Gesichter faszinieren uns. Unbewusst beginnen wir sofort, in den Gesichtszügen zu lesen. Dabei nutzen wir das Gesicht und seine Bestandteile wie eine Allzweck-Metapher, um andere Dinge auszudrücken: Die Augen gelten als Tor zur Seele.
Intuitiv verknüpfen wir bestimmte Gesichtsmerkmale mit recht eindeutigen Charaktereigenschaften. „Genau genommen sind wir alle Gesichtleser“, bestätigt Eric Standop, seit zehn Jahren professioneller Gesichtleser mit eigener Praxis in Karlsruhe. „Was ich tue und in Workshops vermittle, ist keine besondere Gabe. Ich verfeinere eine Fähigkeit, die wir alle besitzen, stimuliere gewissermaßen ein uraltes Wissen.“
Unser erster Eindruck trifft in 60 von 100 Fällen ins Schwarze. Bei jeder zwischenmenschlichen Begegnung haben wir Mühe, die zahllosen und teilweise sehr subtilen Informationen, die wir wahrnehmen, richtig einzuordnen: Wer steht da vor mir? Wie gut kennen wir uns? Worum geht es hier? Wie agiert „man“ in so einer Situation? Nicht zu vergessen: Warum bin ich so nervös? Wieso schwäche ich meine Argumente ab? Wo kommt meine Wut plötzlich her?
Um zu verhindern, dass aufkochende Gefühle die Regie übernehmen, raten Kommunikationspsychologen, sich genau solche Fragen zu stellen. Die Miene unseres Gegenübers verrät uns vielleicht, wann es Zeit dafür ist. Passt sein Gesichtsausdruck nicht zur Situation oder zu dem, was er oder sie sagt, können wir Einfühlungsvermögen beweisen, indem wir unser Unbehagen behutsam thematisieren. „Ehrliche Kommunikation“, sagt Eric Standop, „darum geht es.“
Unser Gesicht offenbart uns ungeschminkt, wie und warum wir wurden, was wir sind - Schicksalsschläge, die wir bewältigt, Entscheidungen, die wir getroffen haben. Es lädt uns jedoch immer ein, den Menschen dahinter kennenzulernen. Aber genauso wie wir ein Buch nicht nur nach seinem Einband beurteilen sollten, erklärt auch das Gesicht nicht alles.
Beginnen Sie bei sich selbst: Betrachten Sie ein aktuelles Foto von sich, auf dem Sie kein oder kaum Makeup tragen. Ihr Spiegelbild eignet sich weniger.
Augen: Die Größe der Pupillen hängt vom Lichteinfall ab. Bleibt er konstant, werden kleine Pupillen eher mit dem intuitiven Bauchgefühl, große Pupillen eher mit rationalen Kopfentscheidungen in Verbindung gebracht. Sind Sie jemand, der auf Details achtet, zeigt sich das oft an einem engen Augenabstand. Menschen, deren Augen weiter auseinanderliegen, werden in Studien neugieriger und romantischer eingeschätzt. Kräftige Augenbrauen wirken anziehend. Lange Wimpern werden, vor allem bei der Partnerwahl, mit Vitalität und Feinfühligkeit assoziiert.
Philtrum: Die Rinne zwischen Nase und Ober lippe galt lange als erogene Zone. Tatsächlich beeinflusst dieses Merkmal in Studien erheblich, wie attraktiv und erotisch Menschen auf Fotos eingeschätzt werden. Je ausgeprägter das Philtrum, desto mehr Charisma wird seinem „Besitzer“ außerdem zugeschrieben. Dieser macht nicht selten die Erfahrung, dass er oder sie stark auf diese Äußerlichkeit reduziert wird.
Nase: Vor allem das Persönlich keitsmerkmal Humor wird mit kleinen und eher spitzen Nasen in Verbindung gebracht. Menschen mit großen Nasen werden eher als antriebsstark, konsequent und ehrgeizig wahrgenommen, fallen aber gelegentlich als Selbstdarsteller durch.
Mund: Das Geschlechtshormon Östrogen beeinflusst, wie voll Lippen aus sehen. In Studien zur Schön heit bekamen Menschen umso höhere Attraktivitätswerte, je voller ihre Lippen waren. Auch bei Geselligkeit und Aufgeschlossenheit spielt dieses Merkmal eine Rolle. Der unterschiedliche Effekt von Mundwinkeln, die nach oben (Freude) bzw. nach unten (Trauer) zeigen, lässt sich bereits bei Säuglingen nachweisen.
Wangen: Gesichtsleser nennen sie gern die „Kissen der Macht“. Große Wangen werden in Untersuchungen regelmäßig mit Menschen assoziiert, die mit Macht umsichtig umgehen, ihre Position nicht ausnutzen und stets andere mit ins Boot holen. Kleine Wangen signalisieren uns eher, dass ihr Träger gern so viel wie möglich allein macht. Breite Wangenknochen wirken selbstbewusst. In Personen mit engen Wangenknochen sehen wir eher belastbare Krisenmanager. Grübchen finden wir mehrheitlich sympathisch und vermuten beim Besitzer viel Humor.
Ohren: Zwischen zwei großen Ohren vermuten Studienteilnehmer häufig den Kopf einer ehrgeizigen Persönlichkeit. Kleine Ohren werden dagegen mit Charaktereigenschaften wie Kreativität, Bescheidenheit und Schüchternheit in Verbindung gebracht. Zeigt ein Foto anliegende Ohren, tippen Betrachter mehrheit lich auf ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis. Je mehr die Ohren abstehen, desto mehr Kritikfähigkeit erwarten die Betrachter.
Es ist schwer nachvollziehbar, welche Panik Menschen in der Hochphase ihrer Krankheit hatten, wie besessen sie von der Idee waren, hässlich zu sein. Wer so fixiert auf sein Aussehen ist, hat es schwer, ein normales Leben zu führen. Das geht so weit, dass KDS-Kranke nicht mehr fähig sind, die Wohnung zu verlassen.
Über die Ursachen für KDS ist noch wenig bekannt, doch die Forschung geht davon aus, dass es möglicherweise Ausdruck einer schweren Selbstwertstörung ist, ähnlich wie Anorexie oder Bulimie. Typisch für diese sogenannten „Körperschema-Störungen“ ist, dass sie zu selbstzerstörerischen Verhaltensweisen auf körperlicher und seelischer Ebene führen. Ähnlich wie Essgestörte entwickeln KDS-Kranke besondere Rituale mit übermäßig viel Sport, übertriebenem Trainieren mit Gewichten oder zwanghafter Körperpflege.
Am wirksamsten ist für KDS-Patienten eine kognitive Verhaltenstherapie. Dadurch lernen sie wieder das zu tun, was sie am liebsten vermeiden: Einkaufen gehen, Bus fahren, Freunde treffen, kurz: unter Menschen gehen. Videoaufzeichnungen sollen dabei helfen, die verzerrte Wahrnehmung der Betroffenen aufzubrechen.
KDS-Kranke finden einen neuen Defekt, sobald der vorherige beseitigt ist. Statt der Nase ist dann plötzlich das Kinn, sind die Lippen oder die Brust das Problem. Auch Tallulah Willis will lernen, sich selbst anzunehmen.
In Regewendungen vieler Kulturen spiegelt sich wider, dass Menschen seit jeher dem Blick neben seiner psycho-sozialen Bedeutung auch physikalische Kräfte zuordneten. Wissenschaftlich betrachtet ist das natürlich Aberglaube. Klar ist: Der Blick des Menschen ist durchaus mächtig - allerdings nur in psycho-sozialer Weise. Er gibt uns wichtige zwischenmenschliche Informationen und wir haben ein feines Gespür dafür, wohin Menschen schauen und mit welchem Ausdruck.
Bis heute glauben viele Menschen, Blicke in der Form von Wärme oder Druck spüren zu können. Bereits im 19. Jahrhundert gab es allerdings Studien, die klar belegten, dass es sich dabei um eine Illusion handelt und dass es Blickstrahlen schlicht nicht gibt. Dennoch glauben noch immer überraschend viele Menschen an die Kraft der Blicke - offenbar handelt es sich um eine sehr tief verankerte mystische Vorstellung.
Lange Nase? Schmales Gesicht? Können wir einen Menschen doch aufgrund seines Äußeren beurteilen? Ja, sagt zumindest eine uralte Lehre, die sich Psycho-Physiognomik nennt. Der Körper, besonders das Gesicht, der Körperbau, die Mimik und Gestik sollen Auskunft über die Charaktereigenschaften eines Menschen geben.
Dass das kein Humbug ist, beweisen zahlreiche Studien, die den Zusammenhang von Gesicht und Charakter untersuchen. Entscheidet die Gesichtsform über den Erfolg? Menschen mit breiteren Gesichtern und markanteren Wangenknochen haben oft einen höheren Testosteronspiegel - das ist schon lange erforscht. Und deshalb sollen sie oft dominanter oder sogar aggressiver als Menschen mit schmaleren Gesichtern sein.
| Gesichtsmerkmal | Mögliche Charaktereigenschaften |
|---|---|
| Breites Gesicht, markante Wangenknochen | Dominant, aggressiv (höherer Testosteronspiegel) |
| Schmales Gesicht | Weniger anfällig für Infektionen, weniger Depressionen und Panikattacken |
| Große Nase | Ambitioniert, selbstbewusst, selbstständig |
| Kleine Nase | Humorvoll |
| Helle Augen | Hohe Alkoholtoleranz, leidensfähiger (Frauen) |
| Dunkle Augen | Stärkere Reaktion auf Medikamente, schneller erregt |
| Dichte Längsfurchen in der Iris | Freundlich, offen, warmherzig, einfühlsam, vertrauenswürdig |
Ein neuer Social-Media-Trend zeigt immer mehr Männer, die ihre Wimpern abschneiden oder rasieren, um „maskuliner“ zu wirken. Experten warnen laut CNN vor den gesundheitlichen Risiken dieser Methode.
Der Grund für diesen Trend ist, dass lange Wimpern häufig eher als Symbol für Weiblichkeit aufgefasst werden. Im Zuge des zunehmenden kontroversen Strebens nach „männlicher Energie“ sind einige Männer allerdings bestrebt, alles an ihrem Aussehen zu verdrängen, was als offenkundig weiblich ausgelegt werden könnte.
Unsachgemäßes Entfernen kann zu Komplikationen führen. Das Schneiden oder Trimmen von Wimpern kann zu Unbehagen und Irritationen führen, da ein scharfes, stumpferes Ende auf der Augenoberfläche reiben kann. Zudem gebe es ein Risiko, potenzielle Verletzungen des Auges zu verursachen.
„Wimpern sind sowohl für das Seherlebnis als auch für die Gesundheit der Augen von entscheidender Bedeutung“, so Lee.
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