„Schau mir in die Augen, Kleines“ - es ist der berühmte Schicksalssatz von Bogart in „Casablanca“. Aber wenn man sich schon Aug in Aug versenkt, was sieht man denn da? Das tiefste Innere des Menschen, so heißt es, die Augen seien das Fenster zur Seele. Unsinn, sagt der kanadische Professor Javid Sadr, er lehrt Neurowissenschaften an der Universität Lethbridge.
Sadr sagt: Schaut auf die Brauen, sie sind ehrlicher als das Auge. Sie sind eines der wichtigsten Merkmale, um Emotionen zu entschlüsseln. Tatsächlich sind die Brauen viel wichtiger, das haben unsere Studien gezeigt. Sie helfen uns bei der Identifikation von Gesichtern. Die Augenbrauen sind der ausdrucksvollste Teil unseres Gesichts.
Nichts lässt sich so leicht vortäuschen wie ein Lächeln. Die Brauen dagegen lügen nie. Augenbrauen reflektieren die mentalen Aktivitäten jedes Menschen. Sie zeigen vor allem Gefühle wie Angst, Ekel, Verwirrung, Ärger. Man erkennt an den Augenbrauen ziemlich genau, ob jemand irritiert ist, nachdenklich oder nicht einverstanden ist, mit dem, was man sagt. In diesem Moment schieben sie sich dichter zusammen und bilden eine kleine Falte genau über der Nase.
Erzählen Sie einen Witz und beobachten Sie ihr Gegenüber im Moment der Pointe. Wenn er den Witz noch nie gehört hat, sollten sie ein minimales Muskelspiel beobachten, die Augenbrauen schieben sich etwas zusammen. Das ist ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass jemand interessiert lauscht. Passiert es nicht, und die Augenbrauen bleiben völlig entspannt, dann sollten Sie dringend an Ihrer Dramaturgie arbeiten. Denn Ihr Gegenüber ist gelangweilt und hört nicht zu.
Es gibt ein berühmtes Foto aus dem Weißen Haus in Washington. Aufgenommen am 18. Oktober 1962, damals saßen US-Präsident John F. Kennedy mit dem Botschafter der Sowjetunion, Anatoli Dobrynin und seinem Außenminister Andrej Gromyko zusammen. Man sieht entspannte Gesichter, fröhliches Gelächter, gute Laune, die Lage scheint bestens. Politikwissenschaftler wissen, dass Kennedy damals schon von den sowjetischen Raketen auf Kuba gewusst hat. Und wenn man sich das Foto genau ansieht, ist das auf dem Gesicht Kennedys auch zu sehen. Sein Lächeln ist nicht echt. Seine hochgezogenen Augenbrauen verraten, dass er die Situation alles andere als komisch fand. Tatsächlich spiegelt sein Gesicht Ärger und sogar Angst.
Wir alle achten längst auf das Spiel der Augenbrauen, aber es geschieht unbewusst. Tatsächlich vollzieht sich unsere soziale Wahrnehmung meistens in einer ungeheuren Geschwindigkeit. Wir registrieren zum Beispiel im Mienenspiel unseres Gegenübers winzige flüchtige Gesichtsausdrücke, die wir innerhalb von Sekundenbruchteilen verarbeiten. Wie genau das funktioniert, lässt sich noch nicht genau sagen. Aber eines ist sicher: Die Augenbrauen spielen dabei eine entscheidende Rolle.
An den Augenbrauen lässt sich ablesen, ob wir männlich oder weiblich sind. Sie geben Aufschluss über die gesundheitliche Verfassung eines Menschen und sein Alter. Sie sind ein Produkt aus einer Mischung von Faktoren. Gene entscheiden über ihren Wuchs, Hormone, Alter und Geschlecht.
Wenn der Vater große, buschige Augenbrauen hat, dann stehen für den Sohn die Chancen gut, dass sie ebenfalls dicht wachsen. Weibliche und männliche Augenbrauen unterscheiden sich massiv, deshalb finden sich auch kaum Gemeinsamkeiten zwischen Brüdern und Schwestern. Weibliche Brauen wölben sich stärker, sie liegen höher und stehen dichter beieinander. Testosteron beeinflusst das Wachstum der Brauen fast noch stärker als die Gene. Testosteron formt die typisch männlich-kantigen Gesichter mit ausgeprägtem Kinn und massiven Überaugenbrauenwülsten, die besonders buschige Brauen hervorbringen. Umgekehrt deuten dezente Brauen, die sich stark wölben und die Augen vergrößern, ebenso wie ein schmaler Kiefer auf einen hohen Östrogenanteil hin. Typisch Frau eben.
Das geschieht unbewusst. Wenn wir unsere Versuchskandidaten befragen, was sie an Gesichtern wichtig finden, dann sagen sie meistens, es sind die Augen. Wir haben unseren Probanden Fotos vorgelegt, auf denen Prominente zu sehen waren. Auf einem Teil der Fotos waren die Augen verdeckt, auf dem anderen die Augenbrauen. 56 Prozent konnten die Personen ohne Augen identifizieren, bei den Prominenten ohne Brauen waren es nur 46 Prozent. Gesichter sind schwerer erkennbar, wenn die Brauen fehlen. Gesichtserkennung funktioniert wie ein Barcode. Die Brauen bilden eine Linie, dazu kommen die Umrisse des Gesichtes und der Abstand zwischen Stirn und Augen.
Ein Kollege hat ein hübsches Spielchen mit Gesichtern auf Porträtfotos gemacht. Er kombinierte das Innere eines Gesichts mit dem Umriss und den Haaren eines anderen. Was passierte? Die meisten glaubten denjenigen vor sich zu haben, dem Umrisse und Haare gehörten. Ähnlich wichtig sind Kleidung und Gang. Augen, Nase und Mund spielen bei der Erkennung von Menschen eine erstaunlich geringe Rolle. Viel stärker achten wir darauf, wie jemand geht, seinen Körper benutzt, wir achten auf Körpergröße, Figur, und eben auch die Augenbrauen. Die meisten wissen es nicht, es geschieht unbewusst.
Wie kann ein Hollywood-Trickzeichner einen Schimpansen menschlicher aussehen lassen, auch intelligenter, ohne dass es jedem gleich auffällt? Und ohne dass es total dämlich aussieht? Genau: Gib ihnen Augenbrauen. Schimpansen haben keine. Sie haben sich erst entwickelt, als der Mensch die Savanne erobert hat. Die Brauen sind im Laufe der Menschwerdung hinzugekommen.
Kosmetisch sind Brauen extrem wichtig, jede Frau weiß das, zupft sie feiner oder in gewölbte Form. Beim Alter kann man regelrecht an einer Schraube drehen, wenn man die Augenbrauen wenige Millimeter nach unten gleiten lässt. Das Gesicht wirkt sofort zehn Jahre älter, auch wenn sonst nichts passiert ist. Es ist der Lauf der Natur: Die Augenbrauen wandern nach unten, weil ihre bindegewebige Anheftung im Stirnbereich ein wenig erschlafft und nachgibt. An dieser Stelle setzt Botox an. Sind die Brauen wieder in Stellung, wirkt ihr Besitzer schlagartig verjüngt.
Wenn jemand überrascht ist, hebt er die Augenbrauen ein wenig, Ungläubigkeit und Überraschung sieht ähnlich aus. Interessant am Mienenspiel unserer Augenbrauen ist, wir machen es unbewusst, aber wir können es auch sehr stark kontrollieren.
Man kann seine Ausdruckskraft verbessern, indem man das Spiel der Brauen übt und verstärkt. Er hat schon als Kind vor dem Spiegel gesessen und unter der Stirn die Muskeln spielen lassen. Er schafft es, allein mithilfe der Brauen auszusehen wie Clint Eastwood oder Robert de Niro. Er ist einer der wenigen, die Brauen innen leicht nach oben ziehen können, was traurig und verzweifelt aussieht.
Wenn Männer ihre Augenbrauen unbewusst hochziehen, ist es ein Zeichen dafür, dass ihnen etwas sehr gefällt. Das gilt übrigens auch für uns. In freudigen Momenten neigen wir dazu, unsere Augenbrauen kurz nach oben zu ziehen.
Wie Männer ihr Interesse an einer Frau zeigen? Neben ihrer Mimik vor allem unbewusst über ihren Körper! Wildes Gebaren mit den Händen während den Gesprächsthemen beim ersten Date zeugt von Lebendigkeit und offenbart gleichzeitig, dass der Mann im Hier und Jetzt und voll bei der Sache ist. Sein Fokus liegt auf eurem Gespräch. Auch wenn er dich unverwandt anschaut und den Kopf dabei etwas zur Seite neigt, bedeutet das, dass er sich auf dich und das von dir Gesagte konzentriert. Diese Körpersprache des Mannes zeigt, dass du seine volle Aufmerksamkeit hast.
Das Hochziehen der Augenbrauen ist wohl das bekannteste Willkommenssignal, wenn es um die Mimik geht, denn es gibt dem anderen eindeutig zu verstehen, dass er willkommen ist.
Hier sind 20 Anzeichen, dass er auf dich steht:
Als Zuschauer kann man in der Regel nur davorsitzen und die Augenbrauen hochziehen. Tritt das Hochziehen der Augenbrauen auf, wenn wir zuhören oder etwas Besonderes sehen, steht es für Ungläubigkeit, Skepsis, Zweifel neben dem kognitiven Erstaunen, meist begleitet durch eine leichte Nach-vorn-Bewegung des Kopfes. Deshalb zählt dieses mimische Signal (F1.2), ebenso wie bspw. das Lippen schürzen, zu den sieben mimischen Einwandsignalen, auf die Sie im Verkauf beispielsweise besonders achten sollten. Doch es kann auch andere Bedeutungen haben, wenn wir die Augenbrauen hochziehen. Wie bei allen Signalen der Körpersprache sollten Sie auch hier auf den Kontext und zusätzliche Signale achten, in dem Sie das Signal beobachten.
Versuchen Sie doch einmal ebenfalls so schnell wie möglich hintereinander Ihre Augenbrauen hochzuziehen. Weiter oben im Text habe ich bereits den Eyebrow-Flash kurz erwähnt. Er steht für ein sehr kurzes Hochziehen der Augenbrauen. Der Eyebrow-Flash, meist kombiniert mit einem Lächeln und einem abschließenden leichten Nicken, wird auch Augenbrauen-Gruß genannt und kulturübergreifend als Zeichen der Kontaktaufnahme erkannt.
Die Augenbrauen sind ein faszinierender Teil unseres Gesichts, der viel über unsere Emotionen, unser Geschlecht und sogar unsere Identität verraten kann. Achten Sie auf die subtilen Signale, die sie aussenden, und Sie werden die Welt um sich herum besser verstehen.
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