Leukozytenmangel und Haarausfall: Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Wort Leukozytopenie (Kurzform Leukopenie) kommt aus dem Altgriechischen und heißt übersetzt "Mangel an weißen Blutzellen". Die weißen Blutkörperchen sind in unserem Körper besonders für die Abwehr von Infektionen zuständig. Sie können eingedrungene Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren erkennen und diese unschädlich machen. Bei einer Leukozytopenie besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da das Abwehrsystem durch zu wenig Leukozyten geschwächt ist. Es kann verschiedene Gründe haben, wenn der Blutspiegel der Leukozyten niedrig ist.

Ursachen einer Leukozytopenie

Die Ursache einer Leukopenie kann dabei sehr unterschiedlich sein. Eine niedrige Leukozytenzahl entsteht, wenn weiße Blutkörperchen in größeren Mengen verbraucht und/oder nicht genügend neue Zellen im Knochenmark nachproduziert werden. Da der Körper über einen gewissen Leukozyten-Speicher verfügt, macht sich eine Leukopenie erst nach etwa einer Woche mit Symptomen bemerkbar. Zu einer Leukopenie (Leukozytopenie) kann es kommen, wenn der Körper entweder zu wenige Leukozyten produziert oder zu viele Leukozyten abbaut oder wenn übermäßig viele Leukozyten aus dem Blut ins Gewebe einwandern.

Hier sind einige mögliche Ursachen:

  • Infektionen (wie Grippe = Influenza, Masern, Röteln, Malaria, Brucellose, Typhus abdominalis)
  • Knochenmarkschädigung durch Chemotherapie oder Bestrahlung
  • Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom oder reaktive Arthritis
  • Erkrankungen, bei denen die Leukozyten-Bildung gestört ist wie zum Beispiel bei Vitamin B12-Mangel oder Myelodysplasien (Knochenmarkserkrankungen mit gestörter Blutbildung)
  • ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure
  • Erkrankungen, die die Stammzellen im Knochenmark beeinträchtigen, wie eine aplastische Anämie oder Myelodysplasie
  • Speicherkrankheiten wie Morbus Gaucher
  • eine Krebsbehandlung (z. B. Chemotherapie, Strahlentherapie)
  • Arzneimittelunverträglichkeiten (z. B. gegen Metamizol, Acetylsalicylsäure, Codein, Carbimazol, Penicillin)
  • entzündliche Prozesse
  • Krebserkrankungen (z. B. Leukämie)
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. Kollagenose, rheumatoide Arthritis )
  • eine vergrößerte Milz (Splenomegalie)
  • Virusinfektionen (z. B.

Während der Chemo- oder Strahlentherapie können neben den Krebszellen auch teilungsfähige Stammzellen des Knochenmarks zerstört werden. Weniger Stammzellen führen zu einer reduzierten Produktion an weißen Blutkörperchen, wodurch sich zu wenig Leukozyten im Körper befinden und eine Leukopenie entsteht. Krebspatienten sind auf Grund der stark wirksamen Therapien daher oftmals von einer Leukopenie betroffen.

Der Leukozyten-Normwert liegt bei einem gesunden Menschen zwischen 4.000 und 11.000 Leukozyten pro Mikroliter (µl). Nach der Chemotherapie können die Leukozyten vom Normwert auf Werte von bis zu 100 Zellen pro μl abfallen. Da Patienten während der Chemotherapie häufig zu wenig weiße Blutkörperchen aufweisen, wird der Leukozyten-Wert während der Therapie regelmäßig überprüft.

Ob und inwiefern sich zu wenig weiße Blutkörperchen im Kreislauf befinden, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt von der durchgeführten Behandlung ab. Der Abfall der Leukozyten lässt sich im Rahmen einer Chemotherapie leider schwer beeinflussen.

Symptome einer Leukozytopenie

Ist die Zahl der Leukozyten zu niedrig, kann das verschiedene Symptome verursachen. Weisen Betroffene zu wenig Leukozyten auf, spüren sie normalerweise zunächst nichts. Manchmal macht sich der Mangel an weißen Blutkörperchen möglicherweise durch eher allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsabfall oder Appetitlosigkeit bemerkbar. Leichte Leukopenien verlaufen häufig symptomlos. Da der Organismus aber durch zu wenig Leukozyten im Blut angreifbarer für Erreger von außen ist, treten häufiger Infektionen auf. Nicht selten verursachen dann sogenannte atypische Erreger fieberhafte Erkrankungen. Die Erreger werden als „atypisch“ bezeichnet, da sie bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem meist keine Erkrankung auslösen. Hierzu zählen verschiedene Bakterien und Pilze. Je geringer die Zahl der weißen Blutkörperchen ist (also je ausgeprägter die Leukopenie), desto schwerer können die Infekte verlaufen.

Insgesamt können verschiedene Beschwerden und Erkrankungen Zeichen einer Leukopenie sein. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Sie Anzeichen und Symptome einer Infektion früh erkennen und einen Arzt aufsuchen. Da das Abwehrsystem bei Patienten mit zu wenig weißen Blutkörperchen geschwächt ist, können Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen und sich ausbreiten.

Sie sollten unverzüglich Ihren Arzt kontaktieren, wenn Sie folgende Infektionssymptome beobachten:

  • Fieber: Die Körpertemperatur steigt auf über 38 Grad Celsius
  • Husten, Schleimproduktion: Sie sind kurzatmig oder haben Schmerzen beim Atmen
  • wunde, offene und geschwollene Stellen oder weiße Bläschen im Mund
  • Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen
  • Eiter oder Ausfluss bei einer Verletzung
  • geschwollene, gerötete oder schmerzende Hautstellen
  • Veränderung des Stuhls (Blut im Stuhl, Durchfall, Verstopfung)
  • Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen am Venenzugang (zum Beispiel Hickman-Katheter, etc.)
  • allgemeines Krankheitsgefühl (auch ohne Fieber)

Sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen

Um Infektionen als Folge von zu wenig Leukozyten zu verhindern, gibt es eine Reihe an wirksamen Vorsichtsmaßnahmen:

  • Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände mit Seife (mindestens 20 Sekunden), besonders vor dem Essen und nach dem Stuhlgang. Falls das Händewaschen nicht möglich ist (unterwegs), kann ein Handdesinfektionsmittel verwendet werden (beispielsweise Sterillium® oder Desmanol®).
  • Vermeiden Sie scharfe Rasierer. Benutzen Sie lieber Elektrorasierer oder Enthaarungscreme.
  • Halten Sie Finger- und Fußnägel kurz und sauber.
  • Frauen sollten statt Tampons lieber Binden während der Menstruation verwenden.
  • Vermeiden Sie vorübergehend während der Krebstherapie große Menschenansammlungen und den öffentlichen Nahverkehr zu Stoßzeiten.
  • Tragen Sie im Zweifel einen Mundschutz (beispielsweise FFP-2-Mundschutz).
  • Waschen Sie Ihr Geschirr und Ihre Wäsche regelmäßig bei höheren Temperaturen (mindestens 60 Grad Celsius), um Bakterien abzutöten.
  • Verzichten Sie vorübergehend auf häufig keimbelastete Nahrungsmittel wie rohe Eier (beispielsweise Tiramisu), Produkte aus rohem Fleisch (beispielsweise Mett) oder auch aus roher Milch (besondere Vorsicht bei Edelschimmelkäse).
  • Schützen Sie sich vor Verletzungen im Alltag (vermeiden Sie riskante Sportarten, tragen Sie Handschuhe beim Abwaschen und bei der Gartenarbeit, etc.).

Behandlungsmöglichkeiten

Ob eine Leukopenie (Leukozytopenie) behandelt werden muss, hängt davon ab, wie niedrig die Leukozyten-Werte im Einzelfall sind und was genau die Ursache für die niedrigen Werte ist. Bei einer leichten Verringerung der Leukozytenzahl kann zunächst abgewartet und in zeitlichem Abstand eine erneute Blutkontrolle durchgeführt werden. Oftmals hat sich der Blutwert dann schon wieder von allein normalisiert, etwa wenn eine nun ausgeheilte Infektion die Ursache war. Ist die Zahl der weißen Blutkörperchen stark vermindert, muss gegebenenfalls eine Knochenmarksprobe entnommen werden, um die Ursache zu finden.

Bei einer Infektion in Folge einer Leukozytopenie wird der Arzt Ihnen eine passende, meist antibiotische Therapie verschreiben. Wenn sich zu wenig weiße Blutkörperchen im Kreislauf befinden, ist es außerdem manchmal notwenidig, die Chemotherapie niedriger zu dosieren oder die Zyklen zu verlängern. Hier muss die Situation allerdings individuell abgewogen werden, da unter Umständen der Erfolg der Behandlung negativ beeinflusst wird.

In bestimmten Fällen kann daher eine Behandlung mit Granulozyten-Wachstumsfaktoren, kurz G-CSF, sinnvoll sein. Dabei wird ein Mittel unter die Haut gespritzt, dass die Bildung der weißen Blutkörperchen im Knochenmark anregt. Ob sich diese Behandlung für Sie eignet und möglich ist, entscheidet Ihr Arzt individuell.

Bei weniger als 1000 Leukozyten pro Mikroliter Blut können Erreger nicht mehr adäquat abgewehrt werden. Bei Messwerten unter 500 Leukozyten pro Mikroliter besteht praktisch kein Immunschutz mehr. Der Patient muss sofort auf einer sogenannten Isolierstation von Erregern abgeschirmt werden. Um das Knochenmark zur Leukozytenproduktion anzuregen, ist es möglich, sogenannte Wachstumsfaktoren zu verabreichen. Des Weiteren erhalten die Leukopenie-Patienten vorbeugend Medikamente gegen Bakterien (Antibiotika) und gegen Pilze (Antimykotika), um Infektionen zu verhindern.

Anämie und Haarausfall

Bei länger anhaltender Anämie können brüchige Finger- und Fußnägel, Haarausfall und Spliss beobachtet werden.

Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls. Sie betrifft bis zu 70 % aller Männer und 40 % aller Frauen (8). Histologisch beobachtet man eine fortschreitende Miniaturisierung von Terminalhaarfollikeln in genetisch prädisponierten Kopfhautarealen, eine Verkürzung der Wachstumsphasen und verminderte Haarschaftdicken (8). Die androgenetische Alopezie zeigt typische Haarausfallsmuster: der männliche Typ mit Geheimratsecken und Lichtung im Bereich der Tonsur (Klassifikation Norwood-Hamilton) beziehungsweise der weibliche Typ mit Mittelscheitel-Lichtung (Ludwig-Klassifikation) (Abbildung 1).

Symptome der Blutarmut aus der TCM-Sicht:

  • Müdigkeit
  • Gesichtsblässe
  • Trockene Haut/ Haarausfall
  • Brüchige Fingernägel
  • Lebhafte Träume bis Alpträume, Schlaflosigkeit, Herzklopfen / Tachycardie / Herzrhythmusstörungen
  • Muskelschmerzen bis Spasmen/Krämpfe, Zittern/Tremor, Sehnenscheidenentzündungen / Tendovaginitis weil die Muskeln und Sehnen nicht ausreichend durchblutet werden.
  • Gesichtsfeldausfälle, Nachtblindheit, evtl. Kopfschmerzen, Schwindelgefühl
  • unregelmäßige Menstruationsblutung / zu schwach, zu stark, zu schmerzhaft bis ausbleiben der Menstruation
  • schwerer Blutmangel kann sich in ZNS-Symptomen manifestieren wie psychischer Instabilität, Restless-Legs-Syndrom, Neuropathie mit Parästhesie/Taubheitsgefühl bis zu motorischen Ausfällen wie Gangstörungen und Lähmungen.

Behandlung von kreisrundem Haarausfall

Es gibt verschiedene Optionen, um kreisrunden Haarausfall zu behandeln. Da die genaue Entstehung noch nicht abschließend geklärt ist, lässt sich kreisrunder Haarausfall bisher nicht ursächlich behandeln. Es gibt jedoch Therapien, die darauf ausgerichtet sind, die Symptome zu lindern. Dafür kann der Arzt bei kreisrundem Haarausfall Medikamente verschreiben:

  • Kortikosteroide (Kortison) verringern die Entzündungsreaktion an den Haarfollikeln.
  • Diphenylcyclopropenon, das eine kontrollierte allergische Reaktion (z.B. mit Juckreiz und Rötung) auf der Kopfhaut auslöst.
  • Dithranol, das in Form einer Salbe auf der kahlen Haut verteilt wird.
  • Baricitinib kann das Immunsystem abschwächen und entzündungshemmend wirken.
  • Minoxidil verstärkt die Durchblutung der Haarwurzeln und regt so das Haarwachstum an.

Generell fällt die Wirksamkeit der Medikamente gegen kreisrunden Haarausfall individuell sehr verschieden aus. Eventuell verordnet der Arzt daher nacheinander unterschiedliche Arzneimittel oder kombiniert sie, um herauszufinden, was beim jeweiligen Patienten am besten funktioniert.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Einnahme von Zink- oder Vitamin D-Präparaten bei kreisrundem Haarausfall hilfreich sein kann, wenn gleichzeitig ein entsprechender Mangel besteht. Wer probieren möchte, die Behandlung über die Einnahme von Zink oder Vitamin D zu unterstützen, sollte vorab einen Bluttest machen lassen. Der Arzt kann dann zur passenden Dosierung beraten.

Hausmittel haben bei kreisrundem Haarausfall in der Regel keinen oder nur einen sehr geringen Effekt. Möchten Betroffene dennoch Hausmittel verwenden, können sie zum Beispiel die Kopfhaut mit hochwertigem Argan- oder Kokosöl massieren, um die Durchblutung anzuregen.

Alopecia areata - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

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