Unerwünschte Haare können mit herkömmlichen Methoden wie Rasieren, Zupfen oder Wachsen nur alle paar Tage bis Wochen entfernt werden. Das kostet sehr viel Zeit und Geduld und sieht weniger schön aus, als die glatte Haut nach der Laserbehandlung. Zudem sind die Methoden zu Hause weniger akkurat, es können Stellen übersehen oder ungleichmäßig behandelt werden. Um unerwünschten Haarwuchs dauerhaft oder zumindest lange anhaltend zu vermindern, werden Laser oder intensiv gepulste Lichtquellen (IPL-Geräte = Intense Pulsed Light, auch als "Blitzlampen" bezeichnet) verwendet.
Bei diesen Verfahren werden die für das Haarwachstum verantwortlichen Strukturen im Haarfollikel durch starkes Erhitzen in ihrer Funktion beeinträchtigt oder zerstört. Doch die Techniken bergen Risiken.
Das Wirkprinzip ist bei beiden Strahlungsquellen gleich. Die in die Haut eingestrahlte Energie wird hauptsächlich von dem Farbstoff Melanin aufgenommen. Dieser Farbstoff ist im Haar enthalten, aber auch in der Haut. Die Energie der Strahlung wird in Wärme umgewandelt und an die für das Haarwachstum verantwortlichen Strukturen des Haarfollikels abgegeben.
Im Idealfall beschränkt sich die Schädigung räumlich auf den Haarfollikel. Sie ist also selektiv. Die Energie der optischen Strahlung wird möglichst spezifisch von bestimmten Molekülen (Chromophoren) in den jeweiligen Zielstrukturen aufgenommen. Die Chromophore geben die aufgenommene Energie in Form von Wärme an das umgebende Gewebe ab. Das lokale Erhitzen führt zur Zerstörung oder zur funktionellen Beeinträchtigung der Zielstrukturen.
Auf dem Wirkprinzip der selektiven Photothermolyse basieren zum Beispiel die dauerhafte Haarentfernung (Epilation) mit Lasern oder IPL-Systemen oder die Entfernung von Tattoos sowie die Entfernung veränderter Blutgefäße. Bei der Epilation ist der Chromophor der Farbstoff Melanin im Haar, bei Tätowierungen der jeweilige Tattoo-Farbstoff, bei der Entfernung von Gefäßveränderungen (z.B.
Laser liefern gebündelte Strahlung mit hoher Energie- und Leistungsdichte. Die Strahlung von IPL-Geräten ist hingegen breitbandig, das heißt, sie besteht aus vielen Wellenlängen. Ihr Spektrum umfasst in der Regel Wellenlängen von 250 Nanometern (UV-C) bis 1.400 Nanometern (Infrarot A). Dieses Spektrum wird typischerweise durch vorgeschaltete Filter auf den Teil des sichtbaren Lichts ab ca. 550 nm und Teile von Infrarot eingeengt. Durch die Pulsung wird für jeweils einen kurzen Zeitraum (circa 20 bis 100 Millisekunden pro Blitz) eine hohe Bestrahlungsstärke erzeugt, wodurch die biologische Wirkung gegenüber einer ungepulsten Bestrahlung verstärkt wird.
Am besten funktioniert die Methode, wenn das Haar viel, die Haut hingegen wenig Melanin enthält - also bei dunklen Haaren und hellen bis mittleren Hauttönen. Rote, hellblonde, graue oder weiße Haare enthalten nur wenig Melanin. Je dunkler die Haut ist, desto höher ist das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen oder Schäden. Denn das Gerät macht keinen Unterschied zwischen dem Melanin im Haar und dem Melanin in der Haut.
Die Behandlung wirkt erfolgreich nur auf die Haarfollikel, in denen gerade ein Haar wächst. Da dies immer nur auf einen Teil der Follikel zutrifft, muss die Prozedur mit zeitlichem Abstand mehrmals wiederholt werden. Mit einer einzigen Behandlung das unerwünschte Haarwachstum dauerhaft zu unterbinden, ist daher nicht möglich.
Die Haarentfernung per Laser kann im Gesicht (bei Frauen), unter den Achseln, am Rücken, auf der Brust, am Bauch und im Intimbereich angewendet werden. Allerdings sind der männliche Bart sowie die Haut im Bereich der Hoden nicht für diese Behandlung geeignet.
So sollte die Haut vor der Behandlung nicht gebräunt sein. Pigmentierte Hautveränderungen wie sogenannte Muttermale oder Leberflecken dürfen nicht einfach mit Lasern oder IPL-Geräten oberflächlich verändert oder abgetragen werden. Hier besteht das Risiko, dass eine Hautkrebsdiagnose erschwert oder verhindert wird. Empfohlen wird eine vorherige diagnostische Abklärung durch einen Dermatologen/eine Dermatologin.
Sie sollten ca. 3 bis 4 Wochen vor der Behandlung intensives Sonnenbaden meiden und auch nicht ins Solarium gehen. Dies gilt entsprechend auch für die Zeit nach der Behandlung.
Für eine gute Säurebalance der Haut ist es wichtig, dass Sie regelmäßig ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
Mindestens 14 Tage vor dem Behandlungstermin sollten Sie die Haare an der zu behandelnden Körperstelle nicht mehr epilieren, per Waxing entfernen oder auszupfen.
Die Haare sollten vor jeder Laser Haarentfernung Behandlung abrasiert werden. Es ist wichtig, dass zwischen den Behandlungen nicht gewachst, gezupft, epiliert oder gebleicht wird.
Auch das Verhalten der Kunden*innen kann zu unerwünschten Nebenwirkungen beitragen, beispielsweise wenn Vorsichtsmaßnahmen oder Pflegehinweise nicht beachtet oder Substanzen eingenommen oder aufgetragen werden, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen.
Trifft die Strahlung ins Auge, sind Schäden möglich. Auch die Iris enthält Farbmoleküle und kann die Strahlung absorbieren. Zudem erreichen die eingesetzten Wellenlängen des sichtbaren Lichts und des Infrarot A die Netzhaut und können diese schädigen.
Nach der Behandlung kann es zu ungefährlichen Rötungen kommen, die in der Regel schnell wieder verschwinden.
Wer Laser oder starke optische Strahlenquellen wie IPL-Geräte am Menschen einsetzt, benötigt solide Fach- und Sachkenntnisse, um mögliche Risiken vermeiden zu können. Er oder sie muss die eingesetzten Geräte und die Wirkung optischer Strahlung gut kennen und in der Lage sein, die Behandlung an die individuellen Besonderheiten der Kund*innen oder Patient*innen anzupassen.
Er oder sie muss zudem in der Lage sein, Umstände auf Seiten der Kund*innen oder Patien*innen zu erkennen, die die gewünschte Anwendung ausschließen oder nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung zulassen (Kontraindikation). Beispiele für solche Kontraindikationen sind Hautkrebserkrankungen oder Erkrankungen, die die Haut besonders lichtempfindlich machen.
Informieren Sie sich vor der Behandlung über die fachliche Qualifikation des Anwenders sowie über Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen und Risiken der Behandlung. Seit dem 31.12.2022 müssen professionelle Anwender*innen bei der Epilation definierte Anforderungen an die Fachkunde erfüllen. Dies ergibt sich aus der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV).
Bei Lasern der Klassen 3R, 3B und 4 muss die Sachkunde eines Laserschutzbeauftragten in Medizin und Technik vorhanden sein.
Langzeitstudien über mehrere Jahre belegen die Dauerhaftigkeit der Haarentfernung sowohl bei der IPL- als auch bei der Laser-Technologie. Die Studien zeigen auch, dass der Laser eine signifikant effektivere Haarentferung ermöglicht als das Verfahren mit IPL. Bereits nach einer Behandlung verringert sich die Haardichte. Für ein gutes Ergebnis werden ca. 5 bis 8 Sitzungen benötigt. Nach jeder Behandlung nimmt die Zahl der Haare ab. Das Ansprechen auf eine Laserbehandlung ist individuell verschieden und kann nicht exakt vorausgesagt werden.
Statistiken zeigen, dass 95% der Haare, auf die sich eine Laserbehandlung zur Haarentfernung bezieht, dauerhaft entfernt werden.
Langzeitstudien über mehrere Jahre haben belegt, dass die Wirkung einer professionell durchgeführten Haarentfernung von langfristiger Dauer ist: Einmal verödete Haarfollikel werden keine Haare mehr produzieren.
Forscher fanden keine Unterschiede in der Effizienz der Haarentfernung oder im Patientenkomfort, als Patienten auf einer Seite für 6 Millisekunden und auf der anderen für 40 Millisekunden mit einem 810-nm-Diodenlaser behandelt wurden, wie eine Studie auf dem jährlichen Treffen der American Society for Laser Medicine and Surgery zeigte.
In einer doppelblinden Studie wurden 75 Teilnehmer mit unerwünschtem Haar mit dem Asclepion MeDioStar 810-nm-Leistungsimpulsdiodenlaser behandelt. Der Laser verfügte über eine 12-mm-Saphir-gekühlte Spitze und Fluenz von 10-40 J/cm2. Alle Teilnehmer erhielten mindestens drei Behandlungen (drei bis acht Behandlungen), und 84% hatten Fitzpatrick-Hauttypen II und III.
Die Studie stellte eine „Real-World-Situation“ dar, da sie sowohl Patienten einbezog, die zuvor eine Laserhaarentfernung hatten, als auch solche, die dies nicht hatten, sagte Dr. Albert J. Nemeth, medizinischer Direktor des Advanced Specialized Laser Center in Clearwater, Fla.
„Wir fanden beeindruckende Haarentfernungen auf beiden Seiten“, sagte er. „Sowohl 6 Millisekunden als auch 40 Millisekunden waren gleichermaßen hochwirksam.“ Die Ergebnisse waren bei 69 von 70 Teilnehmern gleich; der andere Teilnehmer erlebte 20% mehr Haarentfernung auf der Seite, die für 6 Millisekunden behandelt wurde.
Die Effizienz der Haarentfernung verbesserte sich bei unerfahrenen Teilnehmern nach einer, zwei und drei Behandlungen - durchschnittlich um 26%, 45% und 63% respektiv.
„Dieser Laser ist sehr effektiv, aber es gibt eine langsamere Klärung in den Achselhöhlen und Extremitäten“, sagte Dr. Nemeth, ebenfalls von der University of South Florida in Tampa. Die bemerkenswerteste Haarentfernung bisher in dieser laufenden Studie ist an Lippe, Kinn, Hals, Bikinibereich, Schambereich, Bart, Bauch, Rücken, Schultern, Gesäß und Oberarmen zu verzeichnen. Alle diese Bereiche hatten eine effektive und schnelle Klärung. Es gab eine mäßige Reaktion in der Glabella-Region und den Zehen und eine schlechte Reaktion an den Ohren. Es gab keine signifikanten Unterschiede im Patientenkomfort.
„Nur drei Patienten (4%) fanden den 6-Millisekunden-Laser durchgehend komfortabler“, sagte Dr. Nemeth.
Nebenwirkungen waren selten. Zum Beispiel führten nur 4 von 619 gesamten Behandlungssitzungen zu gelegentlicher Krustenbildung. Kein Teilnehmer erlebte Narbenbildung oder bleibende Folgen.
In einer anderen auf dem Treffen präsentierten Studie entfernte Dr. Neil S. Sadick unerwünschtes Haar bei 24 Frauen mit dem Zeiss-Meditech 810-nm-Diodenlaser. Das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen betrug 33 Jahre; alle erhielten drei monatliche Behandlungen mit einer Nachuntersuchung nach 6 Monaten. Die Patienten hatten Fitzpatrick-Hauttypen II-IV, mit hell- bis dunkelbraunem Haar. Dr. Sadick verwendete eine Spotgröße von 12 mm, eine Pulsdauer von 50 Millisekunden und eine Fluenz von 25-35 J/cm2, um Gesicht, Bikinibereich und Achselhöhlen zu behandeln.
Handgehaltene Lupen wurden verwendet, um Haare zu zählen, sowohl zu Beginn als auch nach jeder Behandlung und bei der Nachuntersuchung. Zwei unabhängige Beobachter führten ebenfalls Haarzählungen mittels digitaler Fotografie durch.
Nebenwirkungen waren selten: Zwei Patienten hatten vorübergehende Hyperpigmentierung, sagte Dr. Sadick von der Cornell University, New York.
Nach 3 Monaten gab es eine durchschnittliche Haarentfernungseffizienz von 74%, die größtenteils nach 6 Monaten beibehalten wurde. Die besten Ergebnisse wurden bei Patienten mit Hauttyp III erzielt, die für Bikinibereichshaare behandelt wurden.
Fünf Teilnehmerinnen hatten zu Beginn, nach 1 Monat und nach 3 Monaten Biopsien, um histologische Veränderungen zu bewerten. Es gab eine vakuoläre Degeneration der pilosebacealen äußeren Wurzelscheide, sagte Dr. Sadick. Die Biopsieergebnisse zeigten auch mehrkernige Haarschaftzellen.
24 Stunden nach der Laserbehandlung wurden gezielt Stanzbiopsien aus den behandelten Hautarealen entnommen, um die direkten Effekte auf die Haarfollikel histologisch zu beurteilen. Diese Gewebeproben ermöglichten eine genaue mikroskopische Analyse der Veränderungen, die durch die thermische Wirkung des Lasers ausgelöst wurden.
Die Auswertung zeigte in zahlreichen Fällen eine koagulative Nekrose im Bereich der Haarmatrix sowie strukturelle Veränderungen im Follikel selbst. Besonders auffällig war die deutliche Degeneration der epithelialen Zellschichten, was als zuverlässiger Hinweis auf eine erfolgreiche thermische Schädigung gilt. Diese Schädigung ist notwendig, um das Nachwachsen der Haare gezielt und langfristig zu verhindern.
Je nach Hauttyp, Haardicke und eingesetzter Energie konnten unterschiedliche Grade der follikulären Destruktion beobachtet werden. Interessant war dabei, dass die vergrößerte Spotgröße (12 mm, Studie II) tendenziell eine tiefere Penetration und damit stärkere Effekte in den tiefer liegenden Anteilen des Haarfollikels ermöglichte - ein wichtiger Faktor für den Langzeiterfolg der Behandlung.
Diese histologischen Befunde stützen die klinische Beobachtung einer signifikanten Haarreduktion bereits nach wenigen Sitzungen.
Zupfen, Rasieren und Wachsen sorgen vor allem bei empfindlicher Haut für Schmerzen. Zudem entstehen Rötungen, Schwellungen und eventuelle Schnittverletzungen.
Die Haut wird im Alltag regelmäßigen Herausforderungen wie Schmutz, Staub und Schweiß ausgesetzt. Zusätzliche Belastungen beim Zupfen, Wachsen und Rasieren können für Pickel und Rötungen sorgen.
Bei den klassischen Methoden zu Hause werden die Haare nur an der Oberfläche und nicht bis zur Wurzel entfernt. Dadurch bleiben Stoppel zurück und die Haare wachsen schnell wieder nach.
Wer zu Hause die Haare am Körper rasieren, wachsen oder zupfen möchte, kommt schnell an seine Grenzen. Den Rücken können Sie nicht selbst behandeln und an die Intimzonen trauen sich die meisten Menschen nur bis zu einem bestimmten Maß heran.
Die Kosten einer Laser Haarentfernung hängen im Prinzip immer von der zu behandelnden Fläche ab.
Populäre Zonen und Preise (ungefähre Angaben):
| Zone | Einzelpreis |
|---|---|
| Achsel | 80 € |
| Intimbereich (Frau) | 130 € |
| Unterschenkel | 170 € |
| Rücken (Mann) | 220 € |
Die dauerhafte Haarentfernung mit Laser- und IPL-Technologien ist eine effektive Methode, um unerwünschten Haarwuchs langfristig zu reduzieren. Es ist jedoch wichtig, sich über die Risiken und Nebenwirkungen zu informieren und einen qualifizierten Anwender zu wählen. Langzeitstudien belegen die Wirksamkeit der Methode, insbesondere bei dunklen Haaren und heller Haut. Die Wahl der richtigen Technologie und die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen sind entscheidend für ein erfolgreiches Ergebnis.
tags: #Laser #Haarentfernung #Langzeitstudien
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