In Deutschland leiden circa 40% aller Männer und 25% aller Frauen früher oder später unter dem Verlust ihrer Haare. Alleine in Deutschland sind somit etwa 8 Millionen Menschen betroffen. Es ist ein wirkliches Ärgernis.
Es ist vollkommen normal, dass wir Menschen Haare verlieren. Ein normaler Mensch hat zwischen 90.000 und 150.000 einzelne Haare. Das hängt übrigens auch mit der Haarfarbe zusammen. Blonde Menschen haben mit durchschnittlich 150.000 Haaren den dichtesten Haarwuchs. Rothaarige haben dagegen durchschnittlich nur 90.000 Stück. Braun- und Schwarzhaarige liegen dazwischen. Aber auch 90.000 Haare reichen vollkommen aus, um von einem dichten Haarwuchs zu sprechen.
Die einzelnen Haare wachsen nicht dauerhaft konstant, sondern in einem Zyklus. Der Zyklus besteht aus Phasen des Wachstums, der Ruhe und der Rückbildung. Dabei hat jeder einzelne Haarfollikel seinen eigenen Zyklus, der zeitlich versetzt von den Nachbar-Follikeln stattfindet. Das garantiert dem Menschen einen dauerhaften und gleichmäßigen Haarbestand.
Der Haarzyklus ist ein Kreislauf: Die Katagenphase wechselt sich mit der Telogen und der Anagenphase ab. Du siehst also, es ist völlig normal, dass wir täglich zwischen 50 und 100 Haare verlieren. Denn sie erneuern sich permanent genauso wie unsere Zellen und unser Blut. Es kann auch passieren, dass an einem einzelnen Tag mal mehr als 100 Haare ausfallen. Das ist völlig normal.
Krankhaft wird das Ganze erst, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare ausfallen. Oder aber einzelne Stellen kahl werden. Die erste Maßnahme sollte der Gang zum Arzt sein. Es ist zwar selten, aber Haarausfall kann auch die Folge von ernsthafteren Stoffwechselerkrankungen oder Hormonveränderungen sein.
Es gibt drei unterschiedliche Arten von krankhaftem Haarausfall:
Viele Betroffene geben sofort auf, wenn sie die Diagnose „erblich bedingter Haarausfall“ bekommen. Dabei ist das gar nicht nötig. Es gibt kein „Haarausfallgen“, welches bestimmt in welchem Alter uns die Haare ausfallen. Oder uns die Haare ausfallen, nur weil dem Vater die Haare ausfallen. Vielmehr geht es um die genetische Veranlagung. Das bedeutet, dass die äußeren Einflüsse wie Stress, Medikamente etc. sich schneller auf den Haarwuchs auswirken.
Wenn man sich die Naturvölker anschaut, so kann man feststellen, dass diese bis ins hohe Alter kräftiges und dichtes Haar haben. Das hat allerdings nichts mit ihren Erbanlagen zu tun, sondern mit ihrer gesunden Lebensweise. Wenn diese nämlich ihr natürliches Leben verlassen um in der „Zivilisation“ zu leben, fallen ihnen genauso die Haare aus, wie uns Europäern.
Wir erben also nicht das „Haarausfall-Gen“ von unseren Eltern, sondern wir übernehmen ihre schlechte Lebensgewohnheiten. Was ist also das beste Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall?
Ein guter Ernährungszustand, bei dem der Körper ausreichend mit Mikro- und Makronährstoffen versorgt wird, ist die Grundlage für gesundes Haar. So werden in Studien beispielsweise nach sogenannten „Crash-Diäten“ Haarausfall und -veränderungen beobachtet, da die Haarfollikel durch die radikale Nahrungsrestriktion unzureichend versorgt wurden. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um erblich bedingten, sondern diffusen Haarausfall (telogenes Effluvium).
Weiterhin identifizierte das BfR Studien, die eine Assoziation zwischen einer mediterranen Ernährung und einem verringerten Risiko für die Entwicklung und das Fortschreiten der androgenetischen Alopezie nahelegen.
Auch wiesen von einem Haarausfall Betroffene in mehreren Studien erniedrigte Vitamin-D-Spiegel auf. Für Personen, die unter Haarausfall leiden, kann eine Abklärung des Vitamin-D-Spiegels sinnvoll sein - und bei festgestelltem Mangel eine Supplementierung.
Auch zu Eisen lagen einzelne Studien vor - mit widersprüchlichen Ergebnissen. Hier schlussfolgert das BfR, dass keine Supplementierung erfolgen sollte, wenn kein Mangel vorliegt.
In einer Studie analysierten US-Forscher den aktuellen Wissensstand zu alternativen Therapieverfahren gegen Haarausfall. Das Team um Anna-Marie Hosking von der University of California betont zwar in seinem Resümee, dass fast alle Methoden noch einen Nachholbedarf an klinischen Wirkungsbelegen hätten. Doch bei einigen fand man durchaus ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass sie das eine oder andere Nachwuchsproblem auf männlichen Köpfen lösen könnten.
Hier einige Optionen:
Tatsächlich gibt es zwei erprobte Medikamente, die tatsächlich helfen: Finasterid und Minoxidil. Beide sind effektiv, obwohl sie unterschiedlich wirken.
Ob Finasterid oder Minoxidil, für beide gilt: Je früher, desto besser. Intakte Haarwurzeln lassen sich fast immer retten, bereits kaputte bei der Hälfte der Behandelten.
Ein anderer Ansatz wird mit der Entwicklung von Prostaglandinpräparaten verfolgt. Die Gewebshormone sollen entscheidend am Haarausfall beteiligt sein. Forscher vermuten, dass sie sowohl wachstumsfördernd als auch -hemmend wirken.
Thiocyn enthält das Molekül Thiocynat. Es ist im menschlichen Körper vorhanden und regt die Zelltätigkeit an. Dadurch wird beispielsweise die Wundheilung verbessert und auch das Haarwachstum angeregt. Beim Haarewaschen wird das körpereigene Thiocynat herunter rausgespült und kann durch Verwendung des Präparats wieder aufgefüllt werden.
Der Vorteil gegenüber Minoxidil und Finasterid besteht besteht darin, dass es keine bekannten Nebenwirkungen besitzt. Allerdings müssen für die Anwendung noch Haare vorhanden sein, da das Mittel keine verlorenen Haare ersetzt.
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