Der Name Werner Lieb ist im Saarland ein Begriff. Manche nehmen sogar weite Wege in Kauf, um einen Termin bei ihm zu bekommen. Denn der 76-jährige Friseurmeister kümmert sich seit 58 Jahren mit Leidenschaft um die Haare seiner Kunden und um die Ausbildung des Nachwuchses. Zu große Freude bereitet ihm das Ausbilden und der Kundenkontakt.
Werner Lieb bei der Arbeit.
Friseurmeister und Unternehmer Werner Lieb aus St. Wendel-Winterbach denkt nicht ans Aufhören. Er steht noch immer selbst in seinen Salons und kümmert sich um die Haare seiner Kunden. An Ruhestand oder ans Kürzertreten denkt Lieb nicht. „Ich werde nie aufhören.“
Geweckt wurde seine Leidenschaft für das Friseurhandwerk durch seinen Vater. Lieb erinnert sich zurück. Als er ihn als Jugendlicher zu Friseurwettbewerben begleiten durfte, den Vater auf der Bühne sah, wie er sich mit Mitstreitern beim Wellen legen und Hochstecken maß, war für den jungen Werner Lieb klar: Auch er will Friseur werden. „Die Bilder habe ich heute noch im Kopf, wie toll das war.“
Gesagt, getan. Im Alter von 18 Jahren schloss er seine Ausbildung ab, mit einer „ordentlichen Gesellenprüfung“, wie er sagt. Und weil er alsbald den Meister machen wollte, habe er sich direkt im Anschluss an der Meisterschule angemeldet. „Das durfte man damals aber eigentlich gar nicht. Damals musste man noch fünf Gesellenjahre haben für den Meister. Denen ist das aber erst gar nicht aufgefallen. Und als es ihnen dann aufgefallen ist, haben sie mir eine Sondergenehmigung gegeben“, erzählt Lieb und lacht dabei. Mit der Sondergenehmigung hatte er bereits mit 21 Jahren den Meistertitel inne.
Der Goldene Meisterbrief.
Im vergangenen Jahr wurde er deshalb, mit leichter, coronabedingter Verzögerung, von der Handwerkskammer mit dem „Goldenen Meisterbrief“ geehrt. Mit dem Meisterbrief in der Tasche jagte in Werner Liebs Berufsleben ein Höhepunkt den anderen. Er stieg direkt in den väterlichen Salon in St. Wendel-Winterbach ein und erfüllte sich den Traum, an Wettbewerben teilzunehmen.
Krönung seines Ehrgeizes war die Goldmedaille für modische Damenfrisuren bei den deutschen Meisterschaften 1983 in der Dortmunder Westfalenhalle. „Wenn sie da auf dem Podest stehen und 70 Friseure mit ihnen um den Titel kämpfen und da dann 10 000 Zuschauer sind - das ist schon ein Highlight, das einen inspiriert.“ Aufgrund seines Sieges wurden große Branchen-Firmen wie Schwarzkopf und Wella auf ihn aufmerksam.
„Aber mit Sicherheit mein ganz großes Highlight ist, dass meine Frau und ich gemeinsam dieselben Ziele hatten und uns gegenseitig immer inspiriert haben“, betont Lieb. Nachdem sich Rosel und Werner Lieb in den 1970er Jahren kennengelernt hatten, verwirklichte die junge Frau ihren Traum, Visagistin und Kosmetikerin zu werden. Als Kosmetikerin ausgebildet, stieg sie in den Salon ihres Mannes ein.
Zusätzlich spezialisierte sie sich auf die Typ- und Farbberatung und teilte dieses Wissen mit ihrem Mann. „Ich denke oft darüber nach, was ist das für ein Glück, dass wir uns beide so ergänzen konnten, auch im beruflichen Bereich. Gerade Typ- und Farbberatung war und ist unser beider Leidenschaft“, resümiert Lieb. Im Zuge der Seminare, aber auch privat, reiste das Ehepaar viel, unter anderem nach Amerika, Brasilien und Dubai. Dabei hätten sie Einblicke und Inspiration für ihre Geschäfte gewonnen, wie andere Friseure arbeiten, ausbilden und Salons geleitet werden, berichtet der Unternehmer.
Neben Ehefrau Rosel ist auch Sohn Benjamin Lieb in die Geschäftsführung eingestiegen.
| Standort | Anzahl Mitarbeiter | Anzahl Auszubildende |
|---|---|---|
| Winterbach | Ca. 12 | Ca. 3 |
| St. Wendel | Ca. 12 | Ca. 3 |
| Saarbrücken | Ca. 13 | Ca. 3 |
| St. Ingbert | Ca. 13 | Ca. 3 |
| Gesamt | 50 | 12 |
Insgesamt beschäftigen sie 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon zwölf Azubis. Vier Salons betreibt der Familienbetrieb im Saarland - in Winterbach, St. Wendel, Saarbrücken und St. Ingbert. Er selbst ist dort noch regelmäßig anzutreffen. „Wir sind ein Familienbetrieb und führen familiär. Das Wohl meiner Mitarbeiter liegt mit am Herzen.“ Besonders freut es ihn, wenn er sieht, wie sich seine Angestellten entwickeln und teils auch in anderen Salons Karriere machen. So arbeitet eine seiner früheren Mitarbeiterinnen heute in Hamburg für Marlies Möller. Die Promi-Stylistin ist für Lieb eine „absolute Ikone“ der Branche.
„Ich bin genau so stolz, wenn sich ein Mitarbeiter toll entwickelt, wie wenn ich es selbst erleben würde. Für ihn ist das Friseurhandwerk nach wie vor ein attraktiver Beruf, „weil es nur wenige Berufe gibt, die so schön und kreativ sind“. Seine Arbeit mit dem Friseurnachwuchs und den Kundenkontakt möchte der 76-Jährige nicht missen.
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