Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Wer das Gefühl hat, unter verstärktem Haarverlust zu leiden, sollte über einen längeren Zeitraum genau beobachten, wie viele Haare ausfallen.
Insbesondere bei längeren Haaren überschätzt man Haarverlust schnell, wenn ein großes Büschel in der Bürste verbleibt. Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge.
Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können.
Die häufigste Form des Haarverlusts, die androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica), wird durch männliche Sexualhormone, die Androgene, ausgelöst, und ist erblich bedingt. Im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall sind Frauen hiervon weniger stark betroffen. Das bedeutet, dass mehrere Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen.
Welche Symptome treten beim kreisrunden Haarausfall auf? Der Haarausfall beginnt plötzlich und oftmals mit einer Stelle oder wenigen etwa münzgroßen kahlen Stellen. Innerhalb weniger Wochen werden diese Areale größer. Betroffen sind zumeist die Kopfhaut oder die Körperbehaarung, aber auch Augenbrauen oder Bart können diese Form des Haarausfalls aufweisen. Häufig befinden sich noch sehr kurze Haare in diesen Bereichen. Die Haut sieht nicht verändert oder entzündet aus.
Die Ausprägung des kreisrunden Haarausfalls ist recht unterschiedlich. Bleiben die Areale rund und abgegrenzt, sprechen Experten von der mildesten Form, der Alopecia reticularis.
Kreisrunder Haarausfall tritt stellenweise am Kopf oder am ganzen Körper auf. Er kommt bei ungefähr ein bis zwei Prozent der Bevölkerung vor, wobei Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sind. Kreisrunder Haarausfall kann in jedem Lebensalter einsetzen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt.
Plötzlicher und starker Haarausfall kann viele Ursachen haben: Nebenwirkungen von Medikamenten, erblich bedingter Haarausfall, Autoimmunerkrankungen, Krankheiten, Mangelerscheinungen oder Vergiftungen können Auslöser sein.
Ein anhaltend hoher Stresspegel oder ein einmaliges schlimmes Ereignis wie ein Unfall, ein Trauma oder eine Operation können ebenfalls plötzlichen Haarausfall verursachen. Der Pathomechanismus ist nicht ganz klar. Es wird vermutet, dass durch die große Menge von Stresshormonen im Organismus Entzündungsreaktionen an den Haarwurzeln ausgelöst werden, die den Haarzyklus stören.
Viele Medikamente haben eine lange Liste an Nebenwirkungen und oft ist Haarausfall eine davon. Die Nebenwirkung kommt bei vielen häufig eingesetzten Medikamenten wie Blutdrucksenkern, Blutfettsenkern, Blutverdünnern, Psychopharmaka oder verschiedenen Antibiotika vor.
Es gibt zahlreiche systemische Erkrankungen, die über verschiedene Mechanismen zu plötzlichem Haarausfall führen können. Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts können zu Haarausfall führen, wenn durch eine Resorptionsstörung bestimmte Nährstoffe nicht aufgenommen werden können und es zu Mangelerscheinungen kommt.
Ein Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen kann zu Haarausfall führen. Ein häufiger Grund ist Eisenmangel. Er kommt vor allem bei Menschen vor, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.
Bei Frauen treten mehrfach im Leben große hormonelle Veränderungen auf. Immer wieder ändert sich der Östrogenspiegel, der Einfluss auf das Haarwachstum nimmt. Insbesondere nach einer Geburt oder beim Eintritt in die Wechseljahre fällt der Östrogenspiegel ab, was innerhalb weniger Wochen zu einem vermehrten Haarausfall führen kann.
Wenn ein Haarverlust schleichend auftritt, verschlechtert er sich über mehrere Monate oder Jahre hinweg langsam. Fast alle Menschen sind im Alter von einer senilen Alopezie betroffen. Im Laufe des Lebens gehen immer mehr Haare schneller in die Ruhephase über. Das führt dazu, dass bei älteren Menschen nicht mehr so viele Haare wachsen und die Dichte der Haare auf der Kopfhaut abnimmt.
Auch bei der Traktionsalopezie nimmt die Haardicke schleichend ab. Es kommt durch eine erhöhte mechanische Belastung des Haars wegen straffen Frisuren oder engen Kopfbedeckungen und Haar-Extensions zu einem Haarausfall an den Seiten, der Stirn und am Hinterkopf.
In der Regel reicht bereits das klinische Bild - die typischen runden kahlen Stellen -für die Diagnose des kreisrunden Haarausfalls aus. Zunächst schaue ich mir die Haare am Kopf, im Gesicht und an Körper an, danach untersuche ich die Kopfhaut genauer.
Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen bildet sich der Haarausfall nach sechs bis zwölf Monaten von selbst wieder zurück. Daher ist es sinnvoll, mit einer aktiven Behandlung abzuwarten. Es gibt einige Therapieansätze, die Menschen mit Alopecia areata individuell ausprobieren können. Allerdings ist die Datenlage noch nicht ausreichend, um abschließend die Wirksamkeit zu beurteilen.
Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig. Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen.
Jakunkinase (JAK) Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann. Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata.
Es kann nicht pauschal gesagt werden, welche Therapie für Haarausfall am besten ist. Ob eine Behandlung oder ein Medikament wirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde.
Vor der Therapie eines Haarausfalls steht eine ausführliche Diagnostik. Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig. Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie.
Als medikamentöse Therapieoptionen stehen nur wenige Medikamente zur Auswahl. Minoxidil wird eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, wirkt lokal angewandt aber auch gegen Haarausfall. Es kann jedoch Überempfindlichkeitsreaktionen, Kopfschmerzen, Blutdruckprobleme und vermehrte Gesichtsbehaarung verursachen.
Wichtig ist aber, dass der Haarverlust vor der Transplantation gestoppt wurde und nicht weiter voranschreitet. Wer unter Haarausfall leidet, hat häufig einen langen Weg vor sich, mit vielen Fehlversuchen.
Wenn der Haarausfall plötzlich einsetzt oder die Haare büschelweise ausfallen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn es kann ein Hinweis auf eine ernstere Grunderkrankung sein, die einer ärztlichen Behandlung bedarf.
Unabhängig von diesen Überlegungen sollte bei starkem und plötzlichen Haarausfall unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann ernstere Ursachen ausschließen oder erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Haarausfall kann viele Ursachen haben, von genetischen Faktoren über Autoimmunerkrankungen bis hin zu Nährstoffmängeln und Stress. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen.
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