Ursachen für Haarausfall: Ein umfassender Überblick

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen jeden Alters betreffen kann. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein gewisser Haarverlust normal ist. Jeder Mensch verliert täglich Haare, egal ob Mann oder Frau. Das ist ganz normal. Im Durchschnitt verliert ein gesunder Erwachsener zwischen 70 und 100 Haare pro Tag. Dauert der Haarausfall jedoch mehrere Wochen an und gehen täglich mehr als hundert Haare aus, oder entstehen haarfreie Stellen, spricht man von Haarausfall (Alopezie).

Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf. Es ist wichtig, die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, um eine geeignete Behandlung einzuleiten. Im Folgenden werden die verschiedenen Ursachen und Formen von Haarausfall detailliert erläutert.

Es gibt drei Hauptformen, zwischen denen die Medizin unterscheidet:

  • Androgenetische Alopezie
  • Diffuser Haarausfall
  • Kreisrunder Haarausfall

Formen des Haarausfalls

Haarausfall kann sich unterschiedlich äußern. Hier sind die häufigsten Formen:

  1. Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie): Dies ist die häufigste Ursache von Haarausfall, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
  2. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata): Kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus.
  3. Diffuser Haarausfall: Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig.

Neben diesen häufigen Formen gibt es auch seltenere Arten von Haarausfall, wie den vernarbenden Haarausfall (Alopecia cicatricalis) und die atrophisierende Alopezie. Diese Formen führen zu einer irreversiblen Zerstörung der Haarfollikel.

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

Androgenetischer Haarausfall

Am weitesten verbreitet ist der gewöhnliche anlagebedingte Haarausfall, der androgenetische Haarausfall. Etwa 50 bis 70 Prozent aller Männer sind betroffen. Es zeigt sich der typische Haarausfall, beginnend an der Stirnhaargrenze (Geheimratsecken) und auf Scheitelhöhe (Tonsur). Die Haare am Hinterkopf und der unteren Schläfe sind nicht betroffen. Meist fangen die Haare zwischen dem 20. Und 30. Lebensjahr an auszufallen.

Aber nicht nur Männer sind vom androgenetische Haarausfall betroffen, auch 25 bis 40 Prozent der Frauen. Anders als beim Mann, zeigt sich der Haarausfall typischerweise am Scheitel und beginnt erst mit den Wechseljahren.

Beim androgenetischen Haarausfall bei Männern beeinflussen männliche Sexualhormone (Androgene) das Haarwachstum. Hierbei führt nicht, wie oft angenommen, eine übermäßige Produktion von Sexualhormonen zum Haarverlust, sondern eine angeborene Überempfindlichkeit der Haarfollikel auf Androgene.

Beim Abbau von Testosteron wird Dihydrotestosteron (DHT) gebildet. Haarfollikel besitzen Rezeptoren für Dihydrotestosteron. Beim androgenetischem Haarausfall sind die Dihydrotestosteronrezeptoren auf den Haarfollikeln vermehrt und reagieren empfindlicher. Bindet DHT an die Rezeptoren, verkleinern sich die Haarfollikel und die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich. Im Endstadium bilden sich die Haarfollikel ganz zurück.

Die Rolle von Androgenen (männlichen Sexualhormonen) beim androgenetischen Haarausfall bei Frauen ist noch nicht so gesichert wie beim Mann. Der Haarausfall tritt bei Frauen typischerweise mit Beginn der Wechseljahre auf. Zu diesem Zeitpunkt lässt bei Frauen die Östrogenproduktion nach und mehr freies Testosteron zirkuliert im Blut.

Für die Behandlung des androgenentischen Haarausfalls stehen für Männer zwei effektive Wirkstoffe zur Verfügung. Minoxidil wird als Lösung oder als Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen. Finestarid wird als Tablette eingenommen und hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosestpsteron.

Medikamente und Haarverpflanzung bei androgenentischem Haarausfall:

Beide Medikamente sind sehr gut wirksam. Eine Behandlung mit Finestarid oder Minoxidil stoppt den Haarausfall bei 80 bis 90 Prozent der Patienten, bei ungefähr 50 Prozent verdichten sich die Haare wieder. Als Nebenwirkung kann sich nach der Anwendung von Minoxidil die Kopfhaut röten, schuppen und entzünden. Männer, die Finestarid einnehmen, können unter Errektionsstörungen und Abnahme der Lust auf Geschlechtsverkehr leiden. Finestarid führt gelegentlich auch zu einer Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie).

Auch Frauen können mit Minoxidil den Haarausfall behandeln. Finestarid ist allerdings nicht für Frauen zugelassen. Eine hormonelle Therapie mit Antiandrogenen bei Frauen, die unter einer hormonellen Fehlregulation leiden, ist möglich.

Die Eigenhaartransplantation eignet sich als ergänzende Maßnahme bei fortgeschrittenem Haarausfall. Die Wirksamkeit von Aloe Vera, Ginko, Nahrungsergänzungsmitteln und vielen anderen Mitteln ist nicht ausreichend wissenschaftlich bewiesen!

Diffuser Haarausfall (Alopecia Diffusa)

Bei diffusem Haarausfall sind nicht einzeln begrenzte Regionen betroffen, wie es bei erblich bedingtem Haarausfall der Fall ist, sondern die gesamte Kopfpartie. Das Haar lichtet sich am ganzen Kopf ohne ein ersichtliches Muster.

Wenn die Haare über den ganzen Kopf verteilt ausfallen, wird das als diffuser Haarausfall bezeichnet. Die Haare wirken allgemein dünner, die Kopfhaut scheint durch, aber keine einzelnen kahlen Stellen sind zu sehen. Es werden zwei Formen von diffusem Haarausfall unterschieden:

  • Der Spättyp tritt zwei bis vier Monaten nach einem auslösenden Ereignis (zum Beispiel eine Medikamenteneinnahme) auf. Innerhalb von 6 bis 12 Monaten wachsen die Haare wieder dicht nach.
  • Der Haarausfall vom Frühtyp tritt nach einer schweren Schädigung der Haarfollikel auf. Die Haare fallen schon einige Tage später aus. Auch hier wachsen die Haare wieder nach, oft dichter als vorher.

Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine Ursache - und auch beim diffusen Haarausfall können vielfältige Gründe für vermehrten Haarausfall sorgen: Hormonstörungen, ein möglicher Nährstoffmangel sowie Krankheiten (z.B. fieberhafte Infektionen) und Stress. Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick auf die verschiedenen möglichen Ursachen des diffusen Haarausfalls.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Die Ursachen für den diffusen Haarausfall können vielfältig sein, z. B.:

  • Psychischer und körperlicher Stress
  • Einseitige Ernährung und Diäten (Eisenmangel, Vitaminmangel, sonstige Mangelerscheinungen)
  • Schwere Infektionen
  • Stoffwechselstörungen und Erkrankungen der Schilddrüse (Unter- oder Überfunktion)
  • Schuppenflechte
  • Medikamenteneinnahme (z. B. eine Chemo- und Strahlentherapie bei Krebserkrankungen; viele weitere Arzneimittel)

Der diffuse Haarausfall kann viele verschiedene Ursachen haben. Der Haarausfall wir dabei durch ein Ereignis, das die Haarfollikel schädigt, ausgelöst. Der Haarausfall vom Spättyp ist ein telogener Haarausfall (telogenes Effluvium): Haare, die sich in der Wachstumsphase (Anagenphase) befinden gehen durch die Schädigung vorzeitig in die Ruhephase (Telogenphase) über. Sie fallen aber erst nach der zwei bis vier Monate dauernden Ruhephase aus. Auslöser können zum Beispiel fieberhafte Infekte und bestimmte Infektionskrankheiten, eine Schilddrüsenerkrankung, falsche Diäten, Eisen-, Selen-, Zink- oder Kalziummangel, Vitaminmangel, Medikamente oder Stress sein. Auch die Hormonumstellung nach der Schwangerschaft oder das Absetzten der Anti-Baby-Pille lösen ein telogenes Effluvium aus. Beim diffusen Haarausfall vom Frühtyp werden die Haarwurzeln so stark geschädigt, dass die Haare abbrechen, wenn sie die Hautoberfläche einige Tage später erreichen. Das auslösende Ereignis kann beispielweise eine Chemotherapie oder eine schwere Infektion sein.

Hormonbedingte Ursachen für diffusen Haarausfall

Eine der Haupt-Ursachen für die diffuse Alopezie sind Hormonstörungen bzw. -schwankungen. Wenn Sie also einen vermehrten Ausfall Ihrer Haare bemerken, können die folgenden hormonellen Veränderungen mögliche Ursachen sein:

  • Ursache für diffusen Haarausfall: Schilddrüse

    Die Schilddrüse ist ein bedeutendes Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann sich u. a. Auch Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmune Schilddrüsenfunktionsstörung, kann sich in einem diffusen Haarausfall äußern.

    Ob eine Schilddrüsen-Störung vorliegt, kann durch eine Laboruntersuchung des Bluts ermittelt werden. Dabei werden die Schilddrüsenwerte Thyreotropin (TSH), T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin) gemessen, um festzustellen, ob die Funktion des Stoffwechselorgans gestört ist.

  • Hormonelle Ursachen für diffusen Haarausfall bei Frauen

    Eine hormonelle Umstellung im weiblichen Körper kann zu unterschiedlichen Haarproblemen führen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen nach der Schwangerschaft oder während der Stillzeit vermehrt Haare verlieren. Dies liegt daran, dass in diesen Phasen der Hormonspiegel im Körper schwankt und das Haarwachstum dadurch beeinflusst werden kann. In der Regel normalisiert sich der Hormonspiegel einige Zeit später wieder und der Haarausfall geht zurück.

    In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu Haarausfall führen. Auch die Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel kann sich auf den Haarzyklus auswirken und zu diffusem Haarausfall führen. Sprechen Sie hier bei Fragen oder Unsicherheiten mit Ihrem Arzt.

Stress als Ursache für diffusen Haarausfall

Auch Stress kann eine mögliche Ursache für den diffusen Haarverlust sein, da der Körper aufgrund der Belastung vermehrt Hormone ausschüttet. Diese Hormone können den normalen Haarzyklus stören und zu einem vermehrten Haarausfall führen bzw. dafür sorgen, dass Haare brüchiger und dünner werden.

Wenn Sie vermehrten Haarausfall bemerken und Stress als Ursache vermuten, können Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training helfen, die Stressbelastung zu reduzieren. Auch regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf können dazu beitragen, den Körper zu entspannen und das Haarwachstum zu fördern.

Nährstoffmangel als Ursache für diffusen Haarausfall

Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls oftmals die Ursache für diffusen Haarausfall sein. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um dem Körper die benötigten Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum zu liefern. Fehlen dem Körper diese wichtigen Bausteine, kann dies das Haarwachstum negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen.

Besonders wichtig für eine normale Funktion der Haarwurzeln ist eine Versorgung mit Nährstoffen wie Eiweißen (Aminosäuren), B-Vitaminen und Mineralstoffen.

Auch ein Eisenmangel kann sich auf das Haarwachstum auswirken, da Eisen für die Bildung von Hämoglobin - ein Bestandteil der roten Blutkörperchen - notwendig ist.

Zink und Biotin sind ebenfalls wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare. Biotin unterstützt die Bildung von gesunden Hautzellen und Haaren.

Sonderfall Essstörungen

Eine gesonderter Fokus beim Thema Mangelernährung liegt auf Essstörungen wie beispielsweise Magersucht oder Bulimie. Bei diesen Störungen wird der Körper nicht ausreichend mit den essenziellen Nährstoffen versorgt, die für das Haarwachstum wichtig sind. Es kommt zu einem Mangel an Eiweiß, B-Vitaminen, Eisen, Zink und anderen wichtigen Nährstoffen, die für das Haarwachstum benötigt werden. Dieser Mangel kann dazu führen, dass die Haarfollikel geschwächt werden und die Haare ausfallen.

Krankheiten wie Diabetes als Auslöser für diffuse Alopezie

Diverse Krankheiten sorgen ebenfalls häufig für diffusen Haarausfall. Hier ist der Haarausfall eine Begleiterscheinung und für die Betroffenen in vielen Fällen eine zusätzliche Belastung. Wird die Erkrankung behandelt, kann in vielen Fällen auch der Haarausfall zurückgehen bzw. sogar ganz verschwinden.

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. In einigen Fällen kann dieser Diabetes auch zu einer Veränderung der Haarfollikel führen, die eine Ausdünnung und einen verstärkten Haarausfall zur Folge haben kann.

Zusätzlich kann Diabetes mellitus auch zu einer Schädigung der Blutgefäße führen, die das Haarwachstum beeinträchtigen kann. Durch die schlechtere Durchblutung können die Haarfollikel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und sterben ab. Dies kann zu einem verstärkten Ausfallen der Haare führen.

Ursache für diffusen Haarausfall: Infektionen

Infektionen können ebenfalls eine Ursache für diffusen Haarverlust sein. Besonders bei Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen, kann es zu einem vorübergehend vermehrten Haarausfall kommen. Hier sind vor allem fiebrige Erkältungen, Grippe-Erkrankungen und auch Covid-19-Infektionen zu nennen.

Grund dafür ist eine temporäre Unterbrechung des Haarzyklus, da der Körper aufgrund des Fiebers und der Infektion in eine Art Alarmzustand versetzt wird: Die Wachstumsphase der Haarfollikel wird unterbrochen. Diese befinden sich nun vermehrt in der Ruhe- bzw. Ausfallphase. Somit kommt es zu vermehrtem Haarausfall. In der Regel wachsen die Haare nach der Infektion jedoch wieder nach.

Hauterkrankungen als Ursache für diffusen Haarausfall

Hauterkrankungen können eine Vielzahl von Ursachen haben und können daher auch eine Ursache für diffusen Haarausfall sein. Bei bestimmten Hauterkrankungen wie der Psoriasis oder dem atopischen Ekzem kann es zu einer Entzündung der Kopfhaut kommen, die den Haarfollikel schwächt und zum Haarausfall führt. Auch Pilzinfektionen auf der Kopfhaut können dazu führen, dass die Haare ausfallen und durchscheinende bzw. kahle Stellen auf der Kopfhaut entstehen.

Haarausfall durch Medikamenteneinnahme

Oftmals liegt der diffuse Haarausfall auch an der Einnahme von bestimmten Medikamenten. Insbesondere Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können zu Haarausfall führen. Aber auch andere Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonpräparate können den Haarzyklus beeinflussen und Haarausfall verursachen.

Bei Verdacht auf eine medikamentöse Ursache für den diffusen Haarausfall ist es wichtig, Ihren behandelnden Arzt zu konsultieren. Gegebenenfalls kann die Medikation angepasst oder ein alternatives Medikament verschrieben werden, um den Haarausfall zu reduzieren.

Behandlungsmöglichkeiten von diffusem Haarausfall

In der Regel ist diffuser Haarausfall reversibel und damit heilbar. Alopecia diffusa zeigt sich symptomatisch allerdings bei jedem Menschen unterschiedlich, daher sollte vor dem Beginn der Therapie zunächst eine umfassende Beratung durch einen Arzt erfolgen, um die Ursache für den Haarausfall zu klären.

Die Behandlung des diffusen Haarausfalls richtet sich nach der Ursache. Wird die ursächliche Erkrankung behandelt oder der Auslöser beseitigt, wachsen die Haare wieder nach.

Diffuser Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata)

Wie der Name schon sagt, ist beim kreisrunden Haarausfall eine klare Abgrenzung der kahlen Stellen charakteristisch. Während das Hauptsymptom sehr eindeutig ist, ist die Ursache bislang nicht vollständig geklärt. Der kreisrunde Haarausfall kann bei Männern und Frauen in jedem Alter und auch sehr plötzlich auftreten, ist jedoch eine seltene Form des Haarverlusts.

Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) ist die dritthäufigste Form des Haarverlusts nach dem androgenem und dem diffusen Haarausfall. Ungefähr 1 bis 2 Prozent der Menschen leiden einmal im Leben darunter. Hauptsächlich sind Kinder und junge Menschen unter 30 Jahren betroffen.

Der kreisrunde Haarausfall tritt meist plötzlich mit zunächst einer runden haarlosen Stelle auf. Später kann sich der Haarausfall von diesem Bereich aus ausbreiten oder an mehreren Stellen auftreten. Es gibt viele Varianten des kreisrunden Haarausfalls. Kleine Stellen, an denen die Haare spontan wieder nachwachsen, können auftreten, sowie mehrere haarlose Stellen oder jahrelange komplette Haarlosigkeit.

Beim kreisrunden Haarausfall wird als Ursache eine Autoimmunreaktion vermutet. Immunzellen (zytotoxische T-Lymphozyten) schädigen die Haarfollikel. Dadurch fallen die Haare aus. Warum manche Stellen betroffen sind und andere nicht, ist unklar. Es ist ebenfalls noch nicht geklärt, wodurch die Immunreaktion ausgelöst wird. Experten diskutieren seelische Belastung und Stress als Auslöser. Bei einem Drittel der Patienten verschwindet die Haarlosigkeit innerhalb von sechs Monaten. Ungefähr 50 bis 80 Prozent sind nach einem Jahr beschwerdefrei. Die Erkrankung tritt auch zusammen mit anderen entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen auf.

Ursachen für kreisrunden Haarausfall

Als Ursache für kreisrunden Haarausfall vermuten Mediziner hauptsächlich eine Autoimmunerkrankung. Hier greifen die Abwehrzellen nicht nur Bakterien, Viren und andere schädigende körperfremde Substanzen, sondern auch gesunde Zellen des eigenen Körpers an. Dadurch wird eine Entzündung an den Haarfollikeln ausgelöst und das betroffene Haar fällt aus. Auch psychische Gründe, wie traumatische Ereignisse oder ein dauerhaft hohes Stresslevel, werden mitunter als Auslöser des kreisrunden Haarausfalls vermutet. Zudem wird auch bei der Alopecia areata ein Erbfaktor vermutet.

Behandlungsmöglichkeiten für kreisrunden Haarausfall

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung des kreisrunden Haarausfalls. Wenn Sie betroffen sein könnten, kontaktieren Sie einen Dermatologen in Ihrer Nähe.

Beim kreisrunden Haarausfall empfiehlt es sich bei geringer Ausprägung erst einmal abzuwarten. Häufig wachsen die Haare spontan wieder nach. Zur Unterstützung können die Patienten Zink einnehmen. Zink funktioniert als Immunmodulator und die Einnahme hat keine Nebenwirkungen.

Ist der kreisrunde Haarausfall behandlungsbedürftig, ist die wirksamste Behandlung eine Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon oder Quadratsäure-Dibutylester. Die Medikamente werden auf die Kopfhaut aufgetragen und lösen dort eine Allergie aus. Die in der Kopfhaut vorhandenen Immunzellen (T-Lymphozyten) reagieren auf die Allergene und greifen nicht mehr die Haarfollikel an. Die Methode ist je nach Ausmaß der Erkrankung in 30 bis 80 Prozent der Fälle erfolgreich.

Alternativ kann eine Therapie mit Kortikosteroiden oder Triamcinolon-Kristallen probiert werden. Es gibt viele weitere Therapieansätze, zum Beispiel eine Reiz- oder Lasertherapie, deren Wirksamkeit aber noch nicht ausreichend bewiesen ist.

Vernarbender Haarausfall (Alopecia Cicatricalis)

Der vernarbende Haarausfall ist eine seltene Form des Haarausfalls. Unter diesem Begriff werden unterschiedliche Krankheitsbilder zusammengefasst. Im Verlauf dieser Krankheitsbilder werden Hautpartien inklusive der enthaltenen Haarfollikel zerstört und es bleiben Narben zurück, an deren Stelle keine Haare mehr nachwachsen können.

Daneben gibt es noch vernarbende und atrophisierende Alopezien. Dazu gehört eine Gruppe von unterschiedlichen Krankheiten, die zu einer irreversiblen Zerstörung von Haarfollikeln führt.

  • Die Folliculitis decalvans ist eine hartnäckige Kopfhautentzündung mit narbigen haarlosen Bereichen.
  • Die Folliculitis et perifollicultits capitis abscedens et suffodiens kommt fast nur bei Männern vor und zeichnet sich durch entzündliche haarlose Areale aus.
  • Beim Lichen ruber follicularis entstehen kleinfleckige haarlose Stellen, die oft erst nach Jahren bemerkt werden. Durch übermäßige Keratinbildung (Hyperkeratose) der Haarfollikel entsteht ein „weißer Rand“ um die einzelnen Haare in den betroffenen Arealen. Gleichzeitig können auch Veränderungen an Finger- und Fußnägeln vorkommen.
  • Die postmenopausale frontal fibriosiernde Alopezie (Kossard) ist eine Variante des Lichen ruber follicullaris und betrifft meistens ältere Frauen. Der Haare fallen vor allem an der Stirn aus, fast immer zusammen mit den Augenbrauen.

Ursachen für vernarbenden Haarausfall

Zu den Ursachen für den vernarbenden Haarausfall zählen Verbrennungen, Verletzungen oder Verätzungen der Kopfhaut, Infektionen, Pilzerkrankungen oder auch Autoimmunerkrankungen.

Symptome des vernarbenden Haarausfalls

Symptome des vernarbenden Haarausfalls sind meist auffällige Veränderungen an der Kopfhaut mit einhergehender Rötung und Schwellung. Es kann auch zu Juckreiz, Schuppen oder Blasenbildung kommen.

Falsche Haarpflege als Ursache für Haarausfall?

Manche Menschen muten ihrem Haar durch eine falsche Pflege viel zu. Zu heißes Föhnen, häufiges Färben und Glätten, Dauerwellen und Lockenstäbe machen das Haar schnell trocken und brüchig. Die regelmäßige und falsche Anwendung von Hitze und Chemikalien kann das Haar sehr brüchig machen und die Struktur schädigen. Das kann in der Regel jedoch keinen Haarverlust verursachen. In diesen Fällen spricht man eher von Haarstrukturschäden durch falsche Pflege oder Styling.

Eine tendenziell leicht zu behebende Ursache für Haarausfall oder brüchiges Haar kann in der allgemeinen Pflege der Haare gefunden werden: Eine falsche Pflege, wie beispielsweise zu häufiges oder zu aggressives Waschen oder Bürsten der Haare, kann zu einer Überbeanspruchung der Haare führen. Auch das Stylen mit zu großer Hitze kann die Haare schädigen und zu Haarbruch führen.

Besonders wichtig ist es, bei der Pflege der Haare auf die richtige Dosierung und Anwendung der Produkte zu achten. Eine Überdosierung von Shampoo oder Conditioner kann die Kopfhaut reizen. Auch das dauerhafte Tragen von Haargummis oder Haarspangen, die zu eng sitzen, kann die Haare schädigen und Haarausfall oder Haarbruch begünstigen. Achten Sie hier also auf einen liebevollen Umgang mit Ihren Haaren - sie werden es Ihnen in den meisten Fällen danken.

Behandlungen bei Haarausfall

Der Wirkstoff Minoxidil, wie er beispielsweise in Regaine® Männer Lösung enthalten ist, kann das Fortschreitenden von erblich bedingtem Haarausfall stoppen. Minoxidil wirkt direkt an der inaktiven und verkleinerten Haarwurzel und hat sich als Wirkstoff gegen erblich bedingten Haarausfall bewährt. Neben der Minoxidil-haltigen Lösung für Männer von Regaine®, gibt es auch Regaine® Männer Schaum. Beide Arzneimittel sind 2 x täglich, vorzugsweise morgens und abends, anzuwenden.

Bei schütterem Haar und im Zuge einer Haarausfall-Therapie kann mittels Mikro-Haarpigmentierung eine Haarverdichtung erreicht werden, die durch Spezialisten der Haarchirurgie durchgeführt wird.

Welche Ärzte sind Spezialisten bei Haarausfall?

Bei Haarausfall sollte der Patient zuerst einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen. Da der Haarausfall mit einer Erkrankung oder Schädigung der Wurzeln zusammenhängt und sich die Haarwurzeln in der Kopfhaut befinden, ist ein Hautarzt der erste Ansprechpartner. Alternativ kann sich der Patient an einem Endokrinologen wenden, besonders dann, wenn eine hormonelle Ursache vermutet wird. Ein Gynäkologe kann bei Frauen helfen, wenn Hormone für den Haarausfall verantwortlich sind.

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