Haarausfall ist für viele Menschen ein belastendes Problem. Die Frage, ob Rotlicht gegen Haarausfall helfen kann, beschäftigt viele Betroffene. Es gibt unterschiedliche Gründe für Haarausfall, und dementsprechend können auch die Behandlungsansätze variieren. Aber wie effektiv ist eine Behandlung mit Rotlicht tatsächlich?
Dr. med. Alice Martin erklärt: "Haarausfall kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Manche sind nicht therapierbar, manche brauchen eine medizinische Therapie. Bei anderen kommt es darauf an, ob ein Ereignis der Auslöser war, wie zum Beispiel eine Entbindung, die Menopause, Medikamenteneinnahme oder anderes." Bei einigen Ursachen von Haarausfall könne die Rotlichttherapie helfen, so die Expertin. Dazu gebe es auch Studien.
Eine Studie aus dem Jahr 2021 besagt, dass Androgenetische Alopezie (AGA) zu dünner werdendem Kopfhaar führt und weltweit etwa 60 bis 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betrifft.
Martin fügt hinzu: "Diese Art der Therapie kann positive Einflüsse haben. Allerdings gibt es dazu noch keine großen randomisierten Studien. Meist ist es auch subjektives Empfinden." Es gebe zwar einen nachgewiesenen Effekt, ob er allerdings deutlich sichtbar ist und bei welchen Arten von Haarausfall Rotlicht wirkt, ist nicht eindeutig geklärt.
Sowohl die Rotlichttherapie bei Spezialisten als auch Geräte für den Heimgebrauch sollen die Haarfollikel stimulieren, die Blutzirkulation in der Kopfhaut erhöhen und den Zellstoffwechsel anregen können. Dabei setzen die Geräte in der Regel auf rotes Licht von 650 nm oder auf eine niedrige Lasertherapie (LLLT).
Auch bei Haarausfall kann Rotlicht unterstützend wirken und auf der Kopfhaut den Zellstoffwechsel anregen, was für das Haarwachstum fördernd sein kann.
Ein beliebtes Gerät ist der Haarwachstumshelm von Currentbody. Eine Nutzerin schreibt über ihre Erfahrung mit dem Gerät, dass sie "eine deutliche Verringerung des Haarausfalls und eine deutliche Zunahme des Haarwuchses festgestellt" habe. Sie erklärt, dass sie zusätzlich ihren Eisen- und Vitamin D-Gehalt gesteigert und das Gerät täglich genutzt habe. Das habe zu einer erhöhten Nachwachsgeschwindigkeit ihrer Haare geführt, schreibt sie. Auch viele andere berichten von positiven Erfahrungen.
Zum Gerät: Der Haarwuchshelm von Currentbody wird von einem Spektrum rotes Licht (620-660 nm) betrieben. Diese Wellenlängen sollen die Haarfollikel aktivieren, Entzündungen reduzieren, die Dihydrotestosteron (DHT)-Spiegel (ein Hormon, das für Haarausfall und Dünnerwerden der Haare verantwortlich ist) senken und die Blutzirkulation der Kopfhaut verbessern können.
Daneben gibt es noch weitere Produkte, die mit rotem Licht arbeiten und ähnliche Effekte haben sollen. Dazu zählen Käppis mit eingebauten LEDs oder auch Kopfmassagegeräte, etwa von Foreo oder FAQ Swiss, die ebenfalls mit der Rotlichttherapie arbeiten und zusätzlich die Kopfhaut massieren und gezielt auch an kleinen Stellen eingesetzt werden können. Sie sind meist etwas handlicher, müssen aber manuell über den Kopf bewegt werden. Zudem gibt es Geräte, die mit elektrischer Stimulation funktionieren, wie von Niostem.
Dr. med. Alice Martin sagt zu den Geräten für den Heimgebrauch: "Als Ersttherapie würde ich sie nicht empfehlen und bin etwas zurückhaltend, was den Effekt solcher Geräte angeht, wenn die Ursache nicht abgeklärt ist." Wichtig: Solche Geräte müssen regelmäßig genutzt werden, damit sie Ergebnisse liefern können. Mindestens dreimal pro Woche, besser fünfmal und im allerbesten Fall täglich sollten sie zur Anwendung kommen. Dabei wird eine Behandlungszeit von etwa zehn bis 15 Minuten empfohlen.
Schaden können solche Geräte in der Regel nicht, sie sollten aber nicht länger genutzt werden als empfohlen und man sollte nie direkt ins rote Licht schauen. Bei Juckreiz, Rötungen oder anderen Auffälligkeiten sollte stets ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.
Da Rotlicht-Geräte gegen Haarausfall in der Anschaffung teuer sein können und regelmäßig genutzt werden müssen, ist es wichtig, zu wissen, ob sie wirken können.
Dr. med. Alice Martin rät zu folgendem Vorgehen bei Haarausfall: "Wir versuchen in einem ersten Schritt immer ganzheitlich abzuklären, was die Ursachen für den Haarausfall sein kann. Bei einem diffusen Haarausfall etwa, also wenn überall Haare ausfallen, fragen wir nach Auslösern wie etwa Stress oder anderen." Auch die Ernährung spiele eine Rolle, etwa Diäten, ebenso Medikamenteneinnahme, Erkrankungen oder anderes. Genetische Ursachen sind ebenfalls möglich.
"Wir schauen uns dann den Kopf genauer an, mit unterschiedlichen Methoden." Erst dann könne man genauer feststellen, welche Art von Haarausfall vorliegt und ob man mit Medikamenten entgegenwirken muss oder ob sich eine Ernährungsumstellung oder auch der Einsatz von LED- und/oder Massageprodukten eignen kann.
Dr. Raj Ajora erklärt: “Die LED-Therapie (lichtemittierende Diode), insbesondere in Form der Low-Level-Lasertherapie (LLLT), wurde auf ihre potenziellen Vorteile bei der Förderung des Haarwachstums untersucht. Es wird angenommen, dass diese Therapie die Haarfollikel stimuliert, die Blutzirkulation in der Kopfhaut erhöht und den Zellstoffwechsel verbessert, was zu einer verbesserten Haardichte und -dicke führen kann.”
Sie erklärt, dass “Studien positive Ergebnisse bei Personen mit androgenetischer Alopezie (Glatzenbildung durch männliche Hormone) und anderen Arten von Haarausfall gezeigt haben”.
Anabel Kingsley ergänzt, dass “es nur begrenzt Beweise für die garantierten Ergebnisse der Verwendung von LED gibt, obwohl es nicht schaden kann, diese Option auszuprobieren” - wenn man sich dafür entscheidet, eine Reise vom Haarausfall zum Haarwuchs anzutreten, sollte man dies im Hinterkopf behalten. Kingsley sagt, dass Geräte mit Low-Level-Lasertherapie (LLLT) auf deutlich mehr Studien bauen können, aber dass jedes Gerät am besten in Verbindung mit anderen Lösungen für Haarausfall, wie Minoxidil, verwendet wird, “um den maximalen Nutzen zu erzielen”.
Dr. Raj Ajora glaubt, dass die besten Geräte “ergonomische, einfach zu bedienende Geräte sind, die man konsequent an kleineren Stellen einsetzen kann”.
Laurence Newman erklärt: “Regelmäßige Anwendung ist der Schlüssel zum Erfolg, und die Häufigkeit hängt in der Regel vom Gerätetyp und den Behandlungszielen ab. Viele LED-Geräte sind beispielsweise für eine tägliche oder zumindest fast tägliche Anwendung von zehn bis 20 Minuten pro Sitzung ausgelegt, wobei die genaue Anleitung vom jeweiligen Modell abhängt.” Er fügt hinzu: “Eine konsequente Anwendung ist entscheidend, um die gewünschten Effekte zu erzielen und aufrechtzuerhalten, egal, ob es sich um Hautverbesserungen oder ein gezieltes Treatment der Kopfhaut handelt.”
Ferguson und Measures empfehlen, ihr Gerät von The Light Salon “drei- bis fünfmal pro Woche” zu verwenden.
Die Lasertechnologie findet in der Medizin bereits hohe Anwendung. Auch im Bereich Haarmedizin erweisen sich Laserbehandlungen in einigen Fällen als wirksames Mittel zur Behandlung von Haarausfall. Hochmoderne Laser werden heute von spezialisierten Fachärzten gegen eine Vielzahl von Haut- oder Kopfhautproblemen eingesetzt.
Mit dem Low-Level Diodenlaser und dem fraktionierten Erbium-Glass-Laser stehen zwei Lasersysteme zur Verfügung, mit denen nicht nur bestehender Haarausfall deutlich verbessert, sondern darüber hinaus bei Vorliegen bestimmter Haarprobleme sogar deutlich sichtbares Neuwachstum von Haaren angeregt werden kann.
Der Low-Level Diodenlaser besteht aus einer Vielzahl von (bis zu 200) Laserdioden, die ähnlich einer Trockenhaube beim Friseur in einer Art Hohlspiegel dicht oberhalb der Kopfhaut positioniert werden. Diese Dioden strahlen Laserlicht aus dem Infrarot-Wellenlängenbereich tief in die Kopfhaut ein und regen hierdurch die Mitochondrien (= „Kraftwerke“ des Mikromotors Haarwurzel) zu maximaler Aktivität an.
Hierdurch erhöht sich die Stoffwechselaktivität der einzelnen Haarwurzeln dramatisch, was einerseits zu einer Kräftigung der Haarwurzeln führt und somit einer leichten Ausziehbarkeit der Haare oder Haarausfall entgegenwirkt. Zum anderen wird hierdurch die Wachstumsgeschwindigkeit der einzelnen Haare nachweislich gefördert, sodass es nach einer bestimmten Anzahl von Sitzungen zu einer sichtbaren Haarverdichtung auf der Kopfhaut kommen kann.
Die Behandlung wird in der Anfangsphase zweimal pro Woche durchgeführt. Im weiteren Verlauf reduziert sich die Notwendigkeit der Laserbestrahlung auf circa einmal pro Monat. Die Gesamtbehandlungsdauer kann je nach Behandlung 1 bis 1,5 Jahre dauern. An Kosten muss man circa 60 € pro Sitzung rechnen.
Eine vollständig andere Technik nutzt der fraktionierte Erbium-Glass-Laser, welcher insbesondere beim kreisrunden Haarausfall (Alopezia areata) eingesetzt wird und beeindruckende Wirkungen zeigt. Dieser Laser sendet hunderte von feinsten, hochenergetischen Lichtstrahlen wie Nadelstiche tief in die Kopfhaut bis in die Ebene der Haarwurzeln.
Dort werden mikroskopisch feine, winzige Verletzungen gesetzt, welche die Aktivität der Haarwurzeln maximal anregen. Hier nutzt man die Tatsache aus, dass die Haarwurzeln bei Verletzungen der Haut, z.B. durch Verbrennungen, fast komplett die Reparaturmechanismen übernehmen und neue Hautzellen der heilenden Haut überwiegend aus den Haarfollikeln entstehen.
Zur vollständigen Stimulation des Haarneuwachstums sind 5 bis 8 Sitzungen im Abstand von jeweils 4 Wochen erforderlich.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen beeindruckende Ergebnisse, insbesondere des Diodenlasers gegen den diffusen und hormonell bedingten Haarausfall bei Frauen und Männern. Auch beobachten wir deutliche Stimulationen des Haarneuwachstums, wobei hierfür eine Mindestzahl von 10 bis 12 Sitzungen erforderlich ist, bis die ersten neuen Haare sichtbar werden.
Aber auch der fraktionierte Erbium-Glass-Laser wird in letzter Zeit zunehmend nicht nur bei kreisrundem Haarausfall, sondern auch bei der androgenetischen Alopezie des Mannes eingesetzt.
Insgesamt stellen Laserbehandlungen gegen Haarausfall eine sehr effektive Möglichkeit dar, durch Einbringen von hochenergetischer Strahlung in tiefe Schichten der Kopfhaut die Haarwurzeln nicht nur zu stabilisieren, sondern darüber hinaus auf maximale Weise zum Neuwachstum anzuregen.
Nebenwirkungen sind extrem selten und beschränken sich beim Diodenlaser auf eine leichte, aber nicht unangenehme Erwärmung der Kopfhaut. Beim fraktionierten Erbium-Glass-Laser wird während der Behandlung ein leichtes Brennen empfunden und im Anschluss an die Lasertherapie können die behandelten Flächen vorübergehend gerötet sein.
Die Low-Level-Laser-Therapie (LLLT), auch als Rotes Licht oder Led Licht bekannt, ist eine nicht-invasive und medikamentfreie Behandlungsmethode zur Förderung des Haarwachstums. Sie funktioniert, indem Energieimpulse in inaktive Haarfollikel gesendet werden, um die Zirkulation und Zellatmung zu stimulieren und somit das Nachwachsen von Haaren anzuregen.
LLLT ist am besten für Patienten mit erblich bedingtem Haarausfall geeignet. Die Behandlung erfordert jedoch wiederholte Anwendungen, um sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Es gibt umfangreiche wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von LLLT bei Haarausfall, und es wurde von renommierten Einrichtungen wie dem Wellman Center for Photomedicine und der Harvard University untersucht.
Einige Patienten bemerken Ergebnisse innerhalb von 3-6 Monaten, aber es kann bei jedem unterschiedlich sein.
LED-Geräte können nicht nur Falten reduzieren und unser Hautbild verbessern, sondern auch Haarausfall entgegenwirken. Es gibt verschiedene Modelle auf dem Markt, die dem Haaraufall entgegenwirken. Hier einige Beispiele:
Studien zeigen, dass Licht im Bereich von 630 bis 850 Nanometern die besten Ergebnisse bei Haarausfall liefert. Wichtig ist eine regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen - je nach LED-Gerät gegen Haarausfall am besten mehrmals pro Woche bis zehn Minuten lang pro Sitzung.
Die Anwendung eines LED-Haarwuchsgeräts ist denkbar einfach: Aufsetzen, einschalten, zurücklehnen. Die meisten Helme oder Kappen funktionieren mit voreingestellten Programmen, bei denen man etwa zehn bis 15 Minuten nichts tun muss. Sie können dabei entspannt auf dem Sofa sitzen, arbeiten oder eine Serie schauen.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Wer auf sichtbare Ergebnisse hofft, sollte das LED-Gerät mindestens drei bis vier Mal pro Woche verwenden. Für maximale Wirkung empfehlen Hersteller oft eine Anwendungsdauer von mehreren Monaten. Geduld zahlt sich aus - ein verbessertes Haarwachstum ist oft nach sechs bis acht Wochen sichtbar. Bis Haare nachwachsen, dauert es eben ein wenig.
Die Low-Laser-Therapie gegen Haarausfall ist deutlich wirksamer, wenn sie mit anderen Behandlungen kombiniert wird. Zudem kann die Phototherapie helfen, die Nebenwirkungen (bspw. Rötungen, Schwellungen) anderer Behandlungen zu reduzieren. Daher kombinieren wir die Lasertherapie standardmäßig mit PRP- und Mesotherapie.
Mehrere Studien belegen die Wirksamkeit der Low-Level-Laser-Therapie (LLLT) bei der Behandlung von Haarausfall:
Zanardo, L. (2016): Eine Studie mit Frauen, die unter hormonell- und altersbedingtem Haarausfall leiden, zeigte eine signifikante Zunahme der Gesamthaardichte und der Vellushaare nach 48 LLLT-Behandlungen über einen Zeitraum von 6 Monaten.
Qiu, J. et al. (2022): Eine Real-World-Studie mit 1383 Patienten mit androgenetischer Alopezie (AGA) ergab, dass LLLT in fast 80 % der Fälle wirksam war, insbesondere bei männlichen Patienten und solchen mit Kopfhautproblemen wie Schuppen, Ausschlag und Juckreiz. Die Behandlungsdauer sollte für optimale Ergebnisse mehr als ein Jahr oder mehr als 180 Anwendungen betragen.
Avci, P. et al. (2014): Diese Untersuchung zeigt, dass LLLT das Haarwachstum bei Mäusen mit Chemotherapie-induziertem Haarausfall und bei Alopecia areata stimulieren kann. Klinische Studien bestätigen ebenfalls die Stimulierung des Haarwachstums bei Männern und Frauen. Als Hauptwirkungsweise wird die Stimulierung der epidermalen Stammzellen in den Haarfollikeln und die Verschiebung der Follikel in die Wachstumsphase angenommen.
| Studie | Ergebnisse |
|---|---|
| Zanardo, L. (2016) | Signifikante Zunahme der Haardichte und Vellushaare |
| Qiu, J. et al. (2022) | Wirksamkeit in fast 80% der Fälle bei AGA-Patienten |
| Avci, P. et al. (2014) | Stimulierung des Haarwachstums bei verschiedenen Arten von Haarausfall |
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