Wenn feine, weiße Schuppen vom Kopf rieseln, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann auch lästig sein. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Shampoos und andere Produkte, die Abhilfe versprechen. Doch welche sind wirklich empfehlenswert und frei von hautirritierenden Stoffen? Ein umfassender Test von Schuppen-Shampoos gibt Aufschluss.
Anti-Schuppen-Shampoos versprechen Linderung bei juckender und schuppiger Kopfhaut. Die Regale von Supermärkten und Drogerien sind voll von Produkten, die Abhilfe verschaffen sollen. Ein Test von 50 Shampoos zeigt jedoch, dass nicht alle Produkte frei von hautirritierenden Stoffen sind, die nicht auf eine gereizte Kopfhaut gehören.
Die Produkte enthalten sogenannte Antimykotika, Wirkstoffe, die bestimmte Mikroorganismen auf der Kopfhaut bekämpfen, wie etwa die Hefe Malassezia furfur. Deren Stoffwechselprodukte reizen die Haut und rufen Entzündungen hervor. Die Folgen sind Schuppen, manchmal auch Rötungen und Juckreiz. Die konventionellen Anbieter verwenden dafür oft Piroctonolamin. Diesen Wirkstoff enthalten 31 Shampoos im Test. Aus unserer Sicht ist er die beste Wahl im konventionellen Bereich. Studien haben gezeigt, dass er das Pilzwachstum einschränkt. Zugleich ist er relativ mild und gut verträglich.
Wer zu entsprechenden Produkten mit Antimykotika greift, muss beachten, dass diese direkt auf der Kopfhaut wirken. Deshalb müssen die Shampoos durch sanftes Einmassieren dorthin gelangen und hier etwa eine Minute verbleiben. Zusätzliche Pflegeprodukte wie Kuren oder Spülungen sollten deshalb nicht direkt am Haaransatz aufgetragen werden, damit der Anti-Schuppen-Wirkstoff nicht gleich wieder weggespült wird. Darüber hinaus helfen auch frische Luft und Sonne unterstützend. Lassen die Schuppen nach, reicht es, das Anti-Schuppen-Shampoo nur ein bis dreimal die Woche zu nutzen und dazwischen eine milde Haarpflege zu wählen.
Nachdem das geklärt ist, fehlt eigentlich nur noch die Information, bei welchen Anti-Schuppen-Shampoos Betroffene nun zugreifen sollten. Alle 9 Naturkosmetik-Shampoos sind "sehr gut". Beispielsweise das günstige "Alverde Anti-Schuppen Shampoo Bio-Paranuss Bio-Rosmarin" (Preis pro 250 ml 2,44 Euro), das "Bioturm Shampoo Schuppen" (7,44 Euro) oder auch das "Sante Family Anti-Schuppen Shampo" (3,99 Euro).
Bei den konventionellen Produkten erhielten drei die Bestnote. Als da wären: "Annemarie Börlind Active Shampoo bei Schuppen" (Preis pro 250 Milliliter 12,44 Euro), "Yves Rocher Anti-Schuppen Shampoo" (4,27 Euro) und "Greendoor Basisches Natur Shampoo Ingwer Grapefruit" (11,19 Euro).
Gleich 10 Anti-Schuppen-Shampoos im Test erhielten wegen der Verwendung der oben genannten kritischen Stoffe ein "ungenügend".
Die Regeln für Naturkosmetika erlauben Wirkstoffe wie synthetisches Piroctonolamin nicht. Stattdessen arbeiten die zertifizierten Naturkosmetikshampoos im Test mit Pflanzenextrakten und -ölen, etwa Rosmarin, Brennnessel und Wacholder. Das sind traditionelle Mittel gegen Schuppen, die leicht antimikrobiell wirken sollen. Brennnessel soll zudem die Talgproduktion reduzieren. Weizenkeimöl zum Beispiel wird für eine gesunde Kopfhaut eingesetzt.
Den Einsatz der Wirkstoffe Climbazol, Zinkpyrithion und Selendisulfid kritisieren die Tester. Sie sind zwar wirksam, aber Climbazol gehört zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen und reichert sich in Gewässern und Sedimenten an. Zinkpyrithion und Selendisulfid gelten als hautirritierend. Und gehören deshalb nicht auf eine gereizte Kopfhaut. Seit Langem ist bekannt, dass Formaldehyd Schleimhäute reizen kann. Im Männershampoo von "Head & Shoulders" und im "Dercos" von Vichy hat das Labor geringe Mengen Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Die Mehrzahl der konventionellen Shampoos enthält zudem PEG/PEG-Derivate. Diese dienen oft als waschaktive Substanzen und sorgen für einen schönen Schaum. Aber sie können die Haut auch durchlässiger für Fremdstoffe machen.
Seit März 2022 ist Zinkpyrithion - jahrelang wichtigster Wirkstoff zur Schuppenbekämpfung - in der EU verboten. Trotzdem gibt es immer noch nicht grünes Licht für alle Shampoos in unserem Test. Denn in manchen Produkten sind wir auf andere kritische Inhaltsstoffe gestoßen.
• Wir haben 27 Anti-Schuppen-Shampoos, darunter sieben mit Naturkosmetik-Zertifikat, zur Überprüfung ins Labor geschickt.
• Das Ergebnis: Knapp die Hälfte ist empfehlenswert.
• Minuspunkte gibt es für das umstrittene Anti-Pilzmittel Climbazol, aggressive Tenside und den bedenklichen Duftstoff Galaxolid.
Schuppige, rote Hautstellen und ein nicht endendes Jucken - Schuppenflechte stellt eine tägliche Belastung und Herausforderung dar. Hautpflegecremes, die speziell auf die schnelle Linderung der Symptome abgestimmt sind, ermöglichen Betroffenen eine deutliche Steigerung der Lebensqualität. Online-Tests kommen zu dem Ergebnis, dass eine hypoallergene Formulierung ohne reizende Inhaltsstoffe für die milde Pflege der entzündlichen Hautareale geeignet ist. Wählen Sie aus unserer Vergleichstabelle eine Schuppenflechte-Creme ohne Duftstoffe oder Parfüm, die durch ihre ausgewählten Inhaltsstoffe sowohl feuchtigkeitsspendend als auch entzündungshemmend wirkt.
Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typisches Merkmal ist eine gerötete und schuppige Haut, die manchmal juckt. Eine Schuppenflechte kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Schuppenflechte ist nicht heilbar, kann aber gut behandelt werden. Je nachdem, wie eine Psoriasis ausgeprägt ist, bekommen Betroffene Medikamente zum Einnehmen oder Auftragen (wie Salben oder Cremes) verschrieben.
Da die Ursachen für die Erkrankung an Psoriasis noch nicht abschließend geklärt sind, sind auch die Therapiemöglichkeiten eingeschränkt und befassen sich vornehmlich mit der Linderung der Symptome.
Bislang vermutet man eine erbliche Disposition, die aber nicht unbedingt in jeder Generation zum Krankheitsausbruch führen muss. Auffällig ist auch die Verbreitung, die in Kasachstan (12 %), in den USA ( 4-5 %) und in Mitteleuropa (2-3 %) relativ häufig auftritt und im Gegensatz bei Inuit, Afrikanern, Chinesen und Japanern fast gänzlich unbekannt ist. Hinzu kommt die Annahme, dass Fehlfunktionen des eigenen Abwehrsystems das Auftreten von Psoriasis begünstigt. Dabei werden körpereigene Zellen als Fremdkörper markiert und angegriffen, was zu den bekannten Schuppungen der Haut führt.
Vor der Behandlung steht immer die genaue Diagnose des Facharztes, der auch die entsprechende Therapie einleiten wird. Da der Verlauf der Schuppenflechte in mehr oder minder starken Schüben vonstattengeht, bei einem Viertel der Betroffenen sogar nur einmal im Leben auftritt, muss der Arzt auch in Richtung der auslösenden und verschlimmernden Faktoren forschen. Wenn keine physischen Faktoren vorliegen, ist auch in Richtung psychischer Belastungen zu ermitteln, ob eine Psychotherapie hilfreich sein könnte. Deshalb finden bei der Therapie schulmedizinische Ansätze die gleiche Berechtigung wie jene aus der Alternativmedizin.
Bei der äußerlichen Behandlung kommen meist Salben, Cremes und Öle zum Einsatz, die auf die Hautstellen aufgetragen werden. Tinkturen auf alkoholischer Basis trocknen die Haut zusätzlich aus und können das Bild verschlechtern. Hautpflegend wirkt immer der bekannte Harnstoff, der auf vielen Präparaten aus ästhetischen Gründen nur als Urea bezeichnet wird. Salizylsäurehaltige Präparate sollen der Abschuppung dienen und gleichzeitig die Entzündung der Haut abklingen lassen - in niedriger Dosierung in einigen Präparaten enthalten. Der kurzzeitige Einsatz von Kortikoiden kann vom Facharzt angeordnet werden, sollte jedoch nicht selbstständig über einen langen Zeitraum erfolgen. Vitamin-D-Präparate können ebenfalls bei der Behandlung eine Rolle spielen, da sie die Teilungsaktivität der Hautzellen drosseln können.
Gegen allergische Hauterkrankungen gibt es in der Apotheke eine Reihe rezeptfreier Präparate, die den Betroffenen das Leben erleichtern sollen. Immerhin sechs untersuchte Mittel haben mit ‚gut‘ abgeschnitten.
Im Sommer 2015 konnten Nutzer des Psoriasis-Netzes Loyon testen. Damit sollen vor allem die dicken, fest haftenden Schuppen einfach gelöst werden. Je nach befallener Körperregion und Vorliebe können Loyon-Anwender zwischen einer Pipette oder einem Sprühkopf wählen.
Das Produkt ist die flüssige Mischung eines medizinischen Silikon-Öls mit einem Mittel, das die Haut weich und geschmeidig macht (Emolliens). Es wird eingesetzt, um hartnäckige Schuppen (Plaques) zu lösen. Am besten wirkt es auf dem Kopf.
Loyon wird einmal am Tag auf die Plaques aufgetragen und leicht eingerieben. Danach soll es mindestens drei Stunden auf der Haut bleiben; praktischerweise vor dem Schlafengehen.
Manche Betroffene berichten, dass bestimmte Hausmittel die Symptome einer Psoriasis bei ihnen verbessern. Die Studienlage ist bei den meisten natürlichen Substanzen aber wenig aussagekräftig. Das heißt: Medizinische Fachleute können bisher keine klaren Empfehlungen aussprechen. Sie sollten eine Psoriasis daher immer mit Medikamenten behandeln, die Ihnen von Ärzt:innen verordnet wurden. Wenn Sie sich darüber hinaus für natürliche Mittel interessieren, sprechen Sie am besten zuerst mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber und klären Sie ab, welche Hausmittel Sie ausprobieren können.
Der Zusammenhang zwischen einzelnen Nährstoffen und Schuppenflechte wird derzeit noch erforscht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
Wenn Sie von Schuppenflechte betroffen sind, können Sie einige bewährte Tipps umsetzen.
Ein Forschungsteam mit Kieler Beteiligung testet aktuell die erste zielgerichtete Tablette gegen Schuppenflechte. Für die betroffenen Patientinnen und Patienten könnte die Tablette zukünftig einige Vorteile bringen.
Sie soll die Kommunikation zwischen einzelnen Entzündungsbotenstoffen, sogenannte Zytokine, im Körper unterbinden und so die Hautentzündungen eindämmen. "Damit haben wir erstmals eine wirksame, auf einer Zytokinblockade basierende Therapie, die oral verabreicht werden kann. Das gibt es in der gesamten Entzündungsmedizin noch nicht", sagt Sascha Gerdes, Leiter des klinischen Studienzentrums entzündliche Hauterkrankungen am UKSH.
Eine Einnahme durch Tabletten ist für die Patientinnen und Patienten deutlich einfacher in den Alltag zu integrieren. Die Phase-2-Studie ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Jetzt startet die dritte Testphase. Weltweit sollen über 1.500 Patientinnen und Patienten an dieser Phase teilnehmen. Die Laufzeit wird etwa drei Jahre betragen.
Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich? Etwa hundert Haare verlieren wir täglich, das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Gegen den Kahlschlag auf dem Kopf versprechen viele Mittel Abhilfe. Doch wirklich hilfreich sind nur wenige. Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen. Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil.
Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet. Denkbar ist auch, dass die Neubildung von Blutgefäßen gefördert wird, wodurch diese durchlässiger werden und mehr Wachstums-Faktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute. Frauen sprechen nach diesen Ergebnissen besser auf den Wirkstoff an, bei ihnen genügen schon geringere Mengen an Minoxidil.
Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an. Ein kosmetisch akzeptables Ergebnis findet sich allerdings nur bei etwa 10 bis 20 von 100 Behandelten. Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein. Über eine Langzeitbehandlung (Zeiträume von mehr als einem Jahr) liegen keine aussagekräftigen Daten vor.
Bei etwa einem von hundert Behandelten kann die Haut an der Stelle, an der das Mittel aufgetragen wurde, jucken, schuppen, sich röten oder entzünden. Minoxidil kann sich eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist. Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Bei bis zu einem von 1000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (zum Beispiel im Gesicht).
Minoxidil darf bei Männern nur im Alter zwischen 18 und 49 Jahren angewendet werden. Minoxidil wird auch als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Wenn Sie es dafür bereits angewendet und nicht vertragen haben, sollten Sie es auch als Haarwasser nicht einsetzen.
17-alpha-Estradiol gehört zu den Östrogenen, wirkt aber nur sehr schwach hormonell. Es hemmt vielmehr das Enzym 5-alpha-Reduktase. Durch dieses entsteht aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron das wirksamere Dihydrotestosteron. Dieses ist bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden und kann den Haarwuchs an den Haarwurzeln behindern und so Haarausfall fördern. Bisher ist die therapeutische Wirksamkeit von 17-alpha-Estradiol bei Haarausfall aber nicht ausreichend nachgewiesen. Die Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb wenig geeignet.
Der Alkoholanteil in dem Haarwasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut sich rötet und brennt. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sollten Sie die Mittel nicht anwenden.
| Produkt | Preis pro 250 ml (ca.) |
|---|---|
| Alverde Anti-Schuppen Shampoo Bio-Paranuss Bio-Rosmarin | 2,44 Euro |
| Bioturm Shampoo Schuppen | 7,44 Euro |
| Sante Family Anti-Schuppen Shampoo | 3,99 Euro |
| Annemarie Börlind Active Shampoo bei Schuppen | 12,44 Euro |
| Yves Rocher Anti-Schuppen Shampoo | 4,27 Euro |
| Greendoor Basisches Natur Shampoo Ingwer Grapefruit | 11,19 Euro |
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keine professionelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie immer einen Arzt konsultieren.
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