Kopfläuse sind eine häufige Erkrankung, die vor allem Kinder betrifft. Wenn bei Kindern der Kopf juckt, könnte ein Befall mit Kopfläusen dahinterstecken. Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) sind etwa 2-3 mm große flügellose graue bis rötliche Insekten, denen sie sich an den Haaren festhalten, und einen Stechsaugrüssel, um alle paar Stunden Blut zu saugen.
Die weibliche Laus befestigt ihre Eier mit einer Art Klebstoff am Haaransatz. Nissen kleben mit einer wasserunlöslichen Substanz an die Haare in unmittelbarer Nähe der Kopfhaut und sind mit einem Chitingehäuse umschlossen. Die Nissen bleiben fest im Haar verankert, weshalb sich der Abstand zur Kopfhaut mit dem weiteren Haarwachstum vergrößert. Aus den Eiern schlüpfen nach bis zehn Tagen Larven (Nymphen), die den Kopf zunächst noch nicht verlassen können. Innerhalb von 7 Tagen häuten sie sich mehrmals und entwickeln sich zu geschlechtsreifen adulten Läusen.
Entwicklungsstadien der Kopflaus (Quelle: pediculosis-gesellschaft.de)
Kopfläuse können von Kopf zu Kopf zum nächsten wandern und sich so rasch verbreiten, besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Auch eine indirekte Übertragung über Mützen und Schals, Haarbürsten u.a. ist möglich.
Es wird empfohlen, bereits bei Verdacht auf Kopflausbefall, z.B. im näheren Umfeld, den behaarten Kopf gründlich zu inspizieren und mit einem speziellen Nissenkamm zu kämmen. Bei diesen speziellen Kämmen stehen die Zinken nicht mehr als 0,2-0,3 mm auseinander. Nach dem Kämmen sollte der Kamm auf Läuse und Nissen geprüft werden. Ein Nissenkamm kann die Entfernung der Nissen erleichtern.
Ein Befall mit Kopfläusen kann erst nach mehreren Wochen auftreten. Daneben finden sich hochrote urtikarielle Papeln und Kratzexkoriationen. Da Beschwerden zunächst auch fehlen können, wird empfohlen, bereits bei Verdacht auf Kopflausbefall den behaarten Kopf gründlich zu inspizieren.
Zur Behandlung von Kopflausbefall gibt es verschiedene Mittel, die auf unterschiedlichen Wirkstoffen und Wirkungsweisen beruhen. Alle amtlich zugelassenen Mittel gegen Kopfläuse wurden auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.
Schon seit vielen Jahrzehnten werden zur Bekämpfung von Kopflausbefall Arzneimittel angewandt, die auf das Nervensystem der Läuse wirken. Sie enthalten Stoffe auf chemischer oder pflanzlicher Basis (Extrakt aus der Chrysanthemenblüte), welche bei den Läusen zu Lähmungen und schließlich zum Tod führen.
In den letzten Jahren wurde eine ganze Reihe weiterer Wirkstoffe und Wirkungsweisen zur Tilgung von Kopflausbefall getestet, und zunehmend wurden neue Mittel entwickelt, die auf physikalischer Ebene wirken. Aufgrund ihrer Wirkungsweise werden diese Mittel nicht als Arzneimittel, sondern als Medizinprodukte bezeichnet. Aus dieser Gruppe sind in Deutschland verschiedene Mittel zugelassen, die auf der Basis von Dimeticon (einem dünnflüssigen Silikonöl) oder anderen Ölen wirken.
Die korrekte Anwendung des Läusemittels ist genauso entscheidend dafür, ob es zuverlässig wirkt oder nicht. Alle zugelassenen Arzneimittel und Medizinprodukte wurden auch auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin geprüft.
Einige Beispiele für Läuseshampoos und ihre Inhaltsstoffe:
Wichtiger Hinweis: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor der leichten Entflammbarkeit einiger Kopflausmittel und der damit verbundenen Verbrennungsgefahr. Deshalb sollte man sich nach Auftragen des Mittels nicht in der Nähe von offenen Flammen oder starken Wärmequellen aufhalten.
Die Insektizide sollen bei regelrechter kutaner Anwendung kaum absorbiert werden. Laut Fachinformationen ist mit örtlichen Reaktionen wie Rötung, Juckreiz und Brennen zu rechnen.
Wichtige Hinweise zur Anwendung:
In folgenden Fällen sollten Sie ärztlichen Rat einholen:
Besucht ein betroffenes Kind eine Gemeinschaftseinrichtung, sind die Eltern verpflichtet, den Befall mitzuteilen. Nach einer durchgeführten Behandlung mit einem zugelassenen Mittel darf das Kind die Einrichtung wieder besuchen.
Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte bei der Behandlung von Kopfläusen:
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Wirkstoffe | Pyrethrine, Pyrethroide, Kokosöl, Dimeticon |
| Anwendung | Gebrauchsanweisung beachten, Haare gut durchfeuchten, Einwirkzeit einhalten |
| Nachbehandlung | Nissen auskämmen, bei Bedarf Behandlung wiederholen |
| Vorsichtsmaßnahmen | Entflammbarkeit beachten, ärztlichen Rat bei speziellen Situationen einholen |
Es ist wichtig, die richtige Anwendung des gewählten Läusemittels zu beachten und bei Bedarf ärztlichen Rat einzuholen. Nur so kann ein effektiver und sicherer Behandlungserfolg gewährleistet werden.
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