Haarewaschen war für viele Menschen schon immer lästig, besonders bei schnell fettendem Haar. Die Suche nach Alternativen zum herkömmlichen Shampoo führte zur No-Poo-Bewegung, die das Waschen der Haare ohne Shampoo propagiert. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, wie du deine Locken ohne Shampoo waschen und pflegen kannst, einschliesslich der No-Poo-Methode, der Verwendung von saurer Rinse und anderen natürlichen Alternativen.
Die No-Poo-Methode, eine Abkürzung aus dem Englischen „No Shampoo“, also „kein Shampoo“, ist eine Alternative zur traditionellen Haarwäsche. Denn viele Shampoos enthalten synthetische Inhaltsstoffe wie Tenside, Silikone, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Parfum. Diese reizen häufig die Kopfhaut und lösen Allergien aus. Zudem fettet die Kopfhaut bei der herkömmlichen Haarwäsche mitunter schnell nach. Das Haar zu waschen ohne Shampoo, soll dem entgegenwirken.
Die Umstellung auf NoPoo dauert. Bei meinen Recherchen stieß ich auf die NoPoo-Bewegung - und genauer auf Sebum Only. Nach einem halben Jahr war der Kreislauf von Fetten - Auswaschen - Nachfetten durchbrochen. Die Haare waren nicht mehr so speckig wie früher nach einer Woche, aber auch nicht so trocken wie direkt nach Shampoo. Dazu massiere ich meine Kopfhaut regelmäßig mit den Fingern. Unter der Dusche wasche ich die Haare mit Wasser - mehr nicht.
Bei der No-Poo-Methode benutzt du natürliche Ersatzprodukte wie Roggenmehl und Apfelessig oder nur Wasser, um die Haare zu waschen. Hier sind einige gängige Alternativen:
Die saure Rinse ist aus der natürlichen Lockenpflege nicht wegzudenken. Sie wirkt ausgleichend auf den pH-Wert unserer Haare. Wenn dieser aus den Fugen gerät, bemerken wir das meistens sehr schnell. Mal sind unsere Locken zu trocken oder auch zu fettig, mal brechen sie leicht oder hängen nur noch schlaff nach unten…
Wenn Du das Gefühl hast, Deine Locken oder Wellen sind glanzlos und strohig, dann ist es jetzt spätestens Zeit für eine saure Rinse. Auch bei juckender Kopfhaut kann es eine Wohltat sein, diese mit einer sauren Rinse zu besprühen.
Für die saure Rinse nutzt Du am besten naturtrüben, nicht pasteurisierten Apfelessig. Er ist milder formuliert als anderer Essig und enthält wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Außerdem ist solch ein Apfelessig voll mit wichtigen Milchsäurebakterien, die Dein Mikrobiom auf der Kopfhaut unterstützen können. Dazu noch etwas Wasser und schon kann es losgehen.
Übrigens: der Geruch der Apfelessigrinse verschwindet von selbst, sobald die Haare trocken sind.
Co-Washing ist in letzter Zeit immer beliebter geworden, vor allem bei lockigem, gewelltem oder krausem Haar. Co-Washing ist eine Methode, bei der du dein Haar nur mit Spülung statt mit Shampoo wäschst. Die Idee dahinter, Haare nur mit Conditioner zu waschen ist, dass die meisten Shampoos für die tägliche Anwendung bei trockenem Haar wie lockigem oder krausem Haar zu unsanft sind.
Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Conditioner als Co-Washing Produkte geeignet sind. Einige Spülungen enthalten Inhaltsstoffe, wie z. B. Silikone, die zu Ablagerungen auf dem Haar führen können. Diese Produkte sind speziell für Co-Washing formuliert. Sie sind leichter als Spülungen und enthalten Inhaltsstoffe, die den Reinigungsprozess verbessern können, was sie zu einer super und einfachen Wahl für alle macht, die Co-Wash ausprobieren möchten.
Vorteile des Co-Washing:
Nachteile des Co-Washing:
Beide Produkte sind auch von der Curly Girl Methode anerkannt. Low-Poo-Shampoos enthalten mehr Reinigungsmittel und Tenside (wenn auch sehr sanfte) als Co-Washing Produkte. Co-Washing Produkte sind hingegen so formuliert, dass sie das Haar pflegen und mit Feuchtigkeit versorgen und es gleichzeitig sanft reinigen.
Beginne damit, dein Haar unter der Dusche gründlich anzufeuchten. Massiere deine Kopfhaut und dein Haar ein oder zwei Minuten lang sanft mit den Fingerspitzen. Spülungen enthalten keine schäumenden Substanzen wie Shampoos, daher musst du das Produkt manuell in dein Haar einarbeiten. Sobald du dein Haar ausgespült hast, kannst du es wie gewohnt stylen.
Haben Sie sich für die No-Poo-Methode entschieden, sollten Sie einige Dinge bei der Pflegeroutine beachten.
Es ist wichtig ein Shampoo zu wählen, das speziell für lockiges Haar entwickelt wurde. Dabei sollte es sich um ein Produkt handeln, das frei von Sulfaten, Silikonen, Parabenen etc. ist. Diese Stoffe könnten die Kopfhaut reizen und dem Haar die Feuchtigkeit entziehen. Es sollte nie zu viel Shampoo verwendet werden, besser wäre es, das Haarshampoo zu verdünnen. Vor dem Shampoonieren kann auf abgetrennte Haarpartien eine Haarmaske oder ein Pflegeöl aufgetragen werden. Diese Pflegeprodukte sollten zirka 20 Minuten einwirken, damit sie gut in die Haare eindringen. Eine tolle Alternative zu herkömmlichen, flüssigen Shampoo ist Haarseife. Insbesondere für das anspruchsvolle Haar ist festes Haarshampoo hervorragend geeignet. Außerdem wird damit ein Beitrag zu mehr Umweltbewusstsein geleistet.
Die Haare werden mit warmen Wasser gewaschen. Denn ist das Wasser zu heiß, können sie austrocknen. Zu kaltes Wasser würde die Haare wiederum nicht gründlich genug reinigen. Ein Klecks Haarshampoo kommt nur auf den Ansatz, der Rest der Haare wird beim Auswaschen mit dem Reinigungsprodukt versorgt. Die Haare sollten nur alle zwei bis drei Tage gewaschen werden, um die natürlichen Öle nicht zu entfernen. Ist das Haarshampoo vollständig ausgespült, ist das der perfekte Moment um die Locken mit einem breitzinkigen Kamm zu entwirren und zu kämmen.
Wie bereits angemerkt sollte zum Kämmen der Locken nur ein speziell dafür geeigneter Kamm wie ein breitzinkigen Hornkamm oder ein glatter Holzkamm mit groben Zinken verwendet werden. Er sollte abgerundete Zinken besitzen, dadurch wird die Durchblutung der Kopfhaut gefördert und in der Folge die Haargesundheit verbessert.
Bei einem guten Lockenkamm stehen nicht nur die Zinken weiter auseinander als bei einem herkömmlichen Modell. Auch seine Zähne sind vielfach länger als bei einem "normalen" Kamm. Dadurch wird es einfacher, die Locken zu entwirren. Es ist aber durchaus möglich, immer wieder zwischendurch mit den Fingern durch die Haare zu fahren.
Locken (anders als glatte Haare) sollten nur im feuchten Zustand gekämmt werden. Vom Griff zur Haarbürste gilt es Abstand zu nehmen, da sie die Struktur der Locken zerstören könnte. Das Entwirren der Locken mit einem Lockenkamm sollte stets bei den Spitzen beginnen. Danach geht es nach und nach weiter Richtung Kopfhaut. Auf diese Weise wird Haarbruch vermieden.
Für alle, die ihre Locken perfekt pflegen möchten, bietet sich ein gutes Locken-Öl als ideale Lösung an. Denn dieses Pflegeprodukt versorgt die Kopfhaut nicht nur mit Feuchtigkeit, sondern es ist auch ein optimaler Nährstoffspender für die Haare.
Da Naturlocken gerne in alle Richtungen abstehen, wird ein Mittel wie etwa ein Lockengel benötigt, um sie zu stylen und zu halten. Ein gutes Haargel kann dem Haar zusätzlich einen schönen Glanz verleihen. Der Lockenschaum wiederum wird der Frisur mehr Volumen geben und dafür sorgen, dass die Locken einen tollen "Tanzeffekt" erhalten.
Es ist keine gute Idee die Locken mit einem "normalen" Haarföhn zu trocknen. Ein solches Gerät bläst die Haare durcheinander, sodass sie dann in alle Richtungen abstehen. Besser ist es die Locken an der Luft trocknen zu lassen. Nach dem Waschen werden sie sanft zusammengedrückt und mit einem flauschigen Handtuch umwickelt. Es ist nicht ratsam mit nassen Haaren ins Bett zu gehen. Sie brechen schneller als trockenes Haar.
Ein herkömmlicher Föhn, sorgt aber für krause Locken. Wenn es eilig ist und die Haare schnell trocknen sollen, dann ist ein spezieller Haartrockner mit Aufsatz (Diffusor) eine Option, für lockiges Haar. Der Diffusor bewahrt die Haare vor der direkten Hitze des Haarföhns, denn er verteilt die heiße Luft gleichmäßig, sodass die Locken kompakt bleiben.
Eine sanfte Haarpflege mit einem breitzinkigen Hornkamm oder Holzkamm mit groben Zinken sowie die Benutzung chemiefreier Pflegeprodukte sind bereits ausreichend um die Locken zu pflegen und in Form zu halten. Am besten die Locken an der Luft trocknen.
Es ist wichtig zu beachten, dass jedes Haar unterschiedlich ist. Daher gilt: Probiere verschiedene Hilfsmittel und Methoden aus. Beachte dabei auch, dass Du dem Ganzen Zeit geben musst, damit sich Deine Kopfhaut an die Umstellung gewöhnen kann.
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