Haarausfall ist für viele Männer ein belastendes Thema. Es gibt verschiedene Ursachen für Haarausfall, von denen einige genetisch bedingt sind, während andere durch Medikamente oder andere Faktoren ausgelöst werden können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen von Haarausfall bei Männern und die möglichen Behandlungen.
Anlagebedingter Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist die häufigste Form von Haarausfall bei Männern. Er betrifft circa 80 von 100 Männern in der Altersgruppe ab 70 Jahren. Erste Anzeichen können sich bereits im Teenageralter bemerkbar machen. Mit zunehmendem Alter zeigt er sich verstärkt.
Kennzeichnend für anlagebedingten Haarausfall ist, dass die Haare fortschreitend in einer Art Muster ausgehen. Bei Männern beginnt der Haarausfall an den Schläfen und oben am Hinterkopf. Zunächst lichten sich die Haare an den Schläfen und an der Stirn. Es bilden sich „Geheimratsecken“ und später eine Stirnglatze.
Anlagebedingter Haarausfall beim Mann (Hamilton-Norwood-Schema): Erst bilden sich „Geheimratsecken“ und eine „Tonsur“. Später kann sich eine Glatze entwickeln.
Ursache für den Haarverlust ist häufig eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber Dihydrotestosteron (DHT) - einem Abkömmling des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. DHT bewirkt, dass die Haare aufhören zu wachsen und ausfallen. In der Folge verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare: Sie leben kürzer, fallen rascher aus und werden von Mal zu Mal dünner, bis nur noch ein kleines Flaumhaar übrigbleibt.
Fachleute betrachten die androgenetische Alopezie als erbliche Störung. Studien zufolge entwickeln junge Männer, deren Väter kahlköpfig sind, viel wahrscheinlicher Haarausfall als Männer, deren Väter nicht kahlköpfig sind. Wie genau der anlagebedingte Haarausfall vererbt wird, ist bei Männern besser untersucht als bei Frauen.
Um die Diagnose zu sichern, untersuchen Ärztinnen und Ärzte die Kopfhaut mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop). Damit lassen sich die Haarwurzeln genauer betrachten, die sich bei manchen Menschen mit anlagebedingtem Haarausfall komplett zurückbilden.
Neben dem erblich bedingten Haarausfall können auch andere Ursachen für Haarausfall bei Männern verantwortlich sein:
Es gibt auch andere Formen des Haarausfalls. Hierzu zählen der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) und die vernarbende Alopezie mit dauerhaftem Haarverlust. Auch Mangelerscheinungen, die den natürlichen Haarzyklus beeinflussen können, dürfen nicht vergessen werden. Hierzu gehören ein Eisenmangel, eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder auch Infektionserkrankungen wie die Syphilis oder lokale Pilzinfektionen.
Diffuser Haarausfall ist oft eine Reaktion des Körpers auf Stress oder gesundheitliche Probleme. Die Behandlung erfordert eine genaue Diagnosestellung durch einen Arzt. Oft reicht es, die zugrunde liegende Ursache zu beheben, um das Haarwachstum bei Männern wieder anzuregen.
Einige Medikamente können ebenfalls Haarausfall verursachen. Dazu gehören:
Haarausfall durch Medikamente tritt auf, wenn ein Medikament den normalen Zyklus des Haarwachstums stört. Es kann zu diffusem Haarausfall kommen, bei dem das Haar über den gesamten Kopf dünner wird. Die gute Nachricht ist, dass Haarausfall durch Medikamente fast immer reversibel ist. Sobald das Medikament abgesetzt oder angepasst wird, wird das normale Haarwachstum vom Körper wieder aufgenommen. Wenn du Haarausfall durch Medikamente bemerkst, ist der erste Schritt, mit deinem behandelnden Arzt zu sprechen.
Medizinisch gesehen ist es nicht notwendig, eine androgenetische Alopezie zu behandeln - vor allem, wenn man gut damit zurechtkommt. Belastet einen der Haarausfall und mindert die Lebensqualität, sind verschiedene Behandlungsmöglichkeiten verfügbar:
Je früher eine Behandlung beginnt, umso besser stehen die Erfolgschancen. Zu beachten ist, dass das Ergebnis von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen kann.
Präparate mit Minoxidil gibt es als Lösung, Spray oder Schaum für den Kopf in unterschiedlichen Dosierungen. Man bekommt die Medikamente rezeptfrei in der Apotheke. Besonders gut wirkt Minoxidil an Haarstellen, an denen noch Haare in der Nähe wachsen. Erste Effekte sind frühestens nach vier bis sechs Monaten erkennbar, manchmal erst später.
Expertinnen und Experten vermuten, dass Minoxidil die Blutgefäße weitet und so die Durchblutung anregt. Wichtig: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder in der Apotheke beraten, wie man Minoxidil richtig anwendet und ob bei Ihnen möglicherweise Gegenanzeigen für das Medikament vorliegen.
Den Wirkstoff Finasterid gibt es als Tabletten zum Einnehmen und als Spray. Ärztinnen und Ärzte verschreiben ihn auf Rezept. Unter bestimmten Umständen können Ärztinnen und Ärzte eine kombinierte Behandlung von Finasterid mit Minoxidil erwägen.
Finasterid bewirkt, dass der Körper weniger Dihydrotestosteron (DHT) bildet. Finasterid ist für Männer zwischen 18 und 41 Jahren zugelassen. Für alle anderen Altersgruppen ist die Wirksamkeit nicht belegt. Wichtig: Finasterid ist für Frauen nicht zugelassen. Wer schwanger ist oder schwanger werden möchte, darf Finasterid nicht einnehmen.
Bei der androgenetischen Alopezie fallen in der Regel nicht alle Haare aus. Bei vielen Männern zum Beispiel bleibt ein Haarkranz am Hinterkopf stehen. Vorteil der Spenderhaare ist, dass sie nicht empfindlich auf das Hormon DHT reagieren. Verpflanzen Ärztinnen und Ärzte die Haarwurzeln dieser „gesunden“ Haare an lichtere Stellen, bestehen gute Chancen, dass diese am neuen Ort „anwachsen“.
Eine Haarverpflanzung kommt meist infrage, wenn die Behandlung mit Medikamenten nicht ausreichend wirkt oder die betreffende Person stark unter dem Haarverlust leidet. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant. Die verpflanzten Haare fallen oft erst einmal aus, um dann neu nachzuwachsen. Bis ein Erfolg zu sehen ist, kann es einige Monate dauern. Das Ergebnis fällt individuell verschieden aus.
Eine Haartransplantation erfordert einen professionellen Umgang mit den verschiedenen Techniken und den persönlichen Wünschen.
Häufig werden Behandlungen mit eigenem Blutplasma (PRP-Behandlung) oder Laser angeboten. Fachgesellschaften empfehlen diese Methoden bisher nicht, da aussagekräftige Studien fehlen.
Die Einnahme von Minoxidil oder Finasterid kann unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Diese treten meist selten auf und klingen normalerweise nach Ende der Medikamenten-Einnahme wieder ab. Bei der Verpflanzung von Eigenhaar ist zu bedenken, dass es sich um einen Eingriff handelt. Wie bei anderen Operationen kann sich der behandelte Kopfbereich etwa entzünden, schlecht abheilen oder stärker vernarben als gewünscht.
Viele Frauen und Mädchen mit androgenetischer Alopezie berichten, dass sich der Haarausfall negativ auf ihr psychisches Wohlbefinden und ihre Lebensqualität auswirkt.
Mitunter werden Menschen mit androgenetischer Alopezie Tinkturen mit dem Arzneistoff Alfatradiol angeboten. Sie sollen die Wirkung von DHT an den Haarwurzeln unterdrücken.
Für Behandlungen mit Hormontabletten oder Nahrungsergänzungsmitteln gibt es bislang keine Empfehlungen.
Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme schreibt, sind bei androgenetischer Alopezie keine besonderen Ernährungsmaßnahmen nötig. Es ist jedoch allgemein empfehlenswert, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.
Haare wachsen in drei Phasen: der Wachstumsphase, der Übergangsphase und der Ruhephase.
Haarausfall wird sichtbar, wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen.
Haarausfall bei Männern kann verschiedene Ursachen haben, wobei die androgenetische Alopezie die häufigste Form darstellt. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, von Medikamenten bis hin zur Haartransplantation. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können helfen, den Haarverlust zu verlangsamen oder zu stoppen. Es ist wichtig, sich von einem Arzt oder Dermatologen beraten zu lassen, um die beste Behandlungsstrategie zu finden.
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