Laser-Haarentfernung: Risiken, Pigmentstörungen und alles, was Sie wissen müssen

Unliebsame Körperbehaarung kann für viele Menschen ein ästhetischer Störfaktor sein. Bei Frauen betrifft dies oft die Gesichtsbehaarung, während Männer häufig den Wunsch nach dauerhafter Haarentfernung am Rücken oder der Brust verspüren. Mit einer Laserbehandlung können diese störenden Haare entfernt werden.

Vor einer dauerhaften Haarentfernung mit Laser findet eine ausführliche Beratung statt. Experten klären umfassend darüber auf, was es vor sowie nach einer Laserbehandlung zu beachten gibt, wie der Ablauf der Behandlung ist und welche Risiken und Nebenwirkungen auftreten können.

Vorbereitung auf die Laserbehandlung

Vor der Behandlung sollte die Haut möglichst nicht gebräunt werden. Verzichten Sie daher auf intensive Sonnenbäder und Solariumsbesuche. Des Weiteren sollten die Haare vor einer dauerhaften Haarentfernung per Laser nicht gewachst, epiliert oder gezupft werden. Der Laser kann nur den gewünschten Effekt erzielen, wenn auch ein Haar da ist, das er ansprechen kann. Vor der Behandlung kann es jedoch empfehlenswert sein, die entsprechenden Körperstellen zu rasieren und auf ein bis zwei Zentimeter Länge wachsen zu lassen.

Der Ablauf der Laserbehandlung

Zu Beginn der Behandlung werden die Behandlungsareale rasiert, damit der Laserkopf gut über die Hautstellen geführt werden kann. Eine zusätzliche Betäubung ist nicht zwingend notwendig, insbesondere an empfindlichen Körperpartien kann jedoch vorab eine medizinische Creme aufgetragen werden, die das Schmerzempfinden verringert. Mit dem Lasergerät fährt der Arzt über die einzelnen Hautstellen. Dabei gibt der Alexandrit-Laser Lichtimpulse an das Gewebe und die Zellen ab. Die Energiestärke und Pulsdauer wird dabei je nach Hauttyp und Haardicke angepasst, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Die abgegebene Energie wird vom Melanin in den Haarwurzeln aufgenommen - das umliegende Gewebe bleibt dabei unversehrt.

Durch das intensive Laserlicht wird die Haarwurzel gezielt geschädigt, sodass kein Haarwachstum mehr erfolgen kann. Der Alexandrit-Laser arbeitet im Gegensatz zu herkömmlichen Blitzlampen mit einer speziellen Wellenlänge (755nm), die eine hohe Präzision mit reinstem Licht in einer ganz bestimmten Wellenlänge erzeugen. Dadurch wird sichergestellt, dass keine anderen Wellenlängen in das Gewebe gestrahlt und somit keine unerwünschten Reaktionen hervorgerufen werden. Die Lasertherapie spricht gezielt die Haare an.

Nach der Laserbehandlung

Nach der dauerhaften Haarentfernung können die Patienten und Patientinnen wieder nach Hause gehen. Die Behandlungsareale können vorübergehend gerötet und geschwollen sein. Den behandelten Körperstellen sollte daher etwas Ruhe und Erholung gegönnt werden. Verzichten Sie auf Pflegeprodukte, die die Haut zusätzlich reizen können und verwenden Sie stattdessen milde Produkte. Auch ein gezieltes und vorsichtiges Kühlen kann sich angenehm anfühlen und den Heilungsprozess unterstützen.

In der Zeit unmittelbar nach der Behandlung sollten die Behandlungsareale keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Zudem ist starkes Schwitzen zu vermeiden. Duschen und Bäder sind in der Regel ohne Probleme möglich.

Warum mehrere Sitzungen notwendig sind

Jedes Haar durchläuft einen Zyklus, der aus drei unterschiedlichen Phasen besteht. Während der Wachstumsphase werden die Haare länger und dicker. Diesem Prozess schließen sich die Übergangsphase und die Ruhephase an. Letztendlich fallen die Haare aus und machen somit Platz für neue Haare - der Zyklus beginnt erneut. Mit der Laserbehandlung werden die Haare angesprochen, die sich in der Wachstumsphase befinden. Damit alle Haare eines Körperbereichs angesprochen und dauerhaft entfernt werden können, ist es wichtig, mehrere Behandlungen in mehrwöchigen Abständen vorzunehmen. Auf diese Weise werden möglichst viele Haare in ihrer Wachstumsphase erwischt. Die genaue Anzahl der Sitzungen variiert nach Körperzone und individuellen Faktoren wie Hauttyp und Haardicke. Prinzipiell bieten sich drei bis zehn Behandlungen an.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Nach einer Laserbehandlung zur Haarentfernung kann es zu Hautrötungen und leichten Hautirritationen kommen. Auch geringe Schwellungen sind möglich. Schmerzen treten erfahrungsgemäß selten auf, es kann aber während und nach der Behandlung zu einem ziehenden und stechenden Gefühl kommen. In seltenen Fällen besteht das Risiko für Pigmentverschiebungen.

Auch wenn dauerhafte Haarentfernung als kosmetische Routinebehandlung gilt, bleibt sie ein Eingriff in die Haut. Ein bekanntes Risiko sind Hautreizungen direkt nach der Behandlung. Rötungen, Schwellungen oder ein leichtes Brennen treten häufig auf, vor allem bei empfindlicher Haut. Diese Beschwerden sind zwar meist nur temporär, können aber dennoch unangenehm sein und mehrere Tage andauern. Ein weiteres Risiko sind Pigmentstörungen. Da Laser- und Lichtimpulse auf den Farbstoff im Haar abzielen, kann es in manchen Fällen auch zu Veränderungen der Hautfarbe kommen. Hellere oder dunklere Flecken sind besonders bei Menschen mit stärkerer Hautpigmentierung möglich und verschwinden oft nur langsam - oder bleiben dauerhaft bestehen.

Hinzu kommt die Möglichkeit von leichten Verbrennungen oder Narben, vor allem wenn das Gerät unsachgemäß bedient wird. Wer Behandlungen in nicht zertifizierten Studios durchführen lässt, setzt sich einem höheren Risiko aus. Ebenso kann UV-Belastung nach einer Sitzung zu zusätzlichen Hautproblemen führen, weshalb strenger Sonnenschutz unbedingt nötig ist.

Zu den schwereren Nebenwirkungen zählen auch Verbrennungen höheren Grades mit Narbenbildung, Wundheilungsstörungen mit infektiösen Folgen, Dyspigmentierung (Störung des Pigmentgehalts der Haut) sowie bakterielle, virale und mykotische Infektionen. Letztere werden zum Beispiel durch verschiedene Pilzarten hervorgerufen.

Muttermale enthalten grundsätzlich viel Melanin - daher absorbieren sie genauso wie die Haarwurzel, die das eigentliche Ziel der Behandlung sein sollte, das gebündelte Licht des Lasers. Da das zu schweren Verbrennungen führen kann, ist eine Laser-Haarentfernung auf stark pigmentierten Hautarealen wie Leberflecken nicht möglich.

In einigen Fällen ist es sinnvoll, besser keine dauerhafte Haarentfernung in Betracht zu ziehen - beispielsweise ist eine Laserbehandlung nicht zu empfehlen, wenn du unter schweren Durchblutungsstörungen oder Venenerkrankungen leidest. Daneben gilt die regelmäßige Einnahme von Kortison oder Anabolika als Kontraindikation. Auch wenn du gerade schwanger oder auf einen Herzschrittmacher angewiesen bist, solltest du vorsichtshalber auf eine Laserbehandlung verzichten.

Patienten ohne medizinische Vorkenntnisse sollten auf keinen Fall selbst Hand anlegen, denn die Behandlung führt bei Laien besonders häufig zu Komplikationen an der Haut und an den Augen. Also: Finger weg und ab zum Experten. In professionellen Studios kannst du dir sicher sein, dass deine Laser-Haarentfernung korrekt und deinem Haut- bzw. Haartyypen entsprechend durchgeführt wird.

Kosten einer Laserbehandlung

Die Kosten für eine dauerhafte Haarentfernung hängen unter anderem von der Größe des Behandlungsareals und der Anzahl der Behandlungssitzungen ab. Je nach Körperregion variieren die Preise für die Behandlung. Im Bereich des Gesichts liegen die Preise durchschnittlich bei 50 bis 150 Euro pro Sitzung. Größere Areale wie der Rücken oder die Beine umfassen Kosten von bis zu 300 Euro pro Sitzung. Prinzipiell können alle Haut- und Haartypen mit dem Lasersystem behandelt werden.

Die Kosten variieren je nach Behandlungsart, Größe des Bereichs und Anzahl der Sitzungen. Hier sind einige Preisbeispiele:

  • Haarentfernung: 50 bis 300 EUR pro Sitzung (abhängig von Körperstelle, Haarfarbe und -dichte)
  • Tattooentfernung: 100 bis 400 EUR pro Sitzung (abhängig von Größe und Intensität)
  • Entfernung von Pigmentflecken: ab 100 Euro pro Sitzung

Wichtiger Hinweis: Bei ästhetischen Laserbehandlungen handelt es sich um Leistungen, die Sie selbst tragen müssen. Sie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen.

Hauttypen und Laserbehandlungen

Prinzipiell können alle Haut- und Haartypen mit dem Lasersystem behandelt werden. Der Alexandrit-Laser erzielt vor allem bei hellen Hauttypen mit dunklem Haar optimale Ergebnisse, da das Laserlicht in diesen Fällen am besten vom Melanin in den Haarfollikeln aufgenommen werden kann. Bei sehr hellen Haaren ist es möglich, dass der gewünschte Effekt nicht erzielt wird. Bei sehr dunklen Hauttypen kann das Risiko für Pigmentstörungen erhöht sein.

Laser- und IPL-Geräte wirken am besten bei dunklen Haaren auf heller Haut, da der Kontrast zwischen Pigment und Hautfarbe die Behandlung erleichtert. Bei sehr hellen, grauen oder roten Haaren hingegen ist die Methode häufig deutlich weniger effektiv. Das bedeutet, dass nicht jeder gleichermaßen von einer dauerhaften Haarentfernung profitiert.

IPL-Behandlungen bei Pigmentstörungen

Neben Lasern haben sich auch IPL-Geräte (Intense Pulsed Light) als wirksame Therapieoption etabliert - besonders, wenn es um Pigmentierungen in den epidermalen Strukturen geht. Professionelle IPL-Geräte arbeiten mit einem breitbandigen, hochintensiven Licht, das in verschiedenen Wellenlängenbereichen emittiert wird. Generell gilt: Eine IPL-Pigmentbehandlung zeigt bei oberflächlichen bzw. epidermalen Pigmentstörungen die beste Wirkung.

Fazit

Dauerhafte Haarentfernung klingt wie eine perfekte Lösung gegen ständiges Rasieren, bringt jedoch auch klare Risiken und Grenzen mit sich. Hautirritationen, Pigmentstörungen und mögliche Nebenwirkungen sollten nicht außer Acht gelassen werden. Zudem ist die Methode nicht für alle Haut- und Haartypen gleich effektiv, und die damit verbundenen Kosten sowie der Zeitaufwand sind nicht zu unterschätzen. Wer sich für eine Behandlung interessiert, sollte sich umfassend informieren, einen seriösen Anbieter wählen und realistische Erwartungen haben.

In jedem Fall gilt: Homelaser sind um ein Vielfaches gefährlicher, als jede professionell durchgeführte Behandlung in einem Kosmetikstudio.

Dauerhafte Haarentfernung kann den Alltag zwar erleichtern, ist aber keine makellose "Wunderlösung". Am Ende spricht gegen eine unreflektierte Entscheidung vor allem das Risiko, hohe Kosten und mögliche Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, ohne die gewünschte Perfektion zu erreichen.

So bleibt festzuhalten: Glatte Haut ohne ständiges Nachrasieren ist möglich, aber der Weg dorthin erfordert sorgfältige Abwägung.

Haarentfernung mit Laser: So gut ist die Methode wirklich I ARD Gesund

tags: #Laser #Haarentfernung #Pigmentstörungen #Risiken

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