Eine livide, also bläulich-rote, Schwellung der Augenbraue kann verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren, um die richtige Behandlung einzuleiten. Dieser Artikel beleuchtet einige der möglichen Ursachen und deren Erscheinungsbilder.
Die Dermatomyositis ist eine entzündliche Krankheit, bei der das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) sowohl die Haut als auch die Muskulatur angreift. Frauen sind etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer, und die Krankheit tritt vor allem bei Menschen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren auf.
Gottron-Papeln bei Dermatomyositis
An der Haut macht sich eine Dermatomyositis durch fliederfarbene Rötungen bemerkbar. Sie treten bevorzugt an solchen Körperstellen auf, die besonders stark der Sonne ausgesetzt sind: Augenlider, Nasenrücken, Wangen, Dekolleté und Streckseiten der Hände.
In vielen Fällen schmerzen die Hautrötungen bei Berührung. Seltener können brennende Missempfindungen oder Juckreiz auftreten.
Bei der Dermatomyositis greift das körpereigene Abwehrsystem Strukturen von Haut und Muskulatur an. Bei den meisten Betroffenen gelingt es nicht, die Ursache dieser Autoimmunreaktion zu ermitteln. Bei jedem vierten Erwachsenen mit Dermatomyositis wird allerdings ein bösartiger Tumor als Auslöser identifiziert. Selten können auch bestimmte Medikamente zu einer Dermatomyositis führen.
Manchmal steckt hinter der Dermatomyositis auch eine Krebserkrankung. Auch hier bildet das Immunsystem Antikörper - gegen Substanzen aus dem bösartigen (malignen) Tumor. Wenn eine Dermatomyositis durch eine bösartige Neubildung ausgelöst wird, spricht man von einer paraneoplastischen Dermatomyositis. Die häufigsten Auslöser sind Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Lunge, der Brustdrüse, des Eierstocks, der Prostata und des Hodens.
Der Arzt befragt den Patienten zu seinen Beschwerden und untersucht ihn. Dabei achtet er vor allem auf Hautrötungen im Bereich von Gesicht, Oberkörper und Händen. Außerdem verschafft er sich einen ersten Eindruck von Muskelkraft des Patienten, lässt ihn zum Beispiel die Arme über den Kopf heben oder aus der Hocke aufstehen.
Eine feingewebliche Untersuchung einer Hautprobe (Hautbiopsie) unter dem Mikroskop kann dabei helfen, ähnlich aussehende Hautkrankheiten auszuschließen. Wenn an den Fingernägeln die Nagelhaut oder der Nagelfalz verdickt ist, untersucht der Arzt die feinen Haargefäße (Kapillaren) an diesen Stellen mit einer speziellen Lupe (Kapillarmikroskop). Falls Blutgefäße deutlich erweitert, verlängert oder in sich verdreht sind, spricht dies für eine Dermatomyositis.
Der Arzt kann auch den Spiegel der Kreatinkinase im Blut bestimmen. Die Kreatinkinase ist ein Enzym, dessen Blutspiegel bei einer Entzündung der Muskulatur (Myositis) erhöht ist. Ergänzend lässt der Arzt lässt nach Autoantikörpern im Blut fahnden.
Patienten mit Dermatomyositis sollten sich konsequent vor ultraviolettem (UV-) Licht schützen. Mit Hilfe einer innerlichen Behandlung mit Kortisonpräparaten (Glukokortikoiden) für einige Wochen werden die meisten Betroffenen erscheinungsfrei. Schwerer betroffenen Patienten verordnet der Arzt zusätzlich Medikamente, die die Aktivitäten des Immunsystems unterdrücken (Immunsuppressiva).
Eine Dermatomyositis, die durch eine Krebserkrankung ausgelöst wurde, bessert sich in der Regel durch die Behandlung des Tumors. Wenn ein Medikament als Auslöser der Autoimmunkrankheit in Betracht kommt, sollte dieses - nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt - abgesetzt werden.
Das Angiosarkom ist ein hochmaligner, von Blutgefäßen ausgehender Tumor, der meist am Kopf lokalisiert ist. Es handelt sich um einen Tumor im Kopfbereich älterer Menschen zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.
Zunächst treten rote, später blaurote Verfärbungen auf, die Blutergüssen ähneln, später entwickeln sich Knoten, die geschwürig zerfallen können.
Die Therapie der ersten Wahl ist die radikale Exzision des Tumors mit Sicherheitsabstand. Anschließend erfolgt eine Strahlentherapie und daraufhin eine Chemotherapie (liposomales Doxorubicin). Zusätzlich kann eine Immuntherapie (Interferone) durchgeführt werden.
Die Prognose des multizentrischen Kopfhautendothelioms ist schlecht. Es muss eine engmaschige Nachsorge erfolgen, zunächst alle drei Monate, später können die Abstände ggf. verlängert werden.
Ein dickes Lid ist nicht immer ein Zeichen für eine schwerwiegende Erkrankung, kann aber dennoch lästig sein. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob die Schwellung entzündlich bedingt ist oder nicht. Weitere Aspekte sind, ob die Schwellung lokal begrenzt ist oder das ganze Lid erfasst, akut oder chronisch ist, und ob ein oder beide Augen betroffen sind.
Verfärbungen der Haut und Schwellungen der Augenlider können zahlreiche Ursachen haben. Dasselbe gilt für eine Schwäche der Muskulatur. Nicht immer handelt es sich um eine Dermatomyositis. Veränderungen an der Haut oder Muskelschwäche deshalb grundsätzlich vom Arzt abklären lassen!
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