Die Ärzte, die beste Band der Welt, veröffentlichten 1996 "Le Frisur", ein Konzeptalbum über Haare, das in der Reihe ihrer Schnapsideen unangefochten auf Platz eins steht. Eigentlich als kleine Spaß-EP geplant, wurden es am Ende 17 Songs über Haare. Warum? Weil es die Idee gibt und weil es keinerlei Sinn macht.
Die Ärzte live beim Rock am Ring 2019
Le Frisur wurde von Bela, Farin und Rod im Jahr 1996 an nur 14 Studiotagen eingespielt. Nach dem Supererfolg von „Planet Punk“ nur ein halbes Jahr zuvor, überraschte die Band ihre Fans mit diesem ungewöhnlichen Album. In nur 14 mit absurden Einfällen vollgepackten Tagen eingespielt, ist „Le Frisur“ nach herkömmlichen Musikgeschäftskriterien ein eher durchwachsener Erfolg. Aber Legende.
Obwohl „Le Frisur“ nicht zu den wichtigsten Alben der Band zählt, ist es ein sehr gutes und spannendes Album, das auch Jahre nach dem ersten Hören noch Freude bereitet. Es ist eine stinknormale Punkplatte, bei der nichts normal ist. Das Album wimmelt es jedoch ebenso von Obskuritäten. „Haar“ ist ein musicalartiges Werk, das eigentlich nirgendwo hin will und nur dem Mitschreien von Hair-Love-Zeilen wie „Es darf nicht nur in den Kragen ragen!“ dient. Der Text von „Dauerwelle vs. Minipli“ beschränkt sich auf „Dauerwelle, Minipli“, natürlich unangenehm oft wiederholt. Im Stil der Comedian Harmonists wurde „Monika“ aufgenommen.
Zwischen den kurioseren Stücken lassen sich immer wieder Diamanten aus der Feder von Farin U. und Bela B. finden, die als perfekte Pop-Punk Songs funktionieren. Rod hat diesmal leider keinen Text gesungen. Da gäbe es zum Beispiel „No Future (Ohne neue Haarfrisur)“, „Look, Don’t Touch“ oder „Straight Outta Bückeburg“. Ein Song wie „Motherfucker 666“ gibt nur im Refrain Gas, was ihn besonders livetauglich macht.
Mit gleich einer Menge Fan-Lieblings-Geheimtipps à la „Der Afro von Paul Breitner“, „Vokuhila Superstar“ oder „Motherfucker 666“. Die Todesmetall-Anleihe „Dauerwelle vs. Minipli“ wird zum Dauerklassiker auf den Konzerten. Zwei ausgewachsene Allzeit-die ärzte-Hits gibts mit "Mein Baby war beim Friseur" und "3-Tage-Bart" obendrein.
Hier eine Übersicht einiger bemerkenswerter Songs des Albums:
| Songtitel | Beschreibung |
|---|---|
| Der Afro von Paul Breitner | Ein Fan-Liebling und Geheimtipp. |
| Vokuhila Superstar | Eine Hommage an die Vokuhila-Frisur. |
| Motherfucker 666 | Ein Song mit hohem Live-Potential. |
| Dauerwelle vs. Minipli | Eine Todesmetall-Anleihe, die zum Dauerklassiker wurde. |
| Mein Baby war beim Friseur | Einer der bekannteren Hits des Albums. |
| 3-Tage-Bart | Ein weiterer Hit, der die Bedeutung des Dreitagebarts hervorhebt. |
Le Frisur erscheint ausschließlich als Vinylalbum (inklusive Downloadcode). Clevere Vinylisten bestellen ab sofort. Übrigens sind Bela, Farin und Rod ja schon seit einiger Zeit dabei, ihre Alben auch wieder als Vinyls verfügbar zu machen.
Die Ärzte legen neu auf: Am 03.02.2023 kam LE FRISUR. Es geht voran und der gesamte Katalog von DIE ÄRZTE wird nach und nach als Vinyl LP neu aufgelegt.
Die „Erklärung“ zu Beginn zeigt schon einmal auf, warum solch ein Werk überhaupt relevant sein könnte: „Richtig supi bist du nur mit einer schicken Haarfrisur“. Es folgen alltägliche Beispiele, in fetzige, kurze Rocksongs verpackt, anhand derer die Bedeutung der Frisur erläutert wird. Ob es nun um die Freundin geht, die nach dem Friseurbesuch einfach nichts mehr hermacht, den „Frisurenking“ Vokuhila oder den Dreitagebart, der allein „die Miezen ans Gerät bringt“: Ohne die passende (neue) Frisur heißt es oft „No Future“.
tags: #le #frisur #die #arzte #band
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.