Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß, dabei lässt sich Haarverlust gezielt bekämpfen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von krankheitsbedingtem Haarausfall bei Frauen.
Zwischen 75.000 und 150.000 Haare haben wir auf dem Kopf. Sie schützen unsere Kopfhaut vor der UV-Strahlung und verhindern ein zu schnelles Abkühlen des Kopfes. Täglich verlieren wir bis zu 100 Haare beim Kämmen, Waschen oder Stylen. Das ist ganz normal und sie wachsen wieder nach. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als 100 Haare aus oder entstehen haarfreie Stellen, liegt ein Haarausfall vor.
Haarausfall bei Frauen kann verschiedene Ursachen haben. Hier sind die häufigsten:
Erblich bedingter Haarausfall, bekannt als androgenetische Alopezie, betrifft auch Frauen - wenn auch seltener als Männer. Der Haarverlust beginnt bei Frauen meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und ist durch eine zunehmende Ausdünnung des Haares gekennzeichnet. Ursache ist das Hormon Testosteron, genauer gesagt sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT). Es lässt die Haarfollikel schrumpfen. Auf diese Weise wird das Haar dünner und wächst langsamer nach. Mit der Zeit können die betroffenen Haarfollikel so stark geschädigt werden, dass sie schließlich gar kein neues Haar mehr produzieren.
Auch der vordere Kopfbereich kann betroffen sein - eine Stirnglatze ist oft die Folge. Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
Kreisrunder Haarausfall - auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis.
Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.
Kreisrunder Haarausfall
Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung oder eine Chemotherapie.
Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen. Auch Druck und Zug auf die Haare kann zum Ausfall führen.
Stress Haarausfall verursachen kann. Stresshormon Cortisol hemmt das Haarwachstum. Bei länger anhaltendem negativen Stress schädigen zudem ausgeschüttete Botenstoffe und Neurotransmittel die Haarfollikel. Entspannen Sie sich öfters vom Alltag mit Hilfe von progressiver Muskelrelaxation oder Yoga und achten Sie darauf, sich regelmäßig eine Auszeit zu nehmen.
Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.
Empfinden Sie Ihren Haarausfall als übermäßig viel, ist es ratsam ärztliches Fachpersonal aufzusuchen und Ihre Vermutung abklären zu lassen. Durch ein persönliches Gespräch und Untersuchungen kann Ihr Arzt eine gesicherte Diagnose stellen und eine geeignete Behandlung vorschlagen.
Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden. Sind Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder Mangelernährung die Ursache für den Verlust der Haare, müssen diese therapiert werden, um den Haarausfall zu stoppen.
Eine einheitliche Behandlung bei Haarausfall gibt es nicht. Sie richtet sich immer nach den Ursachen. In einigen Fällen setzt auch ohne Behandlung das Wachstum der Haare wieder ein. Liegt beispielsweise ein Mangel an Vitaminen vor, kann eine gezielte Einnahme der fehlenden Mineralstoffe den Haarausfall stoppen.
Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können:
Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.
Ob Öle, Seren oder Pulver zum Einnehmen: Im Einzelhandel werben viele Produkte damit, Haarverlust aufhalten zu können. Die Mittel, heißt es mitunter, könnten den Haarausfall „aktiv bekämpfen“ - mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Bambus oder Basilikum. Mit eigenen Studien wollen die Hersteller die Wirksamkeit der Produkte unterstreichen.
Expertinnen und Experten zweifeln jedoch an der Aussagekraft dieser oft kleinen und über einen kurzen Zeitraum hinweg durchgeführten Studien. Auch Nahrungsergänzungsmittel versprechen mitunter eine hohe Wirksamkeit bei Haarausfall.
Wer unter Haarverlust leidet, sollte zunächst das Expertengespräch bei der Dermatologin oder beim Dermatologen suchen. Produkte aus dem Einzelhandel sollten mit Vorsicht behandelt werden.
Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, die Frauen bei der Behandlung von Haarausfall helfen können:
Um das Haar natürlich zu stärken, helfen einfache Tipps. Einige haben wir hier für Sie zusammengetragen:
Zusätzlich zu den oben genannten Informationen, hier eine Tabelle mit einigen wichtigen Nährstoffen und ihrer Rolle für das Haarwachstum:
| Nährstoff | Funktion |
|---|---|
| Vitamin A | Wichtig für die Zellentwicklung und das Haarwachstum |
| Vitamin C | Antioxidans, das die Haarfollikel vor Schäden schützt |
| Vitamin D | Spielt eine Rolle bei der Bildung neuer Haarfollikel |
| Biotin | Unterstützt die Keratinproduktion, ein wichtiges Protein für das Haar |
| Eisen | Notwendig für den Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln |
| Zink | Wichtig für die Zellteilung und das Haarwachstum |
| Folsäure | Unterstützt das Zellwachstum und die Bildung roter Blutkörperchen |
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