Jeder neunte Bürger in Deutschland leidet unter Haarausfall. Dabei ist dies gar keine Krankheit, sondern ein Symptom. Man unterscheidet zwischen anlagebedingtem, kreisrundem und diffusem Haarausfall. Der Verlust der Haare kann verschiedene Ursachen haben die, rechtzeitig erkannt, gut behandelt werden können.
Haarausfall ist definiert durch einen Verlust von mehr als 100 Haaren täglich. Medizinisch lassen sich verschiedene Formen des Haarausfalls unterscheiden. Die androgenetische bzw. angeborene Alopezie ist die häufigste Form, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Hierbei besteht eine Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber Dihydrotestosteron, das aus Testosteron gebildet wird. Die Überempfindlichkeit führt zu einer Verkürzung der Wachstumsphase der Haare.
Beim so genannten diffusen Haarausfall werden die Haare auf dem Kopf gleichmäßig "dünner", es kommt aber nicht zur Bildung von kahlen Stellen. Dem diffusen Haarausfall liegen vielfältige Ursachen zugrunde. Eine Ursache können hormonelle Störungen sein, z.B. eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse. Weitere Ursachen sind: Einnahme von Medikamenten, Vergiftungen, Hauterkrankungen, mechanische Ursachen wie Druck oder Zug, unsachgemäße Haarpflege, schädliche Strahlen etc. Fehlernährung ist ein häufiger Grund für Haarausfall.
Haarausfall durch Nährstoffmangel zeigt sich oft nicht so, wie man es von erblich bedingtem Haarausfall kennt. Stattdessen treten meist diffuse Veränderungen auf: Das Haar wird insgesamt dünner, verliert an Dichte und wirkt stumpf. Plötzlich findet man mehr Haare auf dem Kopfkissen oder in der Bürste - ohne, dass sich sofort kahle Stellen bilden. Auffällig ist auch, dass die Haare brüchig werden und schneller abbrechen. Das betrifft häufig die gesamte Kopfhaut und nicht nur einzelne Areale.
Typische Anzeichen für Haarausfall durch Nährstoffmangel sind:
Ein weiteres, weniger offensichtliches Zeichen: Manche Betroffene berichten über eine verstärkte Empfindlichkeit der Kopfhaut, manchmal sogar über Juckreiz oder ein leichtes Brennen. Diese Symptome sind nicht spezifisch, aber sie können ein Hinweis darauf sein, dass dem Körper etwas fehlt. Wer solche Veränderungen bemerkt, sollte nicht zu lange abwarten, sondern gezielt die Ursache abklären lassen - denn je früher ein Mangel erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, dass sich das Haar wieder erholt.
Die Haarbildung ist ein hochaktiver Stoffwechselprozess, der jederzeit eine ausreichende Verfügbarkeit aller erforderlichen Mikronährstoffe erfordert.
Die häufigste Ursache von Haarausfall bei Männern und Frauen ist ein Kupferungleichgewicht. Der Körper benötigt Kupfer für das Bindegewebe und somit auch für eine gesunde Struktur des Haares. Stress, Zinkmangel, die Einnahme der Antibabypille oder Trinkwasser aus veralteten Kupferleitungen können den Kupfergehalt im Körper negativ beeinflussen und zu Haarverlust führen.
Kupfer spielt eine Rolle bei der Pigmentierung und Festigkeit der Haare. Ein Kupfermangel kann sich durch frühzeitiges Ergrauen oder Strukturveränderungen bemerkbar machen.
Eine weitere Ursache für Haarausfall ist ein Eisenmangel. Neben trockener Haut und anhaltender Müdigkeit, bedingt er auch den Haarausfall. Besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit ist Eisenmangel eine der häufigsten Mangelerscheinungen. Aber auch ein Mangel an anderen Vitaminen und Mineralstoffen, die für das Bindegewebe des Körpers nötig sind, können eine Ursache für den Verlust der Haare sein.
Ein ausgewogenes Zusammenspiel verschiedener Mikronährstoffe ist die Basis für kräftiges, widerstandsfähiges Haar. Es gibt dabei einige Nährstoffe, die für die Haargesundheit besonders herausstechen - nicht nur als Einzelakteure, sondern im Teamwork. Ohne diese Stoffe kann der Haarfollikel schlichtweg nicht optimal arbeiten.
Interessant: Oft reicht nicht ein einzelner Nährstoffmangel aus, um Haarausfall auszulösen. Es ist meist das Zusammenspiel mehrerer Defizite, das die Haarqualität beeinträchtigt. Wer also wirklich etwas für seine Haare tun will, sollte auf eine rundum ausgewogene Versorgung achten.
Ein hormonell bedingter Haarausfall kann verschiedene Gründe haben. Ein erhöhter Dihydrotestosteron-Spiegel beispielsweise kann dazu führen, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt und die Haare immer dünner werden. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann neben Symptomen wie Erschöpfung oder Kälteempfindlichkeit auch Haarverlust bewirken, von dem auch Augenbrauen und Wimpern betroffen sein können.
Des Weiteren kann psychischer oder physischer Stress einen hormonellen Haarausfall bedingen. Auch metabolischer Stress durch die Aufnahme von zu viel Zucker, koffeinhaltigen Getränken oder Alkohol kann eine Ursache für den Ausfall der Haare sein, da die Kopfhaut nicht mehr richtig durchblutet wird.
Stress ist also nicht nur ein Vitamin-, sondern auch ein Melaninfresser. Auch Rauchen oder ein erhöhter Alkoholkonsum (wir sprechen von mehr als einem Glas Wein am Abend) sorgen im Körper für vorzeitige Ergrauung - ebenso wie ein Mikronährstoffmangel.
Eine wichtige Rolle bei den Mikronährstoffen in Bezug auf die vorzeitige Ergrauung spielt das Spurenelement Kupfer: "Kupfer ist ein Cofaktor der Synthese von Pigmenten". Demnach ist Kupfer unterstützend an der Herstellung von Pigmenten beteiligt. Ist der Kupferspiegel also zu niedrig, können graue Haare die Folge sein.
Dann kann Kupfer supplementiert werden, jedoch gibt es dabei etwas zu beachten: "Wenn man länger Kupfer einnimmt, kann daraus ein Zinkmangel resultieren", erklärt Dr. Ahlemann. "Die beiden Metalle konkurrieren bei der Einnahme im Darm miteinander". Deswegen rät sie Patient:innen mit einem niedrigen Kupferwert - bei längerfristiger Einnahme - nicht nur zur Kupfer-, sondern gleich auch zur Zinkeinnahme. Umgekehrt kann das ebenso passieren. "Wenn ich Patient:innen Zink gebe, müssen sie nach einiger Zeit auch etwas Kupfer dazunehmen."
Die gute Nachricht: Die Behebung eines Kupfermangels kann zu einer verbesserten Melaninbildung der Haare führen.
Die Diagnose eines Nährstoffmangels als Ursache für Haarausfall beginnt immer mit einer gezielten Anamnese. Hierbei fragt die Ärztin oder der Arzt nach Ernährungsgewohnheiten, Medikamenteneinnahme, Vorerkrankungen und auffälligen Veränderungen an Haut, Haaren oder Nägeln. Erst danach folgt die eigentliche Labordiagnostik.
Blutuntersuchungen: Bestimmt werden unter anderem die Spiegel von Eisen, Ferritin, Zink, Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure und weiteren relevanten Mikronährstoffen. Je nach Verdacht kann das Spektrum erweitert werden.
Haarwurzelanalyse: In speziellen Fällen wird eine Trichogramm- oder Trichoscan-Untersuchung durchgeführt. Hierbei werden Haarwurzeln mikroskopisch beurteilt, um das Haarwachstum und mögliche Auffälligkeiten zu analysieren.
Zusätzliche Tests: Bei Verdacht auf Aufnahmestörungen im Darm oder Stoffwechselstörungen können weiterführende Untersuchungen wie Stuhl- oder Hormonanalysen sinnvoll sein.
Wichtig: Die Interpretation der Laborwerte sollte immer im Zusammenhang mit den individuellen Symptomen erfolgen. Ein einzelner Wert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht zwangsläufig einen behandlungsbedürftigen Mangel.
Wird ein konkreter Nährstoffmangel als Ursache für den Haarausfall identifiziert, ist ein systematisches Vorgehen entscheidend. Eine Therapie sollte immer individuell abgestimmt und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, um Risiken wie Überdosierungen oder Wechselwirkungen zu vermeiden.
Geduld ist gefragt: Bis sich das Haarwachstum sichtbar verbessert, können mehrere Monate vergehen. Eine konsequente Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.
Es kann ganz schön frustrierend sein: Die Ernährung stimmt, alles frisch, bunt und ausgewogen - und trotzdem lichtet sich das Haar. In solchen Fällen lohnt sich ein genauerer Blick über den Tellerrand hinaus. Denn nicht immer ist die Nährstoffzufuhr das Problem, manchmal steckt etwas anderes dahinter.
Prüfen Sie individuelle Aufnahmeprobleme: Auch bei optimaler Ernährung kann der Körper Schwierigkeiten haben, bestimmte Vitamine oder Spurenelemente richtig aufzunehmen. Gründe dafür sind zum Beispiel genetische Besonderheiten, unerkannte Magen-Darm-Störungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente, die die Resorption hemmen.
Klären Sie hormonelle Ursachen ab: Ein Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone, Veränderungen im Hormonhaushalt nach Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können Haarausfall verursachen, selbst wenn alle Nährstoffe ausreichend vorhanden sind.
Chronischer Stress und psychische Belastungen: Dauerhafter Stress kann das Haarwachstum ausbremsen und sogar zu verstärktem Ausfall führen. Hier helfen gezielte Entspannungstechniken, Stressmanagement oder auch mal ein offenes Gespräch mit einer Vertrauensperson.
Autoimmunreaktionen und seltene Erkrankungen: In manchen Fällen greift das Immunsystem die Haarwurzeln direkt an. Dies bleibt oft lange unentdeckt, da die Symptome unspezifisch sind. Eine ärztliche Abklärung kann hier Licht ins Dunkel bringen.
Umweltfaktoren und Pflegegewohnheiten: Übermäßiges Styling, aggressive Shampoos oder häufiges Färben können das Haar schwächen. Ein kritischer Blick auf die tägliche Haarpflege lohnt sich - manchmal ist weniger tatsächlich mehr.
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