Die modernen Nachkommen der Kelten leben in Irland, Schottland, Maine, Cornwall, Bretagne, Wales, Galicien, Asturien und Cantabria. Eine große Rolle spielte bei ihnen die keltische Musik. Sie ist ja die Stimme der Seele, die Verkörperung der Kultur und der Ausdruck von unterschiedlichen Emotionen.
Die Musik kann gut helfen, sogar in Verzweiflung zu überleben. Die keltische Musik nutzten die alten Druiden geschickt in zahlreichen mysteriösen Ritualen. Der größte Teil der Druiden wanderte als Barden um die Welt. Jeder konnte versuchen, ein Druide zu werden, aber es waren viele Prüfungen erforderlich. Wer sie bestanden hat, hatte viel erreicht. Die Prüfungen waren ziemlich hart, man musste ein gutes Gedächtnis haben, um sich den Text des Liedes zu merken.
Diejenigen, die den Test bestanden hatten, wurden in den Dienst des leitenden Barden gestellt. Während der Studienjahre sollten sie aus verschiedenen Quellen von einigen hundert bis zwanzigtausend poetischen Werken lernen und gelegentlich vor dem Publikum auftreten. Die Vorstellungen wurden natürlich bezahlt, aber die Schüler mussten den ganzen Gewinn mit dem Lehrer teilen. Von diesem Zeitpunkt an hatte jeder Schüler zu jeder Zeit eine Harfe bei sich. Das war ein Zeichen seiner Zugehörigkeit zur Bardenkaste.
Und selbst wenn der Kelte aus irgendeinem Grund die Ausbildung nicht abschloss, blieb die Harfe doch bei ihm und er konnte damit seinen Lebensunterhalt finanzieren. Das war für viele ganz wichtig. Die Persönlichkeit des Barden zählte immer als unantastbar. Die Leute glaubten, dass ein Barde immer die Wahrheit spricht. Sie vertrauten ihm. Sein Mund kann nicht lügen. Und wenn jemand den Barden des Lügens beschuldigte, drohte ihm eine Vertreibung aus seiner Heimat, völlige Missachtung seines Wesens.
Die Barden lebten auch zusammen mit den berühmtesten Kelten im Palast. Am königlichen Tisch saß der Barde immer neben dem König. Seine Frau sollte ein sehr teures Kleid haben, das so viel kostete wie drei Kühe.
Das Können der Kelten wird heute durch archäologische Funde bestätigt. Bereits 1853 wurde in der Schweiz ein Pferdegeschirr gefunden. Die Kunst, mit der seine Details gemacht wurden, ließ die Wissenschaftler erst zweifeln: Wurde das wirklich von den Kelten in der Antike gemacht oder ist es eine moderne Fälschung? Die Fachleute waren bald überzeugt - es ist tatsächlich keltische Kunst. Eine historische Stätte ist zum Beispiel der Martberg bei Pommern. Auf diesem Bergplateau konnte man eine keltische Stadt sehen. Später wurde sie zu einem großen römischen Heiligtum. Das Heiligtum konnte von den Fachleuten im Archäologiepark Martberg zum Teil rekonstruiert werden. Hier haben die Besucher eine gute Gelegenheit, die keltische Kunst kennen zu lernen.
Das hervorragende Kunstschaffen der Kelten wurde zum ersten Mal in einer großen Ausstellung gewürdigt. Hier zeigten die Fachleute die wunderbare keltische Kunst. Die Meisterwerke stammten aus ganz Europa und umfassten 14 Jahrhunderte. In den keltischen Städten unterhielten professionelle Akrobaten und starke Männer die Bürger auf den Straßen.
Über das Leben der Kelten und ihre Rolle in der Geschichte Europas wird heute wenig geschrieben. Heute kann man über keltische Lieder vieles erfahren. Das Internet erlaubt es, auf bestimmten Portalen keltische Lieder zu finden.
Der deutsche Schriftsteller und Dramatiker Tankred Dorst hat dem Merlin, dem Magier der Artus-Sage, 1981 ein ins 20. Jahrhundert geholtes Breitwand-Denkmal gesetzt. Nun kommt sein Stück "Merlin oder Das wüste Land" im Rahmen der RuhrTriennale in Bochum neu auf die Bühne.
Wenn König Artus ins Spiel kommt, dekoriert Wim Opbrouck seinen Kollegen Louis van Beek mit einer grünen Abdeckplane. Der perfekte Königsmantel mit langer Schleppe, der auch schon mal Personal zudeckt, das gerade nicht gebraucht wird. Oder zum Wald wird, wenn es "in den Wald" geht. Artus verwandelt sich, wie praktisch, in den Ritter Lancelot, mit Hilfe einer Schweißermaske; Betty Schuurmans Kleid, sie spielt die Königin Ginevra, besteht aus blauen, gebauschten Müllsäcken, das restliche weibliche Personal trägt allerliebste rote Ohrenschützer statt mittelalterlicher Zopffrisuren. Der ungeliebte Sohn Mordred bekommt eine Rüstung aus Dämmmatten, Parzival einen Baseballhelm und einen riesigen Zementsack umgehängt.
Der Tenor und Marthaler-Sänger Christoph Homberger, gleichzeitig musikalischer Leiter des Spektakels, spielt ihn als tumbes Riesenbaby, das eher hilflos als halbstark durch die Szene stolpert. Die besteht ausschließlich aus Baustellen-Zubehör, aus dem Wim Opbrouck als Merlin sich die Fantasiegestalten der Legende um König Artus zusammenbastelt. Er ist der Capo der Baustelle, "ein Künstler", wie Johan Simons sagt, sein Zauberstab ist der gelbe Farbeimer, mit ein paar Pinselstrichen werden Figuren bezeichnet, wird eine Welt erschaffen.
Zusammen mit der Musik entwickelt das einen ganz eigenen Charme, so Simons:"Jan Czaijkowski hat Richard Wagners 'Parzifal'-Themen für zwei Flügel, mehrere Syntheziser und Hammondorgel umarrangiert. Wagners Musik, getragen von den zwei Sopranistinnen Lenka Brazdilikova und Priske Dehandschutter, klingt ohne Orchester mal feengleich filigran, mal marthalerisch verträumt, vor allem wenn das Ensemble einsetzt, wirkt aber immer auch angeschrägt und damit kommentierend."
Johan Simons huldigt mit all dem einem fröhlichen Relativismus, der fast schon sein Markenzeichen geworden ist. Er zeigt immer die Bühnenmittel her, erklärt Theater als gemacht; der Schauspieler fungiert als Handwerker, der dem Zuschauer die Wahl der eigenen Perspektive überlässt. Auch wenn hier, umgekehrt, der Handwerker zum Künstler wird: Gewalt, Liebe, Erkenntnis, Mord geschehen nicht wirklich, sondern sind in Merlins Erzählung aufgehoben, so dass auf einer zweiten Ebene auch die Rolle des Künstlers neu gewichtet wird.
Simons destilliert aus dem Dorstschen Figurenkosmos die Vater-Sohn-Geschichte heraus, mit der Frage, wie Schuld in die Welt kommt und wer wann Verantwortung übernehmen muss. Ein Schlüsselsatz zu Beginn: Als der Teufel, Merlins Vater, ihn zum Werkzeug macht, die Menschen "zum Bösen zu verführen", sagt Merlin: "Ich bin ein Mensch. Ich kann mich wehren." Ein anderer Schlüsselsatz am Ende, von Artus: "Ich folge der Geschichte, die mir aufgezwungen wird!"
Ein letztlich doch mehr intellektuelles denn theatralisches Vergnügen. Dass dabei Tankred Dorsts "Merlin"-Buch geschreddert wurde, kann man bedauern. Dass die Gefühlswerte des Dramas dabei vollständig - freilich wieder nur gebrochen - an die Musik delegiert werden, spiegelt allerdings den Skeptizismus der Erzählung aufs Genaueste wider. So erweist sich Johan Simons einmal mehr als geschickter Plastinator im europäischen Theaterlabor, zu dem die RuhrTriennale geworden ist. Er weiß: die Frage nach Gut und Böse ist heute, wie vor 30 Jahren, nicht zu beantworten.
Der Untergang des Römischen Reiches ist eine spannende Epoche, die Raum für Spekulationen lässt: Wer wann die römischen Mauern stürmte, liegt meist im Dunkeln der Geschichte. Filmisch gesehen sind Invasionen von Barbaren eine wunderbare Gelegenheit für Legendenbildung, Waffengeklirr, fantasievolle Gewänder und gewagte Herrenfrisuren. Das beweist einmal mehr das Sandalenepos »Die letzte Legion«, in dem die Sandalen in der zweiten Hälfte von festen Schuhen abgelöst werden, wenn's ins kühle Britannien geht.
Früher musste man selbstbewusst sein, als Frau kurze Haare zu tragen. Heutzutage muss man selbstbewusst sein, wenn man wieder als Frau lange Haare trägt. Morgana aus "Merlin - Die neuen Abenteuer" hat wunderschöne Haare. Ich himmele deren Frisuren auch immer an. Leider sind es nicht ihre echten Haare.
Der Zauberer Simon aus Samarien, nach einer Erzählung in der Apostelgeschichte, Kapitel 8, sei der Urheber dieses Haarschnitts. Mit jenem Simon hatten die keltischen Christen bestimmt nichts am Hut gehabt. Sie kannten ihn auch nur aus ihrer Bibellektüre. Ihre Frisur stammte von weitaus älteren Modellen und kam nicht aus Samaria. Stattdessen diffamierten sie die irischen Mönche durch so eine an den Haaren herbei gezogene Ersatzfigur wie jenen samarischen Simon?
Warum durfte über das druidische Erbe der iroschottischen Mönche nicht offen und sachlich diskutiert werden? Und warum stritten sich intelligente, gebildete Menschen über Friseursfragen? Die Art der Rasur ist Bestandteil der Initiationsrituale, gehört also zum Kerngebiet der Religion. Die iroschottischen Mönche, die zwischen 500 und 700 n.Chr. Europas durchwanderten - auch die noch relativ neuen Reiche der Germanen -, waren keltisch kultiviert. Und es lässt sich nicht nachweisen, wer sie waren und aus welcher Kraft sie handelten.
Die iroschottischen Mönche waren keltisch kultiviert und magische, druidische Gegenstände gehörten zu ihrer Ausstattung. Für manche ihrer Rituale bemalten die heiligen Gottesmänner ihre Augenpartie mit schwarzer oder roter Farbe, ganz nach Druidenart. Und bei Konflikten belegten sie sich schon gelegentlich mit magischen Verfluchungen. Irland galt europaweit als die Insel der Heiligen und der Gelehrten.
Vom Festland und von England her wurde mächtig auf die einheitliche Frisur der Geistlichkeit gedrängt. Irland und Schottland aber standen für die druidischen Traditionen in ihren christlichen Klöstern. Colman, der Abt von Lindisfarne, verteidigte auf der Synode von Whitby 664 n.Chr. vehement die druidische Tonsur. Im Kloster Iona wurde diese bis 718 praktiziert.
Oft wird sie nur mit der Formel "von Ohr zu Ohr" charakterisiert und diese Formel lässt sich unterschiedlich deuten. Wie genau wurden die Köpfe rasiert? Im Jahr 1943 n.Chr. lässt sich inzwischen zumindest das Aussehen des rituellen Haarschnitts recht eindeutig bestimmen. Nach der Invasion der Normannen wurden in der Synode von Cashel 1172 n.Chr. die Corona war die offizielle römische Vorschrift für die Haartracht mittelalterlicher Mönche.
Die Frisur heißt wirklich so. während außenherum ein Haarkranz (= "Krone" = "Corona") stehenblieb. In den biblischen Büchern gibt es jedenfalls keine Vorschrift zum Tonsurenschnitt. Fortführung des Christentums von der Spätantike ins Mittelalter von größter Bedeutung.
tags: #Merlin #Frisuren #Legenden
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