Lockenstab vs. Glätteisen: Wie schädlich sind sie wirklich für dein Haar?

Ob verwuschelter Beach-Look, wilde Locken oder eine klassische Glatthaarfrisur: Mit den passenden Hilfsmitteln lässt sich jeder Frisurentrend verwirklichen. Lockenstab, Föhn und Glätteisen sorgen für das richtige Styling - egal, wie die Haare von Natur aus beschaffen sind. Allerdings kann die teilweise enorme Hitzeentfaltung dieser Styling-Werkzeuge die Haarstruktur dauerhaft angreifen und zu Spliss, spröden Haaren oder Haarbruch führen. Zum Glück gibt es effektive Schutzmaßnahmen, um die Haare vor Schäden zu bewahren.

Die Grundlagen von Haar und Hitze

Dazu muss man wissen, dass die Haare auf unseren Köpfen zum Großteil aus Keratin bestehen. Zudem sind Proteinfäden im Haar, sprich, die bestehen wiederum aus Eiweiß. Das Haar ist wie es ist, weil es von Wasserstoffbrücken und Ionenverbindungen in Form gehalten wird. Das kann man jedoch vorübergehend verändern - mit Hitze, zum Beispiel. Wenn Haare trocknen oder abkühlen, müssen sich die Ionenverbindungen und Wasserstoffbrücken nämlich neu positionieren, wodurch die Haare einen neuen Look bekommen.

Glätteisen: Die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet

Haare glätten ist das einfachste der Welt: Stecker rein, Temperatur einstellen und Strähne für Strähne durchs Eisen ziehen. Was kann man dabei schon groß falsch machen? Eine ganze Menge. Die häufigsten Fehler beim Glätten und wie Sie es besser machen, lesen Sie hier.

1. Zu schnelles Glätten

Was ist wohl schonender fürs Haar: Die Strähne ganz langsam durchs heiße Eisen ziehen oder schnell und dafür öfter? Die erste Antwort ist richtig. Tatsächlich werden die Haare durch kontrollierte Bewegungen und den langsamen Zug aber erst richtig glatt. Glätten Sie zu schnell übers Haar, kann es sich nicht umformen, und Sie müssen immer und immer wieder über die gleiche Strähne fahren, was sie am Ende viel mehr strapaziert.

Bonus-Tipp: Wenn Sie vor dem Glätteisen einen feinen Kamm durchs Haar führen, werden diese noch glatter, weil sie ganz sauber nebeneinander und nicht übereinander durchs Eisen flutschen.

2. Zu dicke Strähnen

Teilen Sie die Haare zu dick ab, verteilt sich die Hitze zwischen den Wärmeplatten des Glätteisens nicht optimal in der Strähne, und sie wird nicht richtig glatt - egal, wie langsam Sie die Haare durchs Eisen ziehen. Sie sind schneller fertig, wenn Sie die Strähnen feiner abteilen. Und weil Sie dann seltener über die Strähnen fahren müssen, ist es auch schonender fürs Haar.

3. Falsches Öl vor dem Glätten

Haaröl vor dem Glätten aufzutragen, ist prinzipiell eine gute Idee. Aber nicht jedes Produkt bietet einen Hitzeschutz. Vorsicht gilt vor allem bei rein pflanzlichen Ölen. Wenn Sie Jojoba-, Kokos- oder Rizinusöl ins Haar geben und anschließend mit dem heißen Eisen über die Strähnen fahren, braten Sie Ihre Haare regelrecht. Viel besser: ein Öl auf Silikonbasis nutzen. Sie legen sich wie ein schützender Film ums Haar und verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Inneren verdunstet - auch bei extremer Hitze eines Glätteisens.

4. Falsche Temperatur

Viele Glätteisen lassen sich auf Temperaturen von bis zu 240 Grad hochstellen. Das sollten Sie niemals tun! Egal, wie dick und robust Ihr Haar ist, die ideale Stylingtemperatur liegt etwa bei 185 Grad. Die Einstellung genügt bei langsamen Bewegungen, um selbst sehr krause Haare zu glätten, ohne sie dabei übermäßig zu strapazieren. Wenn Sie das Glätteisen auf Sparflamme laufen lassen, ist der Glätt-Effekt nämlich nicht befriedigend, und Sie müssen mehrmals über die gleiche Haarsträhne ziehen. Das strapaziert das Haar unnötig und kann zu unschönen Knicken führen, wenn Sie das Gerät immer wieder neu ansetzen.

5. Hitzeschutz nur einmal auftragen

Nach dem Waschen und vor dem Föhnen gehört ein Hitzeschutz ins Haar. Wenn Sie Ihr Haar nach dem Föhnen aber auch noch glätten, sollten Sie das Produkt erneut auftragen. Und das am besten Strähne für Strähne. Warum? Beim Föhnen verdampft ein Großteil des Produkts. Wenn Sie jetzt einfach darüberglätten, sind die Strähnen nicht mehr ausreichend versiegelt und Feuchtigkeit aus dem Inneren verdunstet. Übrigens: Wenn es beim Glätten mit Hitzeschutz dampft, ist das nicht die Feuchtigkeit aus dem Haar, sondern aus dem Hitzeschutzprodukt.

6. Feuchte Haare glätten

Es knistert, wenn Sie sich die Haare glätten? Hören Sie sofort auf damit! Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist das Haar in diesem Fall nach dem Waschen noch feucht und damit extrem empfindlich. Wird nassem Haar Hitze zugefügt, wird die ohnehin aufgeweichte Schuppenschicht stark beschädigt, und das Haar verliert aus dem Inneren übermäßig viel Feuchtigkeit.

Die Folge: Haarbruch und Spliss.

Lockenstab: Worauf man achten muss

Schon die alten Römer benutzten einen Lockenstab! Bei ihnen nannte man ihn „Calamistra“, er war allerdings nur ein langer Metallstab, der in einem Tongefäß im Ofen erhitzt wurde. Dann gab es noch eine vorzeitliche Lockenstab-Variante aus Paris, dabei handelte es sich auch um Metallstäbe, die in Feuer erwärmt wurden. Heute benutzt man elektrische Lockenstäbe, die weitaus weniger Gefahren für Haar und Kopf mit sich bringen.

In der Bedienung sind die Lockenstäbe meist ähnlich, aber nicht gleich. Grundprinzip ist jedoch, dass Haare um ein heißes, rundes Metall gewickelt werden. Auch mit einem Lockenstab muss vorsichtig umgegangen werden! Bei manchen Modellen ist das runde, heiße Eisen freiliegend und führt man es zu nahe an die Kopfhaut, kann man sich schnell verbrennen. Auch auf die Ohren muss man gut aufpassen, sowie auf die Finger. Außerdem kann das Gerät auf falschem Untergrund schnell zum Brandherd werden oder die Oberfläche, auf der es liegt, beschädigen.

Ein Lockenstab funktioniert grundsätzlich wie ein Glätteisen. Die Haare bestehen aus Keratin, enthalten Proteinfäden und werden durch Ionenverbindungen und Wasserstoffbrücken in Form gehalten. Letztere lassen sich durch Hitze manipulieren bzw. verändern. So kann man sein Haar glätten, dazu benötigt es gar nicht so viel Hitze. Warum? Weil die Ionenverbindungen und Wasserstoffbrücken nur gerade ausgerichtet werden müssen, nämlich nach unten. Aber beim Locken müssen die Ionen und Wasserstoffteilchen schon mehr herhalten. Klingt sehr schädlich, nicht wahr?

Wenn Haare so einer hohen Temperatur ausgesetzt werden, ergibt das leider Schäden. Dennoch ist nicht jedes Haar gleich, allerdings sollten Menschen mit sehr dünnen oder geschädigten Haaren von der Verwendung eines Lockenstabes lieber absehen.

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Glätteisen vs. Lockenstab: Was ist schädlicher?

Grundsätzlich gesagt - es ist beides schädlich. Bei regelmäßiger Anwendung kommt es zu viel mehr Schäden als bei seltener. Dennoch nötigt ein Lockenstab das Haar bedeutend mehr als ein Glätteisen, denn um Haar zu locken ist eine hohe Temperatur notwendig.

Es muss nicht immer heiß werden, manchmal kann man seinen Look für den nächsten Tag über die Nacht zaubern, während man schläft. War das Haar so hohen Temperaturen ausgesetzt, braucht es danach Feuchtigkeit! Nein, damit ist kein Wasser gemeint, sondern viel mehr Feuchtigkeit aus anderen Quellen, wie zum Beispiel aus Ölen oder Haarkuren. Am besten eignen sich Produkte, die mit Oliven- oder Kokosöl angereichert sind.

Alternativen und Schutzmaßnahmen

Um die Haare vor Schäden zu bewahren, gibt es effektive Schutzmaßnahmen:

  • Das richtige Eisen für die individuelle Haarstruktur wählen: Nicht jedes Haarstylingprodukt ist gleichermaßen für jeden Haartyp geeignet. Wichtig ist, die eigene Haarstruktur zu kennen und ein passendes Werkzeug auszuwählen. Am besten ein Glätteisen mit Temperaturregelung wählen.
  • Glätteisen mit Keramikbeschichtung wählen: Bei Eisen mit Metalloberfläche besteht die Gefahr einer punktuellen Überhitzung.
  • Immer nur vollständig getrocknete Haare glätten: Wer seine Haare in feuchtem Zustand großer Hitze aussetzt, geht das Risiko ein, dass die noch nicht vollständig versiegelten Haare durch den plötzlichen Verdampfungsprozess förmlich „gesprengt" werden.
  • Ionen-Technologie für trockene Haare verwenden: Wer unter sprödem Haar leidet, sollte sich nach einem Eisen mit Turmalin-Beschichtung umsehen. Durch diese spezielle Keramik werden beim Glätten negativ geladene Ionen freigesetzt, die sich als zusätzliches Schutzschild um die Haare legen.

Hitzeschutzprodukte

Für den zusätzlichen Schutz der Haare gibt es zahlreiche Produkte zum Auftragen. Diese bilden einen Schutzfilm und versiegeln die äußerste Schuppenschicht, um die Haare so vor Spliss und Co. zu bewahren.

  • Spray: Im Drogeriemarkt und Fachhandel sind zahlreiche Sprayprodukte für den Hitzeschutz erhältlich. Für die richtige Anwendung aus zirka 20 bis 30 Zentimeter Abstand einen feinen Film auf die Haare aufsprühen - ob diese dabei noch feucht oder bereits trocken sind, spielt für die Wirkung keine Rolle. Danach Haare gut trockenföhnen, um mit dem zusätzlichen Hitzestyling beginnen zu können.
  • Serum: Deshalb ist ein Serum besonders für spröde, trockene Haare zu empfehlen.
  • Glättungscreme: Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um ein Produkt in Cremeform, das die Haare nicht nur schützt, sondern zusätzlich glättet. Für die optimale Wirkung muss die Glättungscreme direkt nach dem Waschen ins noch handtuchtrockene Haar einmassiert werden. Bei nur leichten Naturwellen entfaltet das Produkt auch ohne Hitzebehandlung einen glättenden Effekt. Perfekt wird das Ergebnis aber mit zusätzlichem Glättestyling. Wichtig: Nur in die Spitzen und Längen einmassieren!
  • Fluid: Ähnlich wie ein Serum, nur dickflüssiger. Dieses Produkt wird ebenfalls direkt nach dem Waschen aufgetragen und einmassiert.

Weitere Tipps

  • Föhn nur auf niedriger Stufe anwenden: Auch von der Heißluft beim Föhnen können die Haare Schaden tragen. Deshalb: Selbst, wenn das Styling dadurch länger dauert, die Haare am besten nur auf einer niedrigen Hitzestufe föhnen.
  • Nicht zu dünne Strähnen stylen: Eine wichtige Schutzmaßnahme beim Föhnen oder Glätten ist, immer eher dicke Strähnen zu nehmen. Dadurch wird die Oberfläche der Haare weniger geschädigt.
  • Die Haare waagrecht vom Kopf wegziehen: Auch, wenn das ein häufiger Ratschlag ist - die Haare beim Styling niemals nach unten ziehen! Denn das greift einerseits die Haarspitzen an und führt andererseits zu Strukturverlust.

Die richtige Anwendung von Glätteisen und Lockenstab

Hier sind einige Tipps, wie Sie Glätteisen und Lockenstab richtig anwenden, um Haarschäden zu minimieren:

  1. Passen Sie den Wärmegrad der Styling-Tools Ihrer Haarstruktur an. Feines Haar braucht und verträgt weniger Hitze als stark gelocktes.
  2. Für das Styling mit Glätteisen und Co. sollten Ihre Haare unbedingt in einem trockenen Zustand sein.
  3. Verwenden Sie beim Trocknen einen Föhnaufsatz. Dadurch verteilt sich die heiße Luft besser und der Abstand zum Haar vergrößert sich.
  4. Wenden Sie Glätteisen und Lockenstab nie zu lange auf einer Stelle an, die Hitzebelastung wird sonst zu stark.
  5. Investieren Sie in hochwertige Styling-Geräte - Ihr Haar wird es Ihnen danken.

Moderne Technologie zum Schutz der Haare

Die neuen Generationen von Glätteisen, Lockenstab & Co. verfügen über mehrere Wärmestufen, deren Temperaturen sich präzise einstellen und regulieren lassen. Auf diese Weise bleibt die zugeführte Hitze möglichst gering und jeder Haartyp - von fein bis dick - bekommt die richtige Dosis.

Besondere Beschichtungen (z. B. aus Keramik) sorgen bei den neuen Geräten dafür, dass die Haare gleichmäßig und sanft erhitzt werden. Außerdem sind sie äußerst stoß- und kratzfest, so gleiten die Tools reibungsloser über die Haare. Übrigens: Beim Glätten das Eisen nicht fest drücken und ziehen, sondern ganz sanft über die Strähnen gleiten lassen.

Moderne Ionen-Technologie und Infrarothitze sorgen für noch mehr Glanz im Haar. Zudem wird die elektrische Aufladung reduziert, was fliegendes Haar verhindert.

Spezielle Sensoren, die in Lockenstab und Glätteisen integriert sind, können die optimale Temperatur konstant halten. Somit verteilt sich die Hitze vom Haaransatz bis zu den Spitzen gleichmäßig.

Passen Sie das Glätteisen an Ihre Haarlänge an. Es gibt die heißen Eisen in unterschiedlichen Breiten (im Durchschnitt sind es 3 bis 4 cm), die jeweils für verschiedene Längen besser geeignet sind. Eine schmale Variante von rund 2,5 bis 4 cm Breite ist ideal für kurzes, aber auch für glattes Haar.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Um Haarschäden durch Glätteisen und Lockenstab zu minimieren, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Verwenden Sie immer Hitzeschutzprodukte.
  • Stellen Sie die Temperatur des Geräts auf den niedrigsten Wert ein, der für Ihren Haartyp geeignet ist.
  • Glätten oder locken Sie Ihre Haare nicht zu oft.
  • Pflegen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Feuchtigkeit spendenden Produkten.
  • Vermeiden Sie es, feuchte Haare zu glätten oder zu locken.

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