Locken ohne Shampoo waschen: Eine umfassende Anleitung

Haarewaschen war für viele Menschen schon immer lästig, besonders bei schnell fettendem Haar. Die Suche nach Alternativen zum herkömmlichen Shampoo führte zur No-Poo-Bewegung, die das Waschen der Haare ohne Shampoo propagiert. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, wie du deine Locken ohne Shampoo waschen und pflegen kannst, einschliesslich der No-Poo-Methode, der Verwendung von saurer Rinse und anderen natürlichen Alternativen.

Was ist die No-Poo-Methode?

Die No-Poo-Methode, eine Abkürzung aus dem Englischen „No Shampoo“, also „kein Shampoo“, ist eine Alternative zur traditionellen Haarwäsche. Denn viele Shampoos enthalten synthetische Inhaltsstoffe wie Tenside, Silikone, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Parfum. Diese reizen häufig die Kopfhaut und lösen Allergien aus. Zudem fettet die Kopfhaut bei der herkömmlichen Haarwäsche mitunter schnell nach. Das Haar zu waschen ohne Shampoo, soll dem entgegenwirken.

Die Umstellung auf No-Poo

Die Umstellung auf NoPoo dauert. Bei meinen Recherchen stieß ich auf die NoPoo-Bewegung - und genauer auf Sebum Only. Nach einem halben Jahr war der Kreislauf von Fetten - Auswaschen - Nachfetten durchbrochen. Die Haare waren nicht mehr so speckig wie früher nach einer Woche, aber auch nicht so trocken wie direkt nach Shampoo. Dazu massiere ich meine Kopfhaut regelmäßig mit den Fingern. Unter der Dusche wasche ich die Haare mit Wasser - mehr nicht.

Natürliche Alternativen zum Shampoo

Bei der No-Poo-Methode benutzt du natürliche Ersatzprodukte wie Roggenmehl und Apfelessig oder nur Wasser, um die Haare zu waschen. Hier sind einige gängige Alternativen:

  • Roggenmehl: Verrühre ca. 2 EL Roggenmehl 1150 (bei schulterlangen Haaren; erhöhe oder senke die Menge angepasst an Deine Situation) mit Wasser, bis eine dünnflüssige Paste entsteht. Diese Paste trägst Du auf Deine Kopfhaut auf und verteilst den Rest in Deinen Locken.
  • Heilerde: Du mischst 1-2 Esslöffel Heilerde mit Wasser zu einer nicht zu dickflüssigen Paste. Verteile sie auf Deiner Kopfhaut und im Haar.
  • Natron: 1 EL Natron und 1 Tasse Wasser vermischen, über Kopfhaut und Haar geben, einmassieren und ausspülen. Eine saure Rinse ist auf jeden Fall nötig.
  • Reines Wasser: Eine vierte Variante ist das Haarewaschen mit reinem Wasser. Damit wird das überschüssige Fett (Sebum) aus Deinen Locken oder Afrohaaren gelöst, Staub und Co. werden weggewaschen. Zusätzlich ist es hierbei wichtig, dass Du Deine Haare mit großzackigen Kämmen oder Bürsten kämmst.

Die Saure Rinse für Locken

Die saure Rinse ist aus der natürlichen Lockenpflege nicht wegzudenken. Sie wirkt ausgleichend auf den pH-Wert unserer Haare. Wenn dieser aus den Fugen gerät, bemerken wir das meistens sehr schnell. Mal sind unsere Locken zu trocken oder auch zu fettig, mal brechen sie leicht oder hängen nur noch schlaff nach unten…

Wenn Du das Gefühl hast, Deine Locken oder Wellen sind glanzlos und strohig, dann ist es jetzt spätestens Zeit für eine saure Rinse. Auch bei juckender Kopfhaut kann es eine Wohltat sein, diese mit einer sauren Rinse zu besprühen.

Wie man eine Saure Rinse anwendet

Für die saure Rinse nutzt Du am besten naturtrüben, nicht pasteurisierten Apfelessig. Er ist milder formuliert als anderer Essig und enthält wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Außerdem ist solch ein Apfelessig voll mit wichtigen Milchsäurebakterien, die Dein Mikrobiom auf der Kopfhaut unterstützen können. Dazu noch etwas Wasser und schon kann es losgehen.

  • Zum Abschluss beim Waschen: Mische Dir, bevor Du unter die Dusche steigst, Deine saure Rinse. Hierzu kippst Du einfach das Wasser und den Apfelessig zusammen in eine Schüssel. Wasche Deine Haare wie gewohnt mit einem milden Shampoo oder Co-Wash und anschließend einem Conditioner. An Deiner Waschroutine musst Du nichts ändern. Nach dem Waschen schüttest Du Dir das Essig-Wasser-Gemisch über den Kopf und lässt sie in Deinen Haaren - sie wird nicht wieder ausgespült.
  • Als Refresh: Nimm eine Feinnebel-Sprühflasche und fülle sie mit kaltem Wasser und einem Schuss Apfelessig. Sprühe Deine Haare damit ein. So kannst Du entweder Deine Stylingprodukte vom Vortag wieder reaktivieren oder im Anschluss Deine Haare mit ein wenig Pflege und Stylingprodukt wieder neu versorgen.
  • Für eine frische Kopfhaut: Nimm wieder Deine Feinnebel-Sprühflasche und sprühe Deine Kopfhaut mit der sauren Rinse ein.

Übrigens: der Geruch der Apfelessigrinse verschwindet von selbst, sobald die Haare trocken sind.

Co-Washing: Waschen mit Conditioner

Co-Washing ist in letzter Zeit immer beliebter geworden, vor allem bei lockigem, gewelltem oder krausem Haar. Co-Washing ist eine Methode, bei der du dein Haar nur mit Spülung statt mit Shampoo wäschst. Die Idee dahinter, Haare nur mit Conditioner zu waschen ist, dass die meisten Shampoos für die tägliche Anwendung bei trockenem Haar wie lockigem oder krausem Haar zu unsanft sind.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Conditioner als Co-Washing Produkte geeignet sind. Einige Spülungen enthalten Inhaltsstoffe, wie z. B. Silikone, die zu Ablagerungen auf dem Haar führen können. Diese Produkte sind speziell für Co-Washing formuliert. Sie sind leichter als Spülungen und enthalten Inhaltsstoffe, die den Reinigungsprozess verbessern können, was sie zu einer super und einfachen Wahl für alle macht, die Co-Wash ausprobieren möchten.

Vorteile des Co-Washing:

  • Herkömmliche Shampoos können für lockiges Haar sehr aggressiv sein und es strapazieren und austrocknen lassen.
  • Mit Co-Washing kannst du dein Haar hingegen reinigen, ohne ihm seine natürlichen Öle zu entziehen, so dass sich deine Locken weich, mit Feuchtigkeit versorgt und gesund anfühlen.

Nachteile des Co-Washing:

  • Die Haare nur mit einem Conditioner zu waschen, kann mit der Zeit zu Ablagerungen im Haar führen. Vor allem, wenn du nicht ab und zu ein klärendes Shampoo verwendest.
  • Während Co-Washing für lockiges, trockenes oder kaputtes Haar sehr gut geeignet ist, gibt es für fettiges oder feines Haar möglicherweise bessere Optionen.

Low-Poo Shampoo vs. Co-Washing

Beide Produkte sind auch von der Curly Girl Methode anerkannt. Low-Poo-Shampoos enthalten mehr Reinigungsmittel und Tenside (wenn auch sehr sanfte) als Co-Washing Produkte. Co-Washing Produkte sind hingegen so formuliert, dass sie das Haar pflegen und mit Feuchtigkeit versorgen und es gleichzeitig sanft reinigen.

Inhaltsstoffe in Co-Wash Locken Produkten

  • Sanfte Tenside: Co-Wash Locken Produkte verwenden milde Tenside, die das Haar weniger stark angreifen als herkömmliche Shampoos.
  • Feuchthaltemittel: Feuchthaltemittel sind Inhaltsstoffe, die Feuchtigkeit anziehen und binden. Glycerin ist ein gängiges pflanzliches Feuchthaltemittel, das in Co-Wash Locken Produkten verwendet wird.
  • Feuchtigkeitsspendende und nährende Inhaltsstoffe: Co-Wash Locken Produkte sollten auch Inhaltsstoffe enthalten, die das Haar mit Feuchtigkeit versorgen und nähren. Avocadoöl ist ein beliebter Inhaltsstoff, da es reich an Fettsäuren ist, die dem Haar Feuchtigkeit spenden und es stärken.

Zu vermeidende Inhaltsstoffe

  • Silikone: Silikone sind häufig in Haarpflege enthalten, da sie eine Barriere auf dem Haar bilden, die den Feuchtigkeitsverlust verhindert und für Glanz sorgt. Allerdings können sie mit der Zeit auch zu Ablagerungen führen, die es anderen Produkten erschweren, in den Haarschaft einzudringen. Deshalb ist es wichtig, ein Produkt zu wählen, das keine Silikone oder andere Inhaltsstoffe enthält, die auf -cone, -conol oder -siloxane enden.
  • Schwere Produkte mit einem hohen Ölgehalt: Öle können trockenem Haar zwar gut tun, aber schwere Produkte mit hohem Ölgehalt eignen sich nicht als Co-Washing Produkte. Sie können das Haar beschweren und es schwierig machen, es richtig zu reinigen.

Anwendung von Co-Wash

Beginne damit, dein Haar unter der Dusche gründlich anzufeuchten. Massiere deine Kopfhaut und dein Haar ein oder zwei Minuten lang sanft mit den Fingerspitzen. Spülungen enthalten keine schäumenden Substanzen wie Shampoos, daher musst du das Produkt manuell in dein Haar einarbeiten. Sobald du dein Haar ausgespült hast, kannst du es wie gewohnt stylen.

Tipps für die No-Poo-Methode

Haben Sie sich für die No-Poo-Methode entschieden, sollten Sie einige Dinge bei der Pflegeroutine beachten.

  • Regelmäßig bürsten: Das Bürsten entwirrt die Haare und pflegt sie gleichermaßen: Kämmen Sie Ihre Haare regelmäßig, um Schmutz auszubürsten und den Talg zu verteilen. Eine Bürste mit Naturborsten eignet sich dafür besonders gut. Arbeiten Sie sich von der Spitze zum Haaransatz - so vermeiden Sie Haarbruch. Am besten kämmen Sie glatte Haare im trockenen Zustand, nass sind sie empfindlicher. Lockiges Haar lässt sich dagegen besser nass entwirren.
  • Fettiger Ansatz: Gerade in der Umstellungsphase zum Haare-ohne-Shampoo-waschen ist der Ansatz fettig. Doch auch wenn Ihnen das unangenehm sein sollte: Trockenshampoo ist bei der No-Poo-Methode tabu. Alternativ kaschieren Sie das strähnige Haar beispielsweise folgendermaßen:
    • Haare geschlossen tragen (strenger Zopf oder lässiger Dutt)
    • Flechtfrisuren
    • Hut, Mütze oder Haarband
    • Natron auf den Haaransatz auftragen und sorgfältig ausbürsten
  • No-Poo beim Friseur: Möchten Sie auch beim Haareschneiden der No-Poo-Methode treu bleiben, sprechen Sie das bereits bei der Terminvereinbarung an. Alternativ ist auch ein Besuch bei einem Natur- oder Biofriseur möglich.
  • No-Poo im Schwimmbad und Urlaub: Möchten Sie dennoch kein Shampoo verwenden, brausen Sie das Haar nach einem Tag im Schwimmbad oder am Strand ausgiebig mit lauwarmem Wasser ab. Falls notwendig, waschen Sie es in den folgenden Tagen öfter mit No-Poo-Shampoo-Ersatz wie Natron, Lavaerde oder Roggenmehl.

Pflege von gelockten Haaren

Es ist wichtig ein Shampoo zu wählen, das speziell für lockiges Haar entwickelt wurde. Dabei sollte es sich um ein Produkt handeln, das frei von Sulfaten, Silikonen, Parabenen etc. ist. Diese Stoffe könnten die Kopfhaut reizen und dem Haar die Feuchtigkeit entziehen. Es sollte nie zu viel Shampoo verwendet werden, besser wäre es, das Haarshampoo zu verdünnen. Vor dem Shampoonieren kann auf abgetrennte Haarpartien eine Haarmaske oder ein Pflegeöl aufgetragen werden. Diese Pflegeprodukte sollten zirka 20 Minuten einwirken, damit sie gut in die Haare eindringen. Eine tolle Alternative zu herkömmlichen, flüssigen Shampoo ist Haarseife. Insbesondere für das anspruchsvolle Haar ist festes Haarshampoo hervorragend geeignet. Außerdem wird damit ein Beitrag zu mehr Umweltbewusstsein geleistet.

Die Haare werden mit warmen Wasser gewaschen. Denn ist das Wasser zu heiß, können sie austrocknen. Zu kaltes Wasser würde die Haare wiederum nicht gründlich genug reinigen. Ein Klecks Haarshampoo kommt nur auf den Ansatz, der Rest der Haare wird beim Auswaschen mit dem Reinigungsprodukt versorgt. Die Haare sollten nur alle zwei bis drei Tage gewaschen werden, um die natürlichen Öle nicht zu entfernen. Ist das Haarshampoo vollständig ausgespült, ist das der perfekte Moment um die Locken mit einem breitzinkigen Kamm zu entwirren und zu kämmen.

Lockenkamm

Wie bereits angemerkt sollte zum Kämmen der Locken nur ein speziell dafür geeigneter Kamm wie ein breitzinkigen Hornkamm oder ein glatter Holzkamm mit groben Zinken verwendet werden. Er sollte abgerundete Zinken besitzen, dadurch wird die Durchblutung der Kopfhaut gefördert und in der Folge die Haargesundheit verbessert.

Bei einem guten Lockenkamm stehen nicht nur die Zinken weiter auseinander als bei einem herkömmlichen Modell. Auch seine Zähne sind vielfach länger als bei einem "normalen" Kamm. Dadurch wird es einfacher, die Locken zu entwirren. Es ist aber durchaus möglich, immer wieder zwischendurch mit den Fingern durch die Haare zu fahren.

Locken (anders als glatte Haare) sollten nur im feuchten Zustand gekämmt werden. Vom Griff zur Haarbürste gilt es Abstand zu nehmen, da sie die Struktur der Locken zerstören könnte. Das Entwirren der Locken mit einem Lockenkamm sollte stets bei den Spitzen beginnen. Danach geht es nach und nach weiter Richtung Kopfhaut. Auf diese Weise wird Haarbruch vermieden.

Locken-Öl

Für alle, die ihre Locken perfekt pflegen möchten, bietet sich ein gutes Locken-Öl als ideale Lösung an. Denn dieses Pflegeprodukt versorgt die Kopfhaut nicht nur mit Feuchtigkeit, sondern es ist auch ein optimaler Nährstoffspender für die Haare.

Lockengel / Locken-Mousse

Da Naturlocken gerne in alle Richtungen abstehen, wird ein Mittel wie etwa ein Lockengel benötigt, um sie zu stylen und zu halten. Ein gutes Haargel kann dem Haar zusätzlich einen schönen Glanz verleihen. Der Lockenschaum wiederum wird der Frisur mehr Volumen geben und dafür sorgen, dass die Locken einen tollen "Tanzeffekt" erhalten.

Haare trocknen

Es ist keine gute Idee die Locken mit einem "normalen" Haarföhn zu trocknen. Ein solches Gerät bläst die Haare durcheinander, sodass sie dann in alle Richtungen abstehen. Besser ist es die Locken an der Luft trocknen zu lassen. Nach dem Waschen werden sie sanft zusammengedrückt und mit einem flauschigen Handtuch umwickelt. Es ist nicht ratsam mit nassen Haaren ins Bett zu gehen. Sie brechen schneller als trockenes Haar.

Ein herkömmlicher Föhn, sorgt aber für krause Locken. Wenn es eilig ist und die Haare schnell trocknen sollen, dann ist ein spezieller Haartrockner mit Aufsatz (Diffusor) eine Option, für lockiges Haar. Der Diffusor bewahrt die Haare vor der direkten Hitze des Haarföhns, denn er verteilt die heiße Luft gleichmäßig, sodass die Locken kompakt bleiben.

Zusammenfassung

Eine sanfte Haarpflege mit einem breitzinkigen Hornkamm oder Holzkamm mit groben Zinken sowie die Benutzung chemiefreier Pflegeprodukte sind bereits ausreichend um die Locken zu pflegen und in Form zu halten. Am besten die Locken an der Luft trocknen.

Es ist wichtig zu beachten, dass jedes Haar unterschiedlich ist. Daher gilt: Probiere verschiedene Hilfsmittel und Methoden aus. Beachte dabei auch, dass Du dem Ganzen Zeit geben musst, damit sich Deine Kopfhaut an die Umstellung gewöhnen kann.

Tipps für Naturlocken

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