren auswählen. Vielleicht benötigen Sie einige Versuche, um herauszufinden, welcher Ihnen am besten liegt.
Anwendung von Minoxidil Schaum für Frauen
Hier sind einige häufige Fragen zur Anwendung von REGAINE® FRAUEN Schaum:
- Ins Haar oder auf die Kopfhaut? Der Schaum sollte nur auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Es handelt sich nicht um einen Schaumfestiger. REGAINE® wirkt an den Haarfollikeln - am herausgewachsenen Haar selbst wirkt er nicht.
- Reicht eine so kleine Menge (1g, halbe Verschlusskappe) wirklich aus? Wenden Sie einmal täglich 1 g REGAINE® FRAUEN Schaum an. Es wird kein besseres Ergebnis erzielt, wenn REGAINE® FRAUEN Schaum in größeren Mengen oder öfter als einmal täglich angewendet wird.
- Drin lassen oder auswaschen? REGAINE® FRAUEN Schaum zieht in die Kopfhaut ein, wo es seine Wirkung lokal entfalten kann. Damit der Wirkstoff genügend Zeit hat in die Kopfhaut aufgenommen zu werden, sollten Sie die Kopfhaut im Anschluss für ca. 4 Stunden nicht befeuchten und die Haare nicht waschen.
- Ins trockene oder feuchte Haar? Vor der Anwendung von REGAINE® FRAUEN Schaum sollten Haar und Kopfhaut trocken sein.
- Wann anwenden? Morgens oder abends? Das obliegt Ihrer persönlichen Präferenz. Viele Konsumentinnen empfinden die Anwendung am Abend als angenehmer für Ihren persönlichen Rhythmus. Wichtig ist, dass Sie nach der Anwendung die Kopfhaut für etwa 4 Stunden nicht befeuchten.
Bitte beachten Sie: Nach der Anwendung von REGAINE® FRAUEN Schaum kann es bei Kontakt mit empfindlichen Textilien und Oberflächen, wie zum Beispiel Kopfkissen oder Hüten, unter Umständen zu Verfärbungen kommen. Dies gilt insbesondere, solange der Schaum noch feucht auf der Kopfhaut ist.
Zur 1x täglichen Anwendung wird 1g Schaum benötigt. Bei korrekter Anwendung reicht REGAINE® somit für 120 Tage beziehungsweise 4 Monate.
Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit
REGAINE® FRAUEN Schaum darf von Schwangeren und stillenden Müttern nicht angewendet werden, da keine Studien an schwangeren Frauen vorliegen und Minoxidil in die Muttermilch übergehen kann.
Dauer der Anwendung
- REGAINE® FRAUEN Schaum sollte einmal täglich angewendet werden. Es ist eine Behandlung über 3 Monate erforderlich, bevor ein Effekt erkennbar ist. Um die Wirkung aufrecht zu erhalten sollte die einmal tägliche Anwendung kontinuierlich fortgesetzt werden.
- Es wird kein besseres Ergebnis erzielt, wenn REGAINE® FRAUEN Schaum in größeren Mengen oder öfter als einmal täglich angewendet wird.
- Um die Wirkung aufrecht zu erhalten sollte die 1-mal tägliche Anwendung kontinuierlich fortgesetzt werden, da sonst erneuter Haarausfall einsetzt.
- Sollte sich nach 6 Monaten keine Wirkung zeigen, ist die Behandlung zu beenden.
HAARAUSFALL stoppen / REGAINE Frauen & Erfahrung mit MINOXIDIL + vorher / nachher | Angela Mel
Wirkmechanismus von Minoxidil
Man geht davon aus, dass Minoxidil das Überleben menschlicher dermaler Papillarzellen (DPCs) oder Haarzellen fördert, da es sowohl die extrazelluläre signalregulierte Kinase (ERK) als auch Akt aktiviert und den Zelltod verhindert, indem es das Verhältnis von BCl-2/Bax erhöht. Minoxidil kann das Wachstum menschlicher Haare stimulieren, indem es durch diese proliferativen und antiapoptotischen Wirkungen auf DPCs die Anagenzeit verlängert.
Seine vasodilatatorische Wirkung beruht darauf, dass Minoxidil Adenosintriphosphat-sensitive Kaliumkanäle in glatten Gefäßmuskelzellen öffnet. Diese Vasodilatation kann auch die Lebensfähigkeit von Haarzellen oder Haarfollikeln verbessern.
Pharmakokinetik von Minoxidil
Resorption
Nach oraler Gabe beträgt die Resorptionsrate von Minoxidil über 90 %. Erste Plasmakonzentrationen sind bereits 30 Minuten nach Einnahme messbar, die maximale Konzentration wird nach etwa 60 Minuten erreicht.
Verteilung
Minoxidil bindet nicht an Plasmaproteine. Ein Übertritt über die Blut-Hirn-Schranke erfolgt nicht.
Metabolismus
Minoxidil wird zu mindestens 90 % in der Leber verstoffwechselt. Der Hauptmetabolit ist Minoxidil-O-Glucuronid; zusätzlich entstehen weitere polare Stoffwechselprodukte. Die Metaboliten zeigen eine deutlich geringere blutdrucksenkende Wirkung als der Ausgangsstoff.
Elimination
Trotz einer mittleren Plasmahalbwertszeit von 4 Stunden kann die antihypertensive Wirkung mehrere Tage anhalten. Minoxidil und seine Metaboliten sind dialysierbar. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich renal über glomeruläre Filtration.
Weder die glomeruläre Filtrationsrate noch der renale Plasmafluss werden durch Minoxidil wesentlich beeinflusst. Eine Kumulation bei chronischer Einnahme wurde nicht beobachtet.
Dosierung von Minoxidil
Bei der Behandlung von Bluthochdruck beträgt die empfohlene Initialdosis 5 mg Minoxidil täglich. Falls erforderlich, kann die Dosis in Schritten von 5 bis 10 mg Minoxidil pro Tag in Abständen von 3 oder mehr Tagen gesteigert werden. Wenn eine Dosis von 50 mg Minoxidil erreicht ist, kann die Steigerungsrate 25 mg Minoxidil pro Tag betragen, bis die maximale Dosis von 100 mg pro Tag erreicht ist.
Zur Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls wird Minoxidil zweimal täglich lokal auf die Kopfhaut aufgetragen.
Nebenwirkungen von Minoxidil
Sehr häufig (≥ 1/100, < 1/10) kann es bei oraler Anwendung von Minoxidil zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
- Tachykardie
- Perikarditis
- Hypertrichose
- Veränderung der Haarfarbe
- Veränderung des EKGs
Wechselwirkungen von Minoxidil
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Minoxidil zu beachten:
- Gleichzeitige Anwendung mit Antisympathotonika: Die blutdrucksenkende Wirkung von Minoxidil kann durch gleichzeitig verabreichte Antihypertensiva verstärkt werden.
- Kombination mit Neuroleptika: Bei gleichzeitiger Einnahme von Neuroleptika wurde eine verstärkte blutdrucksenkende Wirkung beobachtet.
- Kombination mit Diuretika: Die durch Minoxidil verursachte Salz- und Wasserretention kann in der Regel durch Diuretika kontrolliert werden.
- Kombination mit Betablockern: Betarezeptorenblocker mildern sowohl die Reflextachykardie als auch die durch Minoxidil induzierte Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS).
Kontraindikationen von Minoxidil
Bei systemischer Anwendung bestehen für die Anwendung von Minoxidil folgende Kontraindikationen:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Pulmonale Hypertonie aufgrund einer Mitralstenose
- Phäochromozytom
- Schwangerschaft
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der oralen Anwendung von Minoxidil als Antihypertonikum zu beachten:
- Zustand nach Myokardinfarkt: Minoxidil darf erst nach Stabilisierung des Patienten eingesetzt werden.
- Angina pectoris: Als Vasodilatator kann Minoxidil Reflextachykardien und Angina auslösen.
- EKG-Veränderungen: Zu Beginn der Therapie können Veränderungen der T-Welle auftreten.
- Perikarditis und Perikarderguss: Minoxidil kann in seltenen Fällen Perikardergüsse verursachen.
- Labile oder milde Hypertonie: Minoxidil ist in diesen Fällen nicht angezeigt.
- Salz- und Wasserretention: Kann zu Ödemen und Herzinsuffizienz führen.
- Hypertrichose: Häufige, reversible Nebenwirkung mit verstärktem Haarwuchs, insbesondere im Gesicht.
- Hämatologische Nebenwirkungen: Selten wurden Thrombozytopenie und Leukopenie beobachtet.
- Anwendung bei Kindern: Erfordert individuelle Dosierung und engmaschige Überwachung im Krankenhaus.
- Unverträglichkeiten: Minoxidil darf bei bestimmten seltenen hereditären Stoffwechselstörungen nicht eingenommen werden.
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der topischen Anwendung von Minoxidil als Haarwuchsmittel zu beachten:
- Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vor Therapiebeginn ärztlich untersucht werden.
- Anwendung bei Frauen: Die Lösung sollte aufgrund der häufigen unerwünschten Behaarung außerhalb der Anwendungsstellen nicht von Frauen verwendet werden.
- Ungeeignete Anwendungsfälle: Minoxidil sollte nicht bei plötzlichem, fleckigem oder postpartalem Haarausfall eingesetzt werden.
- Schädigungen der Kopfhaut: Bei entzündeter, verletzter, gereizter oder infizierter Kopfhaut ist Minoxidil kontraindiziert.
- Kombinierte topische Anwendungen: Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Kopfhautpräparaten sollte unterbleiben.
- Kontakt mit empfindlichen Körperstellen: Bei versehentlichem Kontakt mit Augen, Schleimhäuten oder verletzter Haut kann es zu Reizungen kommen.
- Sonnenschutz: Die behandelte Kopfhaut sollte vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
- Veränderungen von Haarfarbe und -struktur: In Einzelfällen wurden Veränderungen der Haarfarbe oder -beschaffenheit beobachtet.
- Abbruchkriterien: Die Therapie ist abzubrechen und ein Arzt zu konsultieren bei Blutdruckabfall, Brustschmerzen, Herzrasen, Schwindel, Ödemen, plötzlicher Gewichtszunahme oder anhaltender Reizung der Kopfhaut.
- Anwendungsgrenzen bei Kindern und älteren Menschen: Die Sicherheit und Wirksamkeit ist bei Personen unter 18 oder über 65 Jahren nicht untersucht.
- Interaktionen mit anderen Wirkstoffen: Minoxidil sollte nicht zusammen mit Anthralin, Tretinoin oder Betamethasondipropionat angewendet werden.
- Hypertrichose durch indirekten Kontakt bei Kleinkindern: Ein direkter Hautkontakt von Kindern mit behandelten Körperstellen sollte vermieden werden.
Alternativen
Je nach Indikationsgebiet und patientenindividuellen Gegebenheiten kommen weitere Antihypertensiva in Frage.
Zusätzliche Informationen
Was ist "Minoxidil“ und wofür wird es angewendet?
"Minoxidil“ enthält den Wirkstoff Minoxidil, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Dermatika (ein Arzneimittel zur Behandlung von Hauterkrankungen). Minoxidil ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung des Haarausfalls vom weiblichen Typ geeignet ist.
Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?
Minoxidil zur Behandlung des Haarausfalls vom weiblichen Typ gibt es in folgender Wirkstärke und Darreichungsform:
- Lösung enthaltend 20 mg Minoxidil im ml.
Die Behandlung mit "Minoxidil“ fördert das Haarwachstum und wirkt dem Fortschreiten der androgenetischen Alopezie entgegen. Der Beginn der androgenetischen Alopezie bei der Frau ist gekennzeichnet durch eine Reduktion der Haardichte im Bereich des Scheitels und der vorderen Kopfhaut bei Erhalt des Haaransatzes. Es kommt fast nie zur völligen Kahlheit, sondern zur diffusen Ausdünnung der Haare im Mittelscheitelbereich.
| Eigenschaft | Details |
| Wirkstoff | Minoxidil |
| Anwendung | Topisch auf der Kopfhaut |
| Dosierung | 2x täglich 1 ml Lösung |
| Dauer | Mindestens 3-4 Monate |
| Nebenwirkungen | Juckreiz, Hautabschuppung, Hautentzündung, vermehrte Behaarung |
tags:
#minoxidil #frauen #anwendung
Populäre Artikel: