Fellprobleme beim Pferd äußern sich oft durch kahle Stellen, Schuppen oder verklebtes Fell. Dies sind oft nur Symptome, beispielsweise für einen Parasitenbefall. Vermehrter Haarausfall ist bei Pferden im Fellwechsel durchaus normal, kann ansonsten aber auf eine Erkrankung hindeuten. Runde, kahle Stellen, abgescheuerte Mähne oder Schweife und krustige Beläge auf dem Fell können ebenfalls erste Anzeichen für Fellprobleme sein.
Viele Fellprobleme lassen sich recht einfach an typischen Veränderungen des Fells erkennen. Die richtige Fellpflege und eine saubere, pferdegerechte Haltung helfen, Fellprobleme bei Pferden zu vermeiden. Je nach Ursache, besonders aber bei Parasiten, können die Veränderungen im Fell für andere Pferde ansteckend sein. Bei einigen Fellproblemen helfen bereits einfache Mittel wie Waschen, Scheren oder Zusatzfutter weiter.
Besonders die durch Parasiten, Bakterien und Erkrankungen des Stoffwechsels hervorgerufenen Fellprobleme bedürfen aber meist der Behandlung durch einen Tierarzt. Die Haut des Pferdes ist ein großes und wichtiges Organ, welches eine Vielzahl an Aufgaben übernimmt: Die Haut ist Aufprallschutz, Klimaanlage und Wärmedämmung. Sowohl im Winter als auch im Sommer wird die Haut so gut wie täglich beansprucht. Bei all diesen Aufgaben ist es kein Wunder, dass kaum eine Pferdehaut auf Dauer unversehrt bleibt. Zudem begünstigen einige Faktoren, dass die Haut zusätzlich mürbe wird, z.B. wenn Pferde immer eingedeckt werden und ihre Haut nie richtig „atmen“ kann oder die Ställe zu stark beheizt sind.
Glänzendes, seidiges Fell sieht nicht nur toll aus - es ist auch ein Zeichen dafür, dass es Deinem Pferd gut geht. Wird das Fell dagegen stumpf und lockig, kann ein ernsthaftes Problem dahinterstecken. Wer einmal einen Fellwechsel beim Pferd mitgemacht hat, weiß: Unsere Partner auf vier Hufen haben viel Fell.
Typisch für einen Befall mit Pilzen beim Pferd sind fast kreisrunde, kahle Stellen im Fell. Sie treten am ganzen Körper auf und vermehren sich stetig. An den betroffenen Stellen fällt das Fell aus und wächst nicht nach. Bei Verdacht auf einen Befall des Fells mit Pilzen ist eine strenge Hygiene die wichtigste Massnahme. Pilzbefall ist sehr ansteckend für andere Pferde.
Sämtliche Ausrüstung wie Denken, Gamaschen und Halfter sollte - wenn möglich - heiss gewaschen und anschliessend desinfiziert werden. Dies ist nötig, um die sehr widerstandsfähigen Sporen der Pilze zu reduzieren. Auch dem Menschen ist anzuraten, sich nach dem Kontakt mit einem an Hautpilz erkrankten Pferd stets die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Die Wirkung von EM (effektiven Mikroorganismen) als Mittel gegen Pilze im Fell ist eher gering.
Pferde, die ein dauerhaft glanzloses, stumpfes Fell haben, sind häufig nur verschmutzt (zum Beispiel bei Aussenhaltung oder nach Wälzen im Staub). Ein sehr staubiges Fell kann durch die richtige Fellpflege wie Putzen und Waschen wieder glänzend werden. In anderen Fällen leiden die Pferde jedoch an einer oft chronischen Erkrankung des Stoffwechsels. Besonders Erkrankungen der Leber oder der Niere können zu einem stumpfen Fell führen.
Meist sind die Pferde zusätzlich sehr ruhig oder sogar apathisch, fressen schlechter und nehmen ab. Pferde mit Problemen der Leber können zudem durch vermehrt gelbliche Schleimhäute und dicke Beine auffallen. In diesem Fall ist eine Untersuchung durch den Tierarzt ratsam.
Ist das Fell Deines Pferdes über einen längeren Zeitraum stumpf und glanzlos und glänzt auch nach intensivem Putzen nicht mehr, kann ein Nährstoffmangel oder eine chronischen Erkrankung des Stoffwechsels die Ursache sein. Macht das stumpfe Haar am Ende Häkchen, kann das zum Beispiel ein Symptom für ein Nierenproblem sein. Da aus diesen Stoffwechselproblemen ernsthafte Krankheiten wie zum Beispiel Gastritis, Geschwüre und Koliken entstehen können, solltest Du frühzeitig auf die Symptome reagieren. Bei dem Verdacht auf eine Nierenerkrankung nimmt der Tierarzt zum Beispiel Blut ab sowie eine Urinprobe. Auch eine Ultraschalluntersuchungen kann erforderlich sein.
Ein schlechter Fellwechsel fällt besonders im Frühjahr auf, wenn die Pferde das lange Fell nach dem Winter nicht richtig abwerfen. Besonders alte Pferde brauchen dazu jedoch länger, da ihr Stoffwechsel oft nicht mehr so gut funktioniert. Alte Pferde können ausserdem vor allem in Frühjahr während des Fellwechsels dicke Beine aufweisen. Dies liegt meist an dem Wetterumschwung sowie der bei alten Pferden oft mangelnden Bewegung und bessert sich in der Regel nach einigen Tagen.
Dicke Beine können aber auch ein Hinweis auf eine Infektion sein. Besonders bei einem schlappen Pferd mit einem schlechten allgemeinen Zustand, womöglich auch begleitet von Husten, sollte an eine Virusinfektion gedacht werden. Ein Fellwechsel kostet Energie und kann bei manchen alten Pferden im Herbst oder Frühjahr zur Gewichtsabnahme führen.
Der Körper des Pferdes stellt sich etwa ab der Sommersonnen- und Wintersonnenwende auf den kommenden Fellwechsel ein. Der Haarwechsel beginnt folglich im Inneren schon lange bevor er äußerlich sichtbar wird. Im Sommer bereitet sich das Pferd ab etwa Mitte Juni auf den Winterpelz vor. Ab Anfang bis Mitte September kann man das weiche Winterfell spüren. Im Winter startet der Körper des Pferdes schon in der Adventszeit mit der Vorbereitung auf das Sommerfell. Die ersten Haare fliegen schon lange bevor es frühlingshaft warm wird. Richtig „haarig“ wird es meist im März bzw. spätestens wenn die warmen Tage Einzug gehalten haben.
Ein über Wochen hinweg sehr langes, dickes und teilweise gelocktes Fell, das auch im Frühjahr im Fellwechsel nicht abgeworfen wird, kann auf das Equine Cushing Syndrom (ECS) hindeuten. Diese Erkrankung kann durch die nachfolgende Unterdrückung des Immunsystems zu schweren Infektionen, aber auch zu chronischer Hufrehe führen und unbehandelt für das Pferd tödlich enden.
Teilweise verdickte oder blutige Haut mit Krusten und verklebtes Fell in der Fesselbeuge des Pferdes entstehen häufig durch eine bakterielle Infektion der Haut (Mauke). Als wirksamste Behandlung der Mauke erweist sich eine Kombination aus sorgfältigem Waschen der Fesselbeuge mit oder ohne Shampoo, um die Krusten aus dem Fell zu entfernen, und Salben mit Zinkoxid oder ähnlichen Wirkstoffen.
Nach dem Waschen sollte die Fesselbeuge gründlich mit einem Handtuch abgetrocknet werden, da dauerhafte Feuchtigkeit das Wachstum der Bakterien fördert.
Mauke ist eine häufige und sehr gefürchtete Hauterkrankung bei Pferden. Die ansteckende Hautinfektion hat einen bakteriellen Ursprung und befällt den Fesselbereich, kann sich aber auf das gesamte Bein des Pferdes ausbreiten. Mauke kann jede Pferderasse treffen.
Wenn dein Pferd im Frühjahr oder Herbst sein Fell wechselt, der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft und die Immunabwehr geschwächt ist, tritt die Infektion verstärkt auf. Bei Pferden mit langem Behang an den Beinen ist das Risiko größer, da dieser schneller verschmutzt und einen guten Nährboden für Bakterien bietet.
In den Herbst- und Wintermonaten bleibt die Einstreu in der Box deines Pferdes länger feucht. Es bildet sich eine ammoniakhaltige Lauge, welche die Haut des Pferdes angreift. Dies fördert außerdem das Wachstum von Bakterien, Parasiten und anderen Schädlingen auf der Haut.
Eine Mauke erkennst du bereits im Frühstadium an Hautrötungen im Fesselbereich. Oft tritt dieses erste Symptom mit kahlen, krustigen Stellen auf und der betroffene Fesselbereich wirkt geschwollen. Bei einer fehlenden Behandlung kann die Mauke chronisch werden. Es ist enorm wichtig, deinen Tierarzt schon bei den ersten Anzeichen zu informieren. Je nach Schwere der Mauke kann auch eine Antibiotikabehandlung nötig werden.
Wenn bei Pferden an den unteren Bereichen der Beine vermehrt kleine Krusten, Haarausfall mit kahlen Stellen und Schuppen auftreten, besteht der Verdacht auf einen Befall mit Parasiten. Oft handelt es sich dabei um Milben. Vor allem Pferde mit viel Behang an den Beinen neigen zu Parasiten. Milben können leicht von einem Pferd zum nächsten übertragen werden.
Das Putzzeug und sämtliche Ausrüstung des erkrankten Pferdes sollte deshalb nicht für andere Pferde verwendet werden. Die wirksamste Behandlung von Milben stellt eine Waschlösung mit einem gegen Parasiten wirkenden Mittel dar. Das Waschen der Pferdebeine mit dem Medikament erfolgt meist zwei- bis dreimal im Abstand von etwa zehn Tagen, um auch die Eier der Milben mit abzutöten.
Schlecht passende Sättel oder schmutzige Satteldecken verursachen häufig Haarausfall und weggescheuertes Fell in Bereich der Sattellage. Bei empfindlichen Pferden hilft ein Pad aus Lammfell als Unterlage für den Sattel dabei, abgescheuertes Fell zu verhindern. Für Pferde, die eingedeckt sind und sich viel bewegen, eignen sich Decken mit einer zusätzlichen Schulterfalte.
Eine häufige Ursache für ein vermehrtes Scheuern der Mähne und der Schweifrübe bei Pferden ist das Sommerekzem. Diese vermutlich durch bestimmte Mücken ausgelöste Erkrankung tritt häufig im Sommer auf und führt zu erheblichem Juckreiz. Schonende Fellpflegemittel aus dem Handel halten die Haut geschmeidig. Ätherische Öle eignen sich nicht für wunde Haut, da sie unangenehm in den Wunden brennen.
Ekzeme sind Hauterkrankungen, die durch eine Überreaktion des Organismus auf Umwelteinflüsse oder Unverträglichkeiten ausgelöst werden. Ekzeme treten bei jeglichen Pferderassen auf. Pferde, die eine empfindliche oder bereits vorgeschädigte Haut haben, sind für Ekzeme besonders anfällig. Dennoch gibt es einige Regionen, in denen Pferde öfter Symptome zeigen. Am Niederrhein gibt es beispielsweise viele stehende Gewässer, in denen sich Mückenlarven wohlfühlen. Die Stechmücken vermehren sich in einem feuchtwarmen Klima und können dann ein Sommerekzem bei Pferden auslösen. An der Nordsee wiederrum zeigen Pferde kaum Symptome.
Die typische Ursache eines Sommerekzems ist eine allergische Reaktion auf den Stich einer Stechmücke. Wenn Mücken stechen, sondern sie ein spezielles Sekret ab. Dieses enthält Eiweißbausteine, auf die Pferde allergisch reagieren können. Dann bildet sich ein Sommerekzem auf der Haut des Pferdes.
Ein Sommerekzem äußert sich durch einen sehr starken Juckreiz. Betroffene Pferde schubbeln sich an diesen Stellen besonders intensiv.
Eine abgescheuerte und verfilzte Schweifrübe kann auch auf Würmer im Magendarmtrakt hinweisen. In jedem Fall sollte die regelmässige Entwurmung des Pferdes überprüft werden. Meist legt sich der Juckreiz nach erfolgreicher Behandlung und die Schweifhaare wachsen langsam nach.
Die Haut ist, wie bei uns Menschen, auch das größte Organ des Pferdes. Ist die Haut intakt, ist in der Regel auch das Haarkleid gesund. Tatsächlich sind viele Fellveränderungen in den meisten Fällen auf Erkrankungen der Haut zurückzuführen, sie können jedoch auch innere Ursachen haben, wie z.B. In diesem Sinne sollte man nicht nur aus rein ästhetischen Gründen auf ein gepflegtes Fell Wert legen.
Glatt und seidig glänzend sollte das Fell deines Pferdes im Idealfall aussehen. Das Haarwachstum sollte gleichmäßig sein, keine kahlen Stellen aufweisen und frei von Schuppen. Das Langhaar sollte dicht sein und eine feste Haarstruktur aufweisen.
Wenn dein Pferd überwiegend auf der Koppel oder im Offenstall gehalten wird, wirst du feststellen, dass dein Pferd unter Fell- und Körperpflege wohl etwas anderes versteht und sich lieber im Matsch und Sand wälzt. Seidig glänzend und gleichmäßig - so sollte gesundes Fell aussehen.
Neben einer bedarfsgerechten Vitamin- und Mineralstoffversorgung hilft eine zusätzliche Spurenelement-Gabe dem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf in der Fellwechselzeit gerecht zu werden. Eine Hautstoffwechsel-anregende Kräutermischung hilft ebenfalls schneller durch den Fellwechsel zu kommen.
Während der Fellwechselzeit hat mein Pferd kahle Stellen im Fell - was tun? Handelt es sich um kreisrunde und schuppige Stellen, so könnte das Pferd unter einem Hautpilz leiden. Hier sollte der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Seitens der Fütterung kann man mit Zink-reichen Futtermitteln das Immunsystem und die Hautregeneration unterstützen.
Einem Haarausfall beim Pferd lässt sich nur bedingt vorbeugen. Es ist ratsam, ein Pferd mit Haarausfall einer Tierärztin oder einem Tierarzt vorzustellen, da der Haarausfall ein Zeichen für eine ernste Erkrankung, beispielsweise eine Vergiftung oder eine Hormonstörung, sein kann.
Weitere Tipps zur Vorbeugung:
Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Hier sind einige allgemeine Behandlungsansätze:
Es ist wichtig, bei Fellproblemen und Haarausfall einen Tierarzt zu konsultieren, um die Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
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