Lenny Kravitz: Mehr als nur ein Rockstar mit Stil

Viele Stars sind fast untrennbar mit einem Markenzeichen verbunden. Und auch Perücken stehen bei einzelnen hoch im Kurs. Aber wie sehen die Show-Größen eigentlich ohne aus?

Lenny Kravitz ist bekannt für seinen einzigartigen Stil und seine Musik. (Quelle: rollingstone.de)

Lenny Kravitz: Ein musikalisches Chamäleon

Seine Musik lässt sich seit über 30 Jahren nicht so einfach in eine Schublade stecken:

"Ich mache Rock, aber viele Rock-Sender spielen mich nicht, weil ich ihnen irgendwie zu funky bin. Und die R'n'B-Sender sagen: Du bist schwarz, aber nicht so richtig. Du passt nicht in unser 'Format'."

Aber gerade das macht die Songs von Lenny Kravitz so unverwechselbar!

Der Sohn einer Schauspielerin und eines Fernsehproduzenten kam schon als Kind mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen in Kontakt. Jazz, Blues, Klassik - der kleine Lenny nahm alles in sich auf:

"Meine Eltern unterstützten das sehr, dass ich schon früh Musik liebte, und nahmen mich auf eine Menge Konzerte mit."

Mit fünf Jahren wollte er selbst Musiker werden, begann Schlagzeug und Gitarre zu spielen. Mit Rock kam er zum ersten Mal in Los Angeles in Berührung, wohin die Familie 1976 zog. Dem damals Zehnjährigen öffnete sich eine völlig neue Welt. Erst mal sang Lenny aber im ''California Boys Choir ''und trat mit ihm sogar in der Met auf. Während der Highschool brachte er sich das Bass- und Klavierspielen bei, schrieb unter dem Pseudonym Romeo Blue Songs und bewarb sich bei einigen Labels. Anfangs wollte ihn niemand haben oder seine Musik zu sehr verändern. Die Plattenbosse wussten nicht, wie sie Lenny einordnen sollten, seine Songs waren ihnen entweder "nicht schwarz genug" oder "nicht weiß genug".

Kurzerhand nahm Lenny einfach selbst ein Album auf und plötzlich war er heiß begehrt: Anfang 1989 unterschrieb er mit 24 seinen ersten Plattenvertrag. Während sein Debütalbum ''Let Love Rule'' (1989) eher mäßige Erfolge feierte, schaffte er mit dem Nachfolger ''Mama Said'' (1991) den großen Durchbruch. Seine Single ''It Ain't Over 'Til It's Over'' landete in den USA auf Platz zwei der Charts. Seine Musik, Rock mit einer Prise Soul, Funk und Reggae, kam an. Über die Jahre landete er mit Songs wie ''Are You Gonna Go My Way'', ''Fly Away'' und ''I'll Be Waiting'' weltweit Hits. Insgesamt gewann er bisher vier Grammys, brachte zwölf Alben - darunter eine Best-Of- und eine Live-Platte - auf den Markt und tourte um die ganze Welt.

Seit einigen Jahren versucht sich der Rocker auch als Schauspieler. Spielte er sich in ''Zoolander'' (2001) noch selbst, übernahm er in ''Precious - Das Leben ist kostbar'' (2009) die Rolle des Krankenpflegers John. Es folgten die erfolgreichen ''Die Tribute von Panem''-Filme, in denen er neben Oscarpreisträgerin Jennifer Lawrence als Cinna zu sehen war. Außerdem ergatterte er eine Rolle in dem prestigeträchtigen Drama ''Der Butler'' (2013) und ist seit 2016 in der US-Serie ''Star'' zu sehen. Ein Ende seiner Karriere als Schauspieler ist nicht in Sicht.

Lenny Kravitz: Ein Rockstar mit Stil

Wie es sich für einen echten Rockstar gehört, macht Lenny auch mit Frauengeschichten auf sich aufmerksam.

Zunächst schien er 1985 in Schauspielerin Lisa Bonet die große Liebe gefunden zu haben. Zwei Jahre später heiratete das Paar, im Dezember 1988 kam ihre Tochter Zoë Kravitz, die heute ebenfalls Schauspielerin ist, auf die Welt. Leider wurde die Ehe schon 1993 wieder geschieden. Seitdem kümmert sich Lenny liebevoll um seine Tochter, die bei ihm aufwuchs. Anfang der 90er soll er eine Affäre mit Madonna gehabt haben, für die er ihren Nummer-eins-Hit ''Justify My Love'' schrieb, danach war bis 1997 die französische Musikerin Vanessa Paradis seine Freundin. Auch die Beziehungen mit Model Adriana Lima, mit der er sogar verlobt war, und Nicole Kidman scheiterten, aber seine wilden Zeiten sind vorbei.

Lenny Kravitz ist erwachsen geworden:

"Ich schieße nicht mehr übers Ziel hinaus - und trotzdem bezeichnen mich einige Leute als Frauenheld. Das nervt manchmal."

Im August 2015 macht Lenny Kravitz auf ganz andere Weise Schlagzeilen. Mitten auf der Bühne reißt ihm die Hose und gibt sein bestes Stück preis. "#penisgate" offenbart außerdem ein weiteres dunkles Geheimnis: Der Frauenschwarm hat ein Intimpiercing. Naja, ganz der Rocker eben.

Noch mehr Gefallen als sein bestes Stück fand sein damals neustes Werk im Jahre 2014: Das Album "Strut" wird ein Erfolg - nach vier eher mäßig angekommenen Werken. Davor hieß es immer, seine Musik gebe nichts Neues mehr her, bediene sich zu vieler alter Muster oder sei einfach nur darauf getrimmt, massenkompatibel zu sein. Mit ''Strut'' beweist er wieder allen, dass er nicht nur ein Star, sondern auch ein Künstler ist.

Berufliche Tops oder Flops, Frauenheld hin oder her, jedenfalls schafft es der Musiker immer wieder, die Herzen der schönsten Frauen zu erobern. Seit 2018 ist es das Herz des 23 Jahre jüngeren Victoria's Secret-Models Barbara Fialho. Im Januar zeigten sich die beiden erstmals turtelnd bei einem Spaziergang in Miami. Kurz zuvor hatte Lenny in einem Interview mal wieder beteuert, dass seine wilden Zeiten der Vergangenheit angehören:

"Ich war wirklich, wirklich Single in den letzten Monaten. So soll es erst mal auch bleiben. Ich warte darauf, die Richtige kennenzulernen."

Als Weltstar kann Lenny Kravitz selbstverständlich auch das ein oder andere hübsche Häuschen vorweisen. Der Rocker lebt allerdings nicht so klischeehaft, wie man sich das bei einem wie ihm vielleicht vorstellen würde. Bis 2017 besaß er eine schicke Villa in Miami Beach, die er für 16,5 Millionen US-Dollar verkaufte, denn das entsprach einfach nicht mehr seinem Wohnstil. Neben einem Haus in Paris, das mit dem edelsten Design und teuren Kunstwerken ausgeschmückt ist, hat Lenny eine Farm in Brasilien und ein Stück Land auf den Bahamas, auf dem ein ausgebauter Wohnwagen steht. Dort und auch in Brasilien baut er sein eigenes Gemüse an - er ist überzeugter Veganer! Auf der Farm, die im 18. Jahrhundert als Kaffee-Plantage gebaut wurde und nicht weit von Rio de Janeiro entfernt ist, leben außerdem Pferde, Kühe, Äffchen und sein Labrador Neon.

Männerschmuck: Lenny Kravitz als Vorreiter

Na klar, Lenny Kravitz macht es schon lange. Ebenso wie Johnny Depp, Pharrell Williams und David Garrett. Aber Pep Guardiola auch, nur dezenter. Der ist weder Pop- noch Hollywoodstar. Sondern Fußballtrainer. Und offensichtlich machen es immer mehr Leute, die weniger prominent sind. Männer tragen wieder Schmuck. Der Markt boomt wie zu schönsten Glamrock-Zeiten.

Lenny Kravitz ist bekannt für seinen extravaganten Schmuckstil. (Quelle: menshealth.de)

Goldkettchen, Totenkopfringe, Perlenarmbänder: „Wir haben im letzten Jahr sehr viel dazugewonnen in diesem Bereich“, sagt Thomas Sabo, einer der Marktführer unter den deutschen Schmuckdesignern. Männerschmuck ist das am stärksten wachsende Segment in der gesamten Branche.

Lange Zeit waren für ihn Manschettenknöpfe, Ehering und eine teure Uhr vorgesehen. Glitzerndes trugen nur Gangsta-Rapper, langhaarige Aussteiger und geschmacklich umstrittene Metrosexuelle wie David Beckham. Die trugen meist zu viel davon oder Seltsames an der falschen Stelle. Brillis im Ohr sollte der Mann von Welt weiterhin vermeiden - auch wenn die Kombination Mann und Schmuck eine lange Geschichte hat.

Im Hochmittelalter übertrafen sich Adelige und das aufsteigende Bürgertum bei der Zurschaustellung schweren Geschmeides und üppig verzierter Ausgehwaffen. In der Renaissance kamen Edelsteine an Kleidung und Halsketten dazu, der barocke Sonnenkönig Ludwig XIV. setzte dem Ganzen seine aufwendig gepuderte Perücke auf und ließ Rüschen platzieren, wo immer eine Naht Platz fand. Mit seinen papageienbunten Outfits samt goldener Amtskette, jeder Menge Ringe und edelsteinbesetzten Schnallenschuhen dürfte er als oft kopiertes Style-Vorbild der Pharrell Williams des höfischen Absolutismus gewesen sein.

Schon damals folgte wie heute auf jeden Trend der Gegentrend - in diesem Fall wahrscheinlich, weil es nach oben keinen Spielraum mehr gab: Die Biedermeierzeit war, wie der Name schon sagt, bieder. Noch Jahrzehnte später trauten sich nur einige Dandys wie Oscar Wilde mit Lametta auf die Straße. In den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts wiederum war das Goldkettchen auf behaarter Männerbrust angesagt, gern mit Leoparden-Anhänger oder der goldenen Medusa von Versace.

Heute darf es etwas stilvoller sein. „Individualität ist in“, sagt David Chu, Designer und Geschäftsführer des dänischen Lifestyle-Labels Georg Jensen. „Für viele Männer, die tagtäglich Anzug tragen müssen, ist ein dezentes Schmuckstück die einzige Möglichkeit, sich von den anderen zu unterscheiden.“

Gerade hat Chu in der Münchner Innenstadt den ersten deutschen Flagship-Store der Traditionsmarke eröffnet, mit einer eigenen Männerkollektion, ausgestellt in gläsernen Vitrinen: schlichte silberne Armreife, dezente Ketten, minimalistische Siegelringe aus gehämmertem Silber. „In der Männermode ist derzeit viel in Bewegung“, sagt Chu. „Die Outfit-Regeln, die heute 40-Jährige gelernt haben, lassen die 20-Jährigen nicht mehr gelten. Sie probieren alles aus, kleiden sich mal eher weiblich, mal wie ein Macho.“

Der neue Mut zur Eitelkeit beeinflusst den Umgang mit Schmuck. Noch vor einigen Jahren musste sich jedes Accessoire hinter einer Funktion verstecken: die Manschettenknöpfe, um das Hemd zusammenzuhalten, der Ehering, um den Beziehungsstatus zu zeigen, die Uhr für die Zeit - obwohl die schon lange keiner mehr am Handgelenk herumtragen muss.

Heute erlauben sich auch Männer einen spielerischen Umgang mit Mode und Identität. Der eine zeigt mit thailändischen Karma Beads, dass im Anzug ein Beachboy steckt, andere machen mit dem Totenkopfring von Thomas Sabo auf Rockstar. Und wenn doch ein wichtiger Termin ansteht, kann „Mann“ das auffällige Stück ja kurz in der Tasche verschwinden lassen.

„Frauen wollen mit Schmuck zeigen, was sie haben, was sie können oder was sie einem Mann wert sind“, sagt der Modeexperte und Fashion-Blogger Jörg Messerschmidt. „Für Männer geht es nur bei der Uhr um die Zurschaustellung von Reichtum.“ Anderes Geschmeide soll die Persönlichkeit spiegeln. Das gelte selbst für den Siegelring, meint Messerschmidt: „Dessen Träger will mit seinem Erbstück zeigen, dass er alte Werte lebt.“

Ähnlich sieht es der Schmuckdesigner Olaf Tegeler. In seinem Atelier in Berlin-Charlottenburg kreiert er Schönes für den Matrosen im Manne: Anker-Anhänger, schwere Armbänder, Piratenringe. Die Nachfrage ist so sehr gestiegen, dass er seinen Modeladen in Mitte aufgegeben hat und nur noch Schmuck für sein Label Eins Berlin entwirft. „Teure Uhren tragen kann jeder“, sagt Tegeler. „Mit einem wertvollen Armreif zeigt ein Mann wahre Expertise.“

Schmuck ist eben eine überflüssige Spielerei - und das macht ihn so schwer zu tragen. Mit Grausen erinnern sich alle vor 1975 Geborenen an die schwere „Nora“-Goldkette von Thomas Anders, der später nicht mehr so erfolgreichen Hälfte des Pop-Duos Modern Talking. „Bei den Damen heißt es: entweder Ausschnitt oder kurzer Rock“, sagt Stil-Experte Messerschmidt. „Das heißt für die Herren: lieber einzelne, ausgefallene Stücke als überall Glitzerparty.“ Das derzeit so angesagte Material Gold empfiehlt Messerschmidt erst ab 50. „Alle, die nicht Pharrell Williams sind, sehen damit nicht cool aus, sondern alt.“

Im Business-Bereich ist bei Geschmeide ohnehin höchste Vorsicht geboten, in der Freizeit dagegen geht fast alles. Wie Kleidung wird auch Schmuck durch seinen Träger definiert, die gleiche Kette lässt den einen Mann lässig wirken, den anderen verkleidet. „Man muss sich damit wohlfühlen“, sagt Messerschmidt.

Lenny Kravitz' peinlicher Bühnenunfall

Konzertbesucher im schwedischen Stockholm staunten nicht schlecht: Lenny Kravitz platzte auf der Bühne seine Lederhose. Louis Armstrong hat hier schon gespielt, Paul McCartney und der schwedische ESC-Sieger Måns Zelmerlöw: Gröna Lund (schwedisch für grüner Hain) ist ein Vergnügungspark in Stockholm auf der Halbinsel Djurgården. Er lockt nicht nur mit Fahrgeschäften jedes Jahr Millionen Besucher an, sondern vor allem mit der großen Freiluftbühne und den dortigen Konzerten.

Lenny Kravitz spielte vor mehreren Tausend Zuschauern. Der US-Sänger gab Hits wie "Can't get you off my Mind" oder "Fly Away" zum Besten. Kravitz war gerade erst auf die Bühne gekommen und spielte seinen zweiten Song, da kam es zu einem peinlichen Zwischenfall: Seine Lederhose riss. Die schwedische Tageszeitung "Expressen" hat ein Video veröffentlicht, das ein Zuschauer mitgefilmt hatte. Darauf ist zu sehen, wie Kravitz bei einem Gitarreneinsatz in die Knie geht und dabei die Naht seiner hautengen Lederhose im Schritt aufplatzt. Als Kravitz den Fauxpas bemerkt, richtet er sich schnell auf. Kravitz soll den Song noch zu Ende gespielt haben und dann hinter der Bühne verschwunden sein, um das Kleidungsstück zu wechseln.

Eine Mitarbeiterin entschuldigte die Unterbrechung bei den Zuschauern mit den Worten, es habe "einige Probleme auf der Bühne" gegeben. Kurze Zeit später kam Kravitz zurück und setzte das Konzert fort - mit neuer Hose. "Sorry dafür. Meine Hose ist aufgeplatzt. "Alter... "

"Lenny Kravitz ist echt cool drauf, trotz #Penisgate den Song erst noch zu Ende spielen. Respekt", schrieb eine Userin. Eine andere sprach vom "perfekten Krisenmanagement". Die Tierrechtsorganisation Peta schrieb: "Noch ein Grund, kein Leder zu tragen! Die lautet: "Alter... Keine Unterhose und gepierced... Verdammt.."

Auch wenn dieser Vorfall für Aufsehen sorgte, bleibt Lenny Kravitz ein Ausnahmekünstler, der sich immer wieder neu erfindet und seinen eigenen Weg geht.

Lenny Kravitz - 2022 Met Gala - Arrival

tags: #Lenny #Kravitz #Perücke

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